Mein Maskottchen ist der Gefahrgutbeauftrage von LEGO. Er sitzt auf meinem Schreibtisch und wacht darüber, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Den Beginn unserer wunderbaren Freundschaft sehen Sie hier (und über die Schwierigkeiten, zueinander zu finden erfahren Sie hier mehr)

Samstag, 31. Dezember 2011

Guten Rutsch, hust, keuch...

absolutobsolet wünscht allen Lesern ein fröhlichen Rutsch ins Neue Jahr und für 2012 alles erdenklich Gute! Und zum Vorfreuen ein Video vom letzten Jahr, aufgenommen auf unserer Terrasse in Prenzlauer Berg, inklusive spontanem Hustenanfall meinerseits und kleiner Panikattacke vom Dicki :-) ....   In diesem Sinne: Auf ein Neues!

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Hü-hüpf!

 Samoa hüpft mal eben über die Zeitzone, um dadurch mit Geschäftspartnern im asiatischen Raum einfacher kommunizieren zu können. Da fällt mir doch sofort meine Kurzgeschichte ein, die ich dem verehrten Leser als Geschenk zum Jahreswechsel nicht vorenthalten möchte:

Die Geschichte vom Minister für die Begradigung der Zeitzonenlinie

Es war einmal ein ziemlich kleines Land, in dem fast immer die Sonne schien und die Menschen zufrieden und glücklich waren. Sie waren weder reich noch arm, und niemand musste Hunger leiden. Regiert wurde das kleine Land vom Präsidenten, der mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter Regina in einem schönen Haus auf einem Berg wohnte.
Doch das kleine Land war etwas ganz besonderes, denn es lag ganz genau auf einem der Längengrade, der eine Zeitzone bedeutete.
Vor vielen Jahren hatte der Großvater des Präsidenten entschieden, dass die Zeitzone einen kleinen Schlenker um das Land machte, sodass im ganzen Land die gleiche Uhrzeit herrschte.
Anstatt einer geraden Linie machte die Grenze der Zeitzone also einen Bogen.

Der Präsident des kleinen Landes stand eines Tages, es war ein Donnerstag, auf seinem Balkon und blickte auf sein Land hinab.
Ihm war ein bisschen langweilig, er kratzte seinen dicken Bauch und er überlegte, ob er ein neues Gesetz erfinden könnte.
Zum Beispiel eines, das es verbot, an Wochentagen, die mit D begannen, zu stricken.
Aber er wusste, dass das seiner Frau nicht gefallen würde.
Oder ein Gesetz, das sagt, dass es jeden Donnerstag ein Feuerwerk geben musste.
Aber auch das würde seiner Frau nicht gefallen.
Also musste er sich etwas anderes einfallen lassen.
Und plötzlich hatte er eine Idee....
Schnell sauste er in sein Präsidenten-Schlafzimmer, zog sich seinen schönsten Pullover an und ging eilig zu seiner Frau.
Seine Frau saß am Fenster und strickte.. Seit über einem Monat schon strickte sie an einem grünen Schal. Er war mittlerweile schon bestimmt drei Meter lang. Oder sogar noch länger, sie hatte nicht nachgemessen. Sie hatte keine Ahnung, wem sie den Schal schenken könnte, und so strickte sie einfach immer weiter. Neben ihr saß Regina auf dem Fußboden und malte ein Bild. Es zeigte einen sehr dicken Mann, eine Frau mit langen Haaren und ein Kind, und alle zogen an einem langen grünen Strick, oder vielleicht war es auch ein Schal.
Als der Präsident etwas außer Atem ins Zimmer gerannt kam, blickte sie von ihrem Strickzeug auf und Regina legte die Wachsmalstifte zur Seite.

„Oh, hast du einen neuen Orden? Der ist aber besonders hübsch“ sagte sie.
„Nein, den Orden habe nicht ich, sondern der Minister für die Begradigung der Zeitzonenlinie“ sagte er und versuchte, äußerst pflichtbewusst auszusehen.
„Und wer ist dieser Minister?“ fragte seine Frau und seufzte ein ganz klein wenig.
„Dieser Minister bin natürlich ich“ sagte der Präsident und stellte sich ganz gerade hin.
„Und wer hat ihm diesen Orden verliehen?“ fragte Regina und lutschte an einem rosafarbenen Stift.
„Natürlich der Präsident“ sagte der Präsident.
„Oh“ sagte seine Frau und strickte weiter.

„Willst du denn gar nicht wissen, was der Minister für die Begradigung der Zeitzonenlinie macht?“
Doch, sagte sie, das will ich schon wissen.
„Ich werde die Zeitzonenlinie nicht mehr um unser Land herumführen lassen, sondern sie ganz gerade genau durch das Land hindurch laufen lassen“ sagte er stolz.
„Und was sagt der Präsident dazu?“ fragte seine Frau.
„Na der hat mich doch dazu ernannt“ sagte er empört.
„Und wie stellen sich der Herr Präsident und der Herr Minister diese Begradigung vor?“
Der Präsident und Minister für die Begradigung der Zeitzonenlinie holte tief Luft.
„Ganz einfach: Die Zeitzonenlinie wird ganz genau exakt durch unser Land führen, wie mit dem Lineal gezogen. Und damit jeder die Linie sieht, werden wir sie überall markieren. Vielleicht mit hübschen roten Pflastersteinen...
Oder mit grünen...
Oder mit Blumenkübeln.“
(Er wusste, seine Frau mochte Blumen sehr gern...)
Der Präsident warf einen Blick auf das Bild, das seine Tochter malte, und schnaubte einmal kurz auf.
„SO dick bin ich aber nun wirklich nicht, Regina“ rief er ein bisschen grummelig.
„Doch, Papa, das bist du“ sagte Regina und malte weiter.
Der Präsident schnappte ein bisschen nach Luft und blickte seine Frau an.
„Dann wirst du sicherlich eine ganze Weile ziemlich beschäftigt sein, oder?“
„OH ja, das werde ich“ sagte der Minister stolz.
"Dann wünsche ich dir mal alles Gute" sagte seine Frau und atmete ganz tief ein.


Gesagt, getan, der Minister schnappte sich eine Landkarte und markierte ganz genau, wo die Zeitzonenlinie verlief, dann rief er seinen obersten Gärtner und seinen obersten Straßenbauer, zeigte ihnen die Karte und sagte ihnen, was er vorhatte.
"Herr Präsident, das sollen wir wirklich machen?" fragte der oberste Gärtner.
„Aber ja“ sagte der Präsident und nickte stolz.
„Ganz genau so, wie hier auf dieser Karte eingezeichnet?“ fragte der oberste Straßenbauer und kratzt sich am Kopf.
Der Präsident holte tief Luft.
"Ich bin der Minister für die Begradigung der Zeitzonenlinie, ernannt vom Präsidenten persönlich, und wir sagen: So wird das gemacht."

Also machten sich die beiden tatsächlich an die Arbeit, und nach einigen Tagen hatten sie eine ganz exakt genau gerade Linie gezogen, durch das ganze Land. Die Linie verlief durch Wiesen und Wälder, durch einen kleinen See, dort war er mit Bojen markiert, durch eine kleine Stadt und sogar durch ein Schule. Viele Menschen wunderten sich über die Linie aus roten Steinen, aber viele freuten sich auch über die vielen neuen Blumenkübel. Auch wenn einige von ihnen ziemlich im Weg standen.

Der Präsident sagte den Reportern vom Fernsehen, dass er eine wichtige Rede zu halten habe, die alle Menschen hören sollten. Also kamen die Reporter, mit Kamera und Mikrofon, und der Präsident zog sich seinen schönsten Pullover an und erklärte den Menschen, was die Linie bedeutete.
Am Ende seiner Rede blickte er auf seine Uhr, blickte bedeutsam in die Kamera und sagte mit wichtiger Stimme:
„Und hiermit verkünde ich, das ab sofort auf der linken Seite der Linie (er schaute genau auf seine Uhr) viertel vor sieben und auf der rechten Seite der Linie viertel vor acht Uhr ist.“

Im ganzen Land herrschte natürlich große Aufregung. Kinder wurden sofort vom Spielen herein gerufen, da es auf einmal schon eine Stunde später war, Frauen beeilten sich, das Essen doch noch pünktlich auf den Tisch zu bekommen und Busse waren auf einmal eine Stunde zu spät.
Und die Aufregung ging am nächsten Tag natürlich weiter. In der Schule, durch die die Zeitzonenlinie ging, begann der Unterricht in der einen Hälfte der Schule nun eine Stunde später als in der anderen. In der Stadt mussten Menschen, die beim Bäcker ihre Brötchen kaufen wollten, plötzlich eine Stunde vor dem verschlossenen laden warten, da es dort noch eine Stunde früher war. Überquerte der Bus die Linie, war er entweder eine Stunde zu spät oder eine Stunde zu früh. War er zu spät, dann schimpften die Menschen. und war er zu früh, dann blieb er einfach eine Stunde stehen, damit er wieder pünktlich war, und die Menschen schimpften schon wieder.
Der arme Busfahrer!

Doch der Präsident war stolz. So was wie in seinem Land gab es in keinem anderen kleinen Land der Welt. Am Mittag des ersten Tages der neuen Zeitrechnung ging er in sein Esszimmer und blickte auf den leeren Esstisch. Er kuckte noch mal ganz genau hin und dann auf seine Uhr und dann wieder auf den leeren Esstisch. Er kratzte sich am Kopf und suchte seine Frau. Die saß am Fenster und strickte, der grüne Schal war mittlerweile schon bestimmt fünf Meter lang.
Oder noch länger.

Ähm, sagte er, gibt´s denn heute nichts zum Mittagessen?
Seine Frau blickte kurz von ihren Stricknadeln auf.
„Jetzt schon?“
Der Präsident blickte auf seine Uhr und sagte: „Wieso jetzt schon? Es ist zwölf Uhr.“
Seine Frau strickte weiter. "Und bei mir ist es erst elf, du musst noch eine Stunde warten.“

Und da fielen dem Präsidenten die vielen Blumenkübel auf, die wie auf einer Perlenkette aufgereiht im ganzen Präsidentenhaus standen.
"Ähm, verläuft die Zeitzone etwa direkt durch unser Haus" fragte der Präsident entgeistert.
"Ja, das hat dein Minister wohl so beschlossen" sagte die Frau.
"Also bei dir ist es elf Uhr und bei mir zwölf?“
„Exakt“ sagte sie, ohne von ihren Stricknadeln aufzublicken.
„Hast du denn vielleicht , ähm, eventuell Lust, jetzt hier auf meine Seite zu kommen?
Dann ist es für dich auch zwölf Uhr und wir können essen.“
„Komm du doch auf meine Seite, hier ist es erst elf, und wir könnten noch ein Stündchen plaudern.“
„Aber ich habe doch JETZT Hunger“ sagte der Präsident und seufzte tief.

Regina kam ins Zimmer gerannt, sie hatte schon ihre Reitstiefel an und trug ihre Reitkappe.
„Reiten!“ reif sie, „jetzt!“.
„Nein, Schatz“ sagte die Frau des Präsidenten, „der Reitstall ist auf der anderen Seite der Zeitzone, dort ist es noch nicht so spät wie hier, wir müssen noch ein bisschen warten mit deiner Reitstunde“.
„Reiten JETZT“ rief Regina, diesmal ein bisschen lauter.
„Dann sag das mal deinem Herrn Papa“ sagte die Frau ungerührt.

Da klingelte das Telefon.
Es war der Direktor der Schule, und der klang ganz aufgeregt.
"Herr Präsident, so geht das nicht weiter, in der einen Hälfte der Schule fängt der Unterricht nun eine Stunde eher an als in der anderen, und wenn die Schüler aus der einen Hälfte auf den Sportplatz gehen, müssen sie nun alle ihre Uhren um eine Stunde vorstellen, und wenn die Schüler aus der anderen Hälfte in den Kunstraum gehen, ist es eine Stunde früher. Alle sind verwirrt und durcheinander. Kann die Linie nicht einen ganz klitzekleinen Schlenker um unsere Schule machen?
"Ich werde das mit meinem Minister für die Begradigung der Zeitzonenlinie besprechen" sagte der Präsident und legte schnell auf.
Sofort klingelte das Telefon wieder. Es war der oberste Förster des Landes, der auch für den Fischfang und die Angler zuständig ist.
„Herr Präsident“, sagte er etwas atemlos, „in unserem Land herrscht das Fischfang-Gesetz von 1887, und das besagt, dass man erst ab sieben Uhr morgens angeln darf. In unserem Fischteich ist aber auf der einen Seite des Sees erst halb sieben Uhr und auf der anderen Seite schon halb acht. Die Angler fangen auf der Seite an zu angeln, auf der es später ist, und wechseln dann einfach auf die andere Seite hinüber. Dürfen die das?“
Man konnte hören, er war ziemlich empört.
Der Präsident grummelte.
„Ich werde das mit den zuständigen Gremien besprechen“ sagte er, bevor er auflegte.
Und ganz tief seufzte.
Dann ging er zu seiner Frau.

„Hast Du auch Deine Uhr umgestellt?“ fragte sie, ohne von ihrem mittlerweile mindestens vier Meter langen grünen Schal aufzublicken, an dem sie mit, nun ja, sagen wir wie es ist, verbissenem Nachdruck strickte.
„Ähm , neee, wieso?“
„Naja, du bist der Präsident, und deine Uhr muss doch immer richtig gehen. Es kann doch nicht angehen, dass die Uhr des Präsidenten eine Stunde nachgeht, oder?“
Der Präsident brummte.
„Ich muss mal nachdenken“ sagte er.
„Und ich muss wohl mal in die Stadt gehen“ sagte er und brummte weiter.
Seine Frau holte ganz langsam ganz tief Luft, aber so dass er es nicht bemerkte.

Der Präsident ging in die Stadt, und er ging ausnahmsweise einmal nicht zuerst zum Friseur und danach ins Wirtshaus, sondern direkt zum einzigen Uhrenhändler, der am Marktplatz seinen Laden hatte.
„Oh, guten Tag, Herr Präsident, was verschafft mir die Ehre?“ sagte der Uhrenhändler, als der Präsident die Ladentür öffnete.
„Hmm, naja, wollt mal sehen, wie es so geht“ brummte der Präsident.
„Wie es so geht, wie es so geht“ lachte der Uhrenhändler, denn er dachte, das wäre ein kleiner Witz des Präsidenten gewesen.
„Nun, alle Uhren gehen, gehen WIEDER richtig, denn ich musste sie ja alle umstellen.“
„Umstellen? Wieso?“ grummelte der Präsident.
„Naja, nachdem die neue Zeitlinie gezogen war, war es hier auf einmal eine Stunde früher, also musste ich alle Uhren vorstellen. Wie sähe das den aus, wenn beim Uhrenhändler alle Uhren falsch gingen...“
Sein Lehrling, ein blasser dünner Junge mit Segelohren, kam aus der hinteren Werkstatt und blickte den Präsidenten klagend an.
„ALLE Uhren umstellen, ja ja“ seufzte der Lehrling.
Der Präsident blickte sich um. Überall an den Wänden, in Vitrinen und Schaukästen tickten Uhren, es gab Kuckucksuhren, Armbanduhren und Taschenuhren.
„ALLE“ wiederholte der Lehrling.
„Ist ja gut“, sagte der Uhrenhändler, „nun ist es ja geschafft. Und was dürfen wir heute dem Herrn Präsidenten anbieten?“
Der Präsident brummte kurz.
„Ich brauche eine Armbanduhr.“
„Ach, tut es die alte Uhr nicht mehr so gut? Oder sollen wir sie reparieren?“
„Nein nein, ich brauche eine zweite Uhr. Eine Armbanduhr, die mir die Uhrzeit anzeigt, wie sie im anderen Teil des Landes ist. Denn die Armbanduhr des Präsidenten muss natürlich immer exakt die korrekte Uhrzeit anzeigen, oder?“
„Da haben Sie wohl recht, Herr Präsident“ sagte der Uhrenhändler.
Der Präsident suchte sich eine Armbanduhr aus, nicht zu teuer, damit seine Frau nicht schimpfte, und zog sie gleich an.
„Linke Hand: Linke Seite des Landes, rechte Hand: Rechte Seite des Landes. Ist doch ganz einfach, oder?“ sagte der Präsident und bemühte sich, einen sehr zuversichtlichen Eindruck zu machen.
„Wie es dem Herrn Präsident beliebt“ sagte der Uhrenhändler.
Der Lehrling musste auf einmal sehr doll husten und ging lieber wieder zurück in die Werkstatt.

Der Präsident machte sich auf den Rückweg nach Hause. Auf dem Weg begegneten ihm zwei Frauen, die so sehr in ihr Gespräch vertieft waren, dass sie ihn gar nicht bemerkten.
„Weißt du“, sagte die eine der Frauen, „mein Mann arbeitet ja in der linken Hälfte, und wir wohnen in der rechten Hälfte. Das wäre ja noch machbar, aber unser Sohn wohnt ja nun schon seit einem Jahr im Nachbardorf, dort ist ebenfalls die rechte Hälfte. Ich mach also morgens ganz normal das Frühstück für meinen Mann, der fährt dann in den Betrieb und muss dann, sofern denn der Bus pünktlich fährt, erst mal eine Stunde warten, bis der Betrieb aufmacht. Mein Sohn kommt in der Mittagspause immer nach Hause zu mir und will dann was essen. Das ist dann bei mir aber schon am Nachmittag. Und dann kommt schon wieder mein Mann nach Hause und will sein Abendbrot. Ich steh den ganzen Tag nur noch in der Küche und mach Essen warm.“
Sie seufzte tief.
Die andere Frau nickte verständnisvoll.
„Jaja, aber bei mir ist es noch schlimmer: Das eine Kind geht zur Grundschule, das andere Kind ist in der Lehre beim Uhrenhändler. Zwei Kinder, zwei Hälften des Landes. Das heisst: Jeden morgen zwei mal Frühstück machen, dann zwei mal Mittagessen und dann zwei mal Abendbrot. Und dann hatte ich einen Friseurtermin, und mir wurde gesagt, ich sei eine Stunde zu spät und nun wäre nichts mehr frei....“

Der Präsident ging schnell weiter nach Hause.
Dort war zum Glück alles wie gewohnt. Seine Frau saß am Fenster, und zu ihren Füßen kringelte sich ein sehr sehr langer grüner Schal, und Regina stand in der Mitte des Zimmers und hüpfte von einem Fuß auf den anderen.
„Schau mal, der Papa ist da, nun kannst du auch mal mit ihm dein neues Spiel spielen“ sagte die Frau des Präsidenten, und man konnte, wenn man genau hinhörte, ein ganz klein bisschen hören, dass sie ein ganz klein bisschen genervt war.
„Oh, ein neues Spiel?“ fragte der Präsident und bemühte sich, einen irgendwie freudigen Eindruck zu machen.
„Ja“, rief Regina, „das Uhrzeit-Spiel“.
„Und wie geht das?“
Regina stellte sich direkt neben die Blumentöpfe, die immer noch eine Linie durch das Wohnzimmer bildeten.
Dann blickte sie ihren Vater herausfordernd an.
„Wie spät ist es?“ fragte sie.
Dem Präsidenten wurde ein klein wenig heiß, er versuchte, sich schnell die Karte seines Landes vorzustellen, blickte dann auf seine linke Armbanduhr und versuchte, sehr überzeugend zu klingen.
„Es ist jetzt ganz genau viertel vor drei, das sage ich dir als dein Vater und als Präsident dieses Landes“.
Regina kuckte ihren Vater kurz zweifelnd an, nickte aber dann.
Dann hüpfte sie über den Blumentopf, der neben ihr auf dem Fußboden stand, und blickte wieder auf ihren Vater.
„Und wie spät ist es jetzt?“
„Immer noch viertel vor drei“ sagte der Präsident.
„Falsch, falsch, falsch“ rief Regina und sprang auf und ab.
„Du musst immer sagen, wie spät es bei IHR gerade ist“ sagte die Frau des Präsidenten.
„Gut“, sagte der Präsident, „bei dir ist es gerade ganz genau vierzehn Minuten vor VIER“.
Er brummte und seufzte zugleich.
Regina blickte ihren Vater an, nickte ernsthaft, und sprang wieder über den Blumentopf zurück.
„Und jetzt?“
„Jetzt ist es vierzehn Minuten vor DREI“ sagte der Präsident.
Regina bestätigte dies mit einem erneuten Nicken, und sprang wieder über den Blumentopf.
„Und jetzt?“
Der Präsident murrte ein bisschen.
„Das ist dein neues Lieblings-Spiel, oder?“ fragte er.
Seine Frau lachte kurz auf.
„Ja, und sie spielt das sehr sehr ausdauernd, nicht wahr, Regina?“

Der Präsident brummte.
Und brummte.
Seine Frau wusste: Wenn er anfing zu brummen dachte er nach. Sehr doll nach.
Er brummte und brummte und hörte gar nicht mehr auf zu brummen.
Seine Frau ließ ihr Strickzeug sinken und blickte ihn an.
„Meinst Du, Du könntest mal mit deinem Minister für die Begradigung der Zeitzonenlinie reden? Ich meine, der arme Mann hat so viel Ärger und Arbeit gehabt, der braucht doch bestimmt mal einen kleinen Urlaub. Und wenn er gerade mal nicht da ist, könnte doch vielleicht der kluge Herr Präsident dafür sorgen, dass hier in seinem Land wieder Ordnung herrscht. Oder?“
Der Präsident brummte noch einmal kurz und meinte dann, dass das wohl keine sehr schlechte Idee sei.
Gesagt, getan: Der Herr Minister wurde in den Vorruhestand versetzt, bekam noch einen Orden und ward nimmer mehr gesehen. Einen Tag später hielt der Präsident eine Rede im Fernsehen, in der er die Regelung der exakten Zeitzone ein für alle Mal zurück nahm und sich stolz und ehrfürchtig auf die Tradition seines Großvaters besann, die besagt, dass die Zeitzonenlinie einen Schlenker um das kleine Land macht.
Und alle Bewohner des Landes waren so begeistert von der Nachricht, dass sich kaum einer darüber wunderte, dass der Präsident einen sehr sehr langen grünen Schal bei seiner Ansprache trug.

Dienstag, 27. Dezember 2011

Haben wollen!

Heute früh erregte der Newsletter eines Schnäppchen-Onlineshops meine spontanen "Haben-Wollen-Synapsen", denn dort wird eine außergewöhnliche Laptop-Tasche angeboten, aus der man sogar seine Suppe löffeln kann:

Donnerstag, 22. Dezember 2011

mal kurz nachrechnen, ...

liebe BILD.
Die Online-Redaktion macht einen kurzen Jahresrückblick auf die TV-Desaster des zuende gehenden Jahres und lobt zunächst mal den blondulierten Dauergrinseonkel in den Quotenhimmel: "Fast jeder zweite Deutsche" habe seinen Abschied bei "Wetten dass...?" gesehen.

Ups, das klingt ja fast nach Staatsfernsehen in kommunistischen Ländern, denn Deutschland hat fast 82 Millionen Einwohner und demnach wäre die Zuschaueranzahl bei +- 40 Millionen anzusetzen.

40 Millionen ????????????

Wir halten mal den Ball flach, es waren dann doch nur (immerhin) knapp 15 Millionen,

Dienstag, 20. Dezember 2011

Texte, die es nicht geschafft haben

... und eine 2. Chance verdienen. Wie jeder Schreiber liefere auch ich manchmal Texte ab, die nicht genommen werden, aus den unterschiedlichsten Gründen. Da sie meiner Meinung aber eine Chance verdient haben werd ich in unregelmäßigen Absänden mal in meinen Ordnern wühlen und sie wieder herauskramen.
Ganz aktuell dieser hier:
(Einen weiteren etwas längeren über komplett verunglückte Auto-Namen gibt es auf der Nebenseite)


Warum sich Suchmaschinenoptimierung lohnt
Etwas lohnt sich, wenn man mehr zurück erhält als man investiert hat, und dies trifft beim Suchmaschinenoptimierung  zu. Lesen Sie, warum.

Suchmaschinenoptimierung ist zwar anfangs ein wenig kompliziert, doch man kann sich schnell mit den Mechanismen vertraut machen und schon bald Erfolge erzielen. Und: Suchmaschinenmarketing lohnt sich auf jeden Fall, hier erfahren Sie die Gründe.
Zur Verdeutlichung der Wichtigkeit von Suchmaschinenoptimierung hilft ein – zugegebenermaßen ungewöhnliches – Gleichnis:

Stellen Sie sich, vor, Ihre Internetseite wäre ein Ladengeschäft im größten Einkaufszentrum der Welt. In diesem Einkaufszentrum gibt es die unfassbare Anzahl von einer Billion Geschäften. Wenn sich auf jeder Etage eine Million Geschäfte befänden, wäre das Zentrum eine Million Stockwerke hoch! Dort gibt es sowohl edle Boutiquen als auch billige Absteigen, in manchen Geschäften werden die Kunden gnadenlos übers Ohr gehauen, in anderen gibt es hochwertige Dinge umsonst oder man kann sich umfassend über Sachverhalte informieren. Es gibt spezielle Geschäfte, in denen man sich mit Freunden treffen oder neue Bekanntschaften machen kann und andere, die ein großes schwarzes Brett anbieten, auf dem man seine eigene Meinung, seine Fotos und seine Fundsachen auf einem Zettel ankleben darf.
Viele der Geschäfte haben bunt blinkende Reklameschilder und große Plakate, auf denen sie den Kunden die tollsten Sachen versprechen. Vor den Geschäften stehen nette junge Menschen und geben jedem Vorübergehenden einen Gutschein, der ihnen einen Rabatt oder ein Geschenk verspricht.
Irgendwo auf einem der Stockwerke ist auch Ihr Geschäft zu finden. Dummerweise hatten Sie bei der Standortvergabe Pech, denn ein direkter Konkurrent hat einen viel besseren Platz ergattern können. Aber es gibt Rettung: Im Erdgeschoss des Einkaufszentrums, gleich neben dem Eingang, befindet sich die Information. Dort kann jeder Kunde, der von der unüberschaubaren Größe des Einkaufszentrums komplett überfordert ist, bei einer freundlichen Dame fragen, wo sich genau das Geschäft befindet., das seine Bedürfnisse erfüllt. Die nette Dame scheint allwissend zu sein, aber ist sie das auch wirklich? Ihr Konkurrent hat bei der Dame ein bisschen nachgeholfen und ihr ganz genau erklärt: „Wann immer ein Kunde nach einem Produkt sucht, das ich im Angebot habe, dann empfehle im zuallererst MEIN Geschäft.“ Das ist jetzt nicht schön für Sie. Die Dame nennt Ihr Geschäft zwar auch, aber erst an tausendster Stelle, das dauert ewig lang, und zu diesem Zeitpunkt hat der Kunde bereits die Geduld verloren und ist schon längst auf dem Weg zur Konkurrenz.
Was kann da helfen? Sie machen sich auf den Weg zur sympathischen Dame vom Informations-Schalter und erklären ihr geduldig, was Sie im Angebot haben, wie schön Ihr Geschäft ist, dass es dort auch Sonderangebote gibt und man sich um die Belange der Kunden kümmert.
Resultat: Die Dame ist äußerst angetan von Ihren Erläuterungen, und dem nächsten Kunden, der nach Produkten sucht, die sowohl Sie als auch Ihr Konkurrent im Angebot hat, wird sie als erstes Ihr Geschäft empfehlen. Sie haben auf einmal viel mehr Kunden als zuvor, und der Konkurrent ärgert sich ganz schrecklich.
Aber Vorsicht: Die Mitarbeiterin vom Informations-Schalter ist unbestechlich und integer! Wenn Sie ihr die tollsten Dinge versprechen und sie merkt, dass man sie belogen hat, dann wird sie dies gnadenlos bestrafen.

Wir geben zu, das klang jetzt ein wenig wie eine Märchenstunde, aber wenn man die Dame am Informations-Schalter mit der Suchmaschine gleichsetzt, das Einkaufszentrum mit dem Internet und Ihr Geschäft mit Ihrer Internetseite, dann sollte spätestens jetzt auch Ihnen die Bedeutung von Suchmaschinenoptimierung klar geworden sein.

Samstag, 17. Dezember 2011

Faktencheck

(Noch)Ministerpräsident Wulff steht in der Kritik wegen seines Darlehens und der Art und Weise, wie er diesen zu rechtfertigen versuchte. Nun wird ominös verbreitet, er hätte damit gegen einen Ministererlass des Landes Niedersachsen verstossen. Machen wir doch einfach mal einen kleinen Faktencheck:

Ist doch absolut eindeutig:

In einem Erlass steht wortwörtlich unter §1 (Zitat, kein Plagiat):
"Beamtinnen und Beamte müssen jeden Anschein vermeiden, im Rahmen ihrer Amtsführung für persönliche Vorteile empfänglich zu sein und sich nicht ausschließlich an sachlichen Erwägungen zu orientieren"

in §3 unter Annahmeverbot (Zitat, kein Plagiat):
"Aufgrund der generellen Gefahr für den Anschein der Empfänglichkeit für private Vorteile ist die Annahme folgender Leistungen grundsätzlich untersagt, soweit in Nummer 4 nichts Abweichendes bestimmt ist:
d) die Gewährung besonderer Vergünstigungen bei Privatgeschäften (z. B. zinslose oder zinsgünstige Darlehen, verbilligter Einkauf, individuelle Rabatte),"

und als Schlussbemerkung zu §2 (Zitat, kein Plagiat):
"Auf den Wert des Vorteils kommt es grundsätzlich nicht an. Dies gilt selbst dann, wenn im Einzelfall nach Art und Wert des Vorteils nicht anzunehmen ist, dass die Beamtin oder der Beamte dadurch in der Objektivität beeinträchtigt werden könnte, denn es muss schon der Anschein vermieden werden, im Rahmen der Amtsführung für persönliche Vorteile empfänglich zu sein."

Was kann man an diesem Erlass missverstehen, umdeuten, anders auslegen ???
Und warum sollte für Beamte anderes gelten als für den Ministerpräsidenten?

Übrigens, wer nach wie vor sagt, dass der werte Herr Präsident ja keinen wirklichen Vorteil erhielt:

"Nach einer Bundesbank-Statistik belief sich der durchschnittliche Kreditzins für Wohnungsbaukredite mit einer Zinsbindung von ein bis fünf Jahre im Oktober 2008 auf 5,43 Prozent. Das Darlehen an Wulff kostete dagegen nur vier Prozent und war laut Edith Geerkens unbesichert gewährt worden. Einen solchen Kredit aber hätte auch einem Ministerpräsidenten vermutlich keine Bank gegeben, heißt es in dem Zeitungsbericht unter Berufung auf Angaben der ING Diba und eines anderen Baufinanzierers."
quelle

Freitag, 16. Dezember 2011

"Wurstmacher kauft eine Müsli-Box"

Unser armer Bundespräsident hat ja momentan nicht viel zu lachen. Aber wenn er nicht komplett humorlos ist wird er die 2. Episode der 15. Staffel von South Park zum Brüllen finden: Die Schüler veranstalten einen absolut kläglichen "Comedy-Award", und dabei küren sie auch das unlustigste Volk der Welt. Nominiert: Japaner, die Yupik-Eskimos (beheimatet irgendwo auf der Tschuktschen-Halbinsel) und - die Deutschen. Wer gewinnt? WIR natürlich. Doch die Antwort lässt nicht lange auf sich warten: Es folgt eine Tirade des "German President" im amerikanischen TV, der den Humor der Doitschen verteidigen will, im Hintergrund ist eindeutig Mutti Angi zu erkennen. Das Ganze ähnelt der Rede von Charlie Chaplin als Diktator Hinkel und ist un-fass-bar komisch, Wulff will den doitschen Humor unter Beweis stellen und erzählt einen Witz, und der lautet so: "Ein Wurstmacher kauft eine Müsli-Box". Das wars. Das war der ganze Witz!

Dann droht er mit Vergeltung, was an der Schule für komplette Panik sorgt, weiss man doch aus dem Geschichtsunterricht, was passiert, wenn die Doitschen mal so richtig dolle sauer sind. Und es geschieht: Die doitsche Regierungsmannschaft rückt an und sorgt für mächtig Aufregung an der Schule:
(böserweise erhält Merkel auch noch eine männliche Stimme, allerdings akzentfrei...)


Wer denkt, nun sei langsam das Ende erreicht, der irrt gewaltig, denn die Schüler versuchen alles, um sich zu retten: Es wird der arme Kyle Broflowski präsentiert, der jüdischen Glaubens ist und die Regierungstruppe (sic!) besänftigen soll. Ergebnis: siehe links.




Doch die Doitschen können mit einem Wunderwerk der Ingenieurskunst aufwarten, einem Spass-Roboter namens Funnybot, der unfassbar schlechte dämliche Witze reisst und damit in Amerika innerhalb kürzester Zeit zum Superstar wird und die Hallen füllt. Die amerikanischen Comediens (Leno, Stiller etc)  sind "not amused" und drohen ihererseits mit Vergeltung: Auch sie wollen die Kids dafür zur Verantwortung ziehen und - selbstverständlich - umbringen. Doch der doitsche Comedy-Roboter sorgt schnell  für einen Eklat, als er über 1000 Zuschauer bei einem Auftritt in Hollywood mit seinen eingebauten Maschinenpistolen eiskalt abknallt. Der doitsche Funnybot will mit allen Mitteln die Weltherrschaft im Comedy-Bereich erlangen und deshalb die Weltbevölkerung eliminieren. Raketen und Bomben sollen dabei helfen...
Ob es ein gutes Ende gibt?
Hier ist die komplette Folge (auf  amerikanisch) zu sehen....


Dienstag, 13. Dezember 2011

Schnappatmung

Da ich eigentlich nur noch keuche und schnappatme und mich gar nicht mehr beruhige (nein, es geht nicht um den Berliner 12-Tage-Senator, der so dreist war, NICHT zurückzutreten, sondern um seine Entlassung zu bitten, damit er so für seine - ich wiederhole mich - zwölf Tage im Amt auch für die nächsten Monate sein Übergangsgeld (!) erhält, und ich rege mich auch nicht über den Tagesspiegel auf, die meinen so vortrefflichen Kommentar zum Artikel erst veröffentlichten und nach 10 Sekunden wieder löschten:
und übrigens ähnlich empörte Kommentare problemlos zuliessen....

Nein, ich schnappatme natürlich wegen KT, dem Lügenbaron, und der unbegreiflichen Entscheidung, ausgerechnet IHN als (unbezahlten) Berater in die EU-Kommission zu berufen.
Daher hier nur ein paar Links:
Einmal zur Facebook-Seite von Neelie Kroes, auf der sich unfassbar viele fassungslose Kommentare häufen (noch?), dann zu einer (noch) viel zu unbeachteten Online-Petition gegen die Berufung und zum Mitschnitt der Pressekonferenz.

Update: Die Schnappatmung wird langsam zu Brechreiz, wenn man die Rechtfertigung von Kroes in ihrem Blog liest, Zitat (kein Plagiat, Fettdruck aus dem Original übernommen):
"Ich weiß dass wir alle Fehler machen die wir hinterher bedauern und dass der einzige Weg für Menschen und Gesellschaften darin besteht, Vergangenes aufzuarbeiten und zu vergeben und sich auf die Zukunft zu konzentrieren. Meiner Ansicht nach hat er bereits für seinen Fehler bezahlt, er hat alle seiner Ämter niedergelegt und sein Doktortitel wurde ihm entzogen."

Bevor es hier allzu weihnachtlich wird...

... mal wieder ein Fundstück, und wer hat´s gefunden? Der von mir stets gern gelesene werbeblogger : Ein YouTube-Clip, der davon handelt, was die Models im IKEA-Katalog so machen, wenn gerade mal wieder kein Schwein kuckt. Ich sach: Kucken!



(auch der Abspann ist sehenswert und zudem gruselig, ich träume heute Nacht bestimmt von unterirdischen labyrinth-artigen Verliesen, in denen die bedauersnwerten Katalogmodelle ihr tristes Dasein fristen....)

Sonntag, 11. Dezember 2011

Ach Du Grundgütiger!

Wer denkt, er hat schon alle Grausamkeiten des Weihnachts-Terrors gesehen, der hat warscheinlich noch nicht Matthias Reims deutsche (!!) Version des komplett abgenudelten Wham!-Klassikers "Last Christmas" durchlitten. Besinnliches Gruseln wünsch ich euch:

Freitag, 2. Dezember 2011

Fundstück des Tages


Der Dalai Lama ist ja bekannt für seine ausserordentlich humorige Ader....   Doch er muss die Pointe auch verstehen, um darüber lachen zu können. Ein US-Nachrichtensprecher Moderator des australischen Frühstücksfernsehens will einen Witz machen, den der gute Dalai Lama aber partout nicht versteht. Dabei ist der Gag eigentlich gar nicht mal so schlecht.... Und der Dalai Lama ist so niedlich, dass man ihn knuddeln möchte!

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Paranoiaaaaaa

Hilfe, ich wurde verfolgt! Ein irrer Typ mit wirrem Blick kuckte mir tieeeef in die Augen, wann immer ich einen Artikel auf Wikipedia lesen wollte. Immer! Er war überall, und wie der Igel beim legendären Rennen grinste er mich an: Ich bin schon da! Es gab kein Entkommen, er kannte keine Gnade....











Nun ist er verschwunden, plötzlich und ohne Vorwarnung. Was mich aber eigentlich noch mehr ängstigt, denn ständig schaue ich über meine Schulter oder in den Kühlschrank und erwarte, dass er mir aus dem Gemüsefach entgegenspringt.







Aber wer nun denkt, dass der Verfolgungswahn nun langsam absolut obsolet werden könnte, der irrt, denn die bösen Mächte haben einen neuen Krieger in die Schlacht geschickt. Überheblich schaut er auf mich jämmerlichen Wikipedia-Nutzer herab, die Arme selbstsicher vor der Brust verschränkt. Das schwarze Shirt lässt auf dunkle Machenschaften schliessen, die Mundwinkel sind arrogant hochgezogen, das Haupthaar ist exakt gescheitelt.
Hilfeeeeeeee.....




Doch ich bin ganz doll tapfer und klicke seine Botschaft an, denn er bittet mich inständig darum und wendet sich offensichtlich persönlich an MICH (Kreisch!):



Angstvoll lese ich die erste Zeile:

und ich WUSSTE es doch: Dunkle Mächte, schwarze Messen, der Teufel höchstpersönlich!
Gaaaanz schnell wegklicken....
Kann wirklich niemand helfen? Ich will niedliche Katzenfotos sehen anstatt des Teufels in Person.

Plötzlich erscheint ein Engel: "Du willst Katzenfotos sehen auf Wikipedia anstatt des Teufels Angesicht? Kein Problem, surfe auf Googles Chrome und lade dir im Webstore dieses kostenlose App herunter, das in Zukunft den Teufel aus Wikipedia verbannen wird und stattdessen stets wechselnde niedliche Katzenfotos zeigt. Preise den Entwickler und danke dem Google-Gott!"

Ganz-tief-seufz. die Welt ist wieder schön!

Montag, 28. November 2011

in eigener Sache....

... darf ich freudig verkünden, dass mein Blogprojekt des vergangenen Jahres beim diesjährigen On.Line-Medienpreis der ergo direkt  den 2. Platz in der Kategorie "Originäre Internet-Publikationen" erlangte. Die Preisverleihung war am vergangenen Donnerstag im Hugo´s im Hotel Intercontinental Berlin, die rauschende Feier folgte einen Tag später auf dem Bundespresseball.
An dieser Stelle nochmals Dank an Stefan Niggemeier, ohne den dieses Projekt (und damit auch der Preis) niemals zustande gekommen wäre, und - neben allen anderen, die diese Preisverleihung so wundervoll dekadent gestalteten - herzlicher Dank an Dirk Benninghoff vom stern für seine überaus launige Laudatio!

Montag, 21. November 2011

Lieber tagesspiegel, ....

(Oh mein Gott, klingt die Überschrift wie "Post von Wagner"? Ja, sie klingt so! Daher:

Also mal Klartext, tagesspiegel!  (schon besser....)

Ein Bundesliga-Schiedsrichter versucht, sich das Leben zu nehmen. Kurz vor einem Erstliga-Spiel, dem er hätte vorstehen sollen. Das ist schlimm, das ist tragisch, das ist aber auch eine Meldung. Natürlich wird darüber berichtet. Ihr macht dies am Samstag ausführlich, wie andere Medien auch, verwendet aber die seltsam verkopfte Formulierung " Der Tagesspiegel verzichtet mit Blick auf den Kodex des Presserates, der bei Selbsttötungen wegen der Nachahmungsgefahr eine zurückhaltende Berichterstattung insbesondere bei der „Schilderung näherer Begleitumstände“ fordert, darauf, diese zu verbreiten." 
Dies lädt nicht nur zum Spekulieren ein, sondern fordert geradezu dazu auf.
Aber wird man damit auch dem Informationsbedürfnis der Leser gerecht?
Nein, und nun steht man vor einem Dilemma: Wie will man die "näheren Begleitumstände" schildern, ohne sie selber zu schildern? 
Ganz einfach, indem man plump nacherzählt, was andere sagen. Und schon geht´s los:

Zitate, kein Plagiate aus dem tagesspiegel:
Laut dem Fernsehsender "Sky" wurde Rafati mit aufgeschnittenen Pulsadern aufgefunden. Der Fernsehsender "n-tv" berichtet zudem, dass Rafati wiederbelebt wurde. 

Theo Zwanziger (Präsident Deutscher Fußball-Bund): "Der Gesundheitszustand von Babak Rafati ist stabil. Ich kann sagen, dass er in der Badewanne lag und es viel Blut zu sehen gab.

Aber das reicht natürlich nicht, denn nun beginnt die Phase der Spekulation und Interpretation, und da darf der tagesspiegel natürlich nicht hintenanstehen. Deshalb folgen Artikel mit der Überschrift  
In diesem Artikel wird eifrig spekuliert, über die Zuschauer auf den Rängen im Stadion und vor dem Fernsehern, den Druck und die Kritik (in der der Schiedsrichter ganz offenbar stand), und ob es nicht vielleicht auch noch Gründe ganz abseits des Fussballs geben könne. Und - ups - man ertappt sich beim Mitspielen auf niedrigstem BILD-Niveau und schiebt verstohlen einen Satz zwei  Sätze rein, der die an Verlogenheit kaum zu überbieten ist:
Das Wichtigste ist, dass ein Mensch, der möglicherweise seelisch schwer verletzt ist und der sich selbst körperlich schwer verletzt hat, wieder gesund wird und in ein lebenswertes Leben findet. Dafür ist es wichtig, dass Babak Rafati auch eine Privatsphäre für sich beanspruchen kann. 

Ja halloooo????  Wenn die Privatsphäre anscheinend so wichtig ist, dann lasst doch einfach die Berichterstattung sein.

Freitag, 18. November 2011

absolut obsolet

Ich muss oft nicht lange suchen, um Themen zu finden, die dem Namen dieses Blogs wahrlich alle Ehre machen, Aber selten wurde es mir so dermaßen einfach gemacht wie bei dem allerneuesten (und flugs wieder gelöschten) Image-Films der Bundeswehr auf dem eigenen YouTube-Kanal. Aber sehen Sie selbst:

video 

Ich stelle einfach mal einen recht willkürlich ausgewählten Trailer für die neueste Version des Ballerspiels "Call of Duty 3: Modern Warfare" dazu, damit man weiss, woran sich die Macher dieses Machwerks (jaja, ich weiss, doppelt gemoppelt wird´s nicht besser) offensichtlich orientiert haben:

video 

Ich gebe zu, ich hatte ursprünglich wilde Pläne, den Spot der Bundeswehr mit dem Sound des Trailers oder umgekehrt zu unterlegen, aber eigentlich habe ich überhaupt keine Lust, mich damit wie auch immer kreativ zu beschäftigen, zudem es auch nicht notwendig ist, denn der Bundeswehr-Spot spricht auch so für sich.

ABER:
Ohne dass ich auch nur im Entferntesten ein Verfechter der Reinhaltung von nationalen Symbolen bin drängt sich mir doch die Frage auf, wie man auf die Idee kommen kann, die deutsche Nationalhymne als wummernder Techno Rock-Sound stückweise den Bildern von explodierenden Panzern zu unterlegen.
Was ist die Nationalhymne?

Wikipedia: (Zitat, kein Plagiat)
"Die Nationalhymne ist das Lied oder Musikstück (Hymne) eines Staates, mit dem er sich zu besonderen Anlässen präsentiert. Diese Staatshymne (bei Bundesstaaten auch Bundeshymne genannt) wird beispielsweise bei Staatsempfängen, bei internationalen Sportereignissen oder bei besonderen staatlichen Ereignissen gespielt."
Duden: (Zitat, kein Plagiat)
Lied, das als Ausdruck des Nationalbewusstseins bei feierlichen Anlässen gesungen oder gespielt wird

Nun ja, was bleibt? Das Video wurde fix wie nix gelöscht (zumindest auf dem offiziellen YouTube-Kanal), aber da das Internet NIE vergisst sorgt auch mein kleines Blog dafür, dass - zumindest bis die Panzer vor meiner Tür stehen - man sich weiterhin aufregen kann/darf/muss über die unfassbar blöde Art und Weise, wie die Bundeswehr angesichts schwindender freiwilliger Rekruten ihr "Image" aufpolieren will. Oder will man durch die Aufmachung, die Optik und die schnellen Schnitte plus hämmernder Musikuntermalung vielleicht exakt die Klientel ansprechen, die doch ansonsten als die durch die gewaltverherrlichenden Ego-Shooter gefährdeten Jugendlichen  angesehen werden?

aus der Presse:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,798662,00.html
http://www.morgenpost.de/politik/article1830899/Regierung-entfernt-umstrittenes-Bundeswehr-Video.html
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:nach-kritik-video-der-bundeswehr-wird-rohrkrepierer/60130879.html
http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1234027


Montag, 14. November 2011

kleines Ratespiel

da ich momentan so beschäftigt bin, hier nur ein kleines Ratespiel:
Welcher der unten stehenden Screenshots stammt aus dem Vorspann zum ARD-Talk "Günther Jauch" und welcher stammt aus dem Vorspann von "Berlin direkt" (ZDF) ? Auflösung gibts unten....



Auflösung: Das grünstichige obere stammt aus "Jauch", das untere bläuliche aus "Berlin Direkt"

Mittwoch, 2. November 2011

wenn die Ex zuschlägt....

... OK, ich gebe gerne zu, der Post-Titel ist sowohl frei erfunden als auch reisserisch, aber da wir uns in die Niederungen der Yellow-Press-Geschichten begeben müssen ist er vielleicht doch ganz passend gewählt.

Was ist geschehen?

Barbara Qinze hat sich getrennt.
Barbara WER?

Barbara Quinze, geschiedene Becker, geborene Feltus, oder einfach: Babs.

Noah, ihr ältester Sohn, fand das anscheinend offensichtlich ziemlich OK:

und ihr Ex-Mann, das Bobbele, offensichtlich sehr witzig:


was wiederum den Sohnemann veranlasste, noch einen drauf zu legen:
(freie Übersetzung von mir: "Schon Scheisse, wenn man klein und kein Deutscher ist, haha")

Doch ich vermute jetzt einfach mal, dass Bobbele ganz tüchtig Ärger mit der Babs bekam, denn kurze Zeit später twitterte er :
 
nur um dann kurze Zeit später zerknischt noch hinterher zu schieben:


Wie, liebes Bobbele, sollte man denn nun dein "hahaha" eigentlich verstehen?

Montag, 31. Oktober 2011

Einfach mal nachmessen...

...würde ich den Kollgen von tagesspiegel, morgenpost, berlin-aktuell und natürlich der dapd und (das kann ich nun allerdings nicht beweisen) dem Sprecher der Berliner Polizei empfehlen.
Unschöner Anlass: Ein junger Mann, der sich von spielenden Kindern belästigt fühlte und sie mit einem Polenböller attackierte, wurde aufgrund von Vorstrafen und Bewährungsauflagen zu drei Monaten Haft verurteilt. Bei seinem Angriff - und da sind sich alle oben erwähnten Quellen einig - kam es neben den verschreckten Kindern zu einem fatalen Kollateralschaden:
30 Quadratzentimeter Rasen wurden verbrannt!
30 Quadratzentimeter? Na dann messen wir einfach mal nach, wieviele Quadratzentimeter eine ganz normale EC- oder Kreditkarte hat....   rechne... rechne....rechne....     Ergebnis:
45,9 Quadratzentimeter!!
Der Böllerwerfer hat also eine Rasenfläche verbrannt, die etwa die Größe von zwei Dritteln einer EC-Karte beträgt...   Na das ist doch eine Zeitungsmeldung wert.
Oder?

UPDATE: Gerade eben gefunden: Schon in der ursprünglichen Meldung des damaligen Vorfalles im Online-Auftritt des tagesspiegel wurden die Folgen der Explosion der "verbotenen Pyrotechnik" ebenso drastisch beschrieben, eben jene verbrannten 30 qcm....  Man wird halt nicht klüger....

Samstag, 29. Oktober 2011

Happy Halloween !


und als kleine Entschädigung für alle, die sich jetzt erschrocken haben, hier das passende Tiny Tale (die wundervoll-schaurigen Geschichten im Twitter-Format von Florian Meimberg, jetzt auch als Buch erschienen). Ich find´s absolut gruselig....

Ausgelassen stürzte sich Brian in die feiernde Menge. 
Es war der einzige Tag im Jahr, an dem er sich unter Menschen wagte.
Halloween.

Dienstag, 25. Oktober 2011

Liebe taegesschaeu,

sowas darf doch eigentlich nicht passieren, oder? Der Architekt heisst Libeskind!

 Screenshot tagesschau vom 24.10.
(und wer hat´s gefunden? Der Dicki hat´s gefunden!)

Samstag, 15. Oktober 2011

was macht wohl Dr. Dr. Sheldon Lee Cooper, wenn er sich langweilt?

Sheldon ist bekanntlich die ebenso hochbegabte wie fast autistische Hauptfigur aus der wundervollen Sitcom "Big Bang Theory". Berühmt-berüchtigt ist er für seine Humorlosigkeit, denn so etwas kommt in seinem Universum eigentlich nicht vor.
Was der aber wohl macht, wenn er mal lachen will?
Wahrscheinlich fordert er die Super-Suchmaschine WolframAlpha auf: "Tell me a joke".
Und die ebenso humorlose wie logische Maschnie greift stoisch auf eine Wundertüte voller nerdiger mathematischer Witze zu und präsentiert stets einen neuen Gag.
Ich gebe zu, die meisten verstehe ich nicht und muss erstmal sämtliche Pointen googeln, was das Lachen manchmal etwas erschwert, aber einige sind auch für Nicht-Mathematiker verständlich.

Kostprobe:
Zwei Statistiker gehen auf Entenjagd. Der erste schiesst: 10 cm zu weit links. Der zweite schiesst: 10 cm zu weit rechts. Sie klatschen sich begeistert ab und rufen: "Getroffen!"

Freitag, 14. Oktober 2011

Medien-Notizen zum Wochenende

Laut meedia.de hat die demnächst drohende Vorabend-Bespassung mit Gummibärchen-Onkel Gottschalk den Arbeitstitel "Thommys Wundertüte". 
Mein Kommentar dazu:
Ich kann mich noch gut erinnern: Als Kind wollte ich auch immer unbedingt Wundertüten haben. 
Warum? Weil die Tüten kreischbunt die tollsten Inhalte versprachen. Manchmal hab ich auch eine bekommen, denn sie waren immer komplett überteuert. Und der Inhalt? Jedesmal ein Totalreinfall, billiger überflüssiger Sch...., den niemand brauchte und wollte.
Insofern ist der Arbeitsstitel absolut passend gewählt und sollte beibehalten werden .-)

Ich hasse schlechte Übersetzungen, wie man weiss. Auch lieblose Eindeutschungen tun mir weh. Rowan Atkinsons ("Mr. Bean") zweite James-Bond-Parodie als Johnny English hat soeben den Spitzenplatz der aktuellen Kinocharts erklommen.
Im Original heisst der Streifen "Johnny English Reborn" und spielt im Titel augenzwinkernd mit eher trashigen Fortsetzungen zweit-drittklassiger Horror-Movies ("Frankenstein Reborn!", 1998, "Werewolf Reborn!", 1998, oder auch "Frankenstein & the Werewolf Reborn!", 2005, wahlweise auch mit King Kong, Godzilla, Jekyll&Hyde etc usw pp....)
Wenn man im Deutschen für den 2. Teil eines Kinoerfolges so überhaupt aber auch gar keine auch nur irgendwie pfiffige Idee hat, dann greift man auf das allerletzte Mittel zurück und verpasst dem Film den komplett lieb- und einfallslosen Zusatz "Jetzt erst recht".
Beispiele gefällig?
"Vater hoch vier - jetzt erst recht" (2008, 3. Teil nach zwei Filmen 2005/6: "Vater hoch 4) 
"Keine halben Sachen 2  - Jetzt erst recht" (2004, Fortsetzung des gleichnamigen Films von 2002)
"Revanche- Jetzt erst recht" (1997, Fortsetzung von "Eiskalte Wut" 1995)
"Stirb langsam - Jetzt erst recht" (1995, dritter Teil nach 1988 und 90)
Und nun raten Sie, wie die Fortsetzung des Johnny-English-Films heisst......

Sonntag, 9. Oktober 2011

"Wir haben ein kleines kleines technisches Problem..."

Seit Frank Elstner nicht mehr "Wetten dass...?" moderiert gab es so manche Situation zum Fremdschämen (und dabei meine ich nicht einmal das quälende Intermezzo eines grenzdebilen Dauergrinsers, der später nur noch durch das Stibitzen einer Kombi-Zange in einem Baumarkt von sich reden machte und dessen Sendungen eine jeweils 2stündige Fremdschäm-ATTACKE waren....)

Gestern Abend, es war die erste der drei Abschieds-Shows von Gottschalk, wurde aber spielend leicht ein neuer Tiefpunkt auf der nach unten offenen Fremdschäm-Rankingliste erreicht:
Monika Gruber, Ihr Auftritt, bitte!

Eine sehr blonde Kabarettistin mit sehr rrrrollendem R betritt die Bühne, und was sich dann abspielte, nun ja, wie soll man es beschreiben? Muss ich etwa wieder meine berüchtigten "Ä"-Wörter heranziehen? Ja, ich muss, es war jämmerlich, erbärmlich, kläglich, lächerlich.
Die blonde Dame war nicht in der Lage, auch nur einen halbwegs sinnvollen Satz OHNE ihren Teleprompter aufzusagen...  Hier ihr Einleitungstext in voller Länge (zum besseren Verständnis eingehochdeutscht):

Servus, ja Servus Nürnberg, seh gerade, der Monitor ist ausgefallen, Servus Nürnberg, Servus, ich  freu mich so, dass ich da sein darf, das kann ich ihnen gar nicht sagen, ich freu mich, bei der letzten Sendung von "Wetten dass", bei einer der letzten Sendungen von "Wetten dass" mit Thomas Gottschalk, er moderiert es selber, es ist sagenhaft, ich bin so aufgeregt, ich kann es ihnen gar nicht sagen, eine der letzten Sendungen von Thomas Gottschalk mit "Wetten dass"... und … jetzt... müsste gleich was passieren... oder auch nicht... was? Ein kleine Moment... wir haben ein kleines kleines technisches Problem, wir haben nämlich einen kleinen Spicker vorbereitet, weil ich eine Nummer geschrieben habe nur für heute abend, da muss ich ein bisschen spicken, …. ja, der Thomas Gottschalk ist nämlich ein richtiger Mann, und ein richtiger Mann kennt den richtigen Zeitpunkt zu gehen.

Und was eine richtige bayerische Kabarettistin ist, nun ja, die hat wohl den rechten Zeitpunkt dezent verpasst....
Hallooooo, geht´s noch? Wie kann man sich in DIE Samstagsabend-Show wagen und hat nicht die geringste Ahnung, was man eigentlich sagen will? Wie kläglich, dass man nicht in der Lage ist, auch nur EINEN halbwegs zusammenhängenden Satz zu sagen OHNE dass man permanent auf den Teleprompter schielen muss?? Wie jämmerlich, dies dann auch noch offen zuzugeben. Wie erbärmlich, dann noch nicht einmal das Beste aus der Situation machen zu können.
Übrigens: Ich vergeb gerne einen Extra-Minuspunkt an die gnadenlose TV-Regie, die immer wieder Gottschalks fassungsloses Gesicht in Großaufnahme einblendete, während sich die Kabarrrrretistin um Kopf und Kragen stammelte.


Update:
Auf vielfachen Wunsch hier der Beweis mit bewegten (und bewegenden) Bildern:


Sonntag, 25. September 2011

Neue Serie: Vorher - Nachher - Fotos

Ich mag Vorher-nachher-Fotos, im besten Fall erzählen sie eine ganze Geschichte, die sich natürlich nur im Kopf des Betrachters abspielt.
Die Verpflegungsstation in der Torstrasse bei Kilometer 9 des Berliner Marathons, morgens um 9 und 2 Stunden später:

Donnerstag, 22. September 2011

Der Papst macht alle komplett gaga

Der Papst kommt, und alle spielen verrückt. Und mal wieder fällt nur mir anscheinend auf, was unser Innenminister, der,. äh, sach ma schnell, der....   Friedrich da gestern in der heute-Sendung verzapft hat:


Noch mal gaaaanz langsam und zum Mitschreiben:

Der Papst ist das Oberhaupt der katholischen Kirche und das Staatsoberhaupt des Vatikan-Staats, aber nicht, lieber Herr , ähm, Friedrich:

DAS STAATSOBERHAUPT DER KATHOLISCHEN KIRCHE 

und da ich mich sowieso gerade aufrege, kann ich Ihnen auch gleich noch ein Zitat aus dem Interview, das Sie dem tagesspiegel gegeben haben, um die Ohren hauen:

Die Proteste am Rande des Papst-Besuchs richten sich vor allem gegen die Sexualmoral der katholischen Kirche. Haben Sie Verständnis dafür, dass sich etwa Homosexuelle diskriminiert fühlen?
Dass man die Heterosexualität als den Normalfall und den von der Natur und Gott vorgesehenen Fall ansieht, ist eine feste Überzeugung der Kirche. Darüber kann man auch anderer Meinung sein, aber man muss sich deshalb nicht diskriminiert fühlen.
Ist es nicht diskriminierend, wenn Homosexuelle ihre Sexualität nicht ausleben dürfen, wie es der Katechismus gebietet? Wie würden Sie reagieren, wenn Sie betroffen wären?
Ich glaube, mit solchen Fragen begibt man sich in eine Klein-Klein-Diskussion, die das Wesentliche überdeckt.

Das, Herr Innenminister, ööps, na, Friedrich, das ist einfach nur ABSOLUT OBSOLET, und deshalb steht es auch hier in díesem Blog!

(prompt hier verlinkt, Gruß in die Blognachbarschaft)

Das könnte Sie auch interessieren:
http://absolutobsolet.blogspot.com/2011/06/ehec-greift-sprachzentrum.html 
http://absolutobsolet.blogspot.com/2011/05/das-ende-der-nordatlantischen.html

Montag, 19. September 2011

Punktlandung

Liebe Berliner FDP, ich würde mal sagen, das war ne Punktlandung: Wahlziel absolut erreicht!
Aber irgendwie habt ihr da doch noch n Komma vergessen, oder?

oder wie meine Mutter so treffend mailte: "Neuer Name für eine bekannte Partei: fzp, das heißt:fast zwei prozent. hihi"

Freitag, 9. September 2011

Ansichten vom stillen Örtchen

Die Paparazzi-Figurengruppe ist ja nun wahrlich nix Neues, aber ich wollte dem geneigten Leser nicht vorenthalten, wo bei uns diese sensationslüsterne interessierte Gruppe von engagierten bemitleidenswerten Vertretern der Medien seinen Platz gefunden hat. Und deshalb nun hier der exklusive - und durchaus intime - Blick, den man hat, wenn man bei uns auf dem Klo sitzt:

Mittwoch, 24. August 2011

Noch ein Fleiss-Sternchen

Da ich ja gerade in Lobes-Laune bin, hier noch schnell ein dicker Fleiss-Stern an den unfassbar tapferen Peer Schader, der sich für seinen Fernseh-Blog der FAZ regelmäßig durch die seichten Untiefen des Trash-TVs arbeitet. Gestern musste er die Alm auf Pro7 kucken und durfte Zeuge des durch einen Brand im Sendezentrum leicht veränderten Sende-Ablaufs werden.
Falls Sie nach der Lektüre die Befürchtung haben, Sie hättes etwas verpasst, kann ich Sie beruhigen. Die Highlights des Moderations-Duos anzuschauen genügt vollkommen:









Sonntag, 21. August 2011

Zitat des Tages

Ich kann zum Glück komplett neidfrei eingestehen, wenn ich etwas Herausragendes gelesen habe. Passiert immer mal wieder, aber selten so nachhaltig wie heute mittag, als mir der Meedia-Sondernewsletter zum gestrigen Auftakt des Dschungel-Camps für Arme, dem Pro7-Machwerk "Die Alm", in den Posteingang flatterte. Lieber Herr Lesko, ich verbeuge mich tief. Und zitiere (Obacht, kein Plagiat!) mit Wonne Ihre Beschreibung des abgehalfterten TV-Clowns Rolfe Scheider (dessen Bekanntschaft auch ich schon machen musste, das traumatische Erlebnis  mit dieser wandelnden Fremdschäm-Attacke habe ich hier verarbeitet):

Sportskamerad “Rolfe“ Scheider als ehemals ansatzweise sympathische, doch zunehmend tragische Figur ist mit von der Partie. Ein Abziehbild, dessen anfangs schrille Episoden auf dem Weg medial-professioneller Deformation zunehmend sichtbar die Steuerung über den Kern der Person des Kölner Kosmetikers übernommen haben. Aus einem tragischen Jungen, der als Kind in der Schule wahrscheinlich bei der Wahl von Fußballmannschaften immer ins Tor musste, weil die Mitschüler ihn gut leiden... sehen konnten, ist auf dem Umweg über Heidis Abwahl und “Lets Dance“-Ertüchtigungsversuchen ein öffentlicher Beleg dafür geworden, was Medien und Öffentlichkeitsdrang aus einem Menschen machen können: kein Scheider mehr. Nur noch Rolfe.  Das Ergebnis ist makaber, getrieben und erschütternd. Falls Rolfe jemals alle Gurken im Glas gehabt haben sollte, verschwanden sie durch seinen Drang nach Bühne, wie die Gurken dieses Frühlings mit dem EHEC-Virus. Wer als “Alm“-Zuschauer auf die entsetzliche Tragik zerbröselter Persönlichkeiten steht, ist bei Rolfe gut aufgehoben. 

Danke, Herr Lesko, Danke Danke Danke .-)
Und als kleines Geschenk für meine verehrten Leser habe ich das einzig wirklich wertvolle und nachhaltige Zitat des Moderatoren-Gespanns extrahiert und präsentiere es als mahnende Erinnerung daran, dass man, nun ja, sagen wir es wie es ist: Aus Scheisse kein Gold machen kann...







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