Mein Maskottchen ist der Gefahrgutbeauftrage von LEGO. Er sitzt auf meinem Schreibtisch und wacht darüber, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Den Beginn unserer wunderbaren Freundschaft sehen Sie hier (und über die Schwierigkeiten, zueinander zu finden erfahren Sie hier mehr)

Dienstag, 18. August 2015

ich mach jetzt auch mal Clickbaiting

eben auf facebook, das Online-Medienmagazin meedia hatte mal wieder einen Grund, sich künstlich zu echauffieren:

Screenshot Facebook  18.08.2015, 14:55

Tja, und exakt diese Journalistenregel ("Tote gehen immer") beherzigte das Magazin auf das Offensichtlichste.  Natürlich nicht ohne sich über die Widerwärtigkeit dieses Vorgehens tüchtig zu empören, denn wenn man den Link anklickt gelangt man zum dazugehörigen Online-Artikel und liest staunend das Folgende.

Screenshot meedia.de 18.08.
Und jetzt frag ich mal ganz doof: Wenn man also bei facebook ein Posting einstellt, das sich über das widerwärtige Clickbaiting mit einer verstorbenen DSDS-Teilnehmerin beschwert und sich im dazugehörigen Artikel über die verabscheuungswürdige Praxis beschwert, dass man ("Tote gehen immer") mit Andeutungen die Leser zum Klick - ergo Clickbaiting .- verleitet, aber GENAU und EXAKT gerade das Gleiche macht: Ist das dann  dumm oder dreist?

Um das Ausmaß der Frechheit zu verdeutlichen muss man einfach nur den meedia-Text minimal verändern, etwa so:

Bei Facebook textete die meedia-Redaktion zu der Meldung: "Geschmackloses Clickbaiting der InTouch mit einer verstorbenen “DSDS”-Kandidatin". Dazu gab es ein Bild der 21-jährigen zu sehen. Text und Bild zwingen den interessierten Leser dazu auf den Link zu klicken. Das nennt man Clickbaiting und es ist in vielen Online-Redaktionen eine gängige Technik, um Leser aus den sozialen Netzwerken auf die eigenen Web-Portale zu ziehen. Ob das allerdings auch bei Meldungen über Verstorbene sein muss, darf man wohl getrost verneinen.


Abgesehen davon: Diese junge Frau ist tatsächlich gestorben, viel zu früh, unter schrecklichen Umständen. Das ist NICHT nur eine Onlinemedien-Meldung oder ein Nebensatz auf einem Promi-Portal. Wieviel Abgebrühtheit muss man haben, um auch nur ansatzweise daran zu denken, in einem Artikel, der von ihrem Schicksal handelt die Worte "Tote gehen immer" zu verwenden?????

Montag, 4. Mai 2015

queer.de und der Strg-Entf-Battle

Eigentlich keine große Geschichte, aber absolut unnötig:
Das Online-Portal queer.de veröffentlicht heute morgen einen Artikel über die PR-Aktion des Lifestyle-Magazins Vangardist, dessen Druckertinte  mit einem Tröpfchen pasteurisierten Blutes eines mit HIV infizierten Mannes angereichert ist. Sogleich wird auf der Facebook-Seite von queer.de auf den Artikel verlinkt.
Ich poste auf Facebook unter der Verlinkung bei queer,.de, dass mich die Wortwahl im Artikel irritiert, denn dort steht:


Klingt für mich wie Bratwurst mit oder ohne Darm.
Prompt wird das Facebook-Posting von queer.de komplett (selbstverständlich inklusive Kommentare und natürlich kommentarlos) gelöscht, der Artikel wird dezent überarbeitet, ein neuer Link zum Artikel wird gepostet.
Dort steht nun:


Facebook-Postings löschen, Artikel ändern, hmm, also poste ich einen Kommentar auf der Webseite von queer.de, und zwar diesen hier:


Veröffentlicht wird hingegen nur die zensierte und gekürzte Fassung, das sieht dann so aus:


Ganz langsam bin ich ein klein bisschen verärgert und poste obiges unter dem - neuen - Posting auf Facebook, das sich auf den Artikel bezieht:



Anstatt einer Antwort, eines Kommentares oder einer sonstigen Reaktion wurde - 3x darf man raten - schlicht das Facebook-Posting inklusive meiner Kommentare zum 2. Mal gelöscht.

Zitat von der HP von queer.de aus der Rubrik "Eine Firma stellt sich vor":

"Das LGBT-News-Portal "Queer" ist das wichtigste Standbein des Unternehmens - und es liegt den Mitarbeitern auch besonders am Herzen. Das Team hat den Ehrgeiz, das Portal als Hauptpublikation für schwul-lesbische Nachrichten in Deutschland weiter zu festigen und zudem verstärkt als Community auszubauen."

Da ich mich gerade sowieso aufrege:
Prompt folgte das eigentlich angesehene Marketing-Portal Horizont mit einer Schlagzeile, die ich ansonsten bei der BILD vermutet hätte:


Und wo ich schon dabei bin, den folgenden Kommentar unter einem soeben erschienen Facebook-Postings des Magazins, um das es hier eigentlich geht, konnte ich mir dann auch nicht verkneifen:


Wenn man sich alleine schon die Anti-Warnhinweise durchliest wird einem als Normal-Durchblätterer ganz anders:




Zurück zum Thema:  Ein paar Stunden später war das exakt gleiche Posting, das zum Artikel verlinkte, wieder auf der Facebook-Seite zu finden. Diesmal wurde es selbstverständlich im Kommentarbereich mit diesem Artikelchen versehen, den Sie gerade im Moment lesen...


Sonntag, 26. April 2015

RTL quält seine DSDS-Kandidaten im Höllenbus

Hallo, RTL, wie grausam seid ihr denn? Kurz zur Erinnerung: Am 11. April, also vor ZWEI Wochen, erfolgte die Aufzeichnung der 1. Event-Show im österreichischen Ischgl. Glaubt man euch, dann wurden die bemitleidenswerten Kandidaten direkt von der Bühne noch in ihren Show-Outfits in den Kandidatenbus verfrachtet, den sie die kommenden ZWEI Wochen nicht verlassen durften geschweige denn sich umziehen durften! Zitat Olli Geissen in der LIVE-Verkündung der gestrigen Gewinner:

"Hinter mir steht der Tourbus von DSDS, direkt aus Ischgl"

Kurz mal nachrechnen: Die Entfernung Ischgl-KölnOssendorf beträgt knappe 700 Kilometer. Für diese Strecke benötigte der Tourbus also 14 Tage, macht eine Tagesleistung von immerhin 50 Kilometern, oder gut 2 km/h. Toll, oder? Oder pure Folter?
Man vermag sich die Zustände im Folterbus kaum vorzustellen: Die verschwitzten Kandidaten saßen gefangen im Bus, ruckelten im Schneckentempo durch die Landschaft....  Allein schon die Geruchsbelästigung muss irgendwann unerträglich gewesen sein. Doch nicht eine glamouröse Showbühne erwartete die Kandidaten, sondern lediglich ein zugiger Parkplatz. Kurz durften sie den Bus verlassen, bis acht der Kandidaten schon wieder einsteigen mussten, auf gehts zum nächsten Event am kommenden Mittwoch.
Immerhin mit zwei Kandidaten - Leon und Marcel - hatten die Zuschauer Mitleid, sie wurden aus dem Höllenbus befreit.
Wahrscheinlich stehen sie noch immer auf dem Parkplatz in Köln-Ossendorf herum und reiben sich die Augen.
Und der Rest? Keine Sorge, der Ort für das nächste Event ist "nur" ca 130 Kilometer entfernt, das sollte der Bus also bei einem Tagespensum von 50 Kilometers  in zweieinhalb Tagen locker schaffen. Da die Aufzeichnung erst am kommenden Mittwoch ist wird man also voraussichtlich Dienstag Mittag in Balve eintreffen. Und dann endlich Duschen, Umziehen, frische Luft atmen. Bis es dann hinunter  hinein (Dank an Stefanie G.!) in die Höhle geht.
Puh, RTL, womit haben die armen Kandidaten DAS verdient???

Mittwoch, 11. März 2015

isch könnt misch uffrege....


ich dachte erst das wär ein verfrühter Aprilscherz, aber: Tic Tac gibt es jetzt auch mit Popcorn-Geschmack! Wo soll das enden? Tic Tac à la Currywurst? Tic Tac Mettbrötchen? Oder habt ihr das etwa schon mal probiert? http://www.tictac.de/de/popcorn

unser Verlierer des Tages: Der Onlineshop des Sportartikelherstellers arena. Während man bei der Konkurrenz für den Versand einer Sporthose nur von 3,95 (Puma) über 4,95 (adidas und Reebok) bis hin zu glatten 5 Euro( Nike) löhnt zaht man bei arena stolze 9,60 Euro! Für den Versand einer Badehose, die locker in einen DIN-A-5-Umschlag passt! Übrigens sind die Grenzen, ab denen der Versand kostenfrei ist vergleichbar, sie liegen zwischen 50 und 60 Euro, nur Reebok stich mit satten 150,- Euro aus dem Ranking heraus. Dennoch: 9,60 Euro für den Versand einer Badehose lässt darauf schließen, dass man keinerlei Interesse am Online-Verkauf hat und sich den lästigen Aufwand doppelt und dreifach bezahlen lässt. Übrigens: Ein "Großbrief", in den eine Badehose mehr als locker passen würde kostet bei der Deutschen Post mal eben schlappe 1,45 Euro. Beide Daumen runter!

Donnerstag, 15. Januar 2015

Ein Sondernewsletter, der mir quer im Magen liegt


Man macht es ja normalerweise im guten Glauben: den Newsletter zu abonnieren. Denn dadurch  wird man immer mal wieder freundlich und höflich über aktuelle Entwicklungen informiert und muss dazu nicht ständig die jeweilige Homepage aufsuchen. Doch Obacht, es gibt ein eine böse Falle: Den Sondernewsletter!! Das ist dann kein Neuigkeiten-Internetbrieflein, sondern plumpeste Werbung. Die KANN nerven, MUSS aber nicht. Oder sie kann einen so aufregen, dass daraus ein Artikel wird.
Was ist geschehen?
Das Online-Magazin queer.de ,eher links und mit dem Anspruch, das deutsche "queere Portal mit Nachrichten aus Politik, Szene und Kultur" zu sein schickt mir einen Sondernewsletter. Wohlgemerkt; Den normalen Newsletter habe ich abonniert, insofern eigentlich kein Grund zur Beschwerde.


Den "Sondernewsletter" ("mit den besten Empfehlungen") soll mir nun ans Herz legen, sofort meine Sachen zu packen und bei klm einen Flug zu buchen:

Screenshot Sondernewsletter von queer.de


Preise, die mit dem netten kleinen Zusatz "ab" versehen sind darf man natürlich nicht ernst nehmen. Würde ich tatsächlich ganz spontan ("Nichts wie packen und weg") über die klm-Seite einen Flug nach Singapur und zurück buchen wäre das ein klein wenig teurer: Mehr als 1860,- Euro würde das Ticket kosten.

Apropos Singapur
Ist das nicht DAS Traumziel aller Tunten-Touris, Homo-Hoppers und gleichgeschlechtlich liebenden Weltenbummler?
NEIN, ist es NICHT:



Fragen wir mal kurz nach beim Auswärtigen Amt: In seinen Reiseinformationen bezüglich Singapurs liest man (Zitat): 

In Singapur sind homosexuelle Handlungen zwischen Männern nach wie vor strafbar (Section 377A Penal Code).

Das hätte auch den Schreibern von queer klar sein können, immerhin haben sie oftmals über die mittelalterlichen Verhältnisse berichtet:


zum Artikel: http://www.queer.de/detail.php?article_id=20045
zum Artikel: http://www.queer.de/detail.php?article_id=13681


zum Artikel: http://www.queer.de/detail.php?article_id=18982
zum Artikel: http://www.queer.de/detail.php?article_id=21937

Um es klar zu stellen: Natürlich muss ein Portal wie queer.de auch irgendwie versuchen, Geld zu verdienen. Aber ein "Sondernewsletter", der mir verkaufen will, dass ich ganz schnell meine Koffer packen und eine Reise buchen soll dorthin, wo es folgenden Gesetztext nach wie vor gibt ist absolut obsolet:

Original Gesetztestext:
Section 377A Outrages on decency
Any male person who, in public or private, commits, or abets the commission of, or procures or attempts to procure the commission by any male person of, any act of gross indecency with another male person, shall be punished with imprisonment for a term which may extend to 2 years.

Übersetzung (Wikipedia):
Artikel 377A Gräueltaten am Anstand
Jede männliche Person, die in der Öffentlichkeit oder im Privaten, eine grob unanständige Handlung mit einer anderen männlichen Person vollzieht, deren Vollzug begünstigt, zu deren Vollzug verleitet oder versucht, dazu zu verleiten, kann zu bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt werden.

Donnerstag, 1. Januar 2015

2015!


Übrigens: Mein Maskottchen, der kleine tapfere Gefahrgutbeauftragte, war mit seinen Freunden, dem Maler und der Surferin (diesmal allerdings mit einem Skateboard unterwegs) gestern abend auch am Brandenburger Tor. Sie haben es tüchtig krachen lassen und senden euch die allerbesten Wünsche fürs neue Jahr!
PS: Wisst ihr eigentlich, wie sich der Maler und die Surferin kennengelernt haben? Na dann schaut mal hier: 


Montag, 15. Dezember 2014

Print wirkt....

.... Online würgt. Oder was meinen Sie? (Rote Linien sind vom Gefahrgutbeauftragten nachträglich eingefügt....)

Screenshot Facebook

Montag, 24. November 2014

aus gegebenem Anlass...

...  habe ich soeben die Kommentarfunktion einschränken müssen. Jeder darf und kann (gerne! kommentieren, aber nicht jeder Kommentar wird in Zukunft ungefiltert und sofort veröffentlicht.
Ich hoffe auf euer Verständnis, vielen Dank!

Mittwoch, 19. November 2014

Kommentar des Tages....


video


...  eines unbekannten WDR-Mitarbeiters im Hintergrund eines Handy-Videos, das die Evakuierung des WDR-Gebäudes in Düsseldorf zeigt, nachdem eine Flüssigkeit im Keller auslief und man allgemein über Übelkeit klagte: "Endlich ist mal was los hier!"

Sonntag, 9. November 2014

Neunter November in Deutschland

Im amerikanisch-sprachigen Raum werden bei der Angabe des Datums zuerst der Monat und dann der Tag genannt. Das sollte nicht neu sein.
Das heutige Datum würde man in New York so benennen: 11-9-2014.
Oder kurz: 11/9

Kommt einem irgendwie bekannt vor?
Ja, weil umgekehrt nine-eleven, oder kurz 9/11 mittlerweile ein Symbol für ein Datum ist, das die Welt verändert hat.


In Deutschland ist heute allerdings der 9.11.  So schreibt man es, ohne Schrägstrich/Slash.

Und ohne jetzt in die Details gehe zu wollen: Dieses Datum ist in vielerlei Hinsicht bedeutungsvoll. Aber: Es ist eben der 9.11. und nicht das 9/11 der Deutschen. Oder soll man sagen: Zum Glück hat Deutschland einen "9/11", so wie er vom gesamten Rest der Welt verstanden wird, noch nicht erleben müssen?
9/11 steht für sich, ist unvergleichlich, ist zu einem Mahnmal geworden.
Den Tagesspiegel aus Berlin ficht dieses Begrifflichkeit nicht an, dort konstruiert man heute kurzerhand einen "deutschen 9/11":

Screenshot Tagesspiegel auf facebook,am 9.11. um 15:00






Im (kurzen) Artikel wird dann schnell mal räsoniert über die Frage, was denn der 9. November bedeutet (Zitat):  "Heute schieben sich für das öffentliche Bewusstsein, alternierend aufgrund numerischer Rundung, nur noch Pogrom und Mauerfall in den Vordergrund."



Es bleibt dabei: Einen Artikel über den 9. November der deutschen Geschichte mit dem Schlagwort "der deutsche 9/11" zu verkaufen ist absolut obsolet.  9/11 ist und bleibt ausschließlich mit den Anschlägen von New York verbunden, die deutsche Geschichte ist eine andere....

Donnerstag, 6. November 2014

Zwillinge? Eindeutig JA:

mal wieder etwas Erschreckendes aus der beliebten Kategorie "Zwillinge bei der Geburt getrennt":

GDL-Diktator Weselsky und der syrische Diktator Bashar-al-Assad

Mittwoch, 5. November 2014

Mauerspechte im Winterschlaf? Das ZDF vergeigt eine Social-Media-Aktion zum Mauerfall

Unten folgt ein kleines  folgen zwei Updates

Irgendwie war schon die Wahl des Namens für die Social-Media-Aktion des ZDF anlässlich des 25. Jubiläums des Mauerfalls nicht ganz so glücklich gewählt: Unter dem Motto "Mauerspecht" soll die Mauer virtuell erneut zum Einstürzen gebracht werden, durch Beteiligung via Twitter, Facebook, Instagram  oder die Homepage des ZDF. Jeder Beitrag, der mit dem Hashtag  #mauerspecht versehen gepostet wird bringt genau einen Meter der Mauer zum Einsturz.
So ganz mag der Name für die Aktion nicht passen, denn die umgangssprachlich so genannten Mauerspechte verrichteten vor knapp 25 Jahren ihre Tätigkeit erst NACH dem (politischen) Fall der Mauer, oftmals nur, um die ermeißelten Bruchstücke später für diverse Märker an geschichtstrunkene Souvenirjäger zu verscherbeln.

Nun denn, der Name steht, es gibt selbstverständlich ein putziges animiertes Maskottchen, und was für ein Wunder, es ist ein Buntspecht!  Übrigens, böse Falle, es ist eindeutig ein Männchen, erkennbar am roten Fleck im Genick. Hätte man da nicht auch.....  ach, egal. 
Die gesamte Aktion läuft über 2 Wochen, begleitet von einer massiven PR-Kampagne über sämtliche Kommunikations-Kanäle.



Passenderweise nennt man das Ganze nun sehr neudeutsch die "mauerspecht-Challenge". Das weckt sofort unangenehme Assoziationen, etwa an die unsägliche "Lanz-Challenge" im demnächst ja glücklicherweise zu Tode gesendeten Samstagabend-Fremdschäm-Rekord (im - ach nee - ZDF), oder die ebenso unsägliche Ice Bucket Challenge, die hauptsächlich dazu diente, die grotesken Gehälter der Vereinsvorsitzenden zu finanzieren.

Nun gut, widmen wir uns wieder der Mauerspecht-Herausforderung, um es auf Deutsch zu sagen. Das ZDF fordert also die Welt im Allgemeinen und die Deutschen im Besonderen auf, dazu beizutragen, die Mauer durch Erinnerungen, Gedanken, Fotos oder Videos erneut einzureißen. Wie gesagt: Pro Beitrag wird ein Meter der Mauer zerklöppelt.

Die Umsetzung ist recht gelungen, man kann den Specht über bereits zerkleinerte Meter der Mauer fliegen lassen und in einer Sidebar die entsprechenden Beiträge, die zum "Einsturz" dieses Teilstücks geführt haben, ansehen. Doch diese sind in den selteneren Fällen wirklich erhellend (Zitate: "durfte extra lange aufbleiben und TV kucken" oder "wäre damals die Mauer nicht gefallen hätte ich meine Frau nicht kennen gelernt").

Doch nun gibt es ein kleines Problem: Die Mauer war ca 160 Kilometer lang.
Das sind 160.000 Meter. Bedeutet: Um die "Challenge" zu gewinnen benötigt man in zwei Wochen 160.000 Beiträge!!!!

Zahlen, Zahlen, Zahlen

Es folgen nun leider ein paar Zahlen, aber diese sind notwendig, um das komplette totale sich abzeichnende Desaster zu verdeutlichen:

Die Aktion läuft 14 Tage,  Ziel sind 160.000 Beiträge.
Bedeutet bei einer konstanten Beteiligung knapp 11.500 Beiträge PRO TAG!
Um es noch deutlicher zu machen: Dies bedeutet knapp 480 Beiträge pro Stunde, 8 Stück pro Minute.

Alle 7,5 Sekunden ein Beitrag?

Wir befinden uns heute, am 5.11., mittlerweile am 9. Tag der Challenge, Legt man die oben genannte Berechnung zugrunde, dann hätten sich mittlerweile deutlich mehr als 100.000 Beiträge einfinden müssen, damit man im Zeitrahmen bleibt. 
Es sind (Stand 5.11., 13:00) ganz genau


Man hat also innerhalb von NEUN Tagen nicht einmal das Soll eines EINZIGEN Tages geschafft.

Mal schauen, was unser kleines tapferes Maskottchen dazu zu sagen hat:


Klingt gar nicht soooo schlecht, wäre da nicht die nächste nächste Meldung:



Um jetzt nicht der Miesmacher zu sein: Natürlich kann die Tschällänsch noch gewonnen werden. Es fehlen nur 150.769 Beiträge, und man hat noch 4 Tage Zeit. Wenn ab jetzt sofort alle ZWEI SEKUNDEN ein Beitrag gepostet wird ist die Mauer pünktlich am 9.11. wieder komplett eingerissen. Geht es allerdings in diesem Tempo weiter, dann stehen von den ehemals 160 Kilometern am Tag der deutschen Einheit noch erschreckende 145 Kilometer und 641 Meter.



Übrigens: Idee, Konzept und Umsetzung sind alles andere als ein Flop, im Gegenteil. Nur die Zielsetzung ist derart ambitioniert, dass sie dem Namen dieses Blogs leider alle Ehre macht. Sofern der kleine tapfere Gefahrgutauftragte hiermit für ein paar neue Beiträge gesorgt haben sollte freut er sich tüchtig!

Es bleibt die Frage: Ist eine solche Aktion, die sich auf ein Ereignis bezieht, das 25 Jahre her ist, wirklich bei Twitter, Facebook und Co gut aufgehoben?

Auf die verkehrte Zielgruppe gebaut?

Die Mauer fiel - ach nee - vor 25 Jahren. Wer damals 15 Jahre alt war ist nun 40, und wäre somit im "besten Internet-Alter", um seine Erinnerungen zu teilen. Immerhin 95% der Männer und 90% der Frauen im Alter von 35-59 nutzen regelmäßig das Internet. Doch die Generation, die beim Mauerfall 35 Jahre oder älter war und demzufolge eine "Lebensgeschichte" zu erzählen hätte nutzt das Netz nur selten, gerade einmal 39% der Frauen ab 60 sind häufiger im Netz unterwegs. Noch eindeutiger sind die Zahlen in Bezug auf Facebook und Twitter:

Anteil der Twitter-Nutzer über 55 Jahre: 9%
Anteil der Facebook-Nutzer über 55 Jahre: 11%

Wie gesagt, die 55jährigen waren beim Mauerfall "erst" 30 Jahre alt.

UPDATE 7.11.2014, 8:30 Uhr:


Inzwischen gibt es

Klingt viel, bedeutet aber, dass man noch nicht einmal 10% der Zielvorgabe erreicht hat. Allerdings sind schon 85% des Zeitrahmens verstrichen, Oder wie es der kleine Buntspecht so passend ausdrückt:


(alle Fotos sind Screenshots von http://mauerspecht.zdf.de/ )

PS: Dollsten Dank an die lieben Kollegen vom bildblog, der Gefahrgutbeauftragte ist entzückt!!


UPDATE 10.11., 4:30:   





Am Ende waren es immerhin 30.500 Kommentare auf Facebook, Beiträge oder Tweets. Bedeutet: 30,5 Kilometer der Mauer wurden zerklöppelt. An den (virtuell) noch stehenden  129,5 Kilometern könnten sich nun vielleicht Graffiti-Künstler austoben? Irgendwas muss man ja mit dem Bauwerk anstellen....

Donnerstag, 4. September 2014

arm, aber arm

Obacht, unten folgt ein  folgen zwei Updates:

Berlin ist arm, weiß man, und gaaaaanz  manchmal auch ein klein bisschen sexy. Aber dass Berlin SO arm ist wussten wir nicht: Dort werden Strafgefangene mittlerweile sogar im Zoo weg gesperrt. Gitter sind bekanntlich Gitter, egal ob vor dem JVA-Fenster oder um das Raubtiergehege herum.
Manchmal entwischt nun also ein Äffchen oder eine Bergziege, und manchmal nun auch ein Verbrecher. Stand so in der Zeitung, muss also stimmen:

Screenshot tagesspiegel online, 4.9.14, 13:20 Uhr


Hier geht´s zum Artikel
Screenshot 13:30 Uhr
Update 1:
Fix wie nix, die Burschen und Mädels beim tagesspiegel, Anstatt meinen kurzen launigen Kommentar zu veröffentlichen wurde flugs die Headline geändert, sieht nun - nach nur 5 Minuten - so aus.

              



Update 2:
Die Kollegen beweisen Humor und Tapferkeit, denn DIESER Kommentar (inklusive Link zu eben jenem Artikel, den Sie gerade lesen) wurde dann doch tatsächlich veröffentlicht. Sympathisch, oder?

Screenshot tagesspiegel online, 14:00

Donnerstag, 7. August 2014

Warum hat das Disneyland Paris eigentlich so wenig Besucher aus Deutschland?

Fragt sich jemand noch ernsthaft, weshalb so wenige Besucher aus Deutschland ins Disneyland Paris fahren? Nun gut, die Parkdichte in Deutschland ist recht hoch, viele Parks haben treue Fans, und Belgien oder die Niederlande bieten auch viele Freizeitparks. Nichtsdotrotz: Die Deutschen zeigen dem europäischen Micky-Maus-Land die kalte Schulter: Nur weniger als 5% aller Besucher stammen aus dem deutschen Nachbarland, knapp die Hälfte (naheliegenderweise) aus Frankreich. Doch aus Großbrittanien kommen vier mal so viele Besucher wie aus Deutschland, und die Briten müssen dafür immerhin extra den Ärmelkanal überqueren. Woran kann es also liegen? Vielleicht am Preis?

Wieso am Preis, werden Sie fragen, der Preis ist doch für alle Besucher gleich. 
Tja, dann werfen wir mal einen Blick auf die ganz normalen Online-Preise und tun so, als ob wir in 6 Wochen für 3 Nächte und 2 Erwachsene im Hotel New York im Disneyland einchecken wollen.
Für alle Buchungsanfragen galten exakt die gleichen Bedingungen, sie wurden über die jeweils gültige und offizielle landesbezogene Webseite getätigt.

Kämen wir aus Frankreich, dann würde uns der Spaß 938,60 Euro kosten.
Uiuiui, teuer, sagen Sie? Warten Sie´s ab.....



Als Nachbar aus Belgien würde EXAKT DIE GLEICHE Buchung nämlich nur 760,- Euro kosten:



Etwas teurer wird es für die Besucher aus Italien, die müssten nämlich "immerhin" 1.140,- Euro zahlen. Wohlgemerkt: Gleicher Zeitraum, gleiches Hotel, gleiche Leistungen, nur andere Buchungs-Seite.



Die schon erwähnten Briten würden für den gleichen Zeitraum umgerechnet 1.600,- Euro bezahlen, ABER in dieser Summe ist im Gegenteil zu allen anderen Buchungen bereits die Halbpension enthalten, die man mit mindestens 200,- Euro veranschlagen muss. Ergo ist der Vergleichs-Preis bei etwa 1.400,- Euro:


Die armen Spanier: Satte 1.520,- Euro verlangt Disneyland von ihnen. 


auch aus der "reichen" Schweiz kostet die exakt gleiche Buchung umgerechnet etwa 1.520,- Euro:



Jetzt wird es richtig teuer: Die Dänen müssen bei der Buchung über ihre Webseite für die exakt gleiche Buchung 12.253,50 zahlen!  Aber selbstverständlich in Dänischen Kronen, grins, das sind umgerechnet 1643,- Euro:


So, und nun kommen tatsächlich auch mal die Bucher zum Zuge, die über die deutsche Webseite vom Disneyland Paris bestellen wollten, und Hurra: Auch in dieser Hinsicht sind wir WELTMEISTER und zahlen sage und schreibe 1.646,- Euro. Gewonnen? Neeee, verloren:


Donnerstag, 9. Januar 2014

absolut absolut obsolet: HuffPo/AOL und die obskure Wahl der Vorschaubilder

Screenshot aol.de
Gestern veröffentlichte die Online-Wundertüte das Internet-Sammelsurium "Huffington Post" in ihrer Rubrik "Lifestyle" einen typischen Artikel über die Möglichkeiten der Selbstheilung bei Schmerzen aller Art. Geboten wurden so tolle Tipps wie "Fluchen Sie wie ein Kutscher", Schlafen, sich verlieben, besser essen etc.... Mittlerweile ist der Artikel wie von Zauberhand gelöscht worden, doch er wird weiterhin auf der Startseite von AOL beworben (Huffington Post gehört seit 2011 zum AOL-Konzern und wird in der deutschen Version zusammen mit Burdas Tomorrow-Focus publiziert online gestellt).


Beworben wir der (gelöschte) HuffPo-Artikel mit dem Bild einer Frau, die schmerzverzerrt die Augen geschlossen hält:

screenshot aol.de 09.01.2014



Wenn auch Ihnen diese Frau bekannt vorkommt: Es handelt sich um Kate McCann, die Mutter der seit 2007 vermissten Madelein McCann, genannt Maddie.


Wie KRANK muss man im Hirn sein,. einen läppischen Artikel über "Sex gegen Schmerzen" mit dem Bild einer gramgebeugten Mutter zu bebildern?????

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