Mein Maskottchen ist der Gefahrgutbeauftrage von LEGO. Er sitzt auf meinem Schreibtisch und wacht darüber, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Den Beginn unserer wunderbaren Freundschaft sehen Sie hier (und über die Schwierigkeiten, zueinander zu finden erfahren Sie hier mehr)

Donnerstag, 7. August 2014

Warum hat das Disneyland Paris eigentlich so wenig Besucher aus Deutschland?

Fragt sich jemand noch ernsthaft, weshalb so wenige Besucher aus Deutschland ins Disneyland Paris fahren? Nun gut, die Parkdichte in Deutschland ist recht hoch, viele Parks haben treue Fans, und Belgien oder die Niederlande bieten auch viele Freizeitparks. Nichtsdotrotz: Die Deutschen zeigen dem europäischen Micky-Maus-Land die kalte Schulter: Nur weniger als 5% aller Besucher stammen aus dem deutschen Nachbarland, knapp die Hälfte (naheliegenderweise) aus Frankreich. Doch aus Großbrittanien kommen vier mal so viele Besucher wie aus Deutschland, und die Briten müssen dafür immerhin extra den Ärmelkanal überqueren. Woran kann es also liegen? Vielleicht am Preis?

Wieso am Preis, werden Sie fragen, der Preis ist doch für alle Besucher gleich. 
Tja, dann werfen wir mal einen Blick auf die ganz normalen Online-Preise und tun so, als ob wir in 6 Wochen für 3 Nächte und 2 Erwachsene im Hotel New York im Disneyland einchecken wollen.
Für alle Buchungsanfragen galten exakt die gleichen Bedingungen, sie wurden über die jeweils gültige und offizielle landesbezogene Webseite getätigt.

Kämen wir aus Frankreich, dann würde uns der Spaß 938,60 Euro kosten.
Uiuiui, teuer, sagen Sie? Warten Sie´s ab.....



Als Nachbar aus Belgien würde EXAKT DIE GLEICHE Buchung nämlich nur 760,- Euro kosten:



Etwas teurer wird es für die Besucher aus Italien, die müssten nämlich "immerhin" 1.140,- Euro zahlen. Wohlgemerkt: Gleicher Zeitraum, gleiches Hotel, gleiche Leistungen, nur andere Buchungs-Seite.



Die schon erwähnten Briten würden für den gleichen Zeitraum umgerechnet 1.600,- Euro bezahlen, ABER in dieser Summe ist im Gegenteil zu allen anderen Buchungen bereits die Halbpension enthalten, die man mit mindestens 200,- Euro veranschlagen muss. Ergo ist der Vergleichs-Preis bei etwa 1.400,- Euro:


Die armen Spanier: Satte 1.520,- Euro verlangt Disneyland von ihnen. 


auch aus der "reichen" Schweiz kostet die exakt gleiche Buchung umgerechnet etwa 1.520,- Euro:



Jetzt wird es richtig teuer: Die Dänen müssen bei der Buchung über ihre Webseite für die exakt gleiche Buchung 12.253,50 zahlen!  Aber selbstverständlich in Dänischen Kronen, grins, das sind umgerechnet 1643,- Euro:


So, und nun kommen tatsächlich auch mal die Bucher zum Zuge, die über die deutsche Webseite vom Disneyland Paris bestellen wollten, und Hurra: Auch in dieser Hinsicht sind wir WELTMEISTER und zahlen sage und schreibe 1.646,- Euro. Gewonnen? Neeee, verloren:


Donnerstag, 9. Januar 2014

absolut absolut obsolet: HuffPo/AOL und die obskure Wahl der Vorschaubilder

Screenshot aol.de
Gestern veröffentlichte die Online-Wundertüte das Internet-Sammelsurium "Huffington Post" in ihrer Rubrik "Lifestyle" einen typischen Artikel über die Möglichkeiten der Selbstheilung bei Schmerzen aller Art. Geboten wurden so tolle Tipps wie "Fluchen Sie wie ein Kutscher", Schlafen, sich verlieben, besser essen etc.... Mittlerweile ist der Artikel wie von Zauberhand gelöscht worden, doch er wird weiterhin auf der Startseite von AOL beworben (Huffington Post gehört seit 2011 zum AOL-Konzern und wird in der deutschen Version zusammen mit Burdas Tomorrow-Focus publiziert online gestellt).


Beworben wir der (gelöschte) HuffPo-Artikel mit dem Bild einer Frau, die schmerzverzerrt die Augen geschlossen hält:

screenshot aol.de 09.01.2014



Wenn auch Ihnen diese Frau bekannt vorkommt: Es handelt sich um Kate McCann, die Mutter der seit 2007 vermissten Madelein McCann, genannt Maddie.


Wie KRANK muss man im Hirn sein,. einen läppischen Artikel über "Sex gegen Schmerzen" mit dem Bild einer gramgebeugten Mutter zu bebildern?????

Samstag, 14. Dezember 2013

Der Gefahrgutbeauftragte rechnet nach....

... und kommt dann auf Ergebnisse, die nicht NUR zum Jubeln Grund geben.
Worum geht es? Natürlich um das SPD-Votum zur GroKo.

Aufgerufen waren 474.820 SPD-Mitglieder, beteiligt haben sich 369.680 Genossen. Mit "JA" (zur GroKo) stimmten  256.643 der Wahlberechtigten.

Nun stelle mer uns mal janz dumm und rechnen nach:

FÜR die GroKo stimmten also 54,05050% der stimmberechtigten SPD-Mitglieder.
Wir runden mal ab auf 54%, das ist einfacher.

Und rechnen weiter: 46% sind offenbar/augenscheinlich NICHT dafür.

Und nun ein Zitat von Gabriel bei der (nicht enden wollenden, da mit endlosen Danksagungen an Deutsche Post, Auszähler, die Partei, die Demokratie im Allgemeinen und Speziellen verbundenen) Bekanntgabe:

"Mir liegt viel daran, dass die 24 Prozent wissen, dass wir ihre Meinung ernst nehmen."

hmm, da sind ein paar mehr Prozent als nur 24 zu überzeugen, oder?


PS: Wie alles begann mit dem kleinen tapferen Gefahrgutbeauftragten kann man hier nachlesen


mal wieder "Zwillinge bei der Geburt getrennt"...

....  aber diesmal eher so frisurentechnisch gesehen:


Montag, 9. Dezember 2013

Wie funktioniert noch mal dieses Fazebuk im Internetz?


haha, hihi, höhö, der Gefahrgutbeauftragte kringelt sich..... Und hat ein klein bisschen Befürchtungen, dass da so manche Menschen mit dem ganzen  Neuland Internetz-Kram eindeutig überfordert sind. Worum geht es? Einfach mal der Reihe nach.....


Es fängt NICHT lustig an, am frühen Morgen wird ein Obdachloser in einem S-Bahntunnel nahe des Bahnhofes Friedrichstraße in Berlin überfahren. Es wird spekuliert, dass ihm nicht bewusst war, dass nach mehrwöchiger Sperrung aufgrund von Bauarbeiten die Strecke just wieder frei gegeben wurde.

Laut Informationen des Hauptstadt Regionalsenders rbb saßen etwa 100 Passagiere ca eine Stunde in dem S-Bahnzug fest. Und eben jene Passagiere wollte man nun finden, um für die allabendliche abendschau ein paar knackige O-Töne zu bekommen. Gesagt, getan, und wo ließe sich das leichter bewerkstelligen als über Facebook?

Auf der abendschau-Seite postete man folgende Aufforderung:

Screenshot Facebook abendschau


Das Schicksal nahm seinen Lauf, und Sie erraten wahrscheinlich, was passierte? Richtig, diverse User posteten fröhlich ihre private Telefonnummer unter der Anfrage der abendschau, der Gefahrgutbeauftragte hat sie netterweise anonymisiert. Unter diesen war auch ein gewisser Kevin Lxxxx, der ein bisschen cleverer war, er schrieb (Zitat):

Ich weiß was los war ich war vor Ort meine Nummer gebe ich nur unter pn an der abendschau



So weit, so klug, aber eben diesen Kevin L wollte die abendschau nun gerne kontaktieren. Was liegt also näher als folgendes Posting auf der offiziellen Facebook-Seite der abendschau zu veröffentlichen?

Screenshot Facebook abendschau
Hui, und jetzt ging es aber los, das war ein Spaß. Stellvertretend ein Posting:

Screenshot Facebook abendschau


Der Gefahrgutbeauftragte hat übrigens gleich mal eine mail an planung.abendschau@rbb-online.de gesandt, mit ein paar netten Grüßen. Auf Antwort wartet er bisher vergebens.....    Ach ja, und den Social-Media-Praktikanten des rbb hatte er doch sowieso schon mal auf dem Kieker?
Kuckst du hier

Mittwoch, 13. November 2013

Ha...ha...Handelsblatt

Ok, das ist ein bisschen gemein, oder auch fies, oder gar hämisch. Aber der kleine tapfere Gefahrgutbeauftragte piekst auch dann noch mit dem Zeigefinger in die Wunde, wenn es schon weh tut. Aktuelles Opfer: Die lieben Kollegen vom Handelsblatt. Und es stellt sich die Frage: Was war zuerst da, die Henne oder das Ei? Oder in diesem Fall: Ist der Grammatikfehler nur ein Beleg für das schlechte Abschneiden in der PISA-Studie oder wird eben jenes Desaster durch gerade solche Nachlässigkeiten erst befördert?
Worum geht es? Einen kleinen Artikel auf der Homepage des Handelsblattes über einen Provisionsskandal bei einem Finanzdienstleister. Der Fall (Zitat, kein Plagiat) "hält die Ermittler auf Trapp".

Screenshot "Handelsblatt"

Trapp? Da war doch was? Ach ja, die schreckliche singende Familie:

http://www.youtube.com/watch?v=iFQoUK4G7j0





Nachdem der Artikel auf Facebook verlinkt wurde (inklusive des kleinen Faux Pas´) purzelten ein paar Bemerkungen, es wurde launisch reagiert und Besserung gelobt. Aus "hält die Ermittler auf Trapp" wurde flugs "hält die Ermittler auf Trab". 




Screenshot "Handelsblatt"




Sagt man das so? "Auf Trab halten" klingt ganz normal,  aber ein Blick in den Duden beweist das Gegenteil, denn hier wurde fröhlich durcheinander gemixt, was nur auf den ersten Blick einen Sinn ergibt.

Es heißt entweder "hält die Ermittler IN Trab" oder "bringt die Ermittler AUF Trab".

Die Handelsblatt-Version ist kreativ, auch für jeden verständlich, aber nichtsdestotrotz ganz knapp neben korrekt. Also, liebe Eltern, wenn eure Blagen mal wieder eine 5 im Diktat nach Hause schleppen, dann sollte man nicht das (Online)- Handelsblatt als abendliche Pflichtlektüre empfehlen.....



...und wer noch nicht genug Ohrenschmalz bekommen hat: Die Trapp-Familie singt "Kein schöner Land": 


Montag, 21. Oktober 2013

Isser schon wech?

Mitteilung des Bistum Limburg auf Facebook
"Die Rucksäcke sind gepackt und die Wanderschuhe stehen bereit."

Huch, irgendwas verpasst? Ist der Bischof Prunkprotz van Pomp etwa schon weg? Ach so, nee, handelt sich "nur" um irgendeine Pilgertruppe. Hätte ja andernfalls auch "Die Louis-Vuitton-Koffer sind gepackt und die Oxfords sind geschnürt" heißen müssen....

Screenshot Facebook

Montag, 2. September 2013

Wie um Himmels Willen hat Anne Will das geschafft?


Anne Wills (vermutliche) Fahrtstrecke quer durch Berlin 
Gewonnene oder verlorene Prozente? Kompetenz, Sympathie, Körpersprache? Oder gar der vorlaute Raab? Nein, was den kleinen tapferen Gefahrgutbeauftragten am meisten beschäftigt ist die Frage, wie um Himmels Willen es Anne Will geschafft hat, schon 18 Minuten nach Ende des TV-Duells in Günther Jauchs Gasometer aufzutauchen. Denn die beiden Live-Sendungen wurden von zwei vollkommen verschiedenen Standorten gesendet: Das TV-Duell aus dem Studio G in Berlin-Adlershof, die Jauch´sche Analyse aus dem Gasometer in Berlin-Schöneberg.

Die Abrechnung:
Studioplan Adlershof

Rechnen wir mal ganz großzügig: Studio G befindet sich direkt am Ausgang des großen Studiokomplexes, gönnen wir Frau Will sagen wir mal 2 Minuten, um sich mikrofonmäßig abstöpseln zu lassen und zum Auto zu rennen. Ebenfalls 2 Minuten muss man ihr nach Ankunft in Schöneberg zugestehen, um sich erneut verkabeln und noch mal ganz fix abpudern zu lassen. Bleiben rein rechnerisch für die Fahrt quer durch Berlin maximal 14 Minuten übrig.



14 Minuten?

Laut Google Maps beträgt die kürzeste Strecke zwischen Studio G und Gasometer über die A113 und A100 exakt 16,7 Kilometer. Fahrtzeit je nach Verkehrslage: Zwischen 20 und 30 Minuten. OK, gehen wir mal davon aus, dass Sonntags abends um 22:00 der Verkehr eher ruhiger war, aber wie man unter einer Viertelstunde diese Strecke bewältigt ist uns komplett schleierhaft.


Übrigens, wer nun meint, dass Stefan Raab es ja auch innerhalb von 2 Minuten von Berlin Adlershof nach Köln-Mühlheim ins Studio von "Absolute Mehrheit" geschafft hat (laut Google Maps immerhin mindestens 575 Kilometer!), dem sei gesagt, dass er seinen Politik-Talk ausnahmsweise ebenfalls aus Berlin ausstrahlte. Entfernung vom Studio G (TV-Duell) bis ins Studio B (Absolute Mehrheit): Ca 50 Meter.




Der Gefahrgutbeauftragte mahnt: Keine Live-Sendung der Welt ist es wert, sein eigenes Leben oder das anderer Verkehrsteilnehmer zu gefährden.....




Dank an Felix und Frank


Update: Viele Grüße an die Kollegen der "Augsburger Allgemeinen", die zwar ungeniert kopiert, aber netterweise dennoch verlinkt haben. Den Artikel gibt es auch hier zu lesen...

Samstag, 31. August 2013

Kann ja mal passieren....

... denkt man sich, wenn man so einige Facebook-Posts von Marken oder Unternehmen sieht. Ungelenker Satzbau, offensichtliche Bing-Übersetzung oder vom der studentischen Hilfskraft schnell mal hingeschludertes Dumm-Deutsch: Macht ein Unternehmen doch eigentlich nur menschlich und sympathisch.
Doch der kleine tapfere Gefahrgutbeauftragte stutzte heute ob der massiven Beleidigung der schönen deutschen Sprache, ausgerechnet vom stylishen Notizbüchleinhersteller Moleskine, aber sehen Sie selbst:

Screenshot  Facebook


Wer aber nun denkt, dass die Wochenend-Socialmedia-Aushilfe mit zugedröhntem Kopf diesen Mist fabriziert hat, der irrt gewaltig, denn der Text ist original kopiert vom offiziellen Online-Shop des Herstellers von Edel-Notizheften. Glaubst Du nicht? Kuckst du hier:

Screenshot Moleskine Online-Shop


PS: Herzlichen Dank an Felix http://wirres.net/article/articleview/6874/1/6/

Montag, 24. Juni 2013

Ist doch für´n guten Zweck!

Ja klar, möchte man sagen. Ist es. Auf der Seite http://www.unitedcharity.de wird allerlei mehr oder weniger Unsinniges versteigert, der Erlös geht ohne Abzüge an ein jeweiliges Hilfsprojekt. Dabei finden sich obskure Dinge neben ganz handfesten Werten.


In die Abteilung "obskur" gehört sicherlich "das benutzte Konzerthandtuch von Justin Bieber" mit einem Schätzwert von 1000,- Euro. Nun ja, dem Gefahrgutbeauftragten wäre es keinen Pfifferling wert, aber für einen echten Bieber-Fan ist es wahrscheinlich noch viel viel mehr wert. Kreisch-Alarm und Heulattacke inklusive.

Bleiben wir mal bei den jeweils angegebenen Schätzwerten, denn die sind im Normalfall gar nicht mal übertrieben. So wird eine Ibanez-Gitarre aus der Modellreihe Prestige, gestiftet von Rudi Buttas, Gitarrist der Band PUR, mit 2000,- Euro angegeben. Das genaue Modell wird nicht genannt, aber eine Gitarre dieser Modellreihe kann schnell 1500,- bis 1700,- Euro kosten, der kleine Promi-Zuschlag ist vollkommen ok.
Oder eine Übernachtung in der Pharaonen-Suite im Hotel Pyramide in Fürth. Schätzpreis: 880,- Euro. Der Listenpreis für eine Nacht beträgt laut Homepage 750,- Euro. Allerdings ist im Auktions-Objekt auch noch ein 3-Gang-Candlelightdinner enthalten. Der Schätzpreis dürfte also absolut angemessen sein.

Und nun kommen wir in die Abteilung "absolut obsolet". Denn der Herr Gottschalk (ja, das war der, der mal diese mittlerweile überflüssige und erfolglose ZDF-Show moderierte, danach als ARD-Vorabendonkel kläglich und jämmerlich versagte und sich anschließend bei einer obskuren Talente-Schau im Privatfernsehen vollkommen lächerlich machte). Der werte Herr Gottschalk stiftet sich selbst. Bzw. einen Abend mit ihm, mit lecker Essen und noch nem Schnaps hinterher. Die "lebende Show-Legende" (Zitat aus der Auktionsbeschreibung, kein WITZ!) lädt ein ins Borchard am Gendarmenmarkt, danach geht´s in den China Club. 

Machen wir mal eine kleine Rechnung (jeweils Schätzungen, und jeweils großzügig aufgerundet):
2x Mehrgangs-Menu im Restaurant Borchardt: ca 160,- Euro
Dazu Getränke                                               : ca 100,- Euro
2x Cocktail im "China Club"                           : ca   50,- Euro 
Ergibt einen geschätzten "Warenwert" von             310,- Euro.
Und nun kommt der "geschätzte Wert" laut unitedcharity: 8.000,- Euro.
Bedeutet, der Promi-Aufschlag für die Berlin-Sause beträgt sage und schreibe 7690,- Euro.

Übrigens wird das Privatvermögen von Herrn Gottschalk auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt, das nur so nebenbei. 
Nochmal übrigens: Investmentguru Warren Buffett versteigert schon seit vielen Jahren Dinnertermine, und sackt damit jährlich Millionenbeiträge zugunsten der "Gilde Foundation" in San Francisco ein. Gottschalks Auktionserlös geht an "Ein Herz für Kinder" der BILD-Zeitung. Geboten werden kann noch bis zum 9. August.




Alle bösartigen Texte des kleinen tapferen Gefahrgutbeauftragten zum Thema "Gottschalk" finden Sie hier: http://absolutobsolet.blogspot.de/search/label/Gottschalk










Mittwoch, 22. Mai 2013

Die neue Bescheidenheit

Seit fast jedes Handy über eine eingebaute Kamera verfügt ist nichts und niemand sicher vor Möchtegern-Paparazzi und sensationsgeilen Laien-Reportern. Man kennt die Videos von Unfällen, Ausrutschern und Prügeleien, ganze Webseiten leben einzig und allein von diesem neudeutsch "User Generated Content".  Auch BILD-Online profitiert gerne von dem Zeug, was deren Leser einsenden. Früher waren es die "Leser-Reporter", die einen Schnappschuss einsandten, heute werden vermehrt auch Privat-Videos gepostet. Und mit denen kann man richtig viel Kohle machen, denn bevor man sich das brennende Haus/die süße Katze/den schrecklichen Verkehrsunfall anschauen darf muss man sich durch einen Werbespot quälen. Doch manchmal geht das ganz fürchterlich nach hinten los. Was ist geschehen?

In Berlin wird aus bisher vollkommen ungeklärten Gründen ein Rentner in einem Supermarkt erstochen und stirbt noch am Tatort. BILD hat die passende Schlagzeile:

Screenshot BILD-Online 22.05.2013

Und - oh welch ein Glückstag für die BILD - gab es tatsächlich irgendein krankes perverses Hirn, das so abartig war, die verzweifelten Rettungsversuche zu filmen. Leider etwas verwackelt, hmm, schade, aber immerhin. Und selbstverständlich wird dieses Video auf BILD-Online veröffentlicht. Vorher gibt es natürlich Werbung für Autos oder Joghurt, aber bei jedem zweiten Abspielen auch einen Unternehmens-Spot für die BILD. Der sieht dann so aus:
video

Nochmal kurz zum Mitschreiben: Der Claim des Spots heißt

Ein einziger Reporter kann in Bescheidenheit Größe erkennen.

Und weiter: Wir haben 500 Reporter. Und ein einziges Versprechen:


Was dann folgt ist an Widerwärtigkeit kaum zu überbieten, man sieht hektisch rennende Menschen im Supermarkt, und dann immer wieder in wackeligen Aufnahmen den sterbenden Rentner. Das sieht dann so aus (die gelben Flecken sind vom Gefahrgutbeauftragten eingefügt, Sie können sicherlich erahnen, was er hier NICHT zeigen möchte):






Der kleine tapfere Gefahrgutbeauftragte fragt:

WESHALB hatte keiner der 500 BILD-Reporter die Größe, in voller Bescheidenheit auf die Veröffentlichung dieses Machwerks, in dem man einem Menschen beim Sterben zusehen kann, zu verzichten?


Sonntag, 21. April 2013

wie hübsch passend:

zwar schon 13 Jahre alt, aber damals warb der Discount-Broker Consors (heute Cortal Consors) - neben Sabrina Setlur und Fürstin Gloria! - ausgerechnet mit Uli Hoeneß, dem raffgierigen Bayern-Chef, für seine Geldvermehrungsmasche. Passender Slogan:

  More Life. Most Money




Mittwoch, 20. März 2013

uiuiui, ich bin jetzt mal "ungewöhnlich provokant":

Seit heute ist die neue Kampagne des Vereins "Gesicht zeigen!" auf dem Markt und buhlt um Aufmerksamkeit, passend zu den morgen beginnenden internationalen Wochen gegen Rassismus. Auf Postkarten, Plakaten und Infoscreens "outen" sich Promis, nur um sofort hinterher zu schieben, dass SIE selbstverständlich NICHT zu der jeweiligen Minderheit Randgruppe Bevölkerungsgruppe gehören. Aber sie WÜRDEN sich angegriffen fühlen, wenn jemand was gegen ihre Paten-Minderheit hätte.
Aha, und das sieht dann so aus:
Vergleichbare Motive gibt es etwa mit Ulrich Wickert ("Ich bin Jude") oder Sebastian Krumbiegel (Die Prinzen, "Ich bin Türke").
Die Botschaft ist klar: Solltest du etwas gegen meine Paten-Minderheit haben, dann hast du auch etwas gegen mich, denn die Freiheit der Menschen ist universell.
Was den Gefahrgutbeauftragten allerdings aufregt: Die Statements werden auf der Webseite als "ungewöhnlich provokant" bezeichnet. Laut Branchendienst Horizont sind es (Zitat) "irritierende Botschaften" und "provozierende Statements".
Und nun stellt sich die Frage: Ist die Aussage "Ich bin schwul" im Jahr 2013 noch eine "ungewöhnliche Provokation"?

Die Machart der Kampagne aus der Hand der Berliner Agentur We Do erinnert zudem stark an die Vergiss-AIDS-nicht-Kampagne des gleichnamigen Vereins aus dem Jahr 2008:
Screenshot "Vergiss-AIDS-nicht"








Und selbstverständlich erinnert der Claim auch an einen historischen Ausspruch eines ehemaligen US-Präsidenten vor einem Rathaus in Berlin (damals West), nämlich JFKs Bekenntnis "Ich bin ein Berliner" vor dem Rathaus Schöneberg im Juni 1963, der damals übrigens exakt die gleiche Intention hatte. Nämlich auszudrücken, dass ALLE freien Menschen auch Berliner seien, und er sei stolz darauf, sich dazu zählen zu können. Jede Beeinträchtigung der Freiheit der Berliner sei ergo auch eine Beeinträchtigung von ihm selber.

Aber die alles entscheidende Frage ist: Wer um Himmels Willen soll die Zielgruppe dieser Kampagne sein, und wird sich eben jene von den Plakatmotiven zum Nachdenken anregen lassen?  Oder ganz simpel: Wird ein Schwulenhasser seine Einstellung überdenken, weil er nun davon ausgehen muss, auch den TV-Moderator Thadeusz zu hassen? Wird ein Rassist zum Türken-Freund, nur damit ihn Gesine Cukrowski noch lieb hat? Ein Antisemit bekehrt, weil er den ehemaligen Tagesthemen-Moderator so sehr schätzt? Oder ist die Kampagne vielmehr "Mittel zum Zweck", eine Wohlfühl-Aktion von Gutmenschen für Gutmenschen, mit der man wohliges Schaudern ("Ui, ist der/die aber mutig!") und breite Zustimmung in den Feuilletons erzeugt, ohne dabei anzuecken?

Die Kampagne erregt mittlerweile auch Aufmerksamkeit in den unterschiedlichsten Blogs und Foren im Netz, beispielsweise hier:


Der kleine tapfere Gefahrgutbeauftragte ließ es sich allerdings nicht nehmen und wollte ebenfalls ein Plakat, nun gut, hier isses:

Liebes RTL, ....

... wie charmant, euren DSDS-Kandidaten schon mal gleich zu zeigen, wo der mediale Hammer hängt. Oder wie erklärt ihr den Kandidaten, dass schon VOR der ersten Motto-Show (und damit NEUN Wochen, bevor der neue "Superstar" feststeht) bereits mit der Suche nach seinem NACHFOLGER begonnen wurde?

Screenshot rtl

Sonntag, 17. März 2013

Nachhilfe? Na aber gerne:

Der Gefahrgutbeauftragte ist allgemein gefürchtet als schrecklicher Besserwisser. Aber wenn sowohl ein Bezirksbürgermeister aus Berlin als auch eine komplette Fernsehredaktion ganz offensichtlich ein bisschen Nachhilfe benötigen, dann erteilt er sie gerne und ungefragt.

Was ist passiert?
In der gestrigen Abendschau ging es um einen Problemkiez in Berlin, Heerstraße Nord, , der zunehmend von Gewalt, Drogenhandel und Verwahrlosung dominiert wird. Der zuständige Bezirksbürgermeister von Spandau, Helmut Kleebank (SPD) kommentiert das im rbb wie folgt:
"Heerstraße Nord ist ja schon eine Zeit eine belastetes Quartier, und wir stellen nun fest, dass die sogenannte Gentrifizierung, also die Zuwanderung von Familien mit vermehrt sozialen Problemen, dort tatsächlich noch mal zu einer Verschlechterung geführt hat (...)."

Das Peinliche: Nicht nur der Bürgermeister, sondern eine komplette Fernsehredaktion (die sich zudem mit der Thematik seit vielen Jahren permanent befasst) bemerkte den Fehler nicht. "Gentrifizierung" bedeutet eben NICHT "die Zuwanderung von Familien mit vermehrt sozialen Problemen", sondern das Gegenteil, die ABWANDERUNG von Familien mit (unfreiwilligen) sozialen Problemen, verursacht durch steigende Mieten oder Umwandlung in Eigentumswohnungen.

Besonders und gerade in einer Stadt wie Berlin, in der die Gentrifizierung in immer mehr Stadtteilen um sich greift und komplette gewachsene Wohnstrukturen innerhalb kürzester Zeit pulverisiert darf, nein: MUSS man von Verantwortlichen und Medienmachern in diesem Zusammenhang ein Minimum an Sorgfalt bei der Wortwahl erwarten.

Hier nochmal der Link zum Ausschnitt: http://www.youtube.com/watch?v=qZWMg0vAeiM

Dienstag, 11. Dezember 2012

huch...

...  oder auch "oh jee", oder "grmpf":
Mir ist bewusst, dass ich den Blog vernachlässige. Das tut mit leid, ist aber "anderen Umständen" geschuldet. (Nein, bin nicht schwanger, aber unser "Kind" leidet unter heftigen Geburtsproblemen, denn die Witterung verzögert unser Bauvorhaben ).

Deshalb veröffentliche ich heute gleich DREI Artikel auf einmal:

der
die
das

Dienstag, 20. November 2012

Würde man gängigen Vorurteilen folgen, ...

ACHTUNG, UNTEN FOLGT EIN UPDATE!

Oh je, es folgen viele Zitate, Screenshots etc, aber da müssen Sie durch.

Was ist geschehen?

Auf dem Online-Portal meedia veröffentlicht Andreas Grieß (Kürzel adg )einen Artikel  über einen CNN-Reporter, der trotz nahem Raketeneinschlag und heftiger Detonation tapfer weiter moderiert. Das entsprechende YouTube-Video wird ebenfalls eingebettet. Reißerischer Titel:
ANDERSON COOPER - DER HARTE MANN VON DER NACHRICHTENFRONT
Der Frontbericht des jungen Journalisten, der erst im August dieses Jahres sein Diplomstudium im Fachbereich "Onlinejournalismus" an der Hochschule Darmstadt beendete gipfelt in einer irritierenden Zusammenfassung:

Screenshot der ursprünglichen Version auf meedia von Andreas Grieß, 20.11.2012

Es dauerte nur Minuten, bis sich die empörten Kommentare unter dem Artikel sammelten. Zitate:

"Die unterschwellig assoziierte Verquickung des Gedankens "Schwul + Oberschicht = Weichling" ist gelinde gesagt eine Zumutung."

""Cooper ist offen schwul. Das (das) nichts zu sagen hat, beweist er..." Was ist denn das für ein blöder Kommentar, liebe Kollegen von meedia.de?"


"Lieber offen schwul als offen(sichtlich)bescheuert."


"Und was seine Homosexualität mit seiner Kaltblütigkeit zu tun hat, wird wohl auch das Geheimnis von "meedia" bleiben."


"Pff der Autor ist wohl ein homophober alter Sack. 


"Würde mich interessieren ob er trotz, oder gerade wegen seiner heterosexualität ein normales Leben führt?"

Da ist der Schreiberling wohl offen schwulen feindlich. Liest man bei MEEDIA eigentlich die Texte nochmal gegen? Eine Zumutung das ihr sowas veröffentlicht.
Dumm und absolut überflüssig. Es macht mich wütend das es überhaupt erwähnt wird. Schande über adg!!!"

Wie soll man da reagieren?
Einlenken, relativieren, sich entschuldigen.

Was macht man bei meedia?
Man ändert klammheimlich still und leise den letzten Absatz, entschärft ihn, lässt aber sämtliche Kommentare auf der Seite, die nun in keinem Zusammenhang mehr zum Artikel stehen. Denn nach ca einstündigem Kommentargewitter liest sich der letzte Absatz auf einmal ganz anders:

Screenshot der nachträglich geänderten Version auf meedia von Andreas Grieß, 20.11.2012

Wohlgemerkt, es gibt keinerlei Hinweis auf die geänderte Version. Alle Kommentare, die sich auf die (homophobe?) Äußerung des Journalisten beziehen stehen nun ohne Bezug zum Text da.

Wir fragen: Lernt man solch einen Umgang mit dem journalistischen Handwerk an der Hochschule Darmstadt?

Und zitieren zu guter Letzt kommentarlos einen Kommentar:

Screenshot Kommentar zu Grieß Artikel auf meedia, 20.11.0212

Update:
Zwei Stunden nachdem dieser Artikel erschien wurde dem Artikel ein Nachsatz angefügt.
Geht doch!


Screenshot Ergänzung zum Artikel auf meedia, 20.11.2012, ca 22:00


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