Mein Maskottchen ist der Gefahrgutbeauftrage von LEGO. Er sitzt auf meinem Schreibtisch und wacht darüber, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Den Beginn unserer wunderbaren Freundschaft sehen Sie hier (und über die Schwierigkeiten, zueinander zu finden erfahren Sie hier mehr)

Sonntag, 9. Oktober 2011

"Wir haben ein kleines kleines technisches Problem..."

Seit Frank Elstner nicht mehr "Wetten dass...?" moderiert gab es so manche Situation zum Fremdschämen (und dabei meine ich nicht einmal das quälende Intermezzo eines grenzdebilen Dauergrinsers, der später nur noch durch das Stibitzen einer Kombi-Zange in einem Baumarkt von sich reden machte und dessen Sendungen eine jeweils 2stündige Fremdschäm-ATTACKE waren....)

Gestern Abend, es war die erste der drei Abschieds-Shows von Gottschalk, wurde aber spielend leicht ein neuer Tiefpunkt auf der nach unten offenen Fremdschäm-Rankingliste erreicht:
Monika Gruber, Ihr Auftritt, bitte!

Eine sehr blonde Kabarettistin mit sehr rrrrollendem R betritt die Bühne, und was sich dann abspielte, nun ja, wie soll man es beschreiben? Muss ich etwa wieder meine berüchtigten "Ä"-Wörter heranziehen? Ja, ich muss, es war jämmerlich, erbärmlich, kläglich, lächerlich.
Die blonde Dame war nicht in der Lage, auch nur einen halbwegs sinnvollen Satz OHNE ihren Teleprompter aufzusagen...  Hier ihr Einleitungstext in voller Länge (zum besseren Verständnis eingehochdeutscht):

Servus, ja Servus Nürnberg, seh gerade, der Monitor ist ausgefallen, Servus Nürnberg, Servus, ich  freu mich so, dass ich da sein darf, das kann ich ihnen gar nicht sagen, ich freu mich, bei der letzten Sendung von "Wetten dass", bei einer der letzten Sendungen von "Wetten dass" mit Thomas Gottschalk, er moderiert es selber, es ist sagenhaft, ich bin so aufgeregt, ich kann es ihnen gar nicht sagen, eine der letzten Sendungen von Thomas Gottschalk mit "Wetten dass"... und … jetzt... müsste gleich was passieren... oder auch nicht... was? Ein kleine Moment... wir haben ein kleines kleines technisches Problem, wir haben nämlich einen kleinen Spicker vorbereitet, weil ich eine Nummer geschrieben habe nur für heute abend, da muss ich ein bisschen spicken, …. ja, der Thomas Gottschalk ist nämlich ein richtiger Mann, und ein richtiger Mann kennt den richtigen Zeitpunkt zu gehen.

Und was eine richtige bayerische Kabarettistin ist, nun ja, die hat wohl den rechten Zeitpunkt dezent verpasst....
Hallooooo, geht´s noch? Wie kann man sich in DIE Samstagsabend-Show wagen und hat nicht die geringste Ahnung, was man eigentlich sagen will? Wie kläglich, dass man nicht in der Lage ist, auch nur EINEN halbwegs zusammenhängenden Satz zu sagen OHNE dass man permanent auf den Teleprompter schielen muss?? Wie jämmerlich, dies dann auch noch offen zuzugeben. Wie erbärmlich, dann noch nicht einmal das Beste aus der Situation machen zu können.
Übrigens: Ich vergeb gerne einen Extra-Minuspunkt an die gnadenlose TV-Regie, die immer wieder Gottschalks fassungsloses Gesicht in Großaufnahme einblendete, während sich die Kabarrrrretistin um Kopf und Kragen stammelte.


Update:
Auf vielfachen Wunsch hier der Beweis mit bewegten (und bewegenden) Bildern:


Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Man sieht wahrlich, dass sich Gottschalk nicht wohl fühlt ....

Anonym hat gesagt…

Nächstes Mal Priol oder Pelzig holen, die können ihre Texte!

toni hat gesagt…

Mein Gott, eine Kabarettistin verhaspelt sich während einer Unterhaltungssendung, whatever. Ist doch absolut absolent darüber zu berichten.

critter hat gesagt…

Probiere es mal mit Empathie, statt hier auf niedrigstem Niveau draufzuhauen. Ich spiel das mal vor:

"Ich bin Monika Gruber, ich trete das erste Mal in Europas größter Fernsehshow auf. Ich stehe hinter den Kulissen. Möglicherweise bin ich etwas aufgeregt. Zum Glück gibt es den Teleprompter, da steht mein Text. Hoffentlich wird der Auftritt gut ankommen. In 5 Minuten ist es vorbei. Hui. Auf geht's, durchgeatmet und raus. Applaus. Uuuund los. Das Teil funktioniert nicht. Oh oh."

Ich habe jedenfalls mit ihr gefühlt, aber vielleicht kann man das nicht nachvollziehen, wenn man nicht selbst öfter mal auf der Bühne steht und sich dabei auch auf andere verlassen muss.

Egal, wie einfallsreich man die Nummer jetzt auch fand, üblicherweise spielt der Kabarettist an sich bei seinem größten bisherigen Auftritt erprobte Nummern, die der umtriebige Zuschauer an sich vielleicht auch schon sieben Mal in anderen Sendungen gesehen hat. Denn da weiß man: Das sitzt.

Eine nicht erprobte Nummer erstmals vor ein paar Millionen Zuschauern vorzuführen, reicht schon, um zu beweisen, dass man Eier hat (geschlechtsuniversell). Da muss man das nicht auch noch von vorne bis hinten auswändig lernen. Denn dafür gibt es nun mal im Profibereich gewisse Hilfsmittel, die üblicherweise funktionieren.

Ergo: Genau das, was du da oben recht fehlerhaft transkripiert hast, sollte man als Erstes vergessen.

Anonym hat gesagt…

Das ist ein wahrlich unverzeihlicher Fehler. Wenn man mit ihr fühlt, ist das nett. Das haben ja viele bei Guttenberg auch getan. Allerdings verletzt Frau Gruber keine Gesetze. Lediglich ihre Arroganz ist es, die sie in die Situation gebracht hat, zu meinen, ausgerechnet in einer Millionensendung einen angeblich neuen Text vortragen zu müssen. Und den dann noch nicht mal zu lernen. Mitgefühl ist hier unangebracht. Frau Gruber verdient ja richtig viel Geld momentan. Aufgrund von Qualität - was ganz schön ist. Dass ausgerechnet so jemand sich derart blamiert, ist unangenehm. Aber es bleibt dennoch ein Fiasko. Dass sie hier für ihre eigene Sendung im ZDF promotet werden sollte; ist ihr eigenes Drama. Aber Empathie? Nein. Nicht dafür.

Kathrin Schwedler hat gesagt…

Soweit ich dem Presseecho und den Einschaltquoten entnehme, war Monika Gruber- die schließlich vor allein sich blamierte- nur ein kleines Problem der Sendung. Man soll halt aufhören, wenn es am schönsten ist, oder in dem Fall: Direkt nach dem brutalen Wettunfall. "Wetten dass"...Friede deiner Asche. Amen.-

Kathrin Schwedler
www.brentanoscheune.de

Anonym hat gesagt…

autsch, das tut weh.

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