Mein Maskottchen ist der Gefahrgutbeauftrage von LEGO. Er sitzt auf meinem Schreibtisch und wacht darüber, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Den Beginn unserer wunderbaren Freundschaft sehen Sie hier (und über die Schwierigkeiten, zueinander zu finden erfahren Sie hier mehr)

Donnerstag, 19. April 2012

Fies, fieser, Gottschalk-Redaktion

So muss man diese Steigerung wohl formulieren, denn was sich die hochambitionierten Redakteure einfallen lassen, um dem siechen Vorabend-Experiment "Gottschalk Live" auf seinen letzten Tagen noch mal ein bisschen Drive und Pep zu verleihen grenzt an Körperverletzung.
Sie bezweifeln dass jetzt? OK, aber auch "mentale Folter" kann körperlich weh tun, denn wie gehässig durchtrieben die jeweiligen (vollmundigen) Ankündigungen vom blondulierten TV-Oppa in dieser Woche waren lässt das Herz des satirischen Beobachters höher hüpfen:

Montag, 16.04.: "Begrüßen Sie am Tag nach dem Titanic-Jubiläums den Eisbrecher des ARD-Vorabends, Thomas Gottschalk"
Dienstag, 17.04.: "Doch jetzt begrüßen Sie  Ihren Gastgeber, den Gipfelstürmer des Vorabends im Ersten, Thomas Gottschalk"
Mittwoch, 18.04. (Tag der offiziellen Verkündung der Absetzung): "Er regiert den Vorabend Ihres Lieblingssenders, der letzte König im Ersten, Herr Thomas Gottschalk"

Wer denkt, es kann nicht peinlicher werden, der kennt die Texter von Gottschalk Live nicht, denn es kommt - wie immer - noch dicker: Als die beiden Gäste (Engelke und Turn-und-Taxis-Trulla) vorgestellt werden kommt folgende Ankündigung:
"Und jetzt der wahre Ritterschlag: 
Beide endlich zu Gast in Deutschlands meistgesehener Vorabend-Entertainment-Show!"

Man müsste es sich auf der virtuellen Zunge zergehen lassen, wenn es nicht so unsäglich erbärmlich wäre: Da wird am Tag der Absetzung eines komplett erfolglosen TV-Experiments das Machwerk noch mal eben als "meistgesehene Vorabend-Entertainment-Show" gepriesen...  Kleiner Faktencheck und Blick auf die Konkurrenz: Zur gleichen Zeit laufen Soaps und Scripted-Reality, Nachrichten und regionale Berichterstattungen sowie Kultur-und Reportage-Magazine. ALLE habe MEHR Zuschauer (Gestern, 18.04.: RTL2 mit "Berlin- Tag & Nacht2. 11,4%, "Gottschalk Live" 4,9%)


Und da mein Gefahrgutbeauftragter mal wieder kurz vorm Hyperventilieren ist sei hier noch kurz angemerkt: Es geht  GAR NICHT, dass die Tagesschau der Meinung ist, dass die Absetzung einer vollkommen erfolglosen Vorabend-Sendung mit einer Länge von ca 25 Minuten und unterirdischen Einschaltquoten nach 3 (!) Monaten eine Meldung wert ist.




Update: Und am heutigen Donnerstag wurde Gottschalk wie folgt angekündigt: "Und hier ist der Mann, den die Zuschauer des Erste ab sofort schmerzlich vermissen werden..."
Ist das nur hämisch, ein bisschen höhnisch oder schon bösartig?? PS: Hier die Videozusammenfassung:

Kommentare:

Frank hat gesagt…

Ich glaube mit "Vorabend-Entertainment-Show" war eben diese genaue eingrenzung gemeint, als wenn Galileo behauptet die erfolgreichste "Vorabend-Halbwissen-Mit-Totalen-Quatsch-Verbindende-Magazinsendung" zu sein. ;)

Anonym hat gesagt…

Das nennt sich "Ironie". Harald Schmidt redet auch ab und zu von seinen 20 Millionen Zuschauern. Die hat er aber gar nicht. Wieder diese "Ironie".

BlackadderBlog hat gesagt…

... dazu kommt noch, dass "Gottschalk Live" tatsächlich Deutschlands erfolgreichste Vorabend-Entertainment-Show ist. Es ist ja die Einzige ;-)

Anonym hat gesagt…

Die Bedeutung von Ironie ist aber schon bekannt, oder?

tobias hat gesagt…

Ironie laut Duden: "feiner, verdeckter Spott, mit dem jemand etwas dadurch zu treffen sucht, dass er es unter dem augenfälligen Schein der eigenen Billigung lächerlich macht"
hämisch laut Duden: "auf eine hinterhältige Weise boshaft; heimlich Freude, Triumph empfindend über etwas, was für einen anderen unangenehm, peinlich ist; in boshafter Weise schadenfroh"

Was trifft eher zu?

Anonym hat gesagt…

Habe diesen Beitrag auf dwdl.de verlinkt entdeckt. Der Autor macht sich selbst zum Affen, da er die geniale Ironie hinter diesem Konzept nicht verstanden hat. Trauerspiel.
1 : 0 für Gottschalk live

tobias hat gesagt…

Antwort auf "Habe diesen Beitrag auf dwdl.de verlinkt entdeckt. Der Autor macht sich selbst zum Affen, da er die geniale Ironie hinter diesem Konzept nicht verstanden hat. Trauerspiel.
1 : 0 für Gottschalk live":

Sorry, musste erst mal zu Ende lachen :-) Die "geniale Ironie" hat sich mir wahrhaftig nicht erschlossen....

Dirk hat gesagt…

1:0 für Gottschalk Live, für eine Sendung, die wegen unzureichender Beachtung der Zuschauer aus dem Programm genommen wird? Das nennt man dann wohl Ironie des Schicksals. Oder hat da nicht eine Mehrheit entschieden?

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