Mein Maskottchen ist der Gefahrgutbeauftrage von LEGO. Er sitzt auf meinem Schreibtisch und wacht darüber, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Den Beginn unserer wunderbaren Freundschaft sehen Sie hier (und über die Schwierigkeiten, zueinander zu finden erfahren Sie hier mehr)

Freitag, 30. März 2012

Damit sich Gottschalk im Ersten wie zu Hause fühlt....

Obacht: Weiter unten gibts ein UPDATE!

... hat man mal eben auf seiner Facebook-Seite das Titelbild erneuert, so sieht es aus:
Screenshot "Gottschalk Live" auf Facebook, alte Version

 Und wem das nun merkwürdig bekannt vorkommt, dem kann man fix mal zeigen, wo sich das Erste anscheinend offensichtlich hat inspirieren lassen:


(Kommentar: Mich erreichten etwas irritierte Anfragen, wo denn da der Gag sei. Obiger Screenshot von Facebook zeigt eine Sendung der ARD, die untere Collage zeigt ZDF-Sendungen...  Verstanden?)

das alte Studio...
PS: Es gibt übrigens einen naheliegenden und einleuchtenden Grund, weshalb man das ehemals luftige und frische Studio in ein fensterloses Kabuff im austauschbaren Jauch-Lanz-Beckmann-Will-Look verwandelte. Dadurch kann man nun problemlos die Sendungen am Nachmittag aufzeichnen, ohne dass die Diskrepanz zwischen Aufzeichungs- und Ausstrahlungs-Uhrzeit sofort ins Auge fällt. "Gottschalk Live on Tape" sozusagen....

...und das neue Studio.
UPDATE:
Anscheinend Offensichtlich hat auch die berühmte Social-Media-Redaktion von Gottschalk Live die Verwechslungsgefahr realisiert und hat sich zu einem dezenten Farbwechsel entschieden: Statt ZDF-Orange...
Screenshot "Gottschalk Live" auf Facebook, neue Version




... ist es nun....ähm... fragen wir den Gefahrgutbeauftragten. Seiner Meinung nach ist die Farbe eine Mischung aus "Kranke-Katze-Kotze-Grün" und "Vergifteter-Hund-Durchfall-Gelb"...  Er muss es ja wissen!

Mittwoch, 28. März 2012

Das große Talkshow-Studio-Quiz

Yeppa, ein Quiz, endlich mal wieder, und diesmal ein wirklich kniffeliges:
Die folgenden Ausschnitte aus Screenshots der diversen Talkshows der Öffentlich-Rechtlichen müssen den jeweils Entsprechenden zugeordnet werden. Um es zu erschweren (oder: um es nicht allzu leicht zu machen) wurden natürlich nur Ausschnitte gewählt, ein Vollbild wäre ja nur was für Dumm-User und Dumpfbacken. Aber meine lieben Leser sind ja zum Glück klug und clever :-)
Also: Aus welcher Talkshow bei ARD oder ZDF stammt der jeweilige Hintergrund? Vertreten mit jeweils ZWEI Bildern sind: Günther Jauch, Beckmann, Menschen bei Maischberger, Gottschalk Live, Markus Lanz, Anne Will,  Hart aber fair. Maybritt Illner ist nicht vertreten, in ihrem neuen Studio moderiert sie vor einer großen Videowand mit wechselnden Hintergründen und darf aus diesem Grund leider nicht mitmachen. Auflösung gibt´s unten.

















Die Auflösung: 
die ersten beiden Bilder zeigen das Studio von Anne Will, gefolgt von 2 Bildern von Beckmann, dann Günther Jauch, es folgt Gottschalk live, Hart aber fair, Menschen bei Maischberger und schließlich Markus Lanz. Haben Sie´s erraten?

Dienstag, 20. März 2012

Schönes Beispiel für "Da hört der Spass auf...."

... oder "Wie verprellt man am besten seine Stammkundschaft?" Der Reihe nach:

UPDATE: Kuckst Du hier:

PR-Gau im Heidepark: Wie verprelle ich meine Stammkunden


Screenshot Homepage Heidepark vom 20.02.12
Offiziell öffnet der Freizeitpark Heidepark Soltau am 31.3.2012 seine Pforten. Doch für Inhaber von Jahreskarten gibt es ein sogenanntes Pre-Opening, am 24./25.03. Beworben wird es auf der Homepage als "Exklusiv für Jahreskarten-Inhaber".

Was versteht man unter "exklusiv"?

Genau SO haben wir es auch verstanden, nach kurzem Überlegen unsere Jahreskarten für den Heidepark verlängert und ein Doppelzimmer im parkeigenen Piratenhotel Port Royal gebucht. Voller Vorfreude auf zwei exklusive Tage im Heidepark.
Doch um so größer war das Erstaunen, dass man im Heidepark wohl etwas vollkommen anderes unter "exklusiv" versteht. So kann man problemlos im Internet über die Homepage ein Hotelzimmer und als "Zusatzleistung" ein stark ermäßigtes Tagesticket zum Preis von 25,- Euro (statt normal 38,- Euro) buchen.
Screenshot Buchungsseite des Hotel Port Toyal im Heidepark vom 20.03.12
Screenshot Homepage ffn


Doch das war den Heidepark-Betreibern wohl noch nicht "exklusiv" genug. So werden an diesem exklusiven Jahreskarten-Tagen auch mal eben 250 Tickets an die Hörer eines niedersächsischen Radio-Senders verschenkt, zudem kann JEDER Hörer des Senders nach Nennung eines Codes ebenfalls in den Genuss von stark ermäßigten Tagestickets kommen.




Tja, und nun werfen wir mal einen kurzen Blick in den Text des "Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb"
Geschäftliche Handlungen gegenüber Verbrauchern sind jedenfalls dann unzulässig, wenn sie nicht der für den Unternehmer geltenden fachlichen Sorgfalt entsprechen und dazu geeignet sind, die Fähigkeit des Verbrauchers, sich auf Grund von Informationen zu entscheiden, spürbar zu beeinträchtigen und ihn damit zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er andernfalls nicht getroffen hätte. Dabei ist auf den durchschnittlichen Verbraucher oder, wenn sich die geschäftliche Handlung an eine bestimmte Gruppe von Verbrauchern wendet, auf ein durchschnittliches Mitglied dieser Gruppe abzustellen.
Unlauter handelt, wer eine irreführende geschäftliche Handlung vornimmt. Eine geschäftliche Handlung ist irreführend, wenn sie unwahre Angaben enthält oder sonstige zur Täuschung geeignete Angaben über folgende Umstände enthält: 
die wesentlichen Merkmale der Ware oder Dienstleistung wie Verfügbarkeit, Art, Ausführung, Vorteile, Risiken, Zusammensetzung, Zubehör, Verfahren oder Zeitpunkt der Herstellung, Lieferung oder Erbringung, Zwecktauglichkeit, Verwendungsmöglichkeit, Menge, Beschaffenheit, Kundendienst und Beschwerdeverfahren, geographische oder betriebliche Herkunft, von der Verwendung zu erwartende Ergebnisse oder die Ergebnisse oder wesentlichen Bestandteile von Tests der Waren oder Dienstleistungen;

Zusammenfassung: Ich bin ein durchschnittlicher Verbraucher, gewiss, und wenn eine Dienstleistung beworben wird mit "exklusiv", dann verstehe ich das auch als "exklusives Angebot NUR für Jahreskarteninhaber", und habe aus diesem Grund, und nur aus diesem Grund meine Jahreskarte verlängert und den Hotelaufenthalt gebucht. Ich (und nicht nur ich, die Empörung wächst) fühle mich vom Heidepark getäuscht. Verarscht und belogen!

1. Akt: Wir bitten den Heidepark schriftlich, unsere Hotelbuchung kostenfrei zu stornieren und unsere zwei Tage zuvor erworbenen Jahreskarten zurückzunehmen und uns den Kaufpreis zu erstatten.
Auf Antwort warten wir.

2. Akt: In diversen Freizeitpark-Foren mehren sich die Unmutsbezeugungen (Zitat: " ich bin verärgert..Etikettenschwindel kann man dieses auch nennen." und "Soll das dann heißen, der Jahreskartentag ist nur eine "Verarschung", nur um vielleicht noch einige Jahreskarten zu verkaufen und dann darf doch jeder rein? Wenn das so ist, dann war das meine letzte Jahreskarte von Merlin und bestimmt auch einer meiner letzten Besuche im Heide Park."

3. Akt: Ich poste eine dazugehörige Frage auf der Facebookseite des Heideparks, innerhalb kurzer Zeit erhalte ich viele zustimmende und ebenfalls empörte Kommentare.Und irgendwann auch eine Antwort des Heideparks:
Screenshot der Facebook-Seite des Heideparks

Selbstverständlich wirbt man IMMER NOCH auf der Homepage des Heideparks für das Pre-Opening "Exklusiv nur für Jahreskarten-Inhaber".

Der deutsche Werberat ist informiert.


... und zur "Strafe" hier lustige Videos von Dicki und Tobi aus anderen Freizeitparks, zunächst der Dicki in Thors Hammer im Djurs Sommerland:


... und hier der Dicki und der Tobi in der Blue Fire im Europapark:


... und Dicki im Rio Dorado im Hansapark:


PS: Und auf Facebook entlädt sich gerade ein tüchtiger Shitstorm :-))))
T-Shirts sollen gedruckt werden mit der Aufschrift  "Heide Park, jedes Jahr verarscht du uns erneut. Auf dich ist halt einfach verlass!", man ruft zum offiziellen Boykott auf etc.... Die Telefonzentrale im Park scheint zusammenzubrechen....

Das Verhalten auf Facebook entspricht übrigens allen "Do-Not-Tipps", die man Marken und Unternehmen nur geben kann, die sich solch einer geballten Wut und Enttäuschung gegenüber stehen sehen.
Meine Tipps wären: Reagieren, ernst nehmen, sich betroffen zeigen, sich entschuldigen, auf die Empörung eingehen, Besserung geloben und für alle "Geschädigten" eine wie auch immer geartete "Wiedergutmachung" (Gutschein, Rabatt etc)


Die Reaktion des Parks (abgesehen von obigem Kommentar): Man postet nach diversen STUNDEN voll wüster Beschimpfungen und Äusserungen tiefster Enttäuschung als EINZIGE Reaktion ein buntes Bildchen:
Screenshot Facebookseite des Heideparks

UPDATE: Es wird irgendwie nicht besser, nun wirbt man auf der Homepage des Heideparks mit folgendem Banner:




Sonntag, 18. März 2012

Lieder, die die Welt nicht braucht

WIE verzweifelt muss man sein, wenn man vor 30 (!) Jahren mal den Siegertitel des Eurovision Song Contests (damals noch Grand Prix Eurovision de la Chanson, oder einfach kurz: Grand Prix) schrieb und sich seitdem auf einer rasanten Abwärtskurve befindet bezüglich Niveau und Anspruch und der Peinlichkeitsfaktor auf der offensichtlich nach oben offenen Skala schier unfassbare höhen erklimmt, dass man SOLCH einen Titel für SOLCH ein Teilnehmerland so mal eben rausfurzt?

(Sorry, langer verschwurbelter Satz....)

Jetzt geht´s kurz weiter: Ralph Siegel hat zugeschlagen, im wahrsten Sinne des Wortes, und ein unfassbares Machwerk produziert: Den offiziellen Titel für die Teilnahme am Eurovision Song Contest 2012 für San Marino (immerhin 32.000 Einwohner!) mit dem irren Titel "Facebook uh oh oh".

Wie bitte? Ja, Sie haben richtig gelesen, "geplanter" Titel war "Facebook uh oh oh" (allerdings hätte sich San Marino am 22. Mai zunächst im gefürchteten Halbfinale für das Finale qualifizieren müssen...)

Doch daraus wird nun nix, denn auch ein Songwettbewerb hat Regeln, und die besagen, dass man selbstverständlich - auch "satirisch" gemeinte - Erwähnungen von Markennamen im Song tunlichst vermeiden sollte.Wörtlich heisst es in Paragrap 1.2.2 des Regelwerks: "No commercial messages of any kind shall be allowed. A breach of this rule may result in disqualification".

Welches musikalische Meisterwerk der ESC-Fangemeinde aufgrund der knallharten Regeln nun vorenthalten wird? Sehen Sie selbst:


Die schlechte Nachricht: Man gibt den Machern bis kommenden Freitag 12:00 mitteleuropäischer Zeit Gelegenheit, den Titel mit einem neuen werbefreien Text zu versehen oder aber einen komplett neuen Song einzureichen.
Das Grauen hat noch kein Ende!

UPDATE: Es wird nicht besser, es wird schlimmer! Geht nicht? Geht doch! Der neue Song heisst nun "The Social Network Song Oh Oh Uh Oh Oh"

Freitag, 16. März 2012

Mediennotiz zum Wochenende

Das ZDF hat bei seinen Zuschauern einen Altersdurchschnitt von 61 Jahren...
Öps?
Ein "Durchschnittsalter" an Zuschauern von gut 60 Jahren?? Bedeutet: Für jeden 50jährigen schaut ein 70jähriger zu, damit im Endeffekt der Durchschnitt als Ergebnis rauskommt. Weiter gerechnet. Für jeden 40jährigen ein 80jähriger....  usw etc...  Für jeden 15jährigen also ein 105jähriger. Nur so damit der Durchschnitt stimmt.
Ähm, da stelle mer uns janz dumm: Wieviele 105jährige gibt´s denn noch, die tapfer täglich das ZättDeeÄff kucken und dadurch mit den ebenfalls schauenden Teenies dafür sorgen, dass der Altersdurchschnitt bei eben jenen gut 60 Jahren landet??
Meine Befürchtung: Es gibt eine Unmenge von fröhlich-schunkelnden Zuschauern 70+ und eine fleissig mitgezählte Gruppe von fröhlich-sabbernden Zuschauern +-10, und schon hat man einen Durchschnitt von 60 Jahren...

Dienstag, 13. März 2012

Praktische Lebenshilfe mit Herz (+ Preisausschreiben!)

man sagt mir nach, dass ich ja immer so deeeestruktiv wäre: Keine positiven Nachrichten, keine aufbauenden Worte, keine herzerwärmenden Beiträge. Geht aber auch anders:
Hier mein ultimativer Tipp für die Momente im Leben, wenn mal wieder alles grau in grau ist und man ein bisschen Aufmunterung benötigt: Das selbstgebastelte "Wir-lieben-dich-Mantra", zusammengesetzt aus runtergeladenen Aussprachehilfen vom Online-Duden. die auf der Aussprachedatenbank der ARD basieren (und die Crux an der Sache ist, dass selbstverständlich nicht ALLE Wörter geschweige denn Verben in den jeweils benötigten Versionen als MP3-Datei zur Verfügung stehen, man muss halt ein bisschen kreativ basteln...)



Aber selbstverständlich bietet die Aussprache-Hilfe auf Duden.de auch genügend Spielraum, um nach so viel Lobhudelei wieder auf den Boden der Tatsachen zu plumpsen (oder einem liebgewonnenen Hassobjekt einen aufmunternden Email-Anhang zu senden):


Achtung, Preisausschreiben:
Das könnte dein Preis sein!
Wer mir den schönsten/fiesesten Duden-Aussprachehilfe-Satz als MP3-Datei schickt, bestehend aus mindestens 5 Wörtern, beginnend mit "wir" schickt erhält die original verpackte Ausgabe der Micky-Maus mit dem entwürdigenden würdelosen "Hundespräsident Wuff"-Comic (inklusive Star-Wars-Tradingkarten UND Leuchtstab ECHTEM Laserschwert, siehe Foto).
Siegerehrung erfolgt leider nur aufgrund subjektiver Kriterien, Einsendeschluss ist Sonntag, 25. März um 18:00, der Gewinner wird sofort benachrichtigt und erklärt sich einverstanden, dass sein Beitrag (auf Wunsch auch anonym) hier veröffentlicht wird.

Montag, 12. März 2012

Huch....

ich habe ja mal in einem preisgekrönten Blog die weltweite virale Verbreitung eines komplett unspektakulären, nichtsdestotrotz sehr niedlichen Videos dokumentiert. Ziel war damals, aufzuzeigen, dass man tatsächlich mit nur einem einzigen respektablen "Multiplikator" innerhalb kürzester Zeit ein Video in die weite Welt hinaus tragen kann. Dass sich die Verbreitung schon bald komplett anders als erwartet entwickelte war ein im Nachhinein überaus willkommener Nebeneffekt.
Titel des Blogs: Ein Video geht um die Welt.

Und nun stolperte ich über ein Angebot einer Tochterfirma von Burdas Sevenload mit Namen "Virables", das gegen Bezahlung eine virale Verbreitung eines Videos verspricht: Der Werbekunde definiert zunächst die Zielgruppe, die Firma analysiert, wo und wie man diese erreichen kann und platziert dann passgenau eben dort die Videos.
Abgesehen davon, dass ein Video eben NICHT viral ist, wenn man die Verbreitung dermassen steuert und plant musste ich dann aber bei einem ihrer Werbesprüche doch grinsen:
Screenshot von www.virables.com


(Nachtrag: Übrigens hat mir der Erfinder des Werbespruchs mittlerweile glaubhaft versichert, dass der Claim mit meinem Blog nicht das Geringste zu tun hat. Hätte ich auch nie unterstellt, aber die Doppelung war einfach zu lustig!)

Samstag, 10. März 2012

Mein Ärgernis der Woche..

... mag kleinkariert wirken, und ich akzeptiere auch "Hassknecht" als zweiten Vornamen, aber: MICH regt es auf. Daher mal wieder eine kleine visuelle Bastelarbeit:

Dienstag, 6. März 2012

Ach, doch nicht der Klapperstorch?




Lol, dank des  unsäglichen Tratsch-Portals www.tmz.com ("tmz" steht übrigens für “Thirty Mile Zone”, das ist der 30-Meilen-Radius innerhalb von Hollywood, in dem Filmcrews keine Reisespesen abrechnen dürfen) weiss ich nun endlich, wo die kleinen Babies herkommen:
Screenshot www.tmz.com

...
Klatschportal TMZ: Keine Skrupel, aber sensationelle Scoops - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/kultur/medien/tid-25047/klatschportal-tmz-com-keine-skrupel-aber-sensationelle-scoops_aid_714242.html

Montag, 5. März 2012

es wächst zusammen, was zusammen gehört...

Ich bin mit LEGO groß geworden. Und mit Playmobil. Beides hatte ziemlich gleichberechtigt in unseren Kinderzimmern seinen Platz, und oftmals wurden beide Systeme auch kombiniert, wenn man etwa irgendein fehlendes Playmobil-Element aus LEGO nachbaute. 
Als ich älter wurde war LEGO Technics das Must-Have aller präpubertierenden Buben, doch spätestens danach war LEGO erstmal kein Thema mehr für mich. 
Um so irritierter verfolgte ich, was aus den bunten Klötzchenbauern aus dem dänischen Billund wurde: Ein High-Tech-Konzern! Programmierbare Roboter, Videospiele, dazu die ganzen Action-Serien, etwa die Kampfmaschinen der Exo-Force-Reihe. Mädchen spielen heute mit den pinken Püppchen der Belville-Reihe im „Butterfly Beauty Shop“, Jungs lassen die Monstren aus der Hero Factory gegeneinanderkrachen.... Dazu noch die unzähligen Hollywood-Blockbuster, die es zum Nachspielen als LEGO-Universen gibt (Prince of Persia, Harry Potter, Star Wars, Cars (Disney Pixar), Der Fluch der Karibik).
Doch irgendwann wurde LEGO wieder cool (nicht erst seitdem der Gefahrgutbeauftragte mein Maskottchen wurde und das Brandenburger Tor auf meinem Schreibtisch steht).
Minecraft von LEGO
Zum Computerspiel Minecraft, in dem der Spieler in eine pixelige 3D-Welt versetzt wird gibt es demnächst ebenfalls einen Mini-Bausatz, der unter Nerds Fans weltweit sehnsüchtig erwartet wird. Nachdem auf der Entwicklerseite von LEGO, cuusoo genannt, genügend Unterstützer für einen Bau plädierten kann man auf Facebook schon Vorbestellungen tätigen.
Und nun entdeckte ich neulich etwas, das sich nicht nur auf den ersten Blick als echter Anachronismus entpuppte: Ein LEGO-Notizbuch. Ja, so eins, wo man noch mit einem echten Stift auf echtem Papier sinnvolle Kritzeleien und poetische Ergüsse hinterlassen kann. Und nicht nur irgendein Notizbuch, nein, denn es stammt von den legendären Buchmachern von Moleskine aus der Nähe von Mailand (ein sehr schöner Artikel in der Brand eins aus dem Jahr 2008 untersucht übrigens liebevoll das Phänomen, das hinter diesen schlichten schwarzen Handschmeichlern steckt, und kommt doch auch nicht zu einer richtigen Antwort...)
Ein Produkt-Video (was für ein schrechlich unromatisches Wort für einen schönen Spot) erzählt die Geschichte (Zitat: "Zwei Piloten fliegen auf verschneite Moore zu, durch noch leere Seiten und auf ihre Errichtung wartende imaginäre Städte.")



Passend dazu verfolgte ich quälend lange Tage, wie FedEx durch halb Europa düste (von Bollate, einem Vorort Mailands, über Somma in der Lombardei, dann nach Paris, von dort nach Köln, dann nach Kerpen, dann nach Berlin...) und nun sind sie hier. Und ich überlege, welche Gedanken es wohl wert wären, dort verewigt zu werden....



PS: Und wer jetzt mäkeln sollte, dass Moleskine sich zu sehr dem Zeitgeist hingibt und jede Art von Sonderedition macht, nur um noch mehr zu verkaufen, dem sei gesagt: Neee, die machen wirklich nur die coolen Sachen. Schön gestaltete Titelbilder von modernen Künstlern gehören dazu... Na ja, ok, es gibt dann da aber auch noch eine Star-Wars-Limited Edition....

PPS: Und nein, ich erhalte weder von LEGO noch von Moleskine Geld oder Vergünstigungen.... (Aber man könnte ja mal drüber reden .... )

Sonntag, 4. März 2012

Rudi the Rednosed Rentschler


öch nöö, nicht schon wieder "Zwillinge bei der Geburt getrennt"...   Doch, und um diese beliebte dem Zeitgeist anzupassen bieten wir nun auch bewegte Bilder und sogar Ton!

Erstes Zwillingspaar, das in den zweifelhaften Genuß dieser technischen Innovation kommen darf, ist:

Rudolf Rentscher von der FDP und sein Zwillingsbruder, der fleissige Kasimir aus der "Hallo Spencer" Show.

Glauben Sie jetzt nicht? haha, genau DAFÜR haben wir ja nun den Bild- und Ton-Beweis:

Samstag, 3. März 2012

mal wieder Zwillinge....

Eigentlich wollte ich zum Wochenende ein geschmackloses etwas grenzwertiges, nichtsdestotrotz lustiges Posting über die untergegangene Costa Cordalis machen, aber ein kreativer Blog-Kollege war schneller . Naja, macht nix, muss halt wieder die Kategorie "Zwillinge bei der Geburt getrennt" herhalten



Costa Cordalis und Sylvester Stallone, als sie noch jung und knackig waren



Und das Tolle kommt noch: Sie haben den gleichen Schönheits-Chirurgen:



Freitag, 2. März 2012

Horrorflug mit Koninklijke Luchtvaart Maatschappij

Was denn, Sie kennen Koninklijke Luchtvaart Maatschappij nicht?
Dooooch, kennen Sie: Die "Königlich Liederländliche Muftfahrtsgesellschaft" (ein ca 30 Jahre alter Witz meines Vaters) oder kurz KLM.
Aber weshalb Horror?
Ich stelle mir jetzt mal vor, dass ich ein ganz normaler Fluggast bin, morgens genervt und übernächtigt in das Flugzeug krabbele und etwas irritiert auf meine beiden Neben-Sitzer blicke, Denn die schauen mich beide hysterisch-begeistert an. Rechts sitzt ein dezent, aber nachhaltig transpirierender Mittsechziger mit unauffälligem Toupet. Er sabbert ein bisschen, aber man kann noch darüber hinweg sehen, solange er nicht redet. Aber er redet. Natürlich.
"Ei, desch is suppa, dass desch so geglappt hatt...  I henn dei Videö g´sehn, aufm Facebuch, un desch hat mir so gefalle, da hen i denggt.: Nebe DEM muscht siddze, wenn´s glappt"
Arghh, kreisch, hilfe!! Wo bin ich?
Willkommen in der Facebook-Hölle über den Wolken.
Blick nach links.
"Hallooo..."
ähm, ja, auch hallo.
"Mir gefällt dein Profil-Foto..."
Ups.
"Ja, da siehst du so dynamisch aus... und so kräftig... naja, halt ein bisschen kräftiger als jetzt..."
Die Dame sabbert zwar nicht, aber ist kurz davor, zum Glück hat mein zwei Jahre altes Urlausfoto auf Facebook offensichtlich Erwartungen geschürt, die ich mittlerweile nicht mehr erfüllen kann.

Sie glauben mir jetzt nicht, oder?
Aber die KLM bietet genau das an: Man kann sich vor Flugbeginn über Mitreisende informieren und sich den "passenden" Nebensitzer auswählen. "Meet & Seat" heisst das Angebot.
Kurzes Fazit: Absolut obsolet.

Donnerstag, 1. März 2012

Der deutsche König hat abgedankt

Wir befinden uns im Jahr 2012 nach Christus.
Ganz Deutschland ist empört über Zapfenstreich und Ehrensold für Wulff.
Ganz Deutschland?
Nein!
Ein von unbelehrbaren Journalisten gemachtes Blatt hört nicht auf, dem deutschen König a.D. seine Unterstützung angedeihen zu lassen.

So, der Einstieg ist geschafft, und nun wird es absolut obsolet: Die Neue Osnabrücker Zeitung verteidigt in einem Kommentar den Ehrensold für Wulff und zieht dafür einen überraschenden Vergleich: Wäre Wulff unser König würden wir ohne Murren zahlen.
Zitat (kein Plagiat):
"Verglichen mit den Ausgaben für europäische Königshäuser, ist der Ehrensold für das Staatsoberhaupt übrigens recht preiswert."
Das unabhängige und im Familienbesitz befindliche Blatt mäkelt ein paar Zeilen früher:
"Mit dem Hinweis darauf, dass der 52-Jährige künftig auf Kosten des Steuerzahlers spazieren geht, lässt sich schließlich prächtig Neid und Politikverdrossenheit schüren. Aber aus gutem Grund wollen neben der Union und FDP auch SPD und Grüne keine kleinliche Diskussion über die Versorgungsansprüche führen. Denn unanständig ist es nicht, wenn Wulff den Ehrensold annimmt."

Aber wie um Himmels Willen kommt das Blatt auf solch eine groteske Parallele? Wer käme auf die Idee, Wulff in eine Reihe mit, hmm, sagen wir mal Karl dem Großen oder Sophie Charlotte von Hannover, der ersten preussischen Königin, stellen? Da könnte man ja gleich Wulff mit dem Westfälischen Frieden (immerhin das Ende des 30jährigen Kriegs besiegelnd) oder dem Osnabrücker Dom St. Peter vergleichen....

Wer käme auf solch eine aberwitzige Idee?
Seufz, ok, ich gebe zu: Ich habe recherchiert. Und bin erneut auf die Neue Osnabrücker Zeitung gestossen: In einer schmierig-hymnischen Extrabeilage (hier als PDF herunterladbar) der Zeitung zur Thronbesteigung  Amtsübernahme Wullfs kollabierten die Blattmacher geradezu und liessen ehemalige Klassenlehrer ("Er hat mehr Ehrgeiz als ich") zu Wort kommen oder ergingen sich in sonderbaren Würdigungen der Königin Präsidentengattin ("Sie sehe allem freudig entgegen, sagt die unkomplizierte 1,80-Meter-Frau"). Und auf der letzten Seite ganz unten....  aber sehen Sie selbst:
Screenshot der Beilage der Neuen Osnabrüücker Zeitung vom 1. Juli 2010

Mittwoch, 29. Februar 2012

Herzlich willkommen im Annus Bissextus!



Yepp, sie müssen tapfer sein, auch Sie befinden sich gerade mitten drin im Annus Bissextus. Und zwar so was von wirklich und wahrhaftig mittendrin im Annus Bissextus wie es mittendrinner nicht geht. Denn heute ist der Schalt-Tag im Schalt-Jahr, und der Dicki (auf dem Bild links ist er rechts) sagt, dass man heute also ungestraft Schelte verteilen darf. Na dann mal fröhlich ans Werk:





Guttenberg war, ist und wird immer doof bleiben!

Wulff ist dumm. War es und wird es immer bleiben.

Gottschalk ist peinlich.

Der Papst ist gefährlich.

Die Piraten-Partei ist absolut obsolet.

Philipp Rösler ist eine Kaulquappe.

Facebook ist doof, Google auch.

Sarkozy ist klein, haha.

Herr Schöne von DSDS ist Herr Schöne, das ist Beleidigung genug.

OK, wird langsam langweilig, Sie sind dran: Wen wollen Sie heute beschimpfen? Nutzen Sie die Gelegenheit, erst in 4 Jahren gibt´s den nächsten Schalt-Tag!

(AproPOs Annus: Hier noch ein schönes Foto von mir, ebenfalls aufgenommen bei der wundervollen Botero-Ausstellung vor dem Berliner Dom)

Sonntag, 26. Februar 2012

Gottschalk bekommt mehr Zeitgeist

In den 80ern des vergangenen Jahrtausends tauchte der Begriff auf einmal wieder auf und bezeichnete das (künstlich gehypte?) Wir-Gefühl der Generation 20+: Der Zeitgeist. Übrigens ein Wort, dass es - neben "Gemütlichkeit, Aufklärung & Wanderlust" auch in den internationalen Sprachgebrauch geschafft hat, als Sinnbild einer sinnsuchenden Generation, umgeben von Sinnlosigkeit.
Das Sprachrohr des Zeitgeists war das Magazin TEMPO (1986-1996) unter der Leitung von Redaktionschef Markus Peichl. (und ich gebe gerne zu: 1986 war ich 18, und ich habe damals selbstverständlich JEDE Ausgabe gekauft und verschlungen...)  Und eben jener Peichl  hat - nach diversen TV-Stationen u.A. bei 0137 oder Beckmann - nun die nicht wirklich beneidenswerte Aufgabe übernommen, dem vorabendlichen Quotendesaster namens "Gottschalk Live" in der ARD den dringend nötigen Schubs in die richtige Richtung zu geben, oder wie Peichl es im Spiegel-Online-Interview sagte:

"Thomas ist wie ein Auto, das locker 300 PS schafft, im Moment aber nur 40 auf die Straße bringt.
Jetzt muss die Redaktion an den richtigen Schrauben drehen."

Ein Satz im Interview ließ mich aufhorchen: Er "lasse gerade eine DVD zusammenstellen mit gelungenen Momenten der vergangenen Wochen. Damit die Redaktion sieht, dass nicht alles schlecht war." (OK, es waren zwei Sätze...) Und eigentlich wollte ich ganz investigativ diese CD hier veröffentlichen, als toller Gag, mit ca 10 Sekunden Laufzeit, hahaha, aber das wäre ja mal wieder so destruktiv. Daher hier also meine - absolut konstruktiv gemeinte - Antwort auf die Frage, weshalb "Gottschalk Live" denn eigentlich "Gottschalk Live" heisst (und Dank an Gastkommentator Kleber vom ZDF):







(Sehr schön ist übrigens auch die Zusammenfassung der Premierensendung auf fernsehlexikon)

Freitag, 24. Februar 2012

Unser Song für Bellevue

Unser Bundespräsident a.D. hat bekanntlich den letzten Rest von Bodenhaftung und Realitätssinn verloren und freut sich nun auf den Großen Zapfenstreich, das höchste militärische Zeremoniell, das ihm zu Ehren veranstaltet werden soll (siehe dazu Artikel auf tagesspiegel). Nun also schon zum 2. Mal innerhalb eines Jahres (Lügenbaron Freiherr von und zu StrC-StrV und sein Hit "Smoke On The Water" sind noch in bester Erinnerung) muss das Musikkorps der Bundeswehr Wunschtitel eines Gescheiterten einüben. Übrigens, bis zu vier Titel darf sich der Geehrte wünschen.
Was ist denn nun aber Wulffs Lieblingslied?
In einem Fragebogen des Focus aus dem Jahr 2003 beantwortete er die Frage Welches Lied singen Sie gern? wie folgt:   „We Are The Champions ...“
Kurz Durchatmen, laut kichern und schnell einen Blick auf den Songext werfen (deutsche Übersetzung)

Ich hab meine Abgaben gezahlt
Immer wieder und wieder
Ich hab mein Strafmaß abgeleistet
Aber kein Verbrechen begangen
Und schlimme Fehler
Hab ich ein paar gemacht
Ich hab meine Handvoll Sand
Ins Gesicht bekommen
Aber ich hab´s überstanden
(... Refrain....)
Ich hatte meine Verbeugungen
Bin vor den Vorhang getreten
Ihr brachtet mir Ruhm und Reichtum
Und alles, das damit verbunden ist
Ich danke Euch allen
Aber ein Zuckerschlecken war es nicht
Keine Vergnügungsfahrt
Ich betrachte es als Herausforderung vor
Der gesamten Menschheit
Und ich werde nicht verlieren

OK, wir würden sagen, das ist eine gute Wahl, das ist sogar eine sehr gute Wahl. Den ersten Titel hätten wir also. Weiter geht die Suche nach Wullfs Lieblingsliedern.

Und wer sucht, der findet: In einer stolz-triefenden Sonderbeilage der Neuen Osnabrücker Zeitung zum Amtsantritt in Berlin unter dem Titel "Der Präsident" und der Unterzeile"Christian Wulff: Ein Osnabrücker in Schloss Bellevue" finden wir erneut einen Fragebogen, und dort beantwortet Wulff die Frage nach seinem Lieblingslied/Interpret so:
"Apologize" von One Republic.

Hier genügt ein Blick in den Refrain (wieder die deutsche Übersetzung), dass auch dieser Titel eine exzellente Wahl ist:

Aber ich befürchte
es ist zu spät, um sich zu entschuldigen, es ist zu spät
Ich sagte, es ist zu spät, um sich zu entschuldigen, es ist zu spät
Ich sagte, es ist zu spät, um sich zu entschuldigen, yeah, yeah
Ich sagte, es ist zu spät, um sich zu entschuldigen, yeah

Selbstverständlich häufen sich nun in den unterschiedlichsten Medien die Titelvorschläge. Sehr schön ist die Idee des Hamburger Abendblatts
"Ein Favorit könnte "Ein ehrenwertes Haus" von Udo Jürgens sein, wo es heißt: "In diesem Mietshaus wohnen wir seit einem Jahr und sind hier wohlbekannt. Doch stell dir vor, was ich soeben unter uns'rer Haustür fand: Es ist ein Brief von unsern Nachbarn, darin steht: wir müssen raus! Sie meinen du und ich wir passen nicht in dieses ehrenwerte Haus."

Auch diese Idee mit dem Titel von Otto Reuter aus dem Jahr 1919 würde prima passen: "In 50 Jahren ist alles vorbei" (gefunden hier)

und wärs wäre IHR Vorschlag für einen der beiden noch freien Wunschtitel Wulffs zu seinem Zapfenstreich?

(...übrigens, ein BuPrä MUSS selbstverständlich NICHT mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedet werden, er könnte auch einfach darauf verzichten, und Wulff wäre nicht einmal der erste: Schon Heinemann verzichtete dankend auf die Ehrung....)


Und hier mein Vorschlag:

"Who´s afraid of the big bad Wulff" in der Version von Max Raabe und seinem Palast-Orchester, entstammt ursprünglich dem Disney-Klassiker "Three Little Pigs" aus dem Jahr 1933, geadelt als einer der 50 besten Cartoons aller Zeiten, und kann man hier kucken...



...
Fragebogen: Christian Wulff - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/kultur/leben/13fragen/fragebogen-christian-wulff_aid_193711.html

Mittwoch, 22. Februar 2012

Was ist der Unterschied zwischen....

Ja, endlich mal eine neue Kategorie, und dann noch eine, die viel Frei- und Spielraum lässt.

Was ist der Unterschied zwischen....

Den Anfang machen, täterätää:

Bundeskanzlerin Angela Merkel und (scheidender) ZDF-Intendant Markus Schächter.

Woraus besteht der Unterschied?
Aus momentan ca 8918 Stunden
 (das sind 371 Tage).

Weshalb? Angela Merkel benötigte 58 Stunden, um einen Nachfolger für Wulff zu präsentieren (wenn auch nicht 100%ig freiwillig). Markus Schächter hat auch nach über einem Jahr, genauer gesagt 371 Tagen. noch keinen Nachfolger für Gottschalk bei "Wetten dass....?" gefunden.

(Ideen und Vorschläge für diese neue Kategorie? Immer her damit....)

Dienstag, 21. Februar 2012

Wulffs Timing: Gewinner und Verlierer

Dass Ex-Bundespräsident ein eher ungutes Händchen für gutes Timing hatte wurde leider oft genug unter Beweis gestellt und gipfelte in dem viel zu späten und nur unter immensem Druck zustande gekommenen überhasteten Rücktritt. Doch wer sind die Verlierer und wer die Gewinner des Zeitpunkts des Rücktritts und der Bekanntgabe der Kandidatur von Gauck?

VERLIERER:
Das kleine Land Burkina Faso in Westafrika. Schon Köhler wollte es besuchen, trat aber wenige Tage vor der geplanten Reise zurück. Nun hätte es Wulff sein sollen, und die Geschichte wiederholte sich: In Ouagadougou kann man die für den 26.2. geplanten Feierlichkeiten (schon wieder) absagen....
(PS: Man munkelt tatsächlich vom "Fluch von Ouagadougou", dies vielleicht als Tipp für künftige Reisepläne Gaucks...)

GEWINNER:
Die F.A.Z.  Nach der verlorenen letzten Bundespräsidenten-Wahl ließ sich Gauck (damals noch "Bürger") für die berühmte Kampagne ablichten, vor dem Schloss Bellevue, typisch verdeckt durch eine Doppelseite. DIESES Motiv ist nun Gold wert mit Geld (was übrigens keiner der prominenten Testimonials persönlich bekommt, es wird gespendet) gar nicht mehr zu bezahlen.



VERLIERER:
Spiegel und Focus erscheinen aufgrund des Rosenmontags wie gewohnt schon am vorangehenden Samstag - und man wird sich in beiden Redaktionen in den Hintern gebissen haben, dass zum Zeitpunkt des Rücktritts am Freitag die Magazine schon im Druck waren.

GEWINNER:
Günther Jauch. Sein Talk am Sonntag begann eine Stunde nach Bekanntgabe der Kandidatur von Gauck.
VERLIERERIN:
Maybrit Illner. Ihr Talk endete eine Stunde vor Bekanntgabe der Kandidatur von Gauck.

VERLIERER:
Die Wagenbauer der Karnevalsumzüge: Nach Guttenberg (6 Tage vor dem Rosenmontag) nun Wulff (3 Tage vor dem Rosenmontag), schon wieder ein Rücktritt des jecken Superstars und Überstunden für die Dekorateure.

GEWINNER:
Oliver Kalkofe. Thumbs Up für perfektes Timing: 3 Tage vor Wullfs Rücktritt wird in einer beispiellosen Medien-"Kampagne" (ups, das Wort ist jetzt irgendwie vorbelastet) sein "wahres TV-Interview" häppchenweise online gestellt und sorgt für unfassbare virale Verbreitung. Zu Recht!


Generelle VERLIERER, unabhängig vom Timing:
HaPe Kerkeling, der nach hochemotionaler Verteidigung von Wulff sein Facebook-Profil löscht.
Peter Hintze, der der Redewendung "Jemandem einen Bärendienst erweisen" eine vollkommen neue Dimension verliehen hat.

Generelle GEWINNER, unabhängig vom Timing:
Kreative Werber. z.B. für Sixt

 Ein Extra-Doppel-Fleiß-Sternchen geht an die Agentur Glow aus Berlin: Nachdem man schon im Vorfeld durch freche Werbung auffiel und die dürftige (versprochene) Transparenz bemängelte reagierte man am schnellsten.

Glaubt man den Meldungen , dann wurde schon eine Stunde nach seiner Rücktritts-Rede das Nachfolgemotiv präsentiert:

(wird fortgesetzt, jeder Hinweis ist willkommen!)

Gastbeitrag zur Diskussion über den Ehrensold des Bundespräsidenten

Andrea Nahles meinte am Montag im ZDF-Morgenmagazin: „Den Ehrensold soll er von mir aus bekommen". Die Debatte über die Bezüge empfinde sie als "kleinlich", fügte sie hinzu.
Sie stimmt damit ein in den Reigen der Äußerungen vieler CDU-Politiker, die Ihren Präsidenten gut versorgt sehen möchten.

Nun denn Frau Nahles, schauen wir mal ins Gesetz:

In § 1 des Gesetzes über die Ruhebezüge des Bundespräsidenten heißt es:
„Scheidet der Bundespräsident mit Ablauf seiner Amtszeit oder vorher aus politischen oder gesundheitlichen Gründen aus seinem Amt aus, so erhält er einen Ehrensold in Höhe der Amtsbezüge mit Ausnahme der Aufwandsgelder.“

Ich entnehme aus dieser Formulierung zwei Fallkonstellationen, nämlich:

Zum Ersten: Scheidet der Bundespräsident mit Ablauf seiner Amtszeit aus, erhält er Ehrensold. Das ist der Fall Köhler. Er hatte eine Amtszeit durchgestanden und wurde sogar wiedergewählt.

Zum Zweiten: Scheidet der Präsident vor Ablauf seiner Amtszeit aus, so erhält er nur Ehrensold, wenn dies aus politischen oder gesundheitlichen Gründen geschieht. Wulff ist deutlich vor Ablauf der Amtszeit ausgeschieden und unstrittig nicht aus gesundheitlichen Gründen.
Somit bleibt: Er erhält Ehrensold, wenn politische Gründe den Rücktritt veranlassten.

Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages kommt in einer aktuellen Expertise zu dem Schluss: Gründe, die im privaten Verhalten des Präsidenten liegen, seien nicht als politische Gründe zu werten.

Ich meine, der Rücktritt des Präsidenten hatte seine Ursachen in seinem Verhalten; er war nicht politischen Umständen geschuldet. Ihm steht mithin kein Ehrensold zu, nicht weil ich es ihm nicht gönne, sondern, weil es das Gesetz nicht zulässt.

Ich meine auch, diese Regelung macht Sinn: Ehrensold bekommt in Regel nur, wer zumindest eine Amtszeit durchhält.

Ehre, wem Ehre gebührt!

Dirk Bernecker

Samstag, 18. Februar 2012

Zwillinge bei der Geburt getrennt

  Zum Wochenende mal wieder ein Beitrag der beliebten Kolumne, diesmal aus aktuellem Anlass ("Wir-sind-Papst" Benedetto ernennt den Berliner Noch-Erzbischof Rainer Maria Woelki heute zum Kardinal) habe ich seinen Zwillingsbruder gefunden, den englischen Komiker Charles Hawtrey, bestens bekannt aus der englischen Nonsens-Serie "Carry On.."  (bei uns bekannt unter "Ist ja irre...)






(wenn sie unten auf das Label "Zwillinge" klicken sehen Sie die vorigen beiden Beiträge dieser Rubrik....)
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