Mein Maskottchen ist der Gefahrgutbeauftrage von LEGO. Er sitzt auf meinem Schreibtisch und wacht darüber, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Den Beginn unserer wunderbaren Freundschaft sehen Sie hier (und über die Schwierigkeiten, zueinander zu finden erfahren Sie hier mehr)
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Freitag, 20. Januar 2012

VW und der Krieg der Sterne

VW und der Krieg der Sterne: Wie ein Werbespot die Internetgemeinde bewegt

Auf YouTube ist es schon seit einiger Zeit ganz groß in Mode: Das Verballhornen von bekannten Werbespots. Dabei werden sie entweder mit einem neuen – und teilweise vollkommen sinnfreien – Text unterlegt oder sogar komplett nachgedreht.  Harmlose kleine Werbefilme wandeln sich so in bitterböse Satire, was wohl kaum immer im Sinne des dahinter stehenden Unternehmens ist.
Was aber als eine Art kreativer Wettbewerb unter YouTube-Fans noch ein Nischendasein fristet und kaum jemals wirklich hohe Klickzahlen erzielt, kann, wenn es von überregional agierenden NGOs professionell betrieben wird, schon eher zum Nachteil für das persiflierte Unternehmen geraten. Erst recht, wenn sich dieses als humorloses und beleidigtes Opfer der medialen Attacke offenbart.

In jüngster Vergangenheit sorgte die Greenpeace-Persiflage auf den VW-Spot mit dem kleinen Darth-Vader, der verzweifelt versucht, seine magischen Kräfte im Haushalt wirken zu lassen, für Furore (der Original-Spot hat auf YouTube übrigens unfassbare 46 Millionen Zugriffe! Sogar ein sogenanntes „Making-Of“ des Spots, in dem ein paar kurze,  später nicht verwendete Einstellungen veröffentlicht wurden, verzeichnet weit mehr als 3 Millionen Zugriffe ). Greenpeace forderte den Konzern mit der Kampagne zu mehr Klimaschutz auf, inklusive clever gemachter Mitmach-Aktion und Facebook-Auftritt. VW reagierte zunächst gelinde gesagt irritiert, musste aber angesichts der globalen Verbreitung des Clips und dem allgemeinen Zuspruch, den die Greenpeace-Aktion erfuhr, die Waffen niederstrecken.

Das Original von VW:


Die deutsche Version (gedreht mit dem gleichen kleinen Hauptdarsteller, der übrigens unmaskiert unfassbare Ähnlichkeit mit dem jungen Luke Skywalker hat):


Die Veräppelung von Greenpeace:


Und hier eine kreative Adaption mit Lego-Figuren:


Dabei ist Greenpeace berühmt-berüchtigt für seinen rabiaten Umgang mit Marken und die radikale Darstellung seiner Botschaft. Unvergessen der Clip, mit dem Greenpeace gegen die Verwendung von Palmöl und dem damit verbundenen Abholzen der Regenwälder agitierte und sich dafür medial auf einen bekannten Schoko-Riegel stürzte. So manchem Knabberfan wird der Appetit angesichts des Spots, der harmlos verpackt in Form eines völlig normalen Werbespots  daherkommt, aber eine unappetitliche Wendung nimmt, vergangen sein:



Deutlich subtiler ging Greenpeace gegen den Spielzeughersteller Mattel vor: Im dazugehörigen Clip wird ein – nicht unbedingt heterosexuell wirkender – Ken, der Allzeit-Freund der unverwüstlichen Barbie, dazu befragt, woher denn seiner Meinunng nach das Geld für sein Brusthaar-Waxing käme. Schuld hat, glaubt man Greenpeace, die Verwendung von preiswertem Tropenholz, aus dem die Verpackung der ewig schlanken Plastikblondine besteht. Daraus entstand fast so etwas wie eine Art „Fortsetzungsroman“, es gibt Clips, in denen sich Ken nun enttäuscht abwendet von seiner oberflächlichen Freundin oder gefakte Anrufe von Ken in der Firmenzentrale des Herstellers:







Zurück zu VW:
Der VW-Spot mit bekannten Figuren wurde übrigens als Marketinggag für den Fantasy-Streifen „Thor“ erneut verwendet, diesmal ist es ein kleiner Superheld im Thor-Kostüm, der verzweifelt versucht, seinem Plastik-Hammer magische Kräfte zu entlocken. Wie schon im Original-Spot von VW passiert zunächst nichts, bis in der Schluss-Sequenz dem Spielzeug ein gewaltiger Blitz entfährt, der das Familienauto mit einer gewaltigen Explosion in die Lust sprengt. Die Szenen, die Machart und selbstverständlich die Musik – der berühmte „Imperial March“, das musikalische Markenzeichen Darth Vaders ist durch den Walkürenritt ersetzt- sind dem Originalspot zum Verwechseln ähnlich.



Wer nun meint, dass VW und „Star Wars“ nach den gemachten Erfahrungen in Zukunft marketingtechnisch getrennte Wege gehen der irrt, denn schon kursiert im Netz ein Teaser zum diesjährigen Spot des Automobilherstellers beim Super Bowl, DEM us-amerikanischen Sportevent mit den höchsten Einschaltquoten und den kreativsten Werbespots in der Pause. In dem neuen VW-Spot sitzen 11 Hunde unterschiedlichster Rassen in einem futuristischen weißen Raum und stimmen gemeinsam eine Bell-Arie an, und nach anfänglicher Konfusion erkennt man die Melodie: Eben jener „Imperial March“ wird von den Kötern kläffend interpretiert. Passender Titel des Spots: „The Bark Side“ („bark“ = bellen), in Anlehnung an die „Dark Side“ des Weltraumabenteuers:


Alles würde spätestens bei der Ausstrahlung des nun mit Spannung erwarteten Original-Spots am 5. März einen Sinn ergeben, so verspricht man kryptisch auf dem VW-eigenen YouTube-Kanal. Und man beweist Selbstironie, so veröffentlicht VW auch die mittlerweile zahlreichen Videoantworten von Usern. Zumeist zeigen sie begeistert oder verschreckt reagierende Hunde, die in den Bell-Kanon mit einfallen.

Man darf gespannt sein, was VW dieses Jahr als Super-Bowl-Spot anbietet und in welcher Form die zu erwartende kreative Auseinandersetzung der Internet-Community aussehen wird.
USA today wusste zu vermelden, dass der Hunde-Chor mit dem eigentlichen Spot zum SuperBowl nichts zu tun haben wird: (Zitat, kein Plagiat) "And no part of this tease will be in the real ad, they say".

und hier noch ein Video mit kleinen Pannen bei den Dreharbeiten zum Originalspot von VW:


Update: Hier nun also schon der Superbowl-Spot in einer "Extended Version":
The Dog strikes back!


Grandios der Schlussgag: In einer intergalaktischen Bar streiten Ausserirdische darüber, ob nun der Hund oder der kleine Darth Vader niedlicher waren. Einer der Alien behaart auf dem Hund und wird prompt von einem grimmigen Darth Vader abgestraft. Am Ende stammelt er eingeschüchtert nur noch "sorry..."
Gegen Ende erklingen noch ein paar Takte der berühmten Swing-Nummer, die John Williams für die legendäre "Cantina" komponiert hatte;



(Dieser Text gehört übrigens in die neue Kategorie "Texte die es nicht geschafft haben"...)

Dienstag, 20. Dezember 2011

Texte, die es nicht geschafft haben

... und eine 2. Chance verdienen. Wie jeder Schreiber liefere auch ich manchmal Texte ab, die nicht genommen werden, aus den unterschiedlichsten Gründen. Da sie meiner Meinung aber eine Chance verdient haben werd ich in unregelmäßigen Absänden mal in meinen Ordnern wühlen und sie wieder herauskramen.
Ganz aktuell dieser hier:
(Einen weiteren etwas längeren über komplett verunglückte Auto-Namen gibt es auf der Nebenseite)


Warum sich Suchmaschinenoptimierung lohnt
Etwas lohnt sich, wenn man mehr zurück erhält als man investiert hat, und dies trifft beim Suchmaschinenoptimierung  zu. Lesen Sie, warum.

Suchmaschinenoptimierung ist zwar anfangs ein wenig kompliziert, doch man kann sich schnell mit den Mechanismen vertraut machen und schon bald Erfolge erzielen. Und: Suchmaschinenmarketing lohnt sich auf jeden Fall, hier erfahren Sie die Gründe.
Zur Verdeutlichung der Wichtigkeit von Suchmaschinenoptimierung hilft ein – zugegebenermaßen ungewöhnliches – Gleichnis:

Stellen Sie sich, vor, Ihre Internetseite wäre ein Ladengeschäft im größten Einkaufszentrum der Welt. In diesem Einkaufszentrum gibt es die unfassbare Anzahl von einer Billion Geschäften. Wenn sich auf jeder Etage eine Million Geschäfte befänden, wäre das Zentrum eine Million Stockwerke hoch! Dort gibt es sowohl edle Boutiquen als auch billige Absteigen, in manchen Geschäften werden die Kunden gnadenlos übers Ohr gehauen, in anderen gibt es hochwertige Dinge umsonst oder man kann sich umfassend über Sachverhalte informieren. Es gibt spezielle Geschäfte, in denen man sich mit Freunden treffen oder neue Bekanntschaften machen kann und andere, die ein großes schwarzes Brett anbieten, auf dem man seine eigene Meinung, seine Fotos und seine Fundsachen auf einem Zettel ankleben darf.
Viele der Geschäfte haben bunt blinkende Reklameschilder und große Plakate, auf denen sie den Kunden die tollsten Sachen versprechen. Vor den Geschäften stehen nette junge Menschen und geben jedem Vorübergehenden einen Gutschein, der ihnen einen Rabatt oder ein Geschenk verspricht.
Irgendwo auf einem der Stockwerke ist auch Ihr Geschäft zu finden. Dummerweise hatten Sie bei der Standortvergabe Pech, denn ein direkter Konkurrent hat einen viel besseren Platz ergattern können. Aber es gibt Rettung: Im Erdgeschoss des Einkaufszentrums, gleich neben dem Eingang, befindet sich die Information. Dort kann jeder Kunde, der von der unüberschaubaren Größe des Einkaufszentrums komplett überfordert ist, bei einer freundlichen Dame fragen, wo sich genau das Geschäft befindet., das seine Bedürfnisse erfüllt. Die nette Dame scheint allwissend zu sein, aber ist sie das auch wirklich? Ihr Konkurrent hat bei der Dame ein bisschen nachgeholfen und ihr ganz genau erklärt: „Wann immer ein Kunde nach einem Produkt sucht, das ich im Angebot habe, dann empfehle im zuallererst MEIN Geschäft.“ Das ist jetzt nicht schön für Sie. Die Dame nennt Ihr Geschäft zwar auch, aber erst an tausendster Stelle, das dauert ewig lang, und zu diesem Zeitpunkt hat der Kunde bereits die Geduld verloren und ist schon längst auf dem Weg zur Konkurrenz.
Was kann da helfen? Sie machen sich auf den Weg zur sympathischen Dame vom Informations-Schalter und erklären ihr geduldig, was Sie im Angebot haben, wie schön Ihr Geschäft ist, dass es dort auch Sonderangebote gibt und man sich um die Belange der Kunden kümmert.
Resultat: Die Dame ist äußerst angetan von Ihren Erläuterungen, und dem nächsten Kunden, der nach Produkten sucht, die sowohl Sie als auch Ihr Konkurrent im Angebot hat, wird sie als erstes Ihr Geschäft empfehlen. Sie haben auf einmal viel mehr Kunden als zuvor, und der Konkurrent ärgert sich ganz schrecklich.
Aber Vorsicht: Die Mitarbeiterin vom Informations-Schalter ist unbestechlich und integer! Wenn Sie ihr die tollsten Dinge versprechen und sie merkt, dass man sie belogen hat, dann wird sie dies gnadenlos bestrafen.

Wir geben zu, das klang jetzt ein wenig wie eine Märchenstunde, aber wenn man die Dame am Informations-Schalter mit der Suchmaschine gleichsetzt, das Einkaufszentrum mit dem Internet und Ihr Geschäft mit Ihrer Internetseite, dann sollte spätestens jetzt auch Ihnen die Bedeutung von Suchmaschinenoptimierung klar geworden sein.
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