Mein Maskottchen ist der Gefahrgutbeauftrage von LEGO. Er sitzt auf meinem Schreibtisch und wacht darüber, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Den Beginn unserer wunderbaren Freundschaft sehen Sie hier (und über die Schwierigkeiten, zueinander zu finden erfahren Sie hier mehr)

Mittwoch, 29. Februar 2012

Herzlich willkommen im Annus Bissextus!



Yepp, sie müssen tapfer sein, auch Sie befinden sich gerade mitten drin im Annus Bissextus. Und zwar so was von wirklich und wahrhaftig mittendrin im Annus Bissextus wie es mittendrinner nicht geht. Denn heute ist der Schalt-Tag im Schalt-Jahr, und der Dicki (auf dem Bild links ist er rechts) sagt, dass man heute also ungestraft Schelte verteilen darf. Na dann mal fröhlich ans Werk:





Guttenberg war, ist und wird immer doof bleiben!

Wulff ist dumm. War es und wird es immer bleiben.

Gottschalk ist peinlich.

Der Papst ist gefährlich.

Die Piraten-Partei ist absolut obsolet.

Philipp Rösler ist eine Kaulquappe.

Facebook ist doof, Google auch.

Sarkozy ist klein, haha.

Herr Schöne von DSDS ist Herr Schöne, das ist Beleidigung genug.

OK, wird langsam langweilig, Sie sind dran: Wen wollen Sie heute beschimpfen? Nutzen Sie die Gelegenheit, erst in 4 Jahren gibt´s den nächsten Schalt-Tag!

(AproPOs Annus: Hier noch ein schönes Foto von mir, ebenfalls aufgenommen bei der wundervollen Botero-Ausstellung vor dem Berliner Dom)

Sonntag, 26. Februar 2012

Gottschalk bekommt mehr Zeitgeist

In den 80ern des vergangenen Jahrtausends tauchte der Begriff auf einmal wieder auf und bezeichnete das (künstlich gehypte?) Wir-Gefühl der Generation 20+: Der Zeitgeist. Übrigens ein Wort, dass es - neben "Gemütlichkeit, Aufklärung & Wanderlust" auch in den internationalen Sprachgebrauch geschafft hat, als Sinnbild einer sinnsuchenden Generation, umgeben von Sinnlosigkeit.
Das Sprachrohr des Zeitgeists war das Magazin TEMPO (1986-1996) unter der Leitung von Redaktionschef Markus Peichl. (und ich gebe gerne zu: 1986 war ich 18, und ich habe damals selbstverständlich JEDE Ausgabe gekauft und verschlungen...)  Und eben jener Peichl  hat - nach diversen TV-Stationen u.A. bei 0137 oder Beckmann - nun die nicht wirklich beneidenswerte Aufgabe übernommen, dem vorabendlichen Quotendesaster namens "Gottschalk Live" in der ARD den dringend nötigen Schubs in die richtige Richtung zu geben, oder wie Peichl es im Spiegel-Online-Interview sagte:

"Thomas ist wie ein Auto, das locker 300 PS schafft, im Moment aber nur 40 auf die Straße bringt.
Jetzt muss die Redaktion an den richtigen Schrauben drehen."

Ein Satz im Interview ließ mich aufhorchen: Er "lasse gerade eine DVD zusammenstellen mit gelungenen Momenten der vergangenen Wochen. Damit die Redaktion sieht, dass nicht alles schlecht war." (OK, es waren zwei Sätze...) Und eigentlich wollte ich ganz investigativ diese CD hier veröffentlichen, als toller Gag, mit ca 10 Sekunden Laufzeit, hahaha, aber das wäre ja mal wieder so destruktiv. Daher hier also meine - absolut konstruktiv gemeinte - Antwort auf die Frage, weshalb "Gottschalk Live" denn eigentlich "Gottschalk Live" heisst (und Dank an Gastkommentator Kleber vom ZDF):







(Sehr schön ist übrigens auch die Zusammenfassung der Premierensendung auf fernsehlexikon)

Freitag, 24. Februar 2012

Unser Song für Bellevue

Unser Bundespräsident a.D. hat bekanntlich den letzten Rest von Bodenhaftung und Realitätssinn verloren und freut sich nun auf den Großen Zapfenstreich, das höchste militärische Zeremoniell, das ihm zu Ehren veranstaltet werden soll (siehe dazu Artikel auf tagesspiegel). Nun also schon zum 2. Mal innerhalb eines Jahres (Lügenbaron Freiherr von und zu StrC-StrV und sein Hit "Smoke On The Water" sind noch in bester Erinnerung) muss das Musikkorps der Bundeswehr Wunschtitel eines Gescheiterten einüben. Übrigens, bis zu vier Titel darf sich der Geehrte wünschen.
Was ist denn nun aber Wulffs Lieblingslied?
In einem Fragebogen des Focus aus dem Jahr 2003 beantwortete er die Frage Welches Lied singen Sie gern? wie folgt:   „We Are The Champions ...“
Kurz Durchatmen, laut kichern und schnell einen Blick auf den Songext werfen (deutsche Übersetzung)

Ich hab meine Abgaben gezahlt
Immer wieder und wieder
Ich hab mein Strafmaß abgeleistet
Aber kein Verbrechen begangen
Und schlimme Fehler
Hab ich ein paar gemacht
Ich hab meine Handvoll Sand
Ins Gesicht bekommen
Aber ich hab´s überstanden
(... Refrain....)
Ich hatte meine Verbeugungen
Bin vor den Vorhang getreten
Ihr brachtet mir Ruhm und Reichtum
Und alles, das damit verbunden ist
Ich danke Euch allen
Aber ein Zuckerschlecken war es nicht
Keine Vergnügungsfahrt
Ich betrachte es als Herausforderung vor
Der gesamten Menschheit
Und ich werde nicht verlieren

OK, wir würden sagen, das ist eine gute Wahl, das ist sogar eine sehr gute Wahl. Den ersten Titel hätten wir also. Weiter geht die Suche nach Wullfs Lieblingsliedern.

Und wer sucht, der findet: In einer stolz-triefenden Sonderbeilage der Neuen Osnabrücker Zeitung zum Amtsantritt in Berlin unter dem Titel "Der Präsident" und der Unterzeile"Christian Wulff: Ein Osnabrücker in Schloss Bellevue" finden wir erneut einen Fragebogen, und dort beantwortet Wulff die Frage nach seinem Lieblingslied/Interpret so:
"Apologize" von One Republic.

Hier genügt ein Blick in den Refrain (wieder die deutsche Übersetzung), dass auch dieser Titel eine exzellente Wahl ist:

Aber ich befürchte
es ist zu spät, um sich zu entschuldigen, es ist zu spät
Ich sagte, es ist zu spät, um sich zu entschuldigen, es ist zu spät
Ich sagte, es ist zu spät, um sich zu entschuldigen, yeah, yeah
Ich sagte, es ist zu spät, um sich zu entschuldigen, yeah

Selbstverständlich häufen sich nun in den unterschiedlichsten Medien die Titelvorschläge. Sehr schön ist die Idee des Hamburger Abendblatts
"Ein Favorit könnte "Ein ehrenwertes Haus" von Udo Jürgens sein, wo es heißt: "In diesem Mietshaus wohnen wir seit einem Jahr und sind hier wohlbekannt. Doch stell dir vor, was ich soeben unter uns'rer Haustür fand: Es ist ein Brief von unsern Nachbarn, darin steht: wir müssen raus! Sie meinen du und ich wir passen nicht in dieses ehrenwerte Haus."

Auch diese Idee mit dem Titel von Otto Reuter aus dem Jahr 1919 würde prima passen: "In 50 Jahren ist alles vorbei" (gefunden hier)

und wärs wäre IHR Vorschlag für einen der beiden noch freien Wunschtitel Wulffs zu seinem Zapfenstreich?

(...übrigens, ein BuPrä MUSS selbstverständlich NICHT mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedet werden, er könnte auch einfach darauf verzichten, und Wulff wäre nicht einmal der erste: Schon Heinemann verzichtete dankend auf die Ehrung....)


Und hier mein Vorschlag:

"Who´s afraid of the big bad Wulff" in der Version von Max Raabe und seinem Palast-Orchester, entstammt ursprünglich dem Disney-Klassiker "Three Little Pigs" aus dem Jahr 1933, geadelt als einer der 50 besten Cartoons aller Zeiten, und kann man hier kucken...



...
Fragebogen: Christian Wulff - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/kultur/leben/13fragen/fragebogen-christian-wulff_aid_193711.html

Mittwoch, 22. Februar 2012

Was ist der Unterschied zwischen....

Ja, endlich mal eine neue Kategorie, und dann noch eine, die viel Frei- und Spielraum lässt.

Was ist der Unterschied zwischen....

Den Anfang machen, täterätää:

Bundeskanzlerin Angela Merkel und (scheidender) ZDF-Intendant Markus Schächter.

Woraus besteht der Unterschied?
Aus momentan ca 8918 Stunden
 (das sind 371 Tage).

Weshalb? Angela Merkel benötigte 58 Stunden, um einen Nachfolger für Wulff zu präsentieren (wenn auch nicht 100%ig freiwillig). Markus Schächter hat auch nach über einem Jahr, genauer gesagt 371 Tagen. noch keinen Nachfolger für Gottschalk bei "Wetten dass....?" gefunden.

(Ideen und Vorschläge für diese neue Kategorie? Immer her damit....)

Dienstag, 21. Februar 2012

Wulffs Timing: Gewinner und Verlierer

Dass Ex-Bundespräsident ein eher ungutes Händchen für gutes Timing hatte wurde leider oft genug unter Beweis gestellt und gipfelte in dem viel zu späten und nur unter immensem Druck zustande gekommenen überhasteten Rücktritt. Doch wer sind die Verlierer und wer die Gewinner des Zeitpunkts des Rücktritts und der Bekanntgabe der Kandidatur von Gauck?

VERLIERER:
Das kleine Land Burkina Faso in Westafrika. Schon Köhler wollte es besuchen, trat aber wenige Tage vor der geplanten Reise zurück. Nun hätte es Wulff sein sollen, und die Geschichte wiederholte sich: In Ouagadougou kann man die für den 26.2. geplanten Feierlichkeiten (schon wieder) absagen....
(PS: Man munkelt tatsächlich vom "Fluch von Ouagadougou", dies vielleicht als Tipp für künftige Reisepläne Gaucks...)

GEWINNER:
Die F.A.Z.  Nach der verlorenen letzten Bundespräsidenten-Wahl ließ sich Gauck (damals noch "Bürger") für die berühmte Kampagne ablichten, vor dem Schloss Bellevue, typisch verdeckt durch eine Doppelseite. DIESES Motiv ist nun Gold wert mit Geld (was übrigens keiner der prominenten Testimonials persönlich bekommt, es wird gespendet) gar nicht mehr zu bezahlen.



VERLIERER:
Spiegel und Focus erscheinen aufgrund des Rosenmontags wie gewohnt schon am vorangehenden Samstag - und man wird sich in beiden Redaktionen in den Hintern gebissen haben, dass zum Zeitpunkt des Rücktritts am Freitag die Magazine schon im Druck waren.

GEWINNER:
Günther Jauch. Sein Talk am Sonntag begann eine Stunde nach Bekanntgabe der Kandidatur von Gauck.
VERLIERERIN:
Maybrit Illner. Ihr Talk endete eine Stunde vor Bekanntgabe der Kandidatur von Gauck.

VERLIERER:
Die Wagenbauer der Karnevalsumzüge: Nach Guttenberg (6 Tage vor dem Rosenmontag) nun Wulff (3 Tage vor dem Rosenmontag), schon wieder ein Rücktritt des jecken Superstars und Überstunden für die Dekorateure.

GEWINNER:
Oliver Kalkofe. Thumbs Up für perfektes Timing: 3 Tage vor Wullfs Rücktritt wird in einer beispiellosen Medien-"Kampagne" (ups, das Wort ist jetzt irgendwie vorbelastet) sein "wahres TV-Interview" häppchenweise online gestellt und sorgt für unfassbare virale Verbreitung. Zu Recht!


Generelle VERLIERER, unabhängig vom Timing:
HaPe Kerkeling, der nach hochemotionaler Verteidigung von Wulff sein Facebook-Profil löscht.
Peter Hintze, der der Redewendung "Jemandem einen Bärendienst erweisen" eine vollkommen neue Dimension verliehen hat.

Generelle GEWINNER, unabhängig vom Timing:
Kreative Werber. z.B. für Sixt

 Ein Extra-Doppel-Fleiß-Sternchen geht an die Agentur Glow aus Berlin: Nachdem man schon im Vorfeld durch freche Werbung auffiel und die dürftige (versprochene) Transparenz bemängelte reagierte man am schnellsten.

Glaubt man den Meldungen , dann wurde schon eine Stunde nach seiner Rücktritts-Rede das Nachfolgemotiv präsentiert:

(wird fortgesetzt, jeder Hinweis ist willkommen!)

Gastbeitrag zur Diskussion über den Ehrensold des Bundespräsidenten

Andrea Nahles meinte am Montag im ZDF-Morgenmagazin: „Den Ehrensold soll er von mir aus bekommen". Die Debatte über die Bezüge empfinde sie als "kleinlich", fügte sie hinzu.
Sie stimmt damit ein in den Reigen der Äußerungen vieler CDU-Politiker, die Ihren Präsidenten gut versorgt sehen möchten.

Nun denn Frau Nahles, schauen wir mal ins Gesetz:

In § 1 des Gesetzes über die Ruhebezüge des Bundespräsidenten heißt es:
„Scheidet der Bundespräsident mit Ablauf seiner Amtszeit oder vorher aus politischen oder gesundheitlichen Gründen aus seinem Amt aus, so erhält er einen Ehrensold in Höhe der Amtsbezüge mit Ausnahme der Aufwandsgelder.“

Ich entnehme aus dieser Formulierung zwei Fallkonstellationen, nämlich:

Zum Ersten: Scheidet der Bundespräsident mit Ablauf seiner Amtszeit aus, erhält er Ehrensold. Das ist der Fall Köhler. Er hatte eine Amtszeit durchgestanden und wurde sogar wiedergewählt.

Zum Zweiten: Scheidet der Präsident vor Ablauf seiner Amtszeit aus, so erhält er nur Ehrensold, wenn dies aus politischen oder gesundheitlichen Gründen geschieht. Wulff ist deutlich vor Ablauf der Amtszeit ausgeschieden und unstrittig nicht aus gesundheitlichen Gründen.
Somit bleibt: Er erhält Ehrensold, wenn politische Gründe den Rücktritt veranlassten.

Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages kommt in einer aktuellen Expertise zu dem Schluss: Gründe, die im privaten Verhalten des Präsidenten liegen, seien nicht als politische Gründe zu werten.

Ich meine, der Rücktritt des Präsidenten hatte seine Ursachen in seinem Verhalten; er war nicht politischen Umständen geschuldet. Ihm steht mithin kein Ehrensold zu, nicht weil ich es ihm nicht gönne, sondern, weil es das Gesetz nicht zulässt.

Ich meine auch, diese Regelung macht Sinn: Ehrensold bekommt in Regel nur, wer zumindest eine Amtszeit durchhält.

Ehre, wem Ehre gebührt!

Dirk Bernecker

Samstag, 18. Februar 2012

Zwillinge bei der Geburt getrennt

  Zum Wochenende mal wieder ein Beitrag der beliebten Kolumne, diesmal aus aktuellem Anlass ("Wir-sind-Papst" Benedetto ernennt den Berliner Noch-Erzbischof Rainer Maria Woelki heute zum Kardinal) habe ich seinen Zwillingsbruder gefunden, den englischen Komiker Charles Hawtrey, bestens bekannt aus der englischen Nonsens-Serie "Carry On.."  (bei uns bekannt unter "Ist ja irre...)






(wenn sie unten auf das Label "Zwillinge" klicken sehen Sie die vorigen beiden Beiträge dieser Rubrik....)

Freitag, 17. Februar 2012

Same Procedure As Every Year....

.. könnte man so sagen.
Vor ziemlich genau einem Jahr trat Lügenbaron von und zu Str/C-Strg/V zurück, ausgerechnet sechs Tage bevor er auf den Rosenmontagszügen der unangefochtene Superstar gewesen wäre.
SPIEGEL Online berichtete flugs im Live-Ticker zum Rücktritt:

Screenshot Liveticker Spiegel Online 1.3.2011

  Dieses Jahr tritt Bundespräsident Wulff zurück, und er ist noch gnadenloser:  Nur drei Tage, bevor auch er der unangefochtene Superstar auf den Rosenmontagszügen gewesen wäre.
SPIEGEL Online berichtete flugs im Live-Ticker zum Rücktritt:

Screenshot Liveticker Spiegel Online 17.2.2012
 Und was lehrt uns die Geschichte? Wenn Rücktritte unvermeidbar sind, sollte man sie so zeitig antreten, dass man die armen Jecken nicht in kreatives Chaos und Hysterie versetzt.

(siehe dazu auch: http://absolutobsolet.blogspot.com/2011/03/ach-meeeeensch-guttiiiiiii.html )

Dienstag, 14. Februar 2012

Unnützes Wissen des Tages

Auf seinem Flug von Berlin nach Rom hat Bundespräsident Wulff  gestern ein kleines Flüsschen namens Rubikon überschritten überflogen.

Samstag, 11. Februar 2012

Nur mal so eine Überlegung....

Beim ZettDeeEff ist ja seit geraumer Zeit eine Stelle vakant, für die man langsam aber sicher recht verzweifelt die passende Besetzung sucht. Er sollte weltgewandt und weitgereist sein, sich in der Welt der Promis gut auskennen, viele Bekannte aus Film, Fernsehen und Wirtschaft sollte er auch haben, er muss in der Lage sein, inhaltslose Sätze als Weisheiten und Bon-Mots verkaufen zu können und - ganz wichtig - er muss ein unerschütterliches Selbstbewusstsein und Ego vorweisen können. Zudem sollte er keinerlei Berührungsängste mit Marken und Unternehmen haben, die inhaltlichen Einfluss auf sein Handeln nehmen. Und sich nicht zu schade dafür sein, offensichtliches Marketing für "befreundete" Unternehmer, Filmstars oder Pop-Sternchen zu betreiben.
Ganz tief seufz.
WER - im Namen des heiligen TV-Gottes - kann denn überhaupt noch unser aller blondulierten Samstag-Abend-Opa Gottschalk beerben?

Werfen wir einen Blick auf die demnächst arbeitslos werdenden A/B/C-Promis dieser Republik.
Suche, suche, suche....  Denke, denke, denke....
Moment, da gibt´s doch Einen: Sucht permanent dringlichst die Nähe der Wirtschafts-  und Medienprominenz, ist absolut korrumpierbar, hat keinerlei Hemmungen, seine Macht zum Wohle ihm Wohlgesonnener einzusetzen, ist absolut beratungsresistent und kann augenscheinlich eine Menge aushalten, ist zudem in der Lage, Worthülsen und Füllwörter aneinanderzureihen mit dem Ziel, halbwegs intellektuell zu erscheinen:
Unser aller Bundespräsident.

Ups, nächstes Problem: Wer sollte denn dann unser König Staatsoberhaupt werden?
Hmmm, wen würden fast alle Deutschen akzeptieren? Ganz kurz nachdenken: Günther Jauch!

Ups, übernächstes Problem: Wer macht dann die Sonntag-Abend-Talkshow im Ersten?
Hmmm, bei wem hat das doch eigentlich prima geklappt?  Ohne nachzudenken: Anne Will. Alle wären froh, die Gesprächssendungen im Ersten hätten wieder altgewohnte Sendeplätze und dementsprechene Quoten.

Es ist PERFEKT: Wulff übernimmt "Wetten dass...?", Jauch wird Bundespräsident, die ARD-Talkshows kehren auf ihre angestammten Sendeplätze zurück, und Gottschalk... ähm...  naja... Gottschalk macht dann halt irgendwas auf Tele5...  Oder bei HSE24....  oder QVC...

(mit Dank an meine Schwester, die mich erst auf diesen grandiosen Gedanken brachte!)

da stelle mer uns mal janz dumm..

Stellen Sie sich vor, Sie hätten ein Unternehmen, das sich ernsthaft und gewissenhaft (und legal!) mit der Betreuung von Doktoranden beschäftigt. Sagen wir mal um sie fit und gesund zu halten während des Schreibens ihrer Doktorarbeit. Wen würden Sie als die ideale Werbefigur auswählen? Zu Guttenberg? Chatzimarkakis? Wohl kaum....
Oder der (die?) Dschungel-Rambo Ramona Leiß als Testimonial für Elite-Partner (Akademiker und Singles mit Niveau) ?

Stellen Sie sich nun vor, Sie vertreiben ein koffeinhaltiges Shampoo mit dem Slogan "Doping für die Haare" und sind zudem Veranstalter eines "Radrennens für Jedermann" in Bielefeld, wen würden Sie als die ideale Werbefigur auswählen? Denke, denke, denke...
Radsport, Deutschland, Doping....   Das sind ja gleich DREI Faktoren auf einmal, das geht nun wirklich nicht. Geht DOCH: Jan Ullrich? Ja klaaaaar....

Die Dr.Wolff GmbH, die das Alpecin-Shampoo mit dem ehemailigen Doping-Slogan vertreibt hat am 8. Februar in einer Presseerklärung stolz verkündet, dass man in Zukunft mit Jan Ullrich als Botschafter für das geplante Rad-Spektakel in Bielefeld zusammenarbeiten will. Zitat aus der Presseerklärung:
"Dass Jan Ullrich als Botschafter und Mitfahrer dieser Veranstaltung fungiert, gibt dem Radsport-Event aus Sicht der Organisatoren einen ganz besonderen Stellenwert." ( ..) „Sein Beispiel zeigt, dass es nicht immer nur bergauf geht, sondern dass man auch fallen kann. Dann heißt es wieder aufzustehen.“
EINEN Tag später sprach ihn der Internationale Sportgerichtshof (CAS)  in Lausanne schuldig ob des Doping-Vergehens, er wurde für 2 Jahre gesperrt, alle Titel nach Mai 2005 aberkannt.
In einer murksigen Erklärung auf seiner Homepag gibt sich der tief gefallene ehemalige Liebling der Deutschen ein ganz klitzekleinbisschen  reumütig (" Ich bestätige, dass ich Kontakt zu Fuentes hatte. Ich weiß, dass das ein großer Fehler war, den ich sehr bereue.") und ansonsten sehr weinerlich ("Ich fühlte mich alleingelassen, wie durch ein Sieb gefallen. Die ganze Welt wollte mich an die Mauer stellen und dann bin ich instinktiv in Deckung gegangen, habe mich erst mal zurückgezogen.")
Ist das Ganze nun ein aberwitziger PR-Gag oder ein irrwitziger PR-GAU? Was meinen Sie?

Freitag, 10. Februar 2012

Wuff!

Kauf-Tipp des Tages: HEUTE erscheint das aktuelle Micky-Maus-Heft aus dem Ehapa-Verlag, in dem Wulff als "Hundespräsident Wuff" veralbert wird.


ach ja, und da ich gerade sowieso am Kichern bin, hier noch das Quotenupdate zu Gottschalks gestriger Sendung: 930.000 Zuschauer, davon 2,2% in der werberelevanten Gruppe.... hihihi!
Kuckst du auch hier

Mittwoch, 1. Februar 2012

Update

Der Post vom vergangenen Freitag hat ein Update (und da sage noch mal einer, ich wäre bösartig....)

Sonntag, 29. Januar 2012

Kleiner Faktencheck

Ich gebe zu: Es ist nicht weltbewegend, aber mich als Achterbahn-Fan ärgern solche Sachen:
Die BILD-Online wollte mal wieder Klickzahlen generieren und hat einen eher banalen Text über einen anscheinend pannenreich verlaufenen Probelauf einer neuen Achterbahn im englischen Thorpe-Park mit einer Bilderstrecke über die "aufregendsten Achterbahnen" bestückt. Darunter auch - komplett unverdient - die "Krake", die seit 2011 im Heidepark in Soltau für nasses Gruseln sorgt.
So sieht der Screenshot des zugehörigen Bildes aus:

Screenshot BILD-Online
Faktencheck:
Bei der Höhe wurde nur sehr dezent geschummelt, zu den tatsächlichen 41 Metern wurde nur einer dazugeschrieben.
Das "Maul der Krake" war ursprünglich mal geplant gewesen, es gab auch erste Bauteile und dieses Element wurde obsessiv beworben, doch Mängel an der Ausführung verhinderten eine Präsentation zur Premiere im April 2011.
Das Schiffswrack wird in der momentanen Winterpause gebaut.
Es geht bei dieser Achterbahn NIEMALS unter Wasser.
Man wird durch KEINEN Looping geschleudert (schön wär´s!), es handelt sich um einen sogenannten Immelmann, bei dem es sich mit viel gutem Willen um einen halben angedeuteten Looping handelt.

Hier der offizielle Werbespot des Heideparks:



und hier die eher ernüchternde Realität während der gesamten Saison 2011:



Fazit: Höhe wurde mal eben erweitert, es gibt kein Krakenmaul und kein Schiffswrack (bisher), es geht nicht unter Wasser und man wird durch keinen Looping geschleudert.

FÜNF Fehler in EINER Bildunterschrift, das nenn ich mal ne saubere Recherche!

PS: Ups, der Prosecco beim Feiern der Klickzahlen macht mich nachlässig: Dollsten Dank an Ronnie Grob, der diesen eher unscheinbaren Post tatsächlich als 6-vor-9-Tipp des bildblogs veröffentlichte, und damit für unfassbare Mengen an Zugriffen sorgte (nach nur 5 Stunden schon 10.000!) Und natürlich Dank an meinen Public-Relations-Executive-Manager, den Dicki :-)

Update ......

zum Post vom 12. Januar 2012

Srceenshot der Umfragenseite  von n-tv vom 29. Januar 2012, 18:30 Uhr

Samstag, 28. Januar 2012

absolut obsolet

Screenshot tagesspiegel-online 28.01.12
Heute auf tagesspiegel-online gesehen und mich sofort wieder aufgeregt: Ein Artikel zu (Noch)Bundespräsident Wulff wird mit einer Karikatur des ansonsten von mir geschätzten Klaus Stuttmann bebildert, die ein sinkendes Schloss Bellevue zeigt, versehen mit dem Untertitel "Capitano Wulff bleibt an Bord" und der Spruchblase "In einem Jahr ist alles vergessen!!. Letzteres ist ein Zitat, das Wulff zugesprochen wird, er soll es beim Neujahrsempfang für seine Mitarbeiter gesagt haben.

Wesalb ich mich so aufrege: Die Karikatur ist nicht witzig oder bösartig, sondern geschmacklos. Und überhaupt nicht lustig.
Warum?
Natürlich, die Karikatur spielt an auf das schreckliche Drama der fast untergegangenen Costa Concordia, mit vielen Verletzten, Toten, Vermissten, Traumatisierten. DIESES Schiff hat der "Capitano" feige und erbärmlich verlassen, ohne sich um die Rettungsmaßnahmen zu kümmern. "Unser Capitano" Wulff bleibt halsstarrig an Bord des "sinkenden Schiffes Bellevue". Aber der Zusammenhang ist falsch konstruiert: Während Capitano Schettino dringend an Bord des Kreuzfahrtschiffes hätte bleiben müssen, muss Käpt´n Wulff dringend sein Schloss Titanic Bellevue verlassen. Wäre Capitano Schettino an Bord geblieben, so wäre das nichts anderes als seine Kapitänspflicht. Bleibt Käp´n Wulff an Bord, so ist das einfach nur dummdreist und anmassend.
Letzter Punkt: Man kann und darf diese Katastrophen nicht vergleichen, erst recht nicht ironisch oder lustig gemeint. Dazu ist die Schiffs-Katastrophe zu fürchterlich und die Wulff-Katastrophe zu kläglich. Einen "Witz" auf Kosten der Toten im Mittelmeer machen zu wollen ist geschmacklos und absolut obsolet.

Freitag, 27. Januar 2012

Was passiert eigentlich, ...

... wenn die Quoten von "Gottschalk Live" in den kommenden Tagen im gleichen Maß sinken wie in den vergangenen drei Tagen? (Die Beinah-Halbierung der Quote von der Premiere zur 2. Show habe ich gnädigerweise ausser Acht gelassen....) Das sähe dann SO aus:

(Die Freunde vom unbedingt lesens/sehens-werten Graphitti-Blog fanden´s übrigens auch lustig.Liebe Grüße!)

UPDATE  Mittwoch, 1.2.: Ach du Grundgütiger, als hätt ich´s geahnt: Meine "Quotenprognose" stimmt bisher bis auf 0,1%, gestern abend kam Gottschalk auf magere 5,0 % beim Gesamtpublikum und 2,5% bei den 14-49jährigen. SO schlimm hab selbst ICH es nicht vorhersehen können.....

UPDATE 2 Freitag, 10.02.: Gestern abend 930.000 Zuschauer, davon 2,2% in der werberelevanten Gruppe.

Dienstag, 24. Januar 2012

Gottschalk Live und Facebook: Da geht noch was...

Gottschalk Live ging in die 2. Runde, und wie schon gestern stellte sich Herr Gottschalk den Fragen seiner Zuschauer im anschliessenden Live-Chat auf Facebook, wo dann so weltbewegende Fragen wie die nach seinem Lieblingstier (Pferd und Eisbär) oder seinen Klavier-Künsten beantwortet werden. In einem Nebensatz gab er übrigens zu, dass die Fragen vorgefiltert werden und er sich nicht persönlich die Mühe machen muss, sämtliche Anfragen bezüglich zu viel Werbung zu durchwühlen. Interessanter (und entlarvender) Nebenaspekt: Im "Live-Chat" werden auch fröhlich Fragen beantwortet, die schon vor mehr als 24 Stunden gestellt worden sind. Naja...
Auch ich hatte eine schöne Frage, wie ich finde, und stellte sie. Nach Eingabe der Frage poppte folgendes auf:

Screenshot aus dem Chat auf Facebook mit "Gottschalk Live"

Ich habe natürlich "JA, GERNE!" angeklickt, und - Oh Wunder! - meine Frage wurde von Herrn Gottschalk (?) im Chat beantwortet:

Screenshot vom Facebook-Chat auf "Gottschalk Live"

und SO sieht dann das automatisch generierte (und, wie gesagt, von mir vorher genehmigte) Posting auf meinem Facebook-Profil aus:

Screenshot meines eigenen Facebook-Profils

Ähm, SORRY???  Da wird die Antwort von Gottschalk unter meinem Namen auf meinem Profil veröffentlicht, OHNE die dazugehörige Frage, und es ist für NIEMANDEN ersichtlich, dass nicht ICH, sondern Herr Gottschalk diese Zeilen verfasste. Dazu dann noch die schleimigen Werbe-Floskeln ("direkt, ehrlich, mit Mut zum Widerspruch")....
Ich lasse diese Social-Media-Panne mal so stehen, aber nicht unkommentiert.

Montag, 23. Januar 2012

Freitag, 20. Januar 2012

VW und der Krieg der Sterne

VW und der Krieg der Sterne: Wie ein Werbespot die Internetgemeinde bewegt

Auf YouTube ist es schon seit einiger Zeit ganz groß in Mode: Das Verballhornen von bekannten Werbespots. Dabei werden sie entweder mit einem neuen – und teilweise vollkommen sinnfreien – Text unterlegt oder sogar komplett nachgedreht.  Harmlose kleine Werbefilme wandeln sich so in bitterböse Satire, was wohl kaum immer im Sinne des dahinter stehenden Unternehmens ist.
Was aber als eine Art kreativer Wettbewerb unter YouTube-Fans noch ein Nischendasein fristet und kaum jemals wirklich hohe Klickzahlen erzielt, kann, wenn es von überregional agierenden NGOs professionell betrieben wird, schon eher zum Nachteil für das persiflierte Unternehmen geraten. Erst recht, wenn sich dieses als humorloses und beleidigtes Opfer der medialen Attacke offenbart.

In jüngster Vergangenheit sorgte die Greenpeace-Persiflage auf den VW-Spot mit dem kleinen Darth-Vader, der verzweifelt versucht, seine magischen Kräfte im Haushalt wirken zu lassen, für Furore (der Original-Spot hat auf YouTube übrigens unfassbare 46 Millionen Zugriffe! Sogar ein sogenanntes „Making-Of“ des Spots, in dem ein paar kurze,  später nicht verwendete Einstellungen veröffentlicht wurden, verzeichnet weit mehr als 3 Millionen Zugriffe ). Greenpeace forderte den Konzern mit der Kampagne zu mehr Klimaschutz auf, inklusive clever gemachter Mitmach-Aktion und Facebook-Auftritt. VW reagierte zunächst gelinde gesagt irritiert, musste aber angesichts der globalen Verbreitung des Clips und dem allgemeinen Zuspruch, den die Greenpeace-Aktion erfuhr, die Waffen niederstrecken.

Das Original von VW:


Die deutsche Version (gedreht mit dem gleichen kleinen Hauptdarsteller, der übrigens unmaskiert unfassbare Ähnlichkeit mit dem jungen Luke Skywalker hat):


Die Veräppelung von Greenpeace:


Und hier eine kreative Adaption mit Lego-Figuren:


Dabei ist Greenpeace berühmt-berüchtigt für seinen rabiaten Umgang mit Marken und die radikale Darstellung seiner Botschaft. Unvergessen der Clip, mit dem Greenpeace gegen die Verwendung von Palmöl und dem damit verbundenen Abholzen der Regenwälder agitierte und sich dafür medial auf einen bekannten Schoko-Riegel stürzte. So manchem Knabberfan wird der Appetit angesichts des Spots, der harmlos verpackt in Form eines völlig normalen Werbespots  daherkommt, aber eine unappetitliche Wendung nimmt, vergangen sein:



Deutlich subtiler ging Greenpeace gegen den Spielzeughersteller Mattel vor: Im dazugehörigen Clip wird ein – nicht unbedingt heterosexuell wirkender – Ken, der Allzeit-Freund der unverwüstlichen Barbie, dazu befragt, woher denn seiner Meinunng nach das Geld für sein Brusthaar-Waxing käme. Schuld hat, glaubt man Greenpeace, die Verwendung von preiswertem Tropenholz, aus dem die Verpackung der ewig schlanken Plastikblondine besteht. Daraus entstand fast so etwas wie eine Art „Fortsetzungsroman“, es gibt Clips, in denen sich Ken nun enttäuscht abwendet von seiner oberflächlichen Freundin oder gefakte Anrufe von Ken in der Firmenzentrale des Herstellers:







Zurück zu VW:
Der VW-Spot mit bekannten Figuren wurde übrigens als Marketinggag für den Fantasy-Streifen „Thor“ erneut verwendet, diesmal ist es ein kleiner Superheld im Thor-Kostüm, der verzweifelt versucht, seinem Plastik-Hammer magische Kräfte zu entlocken. Wie schon im Original-Spot von VW passiert zunächst nichts, bis in der Schluss-Sequenz dem Spielzeug ein gewaltiger Blitz entfährt, der das Familienauto mit einer gewaltigen Explosion in die Lust sprengt. Die Szenen, die Machart und selbstverständlich die Musik – der berühmte „Imperial March“, das musikalische Markenzeichen Darth Vaders ist durch den Walkürenritt ersetzt- sind dem Originalspot zum Verwechseln ähnlich.



Wer nun meint, dass VW und „Star Wars“ nach den gemachten Erfahrungen in Zukunft marketingtechnisch getrennte Wege gehen der irrt, denn schon kursiert im Netz ein Teaser zum diesjährigen Spot des Automobilherstellers beim Super Bowl, DEM us-amerikanischen Sportevent mit den höchsten Einschaltquoten und den kreativsten Werbespots in der Pause. In dem neuen VW-Spot sitzen 11 Hunde unterschiedlichster Rassen in einem futuristischen weißen Raum und stimmen gemeinsam eine Bell-Arie an, und nach anfänglicher Konfusion erkennt man die Melodie: Eben jener „Imperial March“ wird von den Kötern kläffend interpretiert. Passender Titel des Spots: „The Bark Side“ („bark“ = bellen), in Anlehnung an die „Dark Side“ des Weltraumabenteuers:


Alles würde spätestens bei der Ausstrahlung des nun mit Spannung erwarteten Original-Spots am 5. März einen Sinn ergeben, so verspricht man kryptisch auf dem VW-eigenen YouTube-Kanal. Und man beweist Selbstironie, so veröffentlicht VW auch die mittlerweile zahlreichen Videoantworten von Usern. Zumeist zeigen sie begeistert oder verschreckt reagierende Hunde, die in den Bell-Kanon mit einfallen.

Man darf gespannt sein, was VW dieses Jahr als Super-Bowl-Spot anbietet und in welcher Form die zu erwartende kreative Auseinandersetzung der Internet-Community aussehen wird.
USA today wusste zu vermelden, dass der Hunde-Chor mit dem eigentlichen Spot zum SuperBowl nichts zu tun haben wird: (Zitat, kein Plagiat) "And no part of this tease will be in the real ad, they say".

und hier noch ein Video mit kleinen Pannen bei den Dreharbeiten zum Originalspot von VW:


Update: Hier nun also schon der Superbowl-Spot in einer "Extended Version":
The Dog strikes back!


Grandios der Schlussgag: In einer intergalaktischen Bar streiten Ausserirdische darüber, ob nun der Hund oder der kleine Darth Vader niedlicher waren. Einer der Alien behaart auf dem Hund und wird prompt von einem grimmigen Darth Vader abgestraft. Am Ende stammelt er eingeschüchtert nur noch "sorry..."
Gegen Ende erklingen noch ein paar Takte der berühmten Swing-Nummer, die John Williams für die legendäre "Cantina" komponiert hatte;



(Dieser Text gehört übrigens in die neue Kategorie "Texte die es nicht geschafft haben"...)

Mittwoch, 18. Januar 2012

Zwillinge bei der Geburt getrennt















(Chronistenpflicht: Das linke Bild zeigt Ron Perlman in seiner Special-Effects-Maske als einer der beiden Hauptdarsteller der Serie "Die Schöne und das Biest" (er verkörpert NICHT "die Schöne"!)  aus den 90ern des vergangenen Jahrtausends, das obige Bild zeigt Andreas Plörer.
Andreas WAS? Ach ja, er ist bekannt als "Vincent Raven" und blamiert sich gerade bis auf die rosa Unterhosen im Dschungelcamp.)

(noch ein schönes Beispiel für bei der Geburt getrennte Zwillinge finden Sie hier )

Freitag, 13. Januar 2012

Eigentlich ist es doch ganz einfach:

(Fast) ganz Deutschland ist sich einig: Der Bundespräsident hat das Amt beschädigt, die vielbeschworene "Würde des Amtes" ist in Misskredit geraten. Man könnte auch sagen: Er hat das Amt des Bundespräsidenten durch den Schmutz gezogen, herabgesetzt, herabgewürdigt, es ist in Verruf geraten und mit Schmutz beworfen worden.....
Weshalb ich das hier so detailliert schreibe? All dies sind - laut Duden - Synonyme für "verunglimpfen".
Verunglimpfung? Da war doch was....
Ja klar, §90 des Strafgesetzbuches:

 Verunglimpfung des Bundespräsidenten
(1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften
11 Abs. 3) den Bundespräsidenten verunglimpft, wird mit Freiheitsstrafe von
drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

Voraussetzung:
(4) Die Tat wird nur mit Ermächtigung des Bundespräsidenten verfolgt.

Wenn nun also der Bundespräsident die Ermächtigung dazu gäbe, dass gegen ihn selber wegen Verunglimpfung des Bundespräsidenten ermittelt werden kann, und man zu der wahrscheinlichen Einsicht kommt, dass dieser Tatbestand erfüllt wurde, dann tauscht er sein Schloss gegen schwedische Gardinen. Und da ein amtierender Bundespräsident nicht gegen Bundesgesetze verstossen darf würde das Bundesverfassungsgericht ihn des Amtes für verlustig erklären.

Wie gesagt, eigentlich ist es doch ganz einfach.....

(mit Dank an Dicki für Recherche-Hilfe)



Donnerstag, 12. Januar 2012

Nicht repräsentativ, ....

... aber so schön eindeutig und unmissverständlich, dass ich es Ihnen nicht vorenthalten will:
Eine Momentaufnahme (Sceenshot vom 12.01.2012, 12:15) der Umfrageseite von n-tv:




Screenshot www.n-tv.de

Und als kleine Zugabe: "Who´s afraid of the big bad Wulff" von Max Raabe und dem genialen Palast-Orchester:







Ups, ich vergesse beinahe meine Chronistenpflicht: Entstammt dem Disney-Klassiker "Three Little Pigs" aus dem Jahr 1933, geadelt als einer der 50 besten Cartoons aller Zeiten, und kann man hier kucken...

Bücher, die ich dieses Jahr lesen möchte:

Montag, 2. Januar 2012

Was wusste der STERN ?

Screenshot stern.de, roter Pfeil von mir
Auf Stern.de erschien am Tag vor Heiligabend eine witzige Satire, eine gefakte Facebook-Seite des BP, mit hochmütigen Postings und hämischen Kommentaren. Running Gag: Kai Diekmann bittet immer wieder um einen Rückruf des BP. Die zeitliche Abfolge, das weiss man mittlerweile, ist korrekt. Unter dem Datum 12. Dezember steht ein (fingierter) Eintrag des BP über seinen Besuch in Abu Dhabi. Tatsächlich war er an diesem Tag dort, und tatsächlich hat er am 12. Dezember versucht, BILD-Chefredakteur Diekmann telefonisch zu erreichen, um das Erscheinen des Artikels am nächsten Tag zu verhindern. Ergebnis ist die bekannte Mailbox-Affäre. Auf der Fake-Facebookseite bittet Diekmann am 12. Dezember um Rückruf und fragt händeringend nach dem BP. So weit so gut und so stimmend. Aber: WOHER wusste der Stern schon am 23. Dezember, dem Tag der Veröffentlichung des Gags, dass Diekmann am 12. Dezember den uncharmanten unverschämten Anruf des BP erhalten hatte, wenn dies eigenlich erst 10 (ZEHN!) Tage später publik wurde?

Ick bin ein Börlinah

Neulich entdeckt und sofort "Haben-Wollen": Das Brandenburger Tor als Lego-Bausatz. Immerhin über 360 Teile!


















Einziger Wermutstropfen: Mein heißgeliebter kleiner Gefahrgutbeauftragte (der mittlerweile auch mein Favicon ist, das kleine Symbol neben der URL in der Adresszeile) passt von den Proportionen nicht ganz dazu, er ist einfach zu groß:

Der tapfere Gefahrgutbeauftragte vor dem Brandenburger Tor

Aber irgendwie erinnert mich das Bild an was, und zwar den Besuch der beiden Riesen in Berlin, siehe dazu mein Video:





Dicki und ich mit der kleinen Riesin "Unter den Linden"
Wir hatten damals das goße Vergnügen, als freiwillige Helfer die kleine Riesin drei Tage lang durch Berlin begleiten zu dürfen, es war ein unfassbares Abenteuer! Auf meinem Youtube-Kanal sind noch einige andere Videos, die ich aus nächster Nähe machen konnte, zu sehen. Aber ich schweife ab, zurück zum Lego-Bausatz, denn dieses Blog heisst nicht umsonst absolut obsolet: In einem Begleitheftchen wird kurz der historische Hintergrund erläutert, ein eigentlich löbliches didaktisches Unterfangen, wenn, ja wenn dort nicht folgender Klopper zu finden wäre:
Auch auf Englisch wird es nicht richtiger, leider: 

 Denn wie jedes Kind - zumindest jedes aus Berlin  - weiss, hielt Kennedy die berühmte Rede vor dem Schöneberger Rathaus, und das sind ca 5 Kilometer Entfernung!
Fazit: Die Lego-Redaktion erhält KEIN Fleiss-Sternchen!

Samstag, 31. Dezember 2011

Guten Rutsch, hust, keuch...

absolutobsolet wünscht allen Lesern ein fröhlichen Rutsch ins Neue Jahr und für 2012 alles erdenklich Gute! Und zum Vorfreuen ein Video vom letzten Jahr, aufgenommen auf unserer Terrasse in Prenzlauer Berg, inklusive spontanem Hustenanfall meinerseits und kleiner Panikattacke vom Dicki :-) ....   In diesem Sinne: Auf ein Neues!

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Hü-hüpf!

 Samoa hüpft mal eben über die Zeitzone, um dadurch mit Geschäftspartnern im asiatischen Raum einfacher kommunizieren zu können. Da fällt mir doch sofort meine Kurzgeschichte ein, die ich dem verehrten Leser als Geschenk zum Jahreswechsel nicht vorenthalten möchte:

Die Geschichte vom Minister für die Begradigung der Zeitzonenlinie

Es war einmal ein ziemlich kleines Land, in dem fast immer die Sonne schien und die Menschen zufrieden und glücklich waren. Sie waren weder reich noch arm, und niemand musste Hunger leiden. Regiert wurde das kleine Land vom Präsidenten, der mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter Regina in einem schönen Haus auf einem Berg wohnte.
Doch das kleine Land war etwas ganz besonderes, denn es lag ganz genau auf einem der Längengrade, der eine Zeitzone bedeutete.
Vor vielen Jahren hatte der Großvater des Präsidenten entschieden, dass die Zeitzone einen kleinen Schlenker um das Land machte, sodass im ganzen Land die gleiche Uhrzeit herrschte.
Anstatt einer geraden Linie machte die Grenze der Zeitzone also einen Bogen.

Der Präsident des kleinen Landes stand eines Tages, es war ein Donnerstag, auf seinem Balkon und blickte auf sein Land hinab.
Ihm war ein bisschen langweilig, er kratzte seinen dicken Bauch und er überlegte, ob er ein neues Gesetz erfinden könnte.
Zum Beispiel eines, das es verbot, an Wochentagen, die mit D begannen, zu stricken.
Aber er wusste, dass das seiner Frau nicht gefallen würde.
Oder ein Gesetz, das sagt, dass es jeden Donnerstag ein Feuerwerk geben musste.
Aber auch das würde seiner Frau nicht gefallen.
Also musste er sich etwas anderes einfallen lassen.
Und plötzlich hatte er eine Idee....
Schnell sauste er in sein Präsidenten-Schlafzimmer, zog sich seinen schönsten Pullover an und ging eilig zu seiner Frau.
Seine Frau saß am Fenster und strickte.. Seit über einem Monat schon strickte sie an einem grünen Schal. Er war mittlerweile schon bestimmt drei Meter lang. Oder sogar noch länger, sie hatte nicht nachgemessen. Sie hatte keine Ahnung, wem sie den Schal schenken könnte, und so strickte sie einfach immer weiter. Neben ihr saß Regina auf dem Fußboden und malte ein Bild. Es zeigte einen sehr dicken Mann, eine Frau mit langen Haaren und ein Kind, und alle zogen an einem langen grünen Strick, oder vielleicht war es auch ein Schal.
Als der Präsident etwas außer Atem ins Zimmer gerannt kam, blickte sie von ihrem Strickzeug auf und Regina legte die Wachsmalstifte zur Seite.

„Oh, hast du einen neuen Orden? Der ist aber besonders hübsch“ sagte sie.
„Nein, den Orden habe nicht ich, sondern der Minister für die Begradigung der Zeitzonenlinie“ sagte er und versuchte, äußerst pflichtbewusst auszusehen.
„Und wer ist dieser Minister?“ fragte seine Frau und seufzte ein ganz klein wenig.
„Dieser Minister bin natürlich ich“ sagte der Präsident und stellte sich ganz gerade hin.
„Und wer hat ihm diesen Orden verliehen?“ fragte Regina und lutschte an einem rosafarbenen Stift.
„Natürlich der Präsident“ sagte der Präsident.
„Oh“ sagte seine Frau und strickte weiter.

„Willst du denn gar nicht wissen, was der Minister für die Begradigung der Zeitzonenlinie macht?“
Doch, sagte sie, das will ich schon wissen.
„Ich werde die Zeitzonenlinie nicht mehr um unser Land herumführen lassen, sondern sie ganz gerade genau durch das Land hindurch laufen lassen“ sagte er stolz.
„Und was sagt der Präsident dazu?“ fragte seine Frau.
„Na der hat mich doch dazu ernannt“ sagte er empört.
„Und wie stellen sich der Herr Präsident und der Herr Minister diese Begradigung vor?“
Der Präsident und Minister für die Begradigung der Zeitzonenlinie holte tief Luft.
„Ganz einfach: Die Zeitzonenlinie wird ganz genau exakt durch unser Land führen, wie mit dem Lineal gezogen. Und damit jeder die Linie sieht, werden wir sie überall markieren. Vielleicht mit hübschen roten Pflastersteinen...
Oder mit grünen...
Oder mit Blumenkübeln.“
(Er wusste, seine Frau mochte Blumen sehr gern...)
Der Präsident warf einen Blick auf das Bild, das seine Tochter malte, und schnaubte einmal kurz auf.
„SO dick bin ich aber nun wirklich nicht, Regina“ rief er ein bisschen grummelig.
„Doch, Papa, das bist du“ sagte Regina und malte weiter.
Der Präsident schnappte ein bisschen nach Luft und blickte seine Frau an.
„Dann wirst du sicherlich eine ganze Weile ziemlich beschäftigt sein, oder?“
„OH ja, das werde ich“ sagte der Minister stolz.
"Dann wünsche ich dir mal alles Gute" sagte seine Frau und atmete ganz tief ein.


Gesagt, getan, der Minister schnappte sich eine Landkarte und markierte ganz genau, wo die Zeitzonenlinie verlief, dann rief er seinen obersten Gärtner und seinen obersten Straßenbauer, zeigte ihnen die Karte und sagte ihnen, was er vorhatte.
"Herr Präsident, das sollen wir wirklich machen?" fragte der oberste Gärtner.
„Aber ja“ sagte der Präsident und nickte stolz.
„Ganz genau so, wie hier auf dieser Karte eingezeichnet?“ fragte der oberste Straßenbauer und kratzt sich am Kopf.
Der Präsident holte tief Luft.
"Ich bin der Minister für die Begradigung der Zeitzonenlinie, ernannt vom Präsidenten persönlich, und wir sagen: So wird das gemacht."

Also machten sich die beiden tatsächlich an die Arbeit, und nach einigen Tagen hatten sie eine ganz exakt genau gerade Linie gezogen, durch das ganze Land. Die Linie verlief durch Wiesen und Wälder, durch einen kleinen See, dort war er mit Bojen markiert, durch eine kleine Stadt und sogar durch ein Schule. Viele Menschen wunderten sich über die Linie aus roten Steinen, aber viele freuten sich auch über die vielen neuen Blumenkübel. Auch wenn einige von ihnen ziemlich im Weg standen.

Der Präsident sagte den Reportern vom Fernsehen, dass er eine wichtige Rede zu halten habe, die alle Menschen hören sollten. Also kamen die Reporter, mit Kamera und Mikrofon, und der Präsident zog sich seinen schönsten Pullover an und erklärte den Menschen, was die Linie bedeutete.
Am Ende seiner Rede blickte er auf seine Uhr, blickte bedeutsam in die Kamera und sagte mit wichtiger Stimme:
„Und hiermit verkünde ich, das ab sofort auf der linken Seite der Linie (er schaute genau auf seine Uhr) viertel vor sieben und auf der rechten Seite der Linie viertel vor acht Uhr ist.“

Im ganzen Land herrschte natürlich große Aufregung. Kinder wurden sofort vom Spielen herein gerufen, da es auf einmal schon eine Stunde später war, Frauen beeilten sich, das Essen doch noch pünktlich auf den Tisch zu bekommen und Busse waren auf einmal eine Stunde zu spät.
Und die Aufregung ging am nächsten Tag natürlich weiter. In der Schule, durch die die Zeitzonenlinie ging, begann der Unterricht in der einen Hälfte der Schule nun eine Stunde später als in der anderen. In der Stadt mussten Menschen, die beim Bäcker ihre Brötchen kaufen wollten, plötzlich eine Stunde vor dem verschlossenen laden warten, da es dort noch eine Stunde früher war. Überquerte der Bus die Linie, war er entweder eine Stunde zu spät oder eine Stunde zu früh. War er zu spät, dann schimpften die Menschen. und war er zu früh, dann blieb er einfach eine Stunde stehen, damit er wieder pünktlich war, und die Menschen schimpften schon wieder.
Der arme Busfahrer!

Doch der Präsident war stolz. So was wie in seinem Land gab es in keinem anderen kleinen Land der Welt. Am Mittag des ersten Tages der neuen Zeitrechnung ging er in sein Esszimmer und blickte auf den leeren Esstisch. Er kuckte noch mal ganz genau hin und dann auf seine Uhr und dann wieder auf den leeren Esstisch. Er kratzte sich am Kopf und suchte seine Frau. Die saß am Fenster und strickte, der grüne Schal war mittlerweile schon bestimmt fünf Meter lang.
Oder noch länger.

Ähm, sagte er, gibt´s denn heute nichts zum Mittagessen?
Seine Frau blickte kurz von ihren Stricknadeln auf.
„Jetzt schon?“
Der Präsident blickte auf seine Uhr und sagte: „Wieso jetzt schon? Es ist zwölf Uhr.“
Seine Frau strickte weiter. "Und bei mir ist es erst elf, du musst noch eine Stunde warten.“

Und da fielen dem Präsidenten die vielen Blumenkübel auf, die wie auf einer Perlenkette aufgereiht im ganzen Präsidentenhaus standen.
"Ähm, verläuft die Zeitzone etwa direkt durch unser Haus" fragte der Präsident entgeistert.
"Ja, das hat dein Minister wohl so beschlossen" sagte die Frau.
"Also bei dir ist es elf Uhr und bei mir zwölf?“
„Exakt“ sagte sie, ohne von ihren Stricknadeln aufzublicken.
„Hast du denn vielleicht , ähm, eventuell Lust, jetzt hier auf meine Seite zu kommen?
Dann ist es für dich auch zwölf Uhr und wir können essen.“
„Komm du doch auf meine Seite, hier ist es erst elf, und wir könnten noch ein Stündchen plaudern.“
„Aber ich habe doch JETZT Hunger“ sagte der Präsident und seufzte tief.

Regina kam ins Zimmer gerannt, sie hatte schon ihre Reitstiefel an und trug ihre Reitkappe.
„Reiten!“ reif sie, „jetzt!“.
„Nein, Schatz“ sagte die Frau des Präsidenten, „der Reitstall ist auf der anderen Seite der Zeitzone, dort ist es noch nicht so spät wie hier, wir müssen noch ein bisschen warten mit deiner Reitstunde“.
„Reiten JETZT“ rief Regina, diesmal ein bisschen lauter.
„Dann sag das mal deinem Herrn Papa“ sagte die Frau ungerührt.

Da klingelte das Telefon.
Es war der Direktor der Schule, und der klang ganz aufgeregt.
"Herr Präsident, so geht das nicht weiter, in der einen Hälfte der Schule fängt der Unterricht nun eine Stunde eher an als in der anderen, und wenn die Schüler aus der einen Hälfte auf den Sportplatz gehen, müssen sie nun alle ihre Uhren um eine Stunde vorstellen, und wenn die Schüler aus der anderen Hälfte in den Kunstraum gehen, ist es eine Stunde früher. Alle sind verwirrt und durcheinander. Kann die Linie nicht einen ganz klitzekleinen Schlenker um unsere Schule machen?
"Ich werde das mit meinem Minister für die Begradigung der Zeitzonenlinie besprechen" sagte der Präsident und legte schnell auf.
Sofort klingelte das Telefon wieder. Es war der oberste Förster des Landes, der auch für den Fischfang und die Angler zuständig ist.
„Herr Präsident“, sagte er etwas atemlos, „in unserem Land herrscht das Fischfang-Gesetz von 1887, und das besagt, dass man erst ab sieben Uhr morgens angeln darf. In unserem Fischteich ist aber auf der einen Seite des Sees erst halb sieben Uhr und auf der anderen Seite schon halb acht. Die Angler fangen auf der Seite an zu angeln, auf der es später ist, und wechseln dann einfach auf die andere Seite hinüber. Dürfen die das?“
Man konnte hören, er war ziemlich empört.
Der Präsident grummelte.
„Ich werde das mit den zuständigen Gremien besprechen“ sagte er, bevor er auflegte.
Und ganz tief seufzte.
Dann ging er zu seiner Frau.

„Hast Du auch Deine Uhr umgestellt?“ fragte sie, ohne von ihrem mittlerweile mindestens vier Meter langen grünen Schal aufzublicken, an dem sie mit, nun ja, sagen wir wie es ist, verbissenem Nachdruck strickte.
„Ähm , neee, wieso?“
„Naja, du bist der Präsident, und deine Uhr muss doch immer richtig gehen. Es kann doch nicht angehen, dass die Uhr des Präsidenten eine Stunde nachgeht, oder?“
Der Präsident brummte.
„Ich muss mal nachdenken“ sagte er.
„Und ich muss wohl mal in die Stadt gehen“ sagte er und brummte weiter.
Seine Frau holte ganz langsam ganz tief Luft, aber so dass er es nicht bemerkte.

Der Präsident ging in die Stadt, und er ging ausnahmsweise einmal nicht zuerst zum Friseur und danach ins Wirtshaus, sondern direkt zum einzigen Uhrenhändler, der am Marktplatz seinen Laden hatte.
„Oh, guten Tag, Herr Präsident, was verschafft mir die Ehre?“ sagte der Uhrenhändler, als der Präsident die Ladentür öffnete.
„Hmm, naja, wollt mal sehen, wie es so geht“ brummte der Präsident.
„Wie es so geht, wie es so geht“ lachte der Uhrenhändler, denn er dachte, das wäre ein kleiner Witz des Präsidenten gewesen.
„Nun, alle Uhren gehen, gehen WIEDER richtig, denn ich musste sie ja alle umstellen.“
„Umstellen? Wieso?“ grummelte der Präsident.
„Naja, nachdem die neue Zeitlinie gezogen war, war es hier auf einmal eine Stunde früher, also musste ich alle Uhren vorstellen. Wie sähe das den aus, wenn beim Uhrenhändler alle Uhren falsch gingen...“
Sein Lehrling, ein blasser dünner Junge mit Segelohren, kam aus der hinteren Werkstatt und blickte den Präsidenten klagend an.
„ALLE Uhren umstellen, ja ja“ seufzte der Lehrling.
Der Präsident blickte sich um. Überall an den Wänden, in Vitrinen und Schaukästen tickten Uhren, es gab Kuckucksuhren, Armbanduhren und Taschenuhren.
„ALLE“ wiederholte der Lehrling.
„Ist ja gut“, sagte der Uhrenhändler, „nun ist es ja geschafft. Und was dürfen wir heute dem Herrn Präsidenten anbieten?“
Der Präsident brummte kurz.
„Ich brauche eine Armbanduhr.“
„Ach, tut es die alte Uhr nicht mehr so gut? Oder sollen wir sie reparieren?“
„Nein nein, ich brauche eine zweite Uhr. Eine Armbanduhr, die mir die Uhrzeit anzeigt, wie sie im anderen Teil des Landes ist. Denn die Armbanduhr des Präsidenten muss natürlich immer exakt die korrekte Uhrzeit anzeigen, oder?“
„Da haben Sie wohl recht, Herr Präsident“ sagte der Uhrenhändler.
Der Präsident suchte sich eine Armbanduhr aus, nicht zu teuer, damit seine Frau nicht schimpfte, und zog sie gleich an.
„Linke Hand: Linke Seite des Landes, rechte Hand: Rechte Seite des Landes. Ist doch ganz einfach, oder?“ sagte der Präsident und bemühte sich, einen sehr zuversichtlichen Eindruck zu machen.
„Wie es dem Herrn Präsident beliebt“ sagte der Uhrenhändler.
Der Lehrling musste auf einmal sehr doll husten und ging lieber wieder zurück in die Werkstatt.

Der Präsident machte sich auf den Rückweg nach Hause. Auf dem Weg begegneten ihm zwei Frauen, die so sehr in ihr Gespräch vertieft waren, dass sie ihn gar nicht bemerkten.
„Weißt du“, sagte die eine der Frauen, „mein Mann arbeitet ja in der linken Hälfte, und wir wohnen in der rechten Hälfte. Das wäre ja noch machbar, aber unser Sohn wohnt ja nun schon seit einem Jahr im Nachbardorf, dort ist ebenfalls die rechte Hälfte. Ich mach also morgens ganz normal das Frühstück für meinen Mann, der fährt dann in den Betrieb und muss dann, sofern denn der Bus pünktlich fährt, erst mal eine Stunde warten, bis der Betrieb aufmacht. Mein Sohn kommt in der Mittagspause immer nach Hause zu mir und will dann was essen. Das ist dann bei mir aber schon am Nachmittag. Und dann kommt schon wieder mein Mann nach Hause und will sein Abendbrot. Ich steh den ganzen Tag nur noch in der Küche und mach Essen warm.“
Sie seufzte tief.
Die andere Frau nickte verständnisvoll.
„Jaja, aber bei mir ist es noch schlimmer: Das eine Kind geht zur Grundschule, das andere Kind ist in der Lehre beim Uhrenhändler. Zwei Kinder, zwei Hälften des Landes. Das heisst: Jeden morgen zwei mal Frühstück machen, dann zwei mal Mittagessen und dann zwei mal Abendbrot. Und dann hatte ich einen Friseurtermin, und mir wurde gesagt, ich sei eine Stunde zu spät und nun wäre nichts mehr frei....“

Der Präsident ging schnell weiter nach Hause.
Dort war zum Glück alles wie gewohnt. Seine Frau saß am Fenster, und zu ihren Füßen kringelte sich ein sehr sehr langer grüner Schal, und Regina stand in der Mitte des Zimmers und hüpfte von einem Fuß auf den anderen.
„Schau mal, der Papa ist da, nun kannst du auch mal mit ihm dein neues Spiel spielen“ sagte die Frau des Präsidenten, und man konnte, wenn man genau hinhörte, ein ganz klein bisschen hören, dass sie ein ganz klein bisschen genervt war.
„Oh, ein neues Spiel?“ fragte der Präsident und bemühte sich, einen irgendwie freudigen Eindruck zu machen.
„Ja“, rief Regina, „das Uhrzeit-Spiel“.
„Und wie geht das?“
Regina stellte sich direkt neben die Blumentöpfe, die immer noch eine Linie durch das Wohnzimmer bildeten.
Dann blickte sie ihren Vater herausfordernd an.
„Wie spät ist es?“ fragte sie.
Dem Präsidenten wurde ein klein wenig heiß, er versuchte, sich schnell die Karte seines Landes vorzustellen, blickte dann auf seine linke Armbanduhr und versuchte, sehr überzeugend zu klingen.
„Es ist jetzt ganz genau viertel vor drei, das sage ich dir als dein Vater und als Präsident dieses Landes“.
Regina kuckte ihren Vater kurz zweifelnd an, nickte aber dann.
Dann hüpfte sie über den Blumentopf, der neben ihr auf dem Fußboden stand, und blickte wieder auf ihren Vater.
„Und wie spät ist es jetzt?“
„Immer noch viertel vor drei“ sagte der Präsident.
„Falsch, falsch, falsch“ rief Regina und sprang auf und ab.
„Du musst immer sagen, wie spät es bei IHR gerade ist“ sagte die Frau des Präsidenten.
„Gut“, sagte der Präsident, „bei dir ist es gerade ganz genau vierzehn Minuten vor VIER“.
Er brummte und seufzte zugleich.
Regina blickte ihren Vater an, nickte ernsthaft, und sprang wieder über den Blumentopf zurück.
„Und jetzt?“
„Jetzt ist es vierzehn Minuten vor DREI“ sagte der Präsident.
Regina bestätigte dies mit einem erneuten Nicken, und sprang wieder über den Blumentopf.
„Und jetzt?“
Der Präsident murrte ein bisschen.
„Das ist dein neues Lieblings-Spiel, oder?“ fragte er.
Seine Frau lachte kurz auf.
„Ja, und sie spielt das sehr sehr ausdauernd, nicht wahr, Regina?“

Der Präsident brummte.
Und brummte.
Seine Frau wusste: Wenn er anfing zu brummen dachte er nach. Sehr doll nach.
Er brummte und brummte und hörte gar nicht mehr auf zu brummen.
Seine Frau ließ ihr Strickzeug sinken und blickte ihn an.
„Meinst Du, Du könntest mal mit deinem Minister für die Begradigung der Zeitzonenlinie reden? Ich meine, der arme Mann hat so viel Ärger und Arbeit gehabt, der braucht doch bestimmt mal einen kleinen Urlaub. Und wenn er gerade mal nicht da ist, könnte doch vielleicht der kluge Herr Präsident dafür sorgen, dass hier in seinem Land wieder Ordnung herrscht. Oder?“
Der Präsident brummte noch einmal kurz und meinte dann, dass das wohl keine sehr schlechte Idee sei.
Gesagt, getan: Der Herr Minister wurde in den Vorruhestand versetzt, bekam noch einen Orden und ward nimmer mehr gesehen. Einen Tag später hielt der Präsident eine Rede im Fernsehen, in der er die Regelung der exakten Zeitzone ein für alle Mal zurück nahm und sich stolz und ehrfürchtig auf die Tradition seines Großvaters besann, die besagt, dass die Zeitzonenlinie einen Schlenker um das kleine Land macht.
Und alle Bewohner des Landes waren so begeistert von der Nachricht, dass sich kaum einer darüber wunderte, dass der Präsident einen sehr sehr langen grünen Schal bei seiner Ansprache trug.
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