Mein Maskottchen ist der Gefahrgutbeauftrage von LEGO. Er sitzt auf meinem Schreibtisch und wacht darüber, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Den Beginn unserer wunderbaren Freundschaft sehen Sie hier (und über die Schwierigkeiten, zueinander zu finden erfahren Sie hier mehr)

Freitag, 18. November 2011

absolut obsolet

Ich muss oft nicht lange suchen, um Themen zu finden, die dem Namen dieses Blogs wahrlich alle Ehre machen, Aber selten wurde es mir so dermaßen einfach gemacht wie bei dem allerneuesten (und flugs wieder gelöschten) Image-Films der Bundeswehr auf dem eigenen YouTube-Kanal. Aber sehen Sie selbst:

 

Ich stelle einfach mal einen recht willkürlich ausgewählten Trailer für die neueste Version des Ballerspiels "Call of Duty 3: Modern Warfare" dazu, damit man weiss, woran sich die Macher dieses Machwerks (jaja, ich weiss, doppelt gemoppelt wird´s nicht besser) offensichtlich orientiert haben:

 

Ich gebe zu, ich hatte ursprünglich wilde Pläne, den Spot der Bundeswehr mit dem Sound des Trailers oder umgekehrt zu unterlegen, aber eigentlich habe ich überhaupt keine Lust, mich damit wie auch immer kreativ zu beschäftigen, zudem es auch nicht notwendig ist, denn der Bundeswehr-Spot spricht auch so für sich.

ABER:
Ohne dass ich auch nur im Entferntesten ein Verfechter der Reinhaltung von nationalen Symbolen bin drängt sich mir doch die Frage auf, wie man auf die Idee kommen kann, die deutsche Nationalhymne als wummernder Techno Rock-Sound stückweise den Bildern von explodierenden Panzern zu unterlegen.
Was ist die Nationalhymne?

Wikipedia: (Zitat, kein Plagiat)
"Die Nationalhymne ist das Lied oder Musikstück (Hymne) eines Staates, mit dem er sich zu besonderen Anlässen präsentiert. Diese Staatshymne (bei Bundesstaaten auch Bundeshymne genannt) wird beispielsweise bei Staatsempfängen, bei internationalen Sportereignissen oder bei besonderen staatlichen Ereignissen gespielt."
Duden: (Zitat, kein Plagiat)
Lied, das als Ausdruck des Nationalbewusstseins bei feierlichen Anlässen gesungen oder gespielt wird

Nun ja, was bleibt? Das Video wurde fix wie nix gelöscht (zumindest auf dem offiziellen YouTube-Kanal), aber da das Internet NIE vergisst sorgt auch mein kleines Blog dafür, dass - zumindest bis die Panzer vor meiner Tür stehen - man sich weiterhin aufregen kann/darf/muss über die unfassbar blöde Art und Weise, wie die Bundeswehr angesichts schwindender freiwilliger Rekruten ihr "Image" aufpolieren will. Oder will man durch die Aufmachung, die Optik und die schnellen Schnitte plus hämmernder Musikuntermalung vielleicht exakt die Klientel ansprechen, die doch ansonsten als die durch die gewaltverherrlichenden Ego-Shooter gefährdeten Jugendlichen  angesehen werden?

aus der Presse:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,798662,00.html
http://www.morgenpost.de/politik/article1830899/Regierung-entfernt-umstrittenes-Bundeswehr-Video.html
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:nach-kritik-video-der-bundeswehr-wird-rohrkrepierer/60130879.html
http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1234027


Montag, 14. November 2011

kleines Ratespiel

da ich momentan so beschäftigt bin, hier nur ein kleines Ratespiel:
Welcher der unten stehenden Screenshots stammt aus dem Vorspann zum ARD-Talk "Günther Jauch" und welcher stammt aus dem Vorspann von "Berlin direkt" (ZDF) ? Auflösung gibts unten....



Auflösung: Das grünstichige obere stammt aus "Jauch", das untere bläuliche aus "Berlin Direkt"

Mittwoch, 2. November 2011

wenn die Ex zuschlägt....

... OK, ich gebe gerne zu, der Post-Titel ist sowohl frei erfunden als auch reisserisch, aber da wir uns in die Niederungen der Yellow-Press-Geschichten begeben müssen ist er vielleicht doch ganz passend gewählt.

Was ist geschehen?

Barbara Qinze hat sich getrennt.
Barbara WER?

Barbara Quinze, geschiedene Becker, geborene Feltus, oder einfach: Babs.

Noah, ihr ältester Sohn, fand das anscheinend offensichtlich ziemlich OK:

und ihr Ex-Mann, das Bobbele, offensichtlich sehr witzig:


was wiederum den Sohnemann veranlasste, noch einen drauf zu legen:
(freie Übersetzung von mir: "Schon Scheisse, wenn man klein und kein Deutscher ist, haha")

Doch ich vermute jetzt einfach mal, dass Bobbele ganz tüchtig Ärger mit der Babs bekam, denn kurze Zeit später twitterte er :
 
nur um dann kurze Zeit später zerknischt noch hinterher zu schieben:


Wie, liebes Bobbele, sollte man denn nun dein "hahaha" eigentlich verstehen?

Montag, 31. Oktober 2011

Einfach mal nachmessen...

...würde ich den Kollgen von tagesspiegel, morgenpost, berlin-aktuell und natürlich der dapd und (das kann ich nun allerdings nicht beweisen) dem Sprecher der Berliner Polizei empfehlen.
Unschöner Anlass: Ein junger Mann, der sich von spielenden Kindern belästigt fühlte und sie mit einem Polenböller attackierte, wurde aufgrund von Vorstrafen und Bewährungsauflagen zu drei Monaten Haft verurteilt. Bei seinem Angriff - und da sind sich alle oben erwähnten Quellen einig - kam es neben den verschreckten Kindern zu einem fatalen Kollateralschaden:
30 Quadratzentimeter Rasen wurden verbrannt!
30 Quadratzentimeter? Na dann messen wir einfach mal nach, wieviele Quadratzentimeter eine ganz normale EC- oder Kreditkarte hat....   rechne... rechne....rechne....     Ergebnis:
45,9 Quadratzentimeter!!
Der Böllerwerfer hat also eine Rasenfläche verbrannt, die etwa die Größe von zwei Dritteln einer EC-Karte beträgt...   Na das ist doch eine Zeitungsmeldung wert.
Oder?

UPDATE: Gerade eben gefunden: Schon in der ursprünglichen Meldung des damaligen Vorfalles im Online-Auftritt des tagesspiegel wurden die Folgen der Explosion der "verbotenen Pyrotechnik" ebenso drastisch beschrieben, eben jene verbrannten 30 qcm....  Man wird halt nicht klüger....

Samstag, 29. Oktober 2011

Happy Halloween !


und als kleine Entschädigung für alle, die sich jetzt erschrocken haben, hier das passende Tiny Tale (die wundervoll-schaurigen Geschichten im Twitter-Format von Florian Meimberg, jetzt auch als Buch erschienen). Ich find´s absolut gruselig....

Ausgelassen stürzte sich Brian in die feiernde Menge. 
Es war der einzige Tag im Jahr, an dem er sich unter Menschen wagte.
Halloween.

Dienstag, 25. Oktober 2011

Liebe taegesschaeu,

sowas darf doch eigentlich nicht passieren, oder? Der Architekt heisst Libeskind!

 Screenshot tagesschau vom 24.10.
(und wer hat´s gefunden? Der Dicki hat´s gefunden!)

Samstag, 15. Oktober 2011

was macht wohl Dr. Dr. Sheldon Lee Cooper, wenn er sich langweilt?

Sheldon ist bekanntlich die ebenso hochbegabte wie fast autistische Hauptfigur aus der wundervollen Sitcom "Big Bang Theory". Berühmt-berüchtigt ist er für seine Humorlosigkeit, denn so etwas kommt in seinem Universum eigentlich nicht vor.
Was der aber wohl macht, wenn er mal lachen will?
Wahrscheinlich fordert er die Super-Suchmaschine WolframAlpha auf: "Tell me a joke".
Und die ebenso humorlose wie logische Maschnie greift stoisch auf eine Wundertüte voller nerdiger mathematischer Witze zu und präsentiert stets einen neuen Gag.
Ich gebe zu, die meisten verstehe ich nicht und muss erstmal sämtliche Pointen googeln, was das Lachen manchmal etwas erschwert, aber einige sind auch für Nicht-Mathematiker verständlich.

Kostprobe:
Zwei Statistiker gehen auf Entenjagd. Der erste schiesst: 10 cm zu weit links. Der zweite schiesst: 10 cm zu weit rechts. Sie klatschen sich begeistert ab und rufen: "Getroffen!"

Freitag, 14. Oktober 2011

Medien-Notizen zum Wochenende

Laut meedia.de hat die demnächst drohende Vorabend-Bespassung mit Gummibärchen-Onkel Gottschalk den Arbeitstitel "Thommys Wundertüte". 
Mein Kommentar dazu:
Ich kann mich noch gut erinnern: Als Kind wollte ich auch immer unbedingt Wundertüten haben. 
Warum? Weil die Tüten kreischbunt die tollsten Inhalte versprachen. Manchmal hab ich auch eine bekommen, denn sie waren immer komplett überteuert. Und der Inhalt? Jedesmal ein Totalreinfall, billiger überflüssiger Sch...., den niemand brauchte und wollte.
Insofern ist der Arbeitsstitel absolut passend gewählt und sollte beibehalten werden .-)

Ich hasse schlechte Übersetzungen, wie man weiss. Auch lieblose Eindeutschungen tun mir weh. Rowan Atkinsons ("Mr. Bean") zweite James-Bond-Parodie als Johnny English hat soeben den Spitzenplatz der aktuellen Kinocharts erklommen.
Im Original heisst der Streifen "Johnny English Reborn" und spielt im Titel augenzwinkernd mit eher trashigen Fortsetzungen zweit-drittklassiger Horror-Movies ("Frankenstein Reborn!", 1998, "Werewolf Reborn!", 1998, oder auch "Frankenstein & the Werewolf Reborn!", 2005, wahlweise auch mit King Kong, Godzilla, Jekyll&Hyde etc usw pp....)
Wenn man im Deutschen für den 2. Teil eines Kinoerfolges so überhaupt aber auch gar keine auch nur irgendwie pfiffige Idee hat, dann greift man auf das allerletzte Mittel zurück und verpasst dem Film den komplett lieb- und einfallslosen Zusatz "Jetzt erst recht".
Beispiele gefällig?
"Vater hoch vier - jetzt erst recht" (2008, 3. Teil nach zwei Filmen 2005/6: "Vater hoch 4) 
"Keine halben Sachen 2  - Jetzt erst recht" (2004, Fortsetzung des gleichnamigen Films von 2002)
"Revanche- Jetzt erst recht" (1997, Fortsetzung von "Eiskalte Wut" 1995)
"Stirb langsam - Jetzt erst recht" (1995, dritter Teil nach 1988 und 90)
Und nun raten Sie, wie die Fortsetzung des Johnny-English-Films heisst......

Sonntag, 9. Oktober 2011

"Wir haben ein kleines kleines technisches Problem..."

Seit Frank Elstner nicht mehr "Wetten dass...?" moderiert gab es so manche Situation zum Fremdschämen (und dabei meine ich nicht einmal das quälende Intermezzo eines grenzdebilen Dauergrinsers, der später nur noch durch das Stibitzen einer Kombi-Zange in einem Baumarkt von sich reden machte und dessen Sendungen eine jeweils 2stündige Fremdschäm-ATTACKE waren....)

Gestern Abend, es war die erste der drei Abschieds-Shows von Gottschalk, wurde aber spielend leicht ein neuer Tiefpunkt auf der nach unten offenen Fremdschäm-Rankingliste erreicht:
Monika Gruber, Ihr Auftritt, bitte!

Eine sehr blonde Kabarettistin mit sehr rrrrollendem R betritt die Bühne, und was sich dann abspielte, nun ja, wie soll man es beschreiben? Muss ich etwa wieder meine berüchtigten "Ä"-Wörter heranziehen? Ja, ich muss, es war jämmerlich, erbärmlich, kläglich, lächerlich.
Die blonde Dame war nicht in der Lage, auch nur einen halbwegs sinnvollen Satz OHNE ihren Teleprompter aufzusagen...  Hier ihr Einleitungstext in voller Länge (zum besseren Verständnis eingehochdeutscht):

Servus, ja Servus Nürnberg, seh gerade, der Monitor ist ausgefallen, Servus Nürnberg, Servus, ich  freu mich so, dass ich da sein darf, das kann ich ihnen gar nicht sagen, ich freu mich, bei der letzten Sendung von "Wetten dass", bei einer der letzten Sendungen von "Wetten dass" mit Thomas Gottschalk, er moderiert es selber, es ist sagenhaft, ich bin so aufgeregt, ich kann es ihnen gar nicht sagen, eine der letzten Sendungen von Thomas Gottschalk mit "Wetten dass"... und … jetzt... müsste gleich was passieren... oder auch nicht... was? Ein kleine Moment... wir haben ein kleines kleines technisches Problem, wir haben nämlich einen kleinen Spicker vorbereitet, weil ich eine Nummer geschrieben habe nur für heute abend, da muss ich ein bisschen spicken, …. ja, der Thomas Gottschalk ist nämlich ein richtiger Mann, und ein richtiger Mann kennt den richtigen Zeitpunkt zu gehen.

Und was eine richtige bayerische Kabarettistin ist, nun ja, die hat wohl den rechten Zeitpunkt dezent verpasst....
Hallooooo, geht´s noch? Wie kann man sich in DIE Samstagsabend-Show wagen und hat nicht die geringste Ahnung, was man eigentlich sagen will? Wie kläglich, dass man nicht in der Lage ist, auch nur EINEN halbwegs zusammenhängenden Satz zu sagen OHNE dass man permanent auf den Teleprompter schielen muss?? Wie jämmerlich, dies dann auch noch offen zuzugeben. Wie erbärmlich, dann noch nicht einmal das Beste aus der Situation machen zu können.
Übrigens: Ich vergeb gerne einen Extra-Minuspunkt an die gnadenlose TV-Regie, die immer wieder Gottschalks fassungsloses Gesicht in Großaufnahme einblendete, während sich die Kabarrrrretistin um Kopf und Kragen stammelte.


Update:
Auf vielfachen Wunsch hier der Beweis mit bewegten (und bewegenden) Bildern:


Sonntag, 25. September 2011

Neue Serie: Vorher - Nachher - Fotos

Ich mag Vorher-nachher-Fotos, im besten Fall erzählen sie eine ganze Geschichte, die sich natürlich nur im Kopf des Betrachters abspielt.
Die Verpflegungsstation in der Torstrasse bei Kilometer 9 des Berliner Marathons, morgens um 9 und 2 Stunden später:

Donnerstag, 22. September 2011

Der Papst macht alle komplett gaga

Der Papst kommt, und alle spielen verrückt. Und mal wieder fällt nur mir anscheinend auf, was unser Innenminister, der,. äh, sach ma schnell, der....   Friedrich da gestern in der heute-Sendung verzapft hat:


Noch mal gaaaanz langsam und zum Mitschreiben:

Der Papst ist das Oberhaupt der katholischen Kirche und das Staatsoberhaupt des Vatikan-Staats, aber nicht, lieber Herr , ähm, Friedrich:

DAS STAATSOBERHAUPT DER KATHOLISCHEN KIRCHE 

und da ich mich sowieso gerade aufrege, kann ich Ihnen auch gleich noch ein Zitat aus dem Interview, das Sie dem tagesspiegel gegeben haben, um die Ohren hauen:

Die Proteste am Rande des Papst-Besuchs richten sich vor allem gegen die Sexualmoral der katholischen Kirche. Haben Sie Verständnis dafür, dass sich etwa Homosexuelle diskriminiert fühlen?
Dass man die Heterosexualität als den Normalfall und den von der Natur und Gott vorgesehenen Fall ansieht, ist eine feste Überzeugung der Kirche. Darüber kann man auch anderer Meinung sein, aber man muss sich deshalb nicht diskriminiert fühlen.
Ist es nicht diskriminierend, wenn Homosexuelle ihre Sexualität nicht ausleben dürfen, wie es der Katechismus gebietet? Wie würden Sie reagieren, wenn Sie betroffen wären?
Ich glaube, mit solchen Fragen begibt man sich in eine Klein-Klein-Diskussion, die das Wesentliche überdeckt.

Das, Herr Innenminister, ööps, na, Friedrich, das ist einfach nur ABSOLUT OBSOLET, und deshalb steht es auch hier in díesem Blog!

(prompt hier verlinkt, Gruß in die Blognachbarschaft)

Das könnte Sie auch interessieren:
http://absolutobsolet.blogspot.com/2011/06/ehec-greift-sprachzentrum.html 
http://absolutobsolet.blogspot.com/2011/05/das-ende-der-nordatlantischen.html

Montag, 19. September 2011

Punktlandung

Liebe Berliner FDP, ich würde mal sagen, das war ne Punktlandung: Wahlziel absolut erreicht!
Aber irgendwie habt ihr da doch noch n Komma vergessen, oder?

oder wie meine Mutter so treffend mailte: "Neuer Name für eine bekannte Partei: fzp, das heißt:fast zwei prozent. hihi"

Freitag, 9. September 2011

Ansichten vom stillen Örtchen

Die Paparazzi-Figurengruppe ist ja nun wahrlich nix Neues, aber ich wollte dem geneigten Leser nicht vorenthalten, wo bei uns diese sensationslüsterne interessierte Gruppe von engagierten bemitleidenswerten Vertretern der Medien seinen Platz gefunden hat. Und deshalb nun hier der exklusive - und durchaus intime - Blick, den man hat, wenn man bei uns auf dem Klo sitzt:

Mittwoch, 24. August 2011

Noch ein Fleiss-Sternchen

Da ich ja gerade in Lobes-Laune bin, hier noch schnell ein dicker Fleiss-Stern an den unfassbar tapferen Peer Schader, der sich für seinen Fernseh-Blog der FAZ regelmäßig durch die seichten Untiefen des Trash-TVs arbeitet. Gestern musste er die Alm auf Pro7 kucken und durfte Zeuge des durch einen Brand im Sendezentrum leicht veränderten Sende-Ablaufs werden.
Falls Sie nach der Lektüre die Befürchtung haben, Sie hättes etwas verpasst, kann ich Sie beruhigen. Die Highlights des Moderations-Duos anzuschauen genügt vollkommen:









Sonntag, 21. August 2011

Zitat des Tages

Ich kann zum Glück komplett neidfrei eingestehen, wenn ich etwas Herausragendes gelesen habe. Passiert immer mal wieder, aber selten so nachhaltig wie heute mittag, als mir der Meedia-Sondernewsletter zum gestrigen Auftakt des Dschungel-Camps für Arme, dem Pro7-Machwerk "Die Alm", in den Posteingang flatterte. Lieber Herr Lesko, ich verbeuge mich tief. Und zitiere (Obacht, kein Plagiat!) mit Wonne Ihre Beschreibung des abgehalfterten TV-Clowns Rolfe Scheider (dessen Bekanntschaft auch ich schon machen musste, das traumatische Erlebnis  mit dieser wandelnden Fremdschäm-Attacke habe ich hier verarbeitet):

Sportskamerad “Rolfe“ Scheider als ehemals ansatzweise sympathische, doch zunehmend tragische Figur ist mit von der Partie. Ein Abziehbild, dessen anfangs schrille Episoden auf dem Weg medial-professioneller Deformation zunehmend sichtbar die Steuerung über den Kern der Person des Kölner Kosmetikers übernommen haben. Aus einem tragischen Jungen, der als Kind in der Schule wahrscheinlich bei der Wahl von Fußballmannschaften immer ins Tor musste, weil die Mitschüler ihn gut leiden... sehen konnten, ist auf dem Umweg über Heidis Abwahl und “Lets Dance“-Ertüchtigungsversuchen ein öffentlicher Beleg dafür geworden, was Medien und Öffentlichkeitsdrang aus einem Menschen machen können: kein Scheider mehr. Nur noch Rolfe.  Das Ergebnis ist makaber, getrieben und erschütternd. Falls Rolfe jemals alle Gurken im Glas gehabt haben sollte, verschwanden sie durch seinen Drang nach Bühne, wie die Gurken dieses Frühlings mit dem EHEC-Virus. Wer als “Alm“-Zuschauer auf die entsetzliche Tragik zerbröselter Persönlichkeiten steht, ist bei Rolfe gut aufgehoben. 

Danke, Herr Lesko, Danke Danke Danke .-)
Und als kleines Geschenk für meine verehrten Leser habe ich das einzig wirklich wertvolle und nachhaltige Zitat des Moderatoren-Gespanns extrahiert und präsentiere es als mahnende Erinnerung daran, dass man, nun ja, sagen wir es wie es ist: Aus Scheisse kein Gold machen kann...







Donnerstag, 11. August 2011

Ganz schlechte Übersetzung

Ich weiß, ich bin ein bisschen penibel, aber: Ich finde schlechte Übersetzungen bei Kinofilmen un-er-träg-lich.
Und da ich dieses selbstgebastelte Forum nach Herzenslust nutzen kann, um mich zu beschweren, tue ich dies nun auch.
Es geht um den aktuellen Blockbuster von J.J. Abrams und Steven Spielberg, "Super 8", eine hinreißende Geschichte über das Erwachsenwerden, gemixt mit Elementen aus Sci-Fi und staatlicher Verschwörung (und ein Schelm sei, wer da an E.T. denkt, das ist so gewollt. Aber auch die "Goonies" und "Stand by me" werden ausgiebig zitiert.)
Der Film ist was für Erwachsene, die noch mal Kind sein wollen, und der Film sieht so aus, als hätte man ihn vor 30 Jahren schon einmal gesehen und nun neu wieder entdeckt.
Er spielt im Jahr 1979, und mit unfassbar viel Liebe zum Detail wurde der Film entsprechend ausgestattet. Nur bei der Übersetzung, da hapert es. In einer Szene (die jugendlichen Helden sind soeben in die eigene Schule eingebrochen, um Filmmaterial ihres verstorbenen Bio-Lehrers zu sichten, der offenbar das Geheimnis um eine ausserirdische Existenz gelüftet hat, deren einziges - und friedliches - Ziel ist, wieder auf den Heimatplaneten zu fliegen, und haben erkennen müssen, dass die grausame Behandlung durch die staatlichen Behörden aus dem harmlosen Wesen nun ein Monster gemacht haben) brausen sie mit dem einzig verbliebenen Verbündeten, einem sympathischen Nerd (neee, das gab es damals noch nicht, also) Hippie in seinem Wagen über die Landstrassen von Ohio, während der Autobesitzer, eben jener Nerd Hippie vollkommen zugekifft auf dem Rücksitz hängt. Alles um sie herum explodiert, sie versuchen hysterisch den Burschen zu wecken, einer meint: "He´s just too stoned".
Die Antwort, und das ist DAS Zitat des Films, unzählige Male im Netz erwähnt und als ewiges Filmzitat schon jetzt ein Klassiker: "Drugs are sooo bad", atemlos und trocken hervorgestossen. Es sorgt für hysterische Lachanfälle in amerikanischen Kinos.
Und nun die deutsche Übersetzung (bei der man im Endeffekt komplett freie Hand hatte, denn die Szene ist dermaßen chaotisch und unübersichtlich, dass der Sprecher des Satzes nicht wirklich im Bild ist geschweige denn man seinen Mund oder seine Lippen sehen/lesen kann)
"Keine Macht den Drogen!"
Kurz mal googlen, und schwups: Dieser Slogan wurde 1990 (!) im Rahmen einer Kampagne der Bundesregierung vorgestellt, also 11 (ELF!!) Jahre nach dem der Film spielt.
Fazit: Billiger Lacher, der das liebevoll aufgebaute Szenario zerstört!

Samstag, 6. August 2011

Was passiert eigentlich...

... während einer vollkommen durchschnittlichen Minute im weltweiten Internet?
Kuckst du hier:


(die verwendeteten Daten entstammen einer Erhebung von go-gulf, die verwendete Musik ist tatsächlich der "Minuten-Walzer" von Chopin, allerdings betrug die ursprüngliche Dauer 1:45, also wurde sie ein wenig schneller abgespielt....)

Dienstag, 2. August 2011

nachschlag

konrad dudens todestag jährt sich dieser tage zum hundertsten mal. er soll ja ein ziemlich humoriger knabe gewesen sein, und war zudem ein erklärter feind der großschreibung, zitate wie "die großschreibung wirkt verdummend, indem sie unter kraftvergeudung verstand und gedächtnis zu gegenseitigem kampf zwingt. sie erschwert die ausbreitung der deutschen sprache" oder "die substantiv-großschreibung schädigt durch nutzlose gedächtnisbelastung die geistige und leibliche gesundheit unserer jugend, indem sie der schule kostbare zeit und dem kinde lust und freude am lernen raubt" sind überliefert.
ihm in ehrendem gedenken also dieser beitrag ohne großbuchstaben.

schon 1872 merkte er recht säuerlich an: "auf dem gebiete der deutschen rechtschreibung herrscht augenblicklich ein unerquicklicher und namentlich für die zum lehren berufenen unbefriedigender übergangszustand." dem kann ich mich angesichts gar grausiger anpassungen in der rechtschreibung wie etwa majonäse oder portmonee nur anschließen. 

aber ich will auf ein schönes projekt des duden-verlages in zusammenarbeit mit dem trendbüro hinweisen, das szenesprachenwiki. ein "neues wörterbuch der szenesprachen", in dem - in verschiedene kategorien unterteilt - die kreativen neuen schöpfungen erläutert und erklärt werden. ich finde: wundertoll und endlaser.

Mal wieder diesem Blog alle Ehre machen:

Kommenden Samstagabend erfüllt die ARD mal wieder mit Hingabe ihren Rundfunkstaatsvertrag, der Gute-Laune-Moppel Andy Borg (eigentlich Adolf Andreas Meyer) darf nochmal die Highlights der vergangenen Musikantenstadl-Sendungen präsentieren. Mit dabei selbstverständlich die Schlager-Domina Andrea Berg (eigentlich Andrea Zeller). Ob sie aber ihr legendäres Duett aus der Mai-Sendung aus Porec zweitverwursten wage ich mal zu bezweifeln. Daher sei es Ihnen hier nun wärmstens empfohlen, und BITTE halten sie durch bis zum unvergesslichen Moment ab 1:09 !
Besonders schön das fassungslose Lachen der Berg, die erstmal 5 Takte lang realisieren muss, dass das Vollplayback einfach weiter läuft. Und als I-Tüpfelchen (hier im Ausschnitt leider nicht zu sehen): Nach diesem Highlight der volkstümlichen Verarsche beschwert sich Borg bei der Band, dass sie einfach weitergespielt hätten.....

Update: NATÜRLICH wurde diese Szene im Worst Best-Of dezent vergessen...


Sonntag, 24. Juli 2011

Gruseln nach Noten

Gut gemachte Horror-Filme finde ich prima (wobei "gutgemacht" natürlich rein subjektiv ist...)
In allen WIRKLICH guten Horrorfilmen spielte die Musik eine Hauptrolle. Was wäre Psycho ohne die aberwitzige Dusch-Szene mit den kreischenden Violin-Schreien? Und wie erbärmlich wird dieses Highlight der Filmmusik noch heute verwendet, wenn man mit heftig zoomender Nahaufnahme etwas besonders Gräßliches im Trash-TV bebildern will....
Oder das nervöse "dididada" zu Beginn des Vorspanns zur Kult-Serie "Twilight Zone"....
Horror-Filme wie "Jeepers Creepers" verwenden uralte Songs, in diesem Fall einen Jazztitel aus dem Jahr 1938. damals von Louis Armstrong performt, eigentlich komplett harmlos, und doch läuft mir beim Hören sofort ein Schauer den Rücken hinunter.
Worauf ich eigentlich hinaus will: Das kongeniale Gespann James Wan und Leigh Wannell hat, nachdem es nach ihrem Mega-Erfolg "SAW" einige weniger gute Grusel-Streifen veröffentlichte, nun mit "Insidious" einen neuen Kassenschlager kreiert, und dort gibt es ein Lied, das so dermaßen schräg ist, dass man sofort aufhorcht: "Tiptoe through the Tulips", ein harmloses Liedchen aus dem Jahr 1929, allerdings in der extrem irrwitzigen Version von Tiny Tim aus dem Jahr 1968:


Nun gut, ich gebe zu, man kann sich kaum vorstellen, dass dieses Lied im Film wahrlich GRUSELIG wirkt. Aber es ist tatsächlich zum Fürchten!

zum Weiterlesen:
Offizielle Webseite

mal wieder ´n Plagiat....

...   aber Musik kann man ja auch nicht in Gänsefüßchen setzen.
Die hippe Werbeagentur Jung von Matt/Spree scheint bei der supernervigen Sparkassen-Kampagne "Giro sucht Hero" (auf sowas muss man erst mal kommen!) alles richtig gemacht zu haben: 125.000 Fans auf Facebook, einen eigenen YouTube-Kanal, fette Medienpräsenz (hier sehr schön analysiert...)
Doch jetzt gehen Sie einen Schritt zu weit, denn gut geklaut ist noch lange nicht gut gemacht, aber hören Sie
 selbst:

:

Dienstag, 19. Juli 2011

Sonntag, 17. Juli 2011

Mittwoch, 13. Juli 2011

unkommentiert

mal wieder ein Beitrag in der Rubrik "unkommentiert". Und zwar deshalb genau in dieser Rubrik, weil es völlig unnötig ist, die Angelegenheit selber zu kommentieren. Das tun Andere und das machen vor allem die Fakten....

Es geht um den FDP-Europaabgeordneten Dr Gorgos Chatzimarkakis und die Aberkennung seines Doktorgrades durch die Universität Bonn.

Chatzimarkakis schreibt am 28.06.2011 auf seiner Homepage:
"Ich habe dargelegt, dass in allen Fällen die entlehnten Gedankengänge oder Sinnzusammenhänge durch Fußnoten ausgewiesen sind. In acht Fällen fehlt die Quellenangabe aufgrund eines Redaktionsversehens, die genutzten Quellen meiner Dissertation finden sich allesamt im Literaturverzeichnis." 

Die Uni Bonn schreibt in ihrer Pressemitteilung vom 13.07.2011:
"Die Promotionskommission stellte in ihrer Untersuchung außerdem fest, dass mehr als die Hälfte des Textes der Chatzimarkakis-Dissertation aus fremden Federn stammt; so etwas genüge nicht den Anforderungen an eine Doktorarbeit, die ja eine selbständig erbrachte wissenschaftliche Leistung sein müsse."

Chatzimarkakis schreibt am  13.07. (nach Bekanntgabe der Entscheidung der Uni) auf seiner Homepage:
"Bei aller Enttäuschung stelle ich aber erleichtert fest, dass die Universität Bonn keine Täuschungsabsicht sieht und ausdrücklich Fußnotenapparat und Literaturverzeichnis als regelgerecht ansieht."
 
Die Uni Bonn schreibt in ihrer Pressemitteilung vom 13.07.2011:
"Der Dekan bedauerte den Plagiatsfall und erklärte: „Wir werden verstärkte Anstrengungen unternehmen, um solche Machenschaften künftig zu verhindern. Einen absoluten Schutz gibt es leider nicht.“"

Der Duden erläutert den Begriff  "Machenschaften" wie folgt:
"sich im Verborgenen abspielende, unlautere Handlung, Unternehmung, mit der sich jemand einen Vorteil zu verschaffen oder einem anderen zu schaden sucht"

Chatzimarkakis schreibt am 28.06.2011 auf seiner Homepage:
"Ich habe dargelegt, dass in allen Fällen die entlehnten Gedankengänge oder Sinnzusammenhänge durch Fußnoten ausgewiesen sind."

Die Uni Bonn schreibt in ihrer Presse-Erklärung:
"Die Prüfer fanden in der Dissertation „Informationeller Globalismus: Kooperationsmodell globaler Ordnungspolitik am Beispiel des Elektronischen Geschäftsverkehrs“ in zahlreichen Fällen aus anderen wissenschaftlichen Arbeiten entlehnte Passagen, die nicht als wörtliche Übernahmen gekennzeichnet waren. Chatzimarkakis hatte Texte anderer Autoren in seine Doktorarbeit eingefügt, deren Anfang und Ende jedoch nicht z.B. durch Anführungszeichen gekennzeichnet. Lediglich am Ende der Passagen nannte er in einer Fußnote die Belegstelle. Das reicht jedoch nicht aus und verletzt die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens. „Eine solche Praxis vermittelt den Eindruck“, so der Dekan der Philosophischen Fakultät, Professor Dr. Günther Schulz, „dass hier Herr Chatzimarkakis spricht, während in Wirklichkeit Texte anderer Autoren reproduziert werden.“"

Chatzimarkakis rechtfertigt seine Zitier-Weise mit dem Stilmittel des Intertextualisierens, das er bei seinem dreimonatigen Forschungsaufenthalt am St. Antony´s College in Oxford Ende 1995 kennen- und schätzen-gelernt hatte.
Werfen wir also einen Blick in das Regelwerk der Uni Oxford:
"Verbatim quotation without clear acknowledgement
Quotations must always be identified as such by the use of either quotation marks or indentation, with adequate citation. It must always be apparent to the reader which parts are your own independent work and where you have drawn on someone else’s ideas and language."
(Übersetzung von mir: Zitate müssen stets als solche gekennzeichnet sein, entweder durch Anführungszeichen oder durch Einrücken. Es muss für den Leser immer erkenntlich und offensichtlich sein, welche Teile Ihre eigene unabhängige Arbeit sind und wann Sie die Ideen und Texte von jemandem anderen verwenden.)

Sonntag, 10. Juli 2011

Knick in der Linse

Anlässlich des letzten Fluges des Space Shuttles am vergangenen Freitag berichtete das heute-journal über den Irrsinn des Wettlaufes zum Mond und illustrierte die unfassbare Größe der "Mondrakete" (das klang ein bisschen wie beim "Sandmännchen", eigentlich ist es die Saturn V) mit einem tollen Symbolfoto: Man stellte die Saturn V neben den Kölner Dom. Doch irgendwie hatten die Grafiker wohl einen Knick in der Linse, denn dass die Größenverhältnisse nicht stimmen können sieht man auf den ersten Blick:
Screenshot: heute-journal 08.07.2011
Soll der Kölner Dom als Vergleichsgröße tatsächlich 157 m hoch sein, so hätte die Mondrakete daneben eine Höhe von stolzen 138 m - mal eben 28 meter dazugemogelt, oder einfach mal um 25% wachsen lassen.

Ist nicht weiter schlimm, werden Sie sagen....   Aber in einer Nachrichtensendung des ÖR erwarte ich mehr Sorgfalt, zumal so was ja nun wahrlich nicht selten vorkommt (siehe bildblog vom 1.7.)

Freitag, 8. Juli 2011

Programmplaner in der Mause-Abseits-Falle

(Vorneweg: Ich war bei unten dokumentierter Diskussion NICHT dabei, auch wenn es diesen Anschein erweckt...  Der Inhalt ist also rein fiktiv, auch wenn es sich so zugetragen haben KÖNNTE. Und ich verspreche, dass ich diesen Beitrag auch nicht für den Nannen-Preis einreiche....)

Irgendwann auf einer Sitzung der Programmplaner der ARD:

"Hey, die Sendung mit der Maus wird 40, da machen wir doch gleich mal ne große Samstagabend-Show, irgendwann im Sommer."

"Terminvorschläge?"

"Wie wär´s mit Samstag, den 9. Juli? Die Privaten haben keine ernsthafte Konkurrenz zu bieten: DSDS ist schon vorbei, Supertalent und X-Factor fangen später an."

"Klingt gut, und was macht das ZDF?"

"Mal eben nachkucken.....  Das muss an dem Abend Frauenfussball versenden"

(Allgemeines Gelächter)

"Prima, machen wir so, und dazu machen wir ne große Werbeaktion und pflastern die halbe Republik mit Riesenplakaten zu"

      Viele Monate später, ein paar Tage vor dem geplanten Ausstrahlunstermin:

Programmchef (hysterisch):
 "Welcher Schwachkopf hat damals die Maus-Sendung gegen die Fussball-WM geplant??"

"Öööps, damals hat niemand mit Quoten von über 50% und 16 Millionen Zuschauern gerechnet. Das ist doppelt so viel wie Wetten dass...?  normalerweise hat.  NIEMAND hat das geahnt! Und nun?"

"Maus-Sendung verschieben, sofort!"

"Und was ist mit der sauteuren Riesen-Plakat-Aktion?"

"Was interessieren mich die Poster? Ich will Quote, Quote, Quote!"

"Frag doch mal die Maus" mit Frank Plasberg
Ursprünglich geplanter Sendetermin: Samstag, 09.07.2011, 20:15
Seit Donnerstag, 7. Juli ist der neue Termin bekannt: Donnerstag, 14.07.2011

Freitag, 1. Juli 2011

Etwas ist was faul im Staate Dänemarks

Obiges Zitat ist dem kundigen Literaten selbstverständlich aus Shakespeares Hamlet (eigentlich "Die Tragødie von Hamlet, Prinz von Dänemark") bestens bekannt. Die Originalzeile lautet übrigens "Something is rotten in the state of Denmark" und die übersetze ich mal jetzt mit "Etwas ist schäbig am Zustande Dänemarks".
Dicki auf einem Steg in BönnerupStrand
Vergangene Woche waren wir in Dänemark, erst im idyllisch-verschlafenen Bønnerup Strand direkt am Kattegat in Djursland und danach auf der Nordseeinsel Rømø. Wir nahmen klaglos die völlig überteuerten Preise in Dänischen Kronen in Kauf, denn als langjähriger Dänemark-Tourist weiß man, dass der €uro dort nur knapp 80 Cent wert ist. Denn Dänemark ist nah und soooo hyggelig ("gemütlich"), und das war der Sinn des Urlaubs: Entschleunigen.
Um so beschleunigter war der Puls bei einer Meldung in der tagesschau (die man dank Sat-TV auch in kleinsten Ferienhäusern problemlos empfangen kann, die Dänen wissen halt, was sie an den deutschen Touris haben):
Ausländische Straftäter können schon nach der allerersten Tat, die zu einem Gefängnisaufenthalt führt, ausgewiesen werden (solange ihnen im "Heimatland" keine Folter und Mord droht).
Passend dazu: Entgegen des Schengener Abkommens werden nun tatsächlich die europaweit kritisierten Grenzkontrollen wieder eingeführt.
Dänische Rechtfertigung: Man muss sich schützen, wer weiß, was da so alles ins kleine hyggelige Land kommen will.


Dicki auf der Terrasse unseres Häuschens auf Römö
Unsere Reaktion:
Wenn man als Ausländer nur dann willkommen ist, wenn man weder Turban noch Kopftuch trägt, aber bereit ist, die irren Preise im Land zu zahlen, wenn an der Grenze man nur dann nicht kontrolliert wird, weil man ein deutsches Autokennzeichen hat, aber der Südländer neben einem seinen Pass zeigen muss, und wenn tatsächlich die dänische Regierung der Meinung ist, dass man durch solche Maßnahmen sein Land "sauber" halten kann, tja, dann verzichten wir halt in Zukunft auf den ehemals geliebten Dänemark-Urlaub.


Lesetipps:
 http://www.manager-magazin.de/politik/artikel/0,2828,774425,00.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,775075,00.html

Dienstag, 7. Juni 2011

EHEC greift Sprachzentrum an

Ja, ist leider kein Witz und überhaupt nicht lustig...

Die gute Nachricht des Tages: Zapping, die geniale Show, in der unkommentiert die bösesten TV-Pannen des Tages präsentiert werden, ist zurück (und nicht zu verwechseln mit dem ebenso genialen Medienmagazin ZAPP des ndr).. Zwar nur auf Sky und für Abonnenten, aber im Web werden am Wochenende die schönsten Unglücke gezeigt. Hurra!

Wie verbinde ich jetzt EHEC und Zapping?
Indem ich Ihnen stolz und exklusiv den schönsten TV-Patzer in Bezug auf EHEC präsentiere, und zwar ausgerechnet vom neuen Bundesgesundheitsminister Bahr. In der Tagesschau vom vorgestrigen Sonntag, den 5. Juni bewies er einmal mehr die Crux mit der doppelten Verneinung:

Es ist nämlich mitnichten so, dass eine doppelte Verneinung keine Fallgruben birgt.
Angesprochen auf das Kompetenzwirrwarr und die unklaren Zuständigkeiten sagt er wortwörtlich:

(Zitat, kein Plagiat)
"Ich sehe derzeit keinen Anlass daran zu zweifeln, dass die bestehenden Mechanismen und die bestehenden Zuständigkeiten, die wir in Deutschland haben, nicht funktionieren."




Oder anders gesagt:
Er ist sich sicher, dass nix funktioniert.
(Oh ja, und da wird die Wissenschaft noch was draus lernen können...)

Tja, was soll ich dazu sagen außer: Ham wa´s nicht alle schon längst gewusst?

(Der Dicki hat mir übrigens einen guten Tipp gegeben, wie man mit der komplizierten doppelten Verneinung dann doch ganz gut zurechtkommen kann, indem man nämlich die Verneinungen "wegkürzt". Da sie doppelt vorhanden sind heben sie sich gegenseitig auf.
Bahrs Satz könnte also genauso gut heissen:
"Ich sehe derzeit Anlass daran zu zweifeln, dass die bestehenden Mechanismen und die bestehenden Zuständigkeiten, die wir in Deutschland haben, funktionieren.")

Aber wie immer gibt es bei der fdp auch noch ein i-Tüpfelchen, sozusagen die Maraschinokirsche auf der Sahnehaube des verbalen Dünnschiss Durchfalls.
Denn kaum hat ihr Minister mal was Wichtiges zu vermelden, wird dies natürlich auch für die liberale Nachwelt festgehalten, und zwar hier (*Achtung, siehe Update unten) und hier und natürlich stolz wortwörtlich zitiert.

Und nur so für den Fall der Fälle hab ich mal eben einen Screenshot gemacht, um es MEINER Nachwelt zu erhalten (roter Pfeil ist von mir eingefügt):




(und komme gerade aus dem Lachen kaum noch heraus...  Oder sind das schon die ersten Anzeichen von...na, was...  sie wissen schon....)

UPDATE (vom 8. Juni, 15:00):
Auf der Seite www.liberale.de wurde inzwischen im entsprechenden Artikel klammheimlich still und leise das Wörtchen "nicht" vor dem "funktionieren" gelöscht. Nun macht der Satz Sinn...
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