Da ich ja gerade in Lobes-Laune bin, hier noch schnell ein dicker Fleiss-Stern an den unfassbar tapferen Peer Schader, der sich für seinen Fernseh-Blog der FAZ regelmäßig durch die seichten Untiefen des Trash-TVs arbeitet. Gestern musste er die Alm auf Pro7 kucken und durfte Zeuge des durch einen Brand im Sendezentrum leicht veränderten Sende-Ablaufs werden.
Falls Sie nach der Lektüre die Befürchtung haben, Sie hättes etwas verpasst, kann ich Sie beruhigen. Die Highlights des Moderations-Duos anzuschauen genügt vollkommen:
Mittwoch, 24. August 2011
Sonntag, 21. August 2011
Zitat des Tages
Ich kann zum Glück komplett neidfrei eingestehen, wenn ich etwas Herausragendes gelesen habe. Passiert immer mal wieder, aber selten so nachhaltig wie heute mittag, als mir der Meedia-Sondernewsletter zum gestrigen Auftakt des Dschungel-Camps für Arme, dem Pro7-Machwerk "Die Alm", in den Posteingang flatterte. Lieber Herr Lesko, ich verbeuge mich tief. Und zitiere (Obacht, kein Plagiat!) mit Wonne Ihre Beschreibung des abgehalfterten TV-Clowns Rolfe Scheider (dessen Bekanntschaft auch ich schon machen musste, das traumatische Erlebnis mit dieser wandelnden Fremdschäm-Attacke habe ich hier verarbeitet):
Sportskamerad “Rolfe“ Scheider als ehemals ansatzweise sympathische, doch zunehmend tragische Figur ist mit von der Partie. Ein Abziehbild, dessen anfangs schrille Episoden auf dem Weg medial-professioneller Deformation zunehmend sichtbar die Steuerung über den Kern der Person des Kölner Kosmetikers übernommen haben. Aus einem tragischen Jungen, der als Kind in der Schule wahrscheinlich bei der Wahl von Fußballmannschaften immer ins Tor musste, weil die Mitschüler ihn gut leiden... sehen konnten, ist auf dem Umweg über Heidis Abwahl und “Lets Dance“-Ertüchtigungsversuchen ein öffentlicher Beleg dafür geworden, was Medien und Öffentlichkeitsdrang aus einem Menschen machen können: kein Scheider mehr. Nur noch Rolfe. Das Ergebnis ist makaber, getrieben und erschütternd. Falls Rolfe jemals alle Gurken im Glas gehabt haben sollte, verschwanden sie durch seinen Drang nach Bühne, wie die Gurken dieses Frühlings mit dem EHEC-Virus. Wer als “Alm“-Zuschauer auf die entsetzliche Tragik zerbröselter Persönlichkeiten steht, ist bei Rolfe gut aufgehoben.
Danke, Herr Lesko, Danke Danke Danke .-)
Und als kleines Geschenk für meine verehrten Leser habe ich das einzig wirklich wertvolle und nachhaltige Zitat des Moderatoren-Gespanns extrahiert und präsentiere es als mahnende Erinnerung daran, dass man, nun ja, sagen wir es wie es ist: Aus Scheisse kein Gold machen kann...
Donnerstag, 11. August 2011
Ganz schlechte Übersetzung
Ich weiß, ich bin ein bisschen penibel, aber: Ich finde schlechte Übersetzungen bei Kinofilmen un-er-träg-lich.
Und da ich dieses selbstgebastelte Forum nach Herzenslust nutzen kann, um mich zu beschweren, tue ich dies nun auch.
Es geht um den aktuellen Blockbuster von J.J. Abrams und Steven Spielberg, "Super 8", eine hinreißende Geschichte über das Erwachsenwerden, gemixt mit Elementen aus Sci-Fi und staatlicher Verschwörung (und ein Schelm sei, wer da an E.T. denkt, das ist so gewollt. Aber auch die "Goonies" und "Stand by me" werden ausgiebig zitiert.)
Der Film ist was für Erwachsene, die noch mal Kind sein wollen, und der Film sieht so aus, als hätte man ihn vor 30 Jahren schon einmal gesehen und nun neu wieder entdeckt.
Er spielt im Jahr 1979, und mit unfassbar viel Liebe zum Detail wurde der Film entsprechend ausgestattet. Nur bei der Übersetzung, da hapert es. In einer Szene (die jugendlichen Helden sind soeben in die eigene Schule eingebrochen, um Filmmaterial ihres verstorbenen Bio-Lehrers zu sichten, der offenbar das Geheimnis um eine ausserirdische Existenz gelüftet hat, deren einziges - und friedliches - Ziel ist, wieder auf den Heimatplaneten zu fliegen, und haben erkennen müssen, dass die grausame Behandlung durch die staatlichen Behörden aus dem harmlosen Wesen nun ein Monster gemacht haben) brausen sie mit dem einzig verbliebenen Verbündeten, einem sympathischen Nerd (neee, das gab es damals noch nicht, also) Hippie in seinem Wagen über die Landstrassen von Ohio, während der Autobesitzer, eben jener Nerd Hippie vollkommen zugekifft auf dem Rücksitz hängt. Alles um sie herum explodiert, sie versuchen hysterisch den Burschen zu wecken, einer meint: "He´s just too stoned".
Die Antwort, und das ist DAS Zitat des Films, unzählige Male im Netz erwähnt und als ewiges Filmzitat schon jetzt ein Klassiker: "Drugs are sooo bad", atemlos und trocken hervorgestossen. Es sorgt für hysterische Lachanfälle in amerikanischen Kinos.
Und nun die deutsche Übersetzung (bei der man im Endeffekt komplett freie Hand hatte, denn die Szene ist dermaßen chaotisch und unübersichtlich, dass der Sprecher des Satzes nicht wirklich im Bild ist geschweige denn man seinen Mund oder seine Lippen sehen/lesen kann)
"Keine Macht den Drogen!"
Kurz mal googlen, und schwups: Dieser Slogan wurde 1990 (!) im Rahmen einer Kampagne der Bundesregierung vorgestellt, also 11 (ELF!!) Jahre nach dem der Film spielt.
Fazit: Billiger Lacher, der das liebevoll aufgebaute Szenario zerstört!
Samstag, 6. August 2011
Was passiert eigentlich...
... während einer vollkommen durchschnittlichen Minute im weltweiten Internet?
Kuckst du hier:
(die verwendeteten Daten entstammen einer Erhebung von go-gulf, die verwendete Musik ist tatsächlich der "Minuten-Walzer" von Chopin, allerdings betrug die ursprüngliche Dauer 1:45, also wurde sie ein wenig schneller abgespielt....)
Kuckst du hier:
(die verwendeteten Daten entstammen einer Erhebung von go-gulf, die verwendete Musik ist tatsächlich der "Minuten-Walzer" von Chopin, allerdings betrug die ursprüngliche Dauer 1:45, also wurde sie ein wenig schneller abgespielt....)
Donnerstag, 4. August 2011
Dienstag, 2. August 2011
nachschlag
konrad dudens todestag jährt sich dieser tage zum hundertsten mal. er soll ja ein ziemlich humoriger knabe gewesen sein, und war zudem ein erklärter feind der großschreibung, zitate wie "die großschreibung wirkt verdummend, indem sie unter kraftvergeudung verstand und gedächtnis zu gegenseitigem kampf zwingt. sie erschwert die ausbreitung der deutschen sprache" oder "die substantiv-großschreibung schädigt durch nutzlose gedächtnisbelastung die geistige und leibliche gesundheit unserer jugend, indem sie der schule kostbare zeit und dem kinde lust und freude am lernen raubt" sind überliefert.
ihm in ehrendem gedenken also dieser beitrag ohne großbuchstaben.
schon 1872 merkte er recht säuerlich an: "auf dem gebiete der deutschen rechtschreibung herrscht augenblicklich ein unerquicklicher und namentlich für die zum lehren berufenen unbefriedigender übergangszustand." dem kann ich mich angesichts gar grausiger anpassungen in der rechtschreibung wie etwa majonäse oder portmonee nur anschließen.
aber ich will auf ein schönes projekt des duden-verlages in zusammenarbeit mit dem trendbüro hinweisen, das szenesprachenwiki. ein "neues wörterbuch der szenesprachen", in dem - in verschiedene kategorien unterteilt - die kreativen neuen schöpfungen erläutert und erklärt werden. ich finde: wundertoll und endlaser.
Mal wieder diesem Blog alle Ehre machen:
Kommenden Samstagabend erfüllt die ARD mal wieder mit Hingabe ihren Rundfunkstaatsvertrag, der Gute-Laune-Moppel Andy Borg (eigentlich Adolf Andreas Meyer) darf nochmal die Highlights der vergangenen Musikantenstadl-Sendungen präsentieren. Mit dabei selbstverständlich die Schlager-Domina Andrea Berg (eigentlich Andrea Zeller). Ob sie aber ihr legendäres Duett aus der Mai-Sendung aus Porec zweitverwursten wage ich mal zu bezweifeln. Daher sei es Ihnen hier nun wärmstens empfohlen, und BITTE halten sie durch bis zum unvergesslichen Moment ab 1:09 !
Besonders schön das fassungslose Lachen der Berg, die erstmal 5 Takte lang realisieren muss, dass das Vollplayback einfach weiter läuft. Und als I-Tüpfelchen (hier im Ausschnitt leider nicht zu sehen): Nach diesem Highlight der volkstümlichen Verarsche beschwert sich Borg bei der Band, dass sie einfach weitergespielt hätten.....Update: NATÜRLICH wurde diese Szene im
Sonntag, 24. Juli 2011
Gruseln nach Noten
Gut gemachte Horror-Filme finde ich prima (wobei "gutgemacht" natürlich rein subjektiv ist...)
In allen WIRKLICH guten Horrorfilmen spielte die Musik eine Hauptrolle. Was wäre Psycho ohne die aberwitzige Dusch-Szene mit den kreischenden Violin-Schreien? Und wie erbärmlich wird dieses Highlight der Filmmusik noch heute verwendet, wenn man mit heftig zoomender Nahaufnahme etwas besonders Gräßliches im Trash-TV bebildern will....
Oder das nervöse "dididada" zu Beginn des Vorspanns zur Kult-Serie "Twilight Zone"....
Horror-Filme wie "Jeepers Creepers" verwenden uralte Songs, in diesem Fall einen Jazztitel aus dem Jahr 1938. damals von Louis Armstrong performt, eigentlich komplett harmlos, und doch läuft mir beim Hören sofort ein Schauer den Rücken hinunter.
Worauf ich eigentlich hinaus will: Das kongeniale Gespann James Wan und Leigh Wannell hat, nachdem es nach ihrem Mega-Erfolg "SAW" einige weniger gute Grusel-Streifen veröffentlichte, nun mit "Insidious" einen neuen Kassenschlager kreiert, und dort gibt es ein Lied, das so dermaßen schräg ist, dass man sofort aufhorcht: "Tiptoe through the Tulips", ein harmloses Liedchen aus dem Jahr 1929, allerdings in der extrem irrwitzigen Version von Tiny Tim aus dem Jahr 1968:
Nun gut, ich gebe zu, man kann sich kaum vorstellen, dass dieses Lied im Film wahrlich GRUSELIG wirkt. Aber es ist tatsächlich zum Fürchten!
zum Weiterlesen:
zum Weiterlesen:
Offizielle Webseite
mal wieder ´n Plagiat....
... aber Musik kann man ja auch nicht in Gänsefüßchen setzen.
Die hippe Werbeagentur Jung von Matt/Spree scheint bei der supernervigen Sparkassen-Kampagne "Giro sucht Hero" (auf sowas muss man erst mal kommen!) alles richtig gemacht zu haben: 125.000 Fans auf Facebook, einen eigenen YouTube-Kanal, fette Medienpräsenz (hier sehr schön analysiert...)
Doch jetzt gehen Sie einen Schritt zu weit, denn gut geklaut ist noch lange nicht gut gemacht, aber hören Sie
selbst:
:
Dienstag, 19. Juli 2011
Sonntag, 17. Juli 2011
Freitag, 15. Juli 2011
Mittwoch, 13. Juli 2011
unkommentiert
mal wieder ein Beitrag in der Rubrik "unkommentiert". Und zwar deshalb genau in dieser Rubrik, weil es völlig unnötig ist, die Angelegenheit selber zu kommentieren. Das tun Andere und das machen vor allem die Fakten....
Es geht um den FDP-Europaabgeordneten Dr Gorgos Chatzimarkakis und die Aberkennung seines Doktorgrades durch die Universität Bonn.
Chatzimarkakis schreibt am 28.06.2011 auf seiner Homepage:
"Ich habe dargelegt, dass in allen Fällen die entlehnten Gedankengänge oder Sinnzusammenhänge durch Fußnoten ausgewiesen sind. In acht Fällen fehlt die Quellenangabe aufgrund eines Redaktionsversehens, die genutzten Quellen meiner Dissertation finden sich allesamt im Literaturverzeichnis."
Die Uni Bonn schreibt in ihrer Pressemitteilung vom 13.07.2011:
"Die Promotionskommission stellte in ihrer Untersuchung außerdem fest, dass mehr als die Hälfte des Textes der Chatzimarkakis-Dissertation aus fremden Federn stammt; so etwas genüge nicht den Anforderungen an eine Doktorarbeit, die ja eine selbständig erbrachte wissenschaftliche Leistung sein müsse."
Chatzimarkakis schreibt am 13.07. (nach Bekanntgabe der Entscheidung der Uni) auf seiner Homepage:
"Bei aller Enttäuschung stelle ich aber erleichtert fest, dass die Universität Bonn keine Täuschungsabsicht sieht und ausdrücklich Fußnotenapparat und Literaturverzeichnis als regelgerecht ansieht."
Die Uni Bonn schreibt in ihrer Pressemitteilung vom 13.07.2011:
"Der Dekan bedauerte den Plagiatsfall und erklärte: „Wir werden verstärkte Anstrengungen unternehmen, um solche Machenschaften künftig zu verhindern. Einen absoluten Schutz gibt es leider nicht.“"
Der Duden erläutert den Begriff "Machenschaften" wie folgt:
"sich im Verborgenen abspielende, unlautere Handlung, Unternehmung, mit der sich jemand einen Vorteil zu verschaffen oder einem anderen zu schaden sucht"
Chatzimarkakis schreibt am 28.06.2011 auf seiner Homepage:
"Ich habe dargelegt, dass in allen Fällen die entlehnten Gedankengänge oder Sinnzusammenhänge durch Fußnoten ausgewiesen sind."
Die Uni Bonn schreibt in ihrer Presse-Erklärung:
"Die Prüfer fanden in der Dissertation „Informationeller Globalismus: Kooperationsmodell globaler Ordnungspolitik am Beispiel des Elektronischen Geschäftsverkehrs“ in zahlreichen Fällen aus anderen wissenschaftlichen Arbeiten entlehnte Passagen, die nicht als wörtliche Übernahmen gekennzeichnet waren. Chatzimarkakis hatte Texte anderer Autoren in seine Doktorarbeit eingefügt, deren Anfang und Ende jedoch nicht z.B. durch Anführungszeichen gekennzeichnet. Lediglich am Ende der Passagen nannte er in einer Fußnote die Belegstelle. Das reicht jedoch nicht aus und verletzt die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens. „Eine solche Praxis vermittelt den Eindruck“, so der Dekan der Philosophischen Fakultät, Professor Dr. Günther Schulz, „dass hier Herr Chatzimarkakis spricht, während in Wirklichkeit Texte anderer Autoren reproduziert werden.“"
Chatzimarkakis rechtfertigt seine Zitier-Weise mit dem Stilmittel des Intertextualisierens, das er bei seinem dreimonatigen Forschungsaufenthalt am St. Antony´s College in Oxford Ende 1995 kennen- und schätzen-gelernt hatte.
Werfen wir also einen Blick in das Regelwerk der Uni Oxford:
"Verbatim quotation without clear acknowledgement
Quotations must always be identified as such by the use of either quotation marks or indentation, with adequate citation. It must always be apparent to the reader which parts are your own independent work and where you have drawn on someone else’s ideas and language."
(Übersetzung von mir: Zitate müssen stets als solche gekennzeichnet sein, entweder durch Anführungszeichen oder durch Einrücken. Es muss für den Leser immer erkenntlich und offensichtlich sein, welche Teile Ihre eigene unabhängige Arbeit sind und wann Sie die Ideen und Texte von jemandem anderen verwenden.)
Quotations must always be identified as such by the use of either quotation marks or indentation, with adequate citation. It must always be apparent to the reader which parts are your own independent work and where you have drawn on someone else’s ideas and language."
(Übersetzung von mir: Zitate müssen stets als solche gekennzeichnet sein, entweder durch Anführungszeichen oder durch Einrücken. Es muss für den Leser immer erkenntlich und offensichtlich sein, welche Teile Ihre eigene unabhängige Arbeit sind und wann Sie die Ideen und Texte von jemandem anderen verwenden.)
Sonntag, 10. Juli 2011
Knick in der Linse
Anlässlich des letzten Fluges des Space Shuttles am vergangenen Freitag berichtete das heute-journal über den Irrsinn des Wettlaufes zum Mond und illustrierte die unfassbare Größe der "Mondrakete" (das klang ein bisschen wie beim "Sandmännchen", eigentlich ist es die Saturn V) mit einem tollen Symbolfoto: Man stellte die Saturn V neben den Kölner Dom. Doch irgendwie hatten die Grafiker wohl einen Knick in der Linse, denn dass die Größenverhältnisse nicht stimmen können sieht man auf den ersten Blick:![]() |
| Screenshot: heute-journal 08.07.2011 |
Soll der Kölner Dom als Vergleichsgröße tatsächlich 157 m hoch sein, so hätte die Mondrakete daneben eine Höhe von stolzen 138 m - mal eben 28 meter dazugemogelt, oder einfach mal um 25% wachsen lassen.
Ist nicht weiter schlimm, werden Sie sagen.... Aber in einer Nachrichtensendung des ÖR erwarte ich mehr Sorgfalt, zumal so was ja nun wahrlich nicht selten vorkommt (siehe bildblog vom 1.7.)
Freitag, 8. Juli 2011
Programmplaner in der Mause-Abseits-Falle
(Vorneweg: Ich war bei unten dokumentierter Diskussion NICHT dabei, auch wenn es diesen Anschein erweckt... Der Inhalt ist also rein fiktiv, auch wenn es sich so zugetragen haben KÖNNTE. Und ich verspreche, dass ich diesen Beitrag auch nicht für den Nannen-Preis einreiche....)
Irgendwann auf einer Sitzung der Programmplaner der ARD:
"Hey, die Sendung mit der Maus wird 40, da machen wir doch gleich mal ne große Samstagabend-Show, irgendwann im Sommer."
"Terminvorschläge?"
"Wie wär´s mit Samstag, den 9. Juli? Die Privaten haben keine ernsthafte Konkurrenz zu bieten: DSDS ist schon vorbei, Supertalent und X-Factor fangen später an."
"Klingt gut, und was macht das ZDF?"
"Mal eben nachkucken..... Das muss an dem Abend Frauenfussball versenden"
(Allgemeines Gelächter)
"Prima, machen wir so, und dazu machen wir ne große Werbeaktion und pflastern die halbe Republik mit Riesenplakaten zu"
Viele Monate später, ein paar Tage vor dem geplanten Ausstrahlunstermin:
Programmchef (hysterisch):
"Welcher Schwachkopf hat damals die Maus-Sendung gegen die Fussball-WM geplant??"
"Öööps, damals hat niemand mit Quoten von über 50% und 16 Millionen Zuschauern gerechnet. Das ist doppelt so viel wie Wetten dass...? normalerweise hat. NIEMAND hat das geahnt! Und nun?"
"Maus-Sendung verschieben, sofort!"
"Und was ist mit der sauteuren Riesen-Plakat-Aktion?"
"Was interessieren mich die Poster? Ich will Quote, Quote, Quote!"
"Frag doch mal die Maus" mit Frank Plasberg
Ursprünglich geplanter Sendetermin: Samstag, 09.07.2011, 20:15
Seit Donnerstag, 7. Juli ist der neue Termin bekannt: Donnerstag, 14.07.2011
Freitag, 1. Juli 2011
Etwas ist was faul im Staate Dänemarks
Obiges Zitat ist dem kundigen Literaten selbstverständlich aus Shakespeares Hamlet (eigentlich "Die Tragødie von Hamlet, Prinz von Dänemark") bestens bekannt. Die Originalzeile lautet übrigens "Something is rotten in the state of Denmark" und die übersetze ich mal jetzt mit "Etwas ist schäbig am Zustande Dänemarks".
![]() |
| Dicki auf einem Steg in BönnerupStrand |
Um so beschleunigter war der Puls bei einer Meldung in der tagesschau (die man dank Sat-TV auch in kleinsten Ferienhäusern problemlos empfangen kann, die Dänen wissen halt, was sie an den deutschen Touris haben):
Ausländische Straftäter können schon nach der allerersten Tat, die zu einem Gefängnisaufenthalt führt, ausgewiesen werden (solange ihnen im "Heimatland" keine Folter und Mord droht).
Passend dazu: Entgegen des Schengener Abkommens werden nun tatsächlich die europaweit kritisierten Grenzkontrollen wieder eingeführt.
Dänische Rechtfertigung: Man muss sich schützen, wer weiß, was da so alles ins kleine hyggelige Land kommen will.
Wenn man als Ausländer nur dann willkommen ist, wenn man weder Turban noch Kopftuch trägt, aber bereit ist, die irren Preise im Land zu zahlen, wenn an der Grenze man nur dann nicht kontrolliert wird, weil man ein deutsches Autokennzeichen hat, aber der Südländer neben einem seinen Pass zeigen muss, und wenn tatsächlich die dänische Regierung der Meinung ist, dass man durch solche Maßnahmen sein Land "sauber" halten kann, tja, dann verzichten wir halt in Zukunft auf den ehemals geliebten Dänemark-Urlaub.
Lesetipps:
http://www.manager-magazin.de/politik/artikel/0,2828,774425,00.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,775075,00.html
Dienstag, 7. Juni 2011
EHEC greift Sprachzentrum an
Ja, ist leider kein Witz und überhaupt nicht lustig...
Die gute Nachricht des Tages: Zapping, die geniale Show, in der unkommentiert die bösesten TV-Pannen des Tages präsentiert werden, ist zurück (und nicht zu verwechseln mit dem ebenso genialen Medienmagazin ZAPP des ndr).. Zwar nur auf Sky und für Abonnenten, aber im Web werden am Wochenende die schönsten Unglücke gezeigt. Hurra!
Wie verbinde ich jetzt EHEC und Zapping?
Indem ich Ihnen stolz und exklusiv den schönsten TV-Patzer in Bezug auf EHEC präsentiere, und zwar ausgerechnet vom neuen Bundesgesundheitsminister Bahr. In der Tagesschau vom vorgestrigen Sonntag, den 5. Juni bewies er einmal mehr die Crux mit der doppelten Verneinung:
Es ist nämlich mitnichten so, dass eine doppelte Verneinung keine Fallgruben birgt.
Angesprochen auf das Kompetenzwirrwarr und die unklaren Zuständigkeiten sagt er wortwörtlich:
(Zitat, kein Plagiat)
"Ich sehe derzeit keinen Anlass daran zu zweifeln, dass die bestehenden Mechanismen und die bestehenden Zuständigkeiten, die wir in Deutschland haben, nicht funktionieren."
Oder anders gesagt:
Er ist sich sicher, dass nix funktioniert.
(Oh ja, und da wird die Wissenschaft noch was draus lernen können...)
Tja, was soll ich dazu sagen außer: Ham wa´s nicht alle schon längst gewusst?
(Der Dicki hat mir übrigens einen guten Tipp gegeben, wie man mit der komplizierten doppelten Verneinung dann doch ganz gut zurechtkommen kann, indem man nämlich die Verneinungen "wegkürzt". Da sie doppelt vorhanden sind heben sie sich gegenseitig auf.
Bahrs Satz könnte also genauso gut heissen:
"Ich sehe derzeit Anlass daran zu zweifeln, dass die bestehenden Mechanismen und die bestehenden Zuständigkeiten, die wir in Deutschland haben, funktionieren.")
Aber wie immer gibt es bei der fdp auch noch ein i-Tüpfelchen, sozusagen die Maraschinokirsche auf der Sahnehaube des verbalen Dünnschiss Durchfalls.
Denn kaum hat ihr Minister mal was Wichtiges zu vermelden, wird dies natürlich auch für die liberale Nachwelt festgehalten, und zwar hier (*Achtung, siehe Update unten) und hier und natürlich stolz wortwörtlich zitiert.
Und nur so für den Fall der Fälle hab ich mal eben einen Screenshot gemacht, um es MEINER Nachwelt zu erhalten (roter Pfeil ist von mir eingefügt):
(und komme gerade aus dem Lachen kaum noch heraus... Oder sind das schon die ersten Anzeichen von...na, was... sie wissen schon....)
UPDATE (vom 8. Juni, 15:00):
Auf der Seite www.liberale.de wurde inzwischen im entsprechenden Artikel klammheimlich still und leise das Wörtchen "nicht" vor dem "funktionieren" gelöscht. Nun macht der Satz Sinn...
Dienstag, 31. Mai 2011
Videotipp des Tages
Hmm, fragen wir mal in unserer Filmredaktion nach, was sich als passender Videotipp für einen langweiligen TV-Abend gerade eignet ( es sei denn, man ist so abartig, dass man sich freiwillig den neuen Doku-Krampf "Boris macht Schule" auf Kabel1 reinziehen will...)
Welch´ Überraschung, die trash-affinen Nerds aus der Videoecke empfehlen Folgendes:
(unten die "lustigsten Szenen")
und bevor es hier abgleitet in irgendwelche Niederungen, gesteuert von plumpen Urängsten, hab ich mal fix einen kleinen Zwölf-Zeiler verfasst (ursprünglich als respektvolle Erwiderung auf den wie stets wundervollen Vreitagsvers von Ingo Neumayer auf spreeblick)
Poesie trifft Wirklichkeit
Stets galten Gurken und Salate
als bekömmlich und gesund.
als bekömmlich und gesund.
Doch plötzlich ist selbst die Tomate
als Mörderin in aller Mund.
Man muss es zunächst mal verdauen:
Gemüse ist gemeingefährlich?
Kann man dem Rettich noch vertrauen?
Das Leben fürwahr wird beschwerlich...
Die Kost die liegt nicht schwer im Magen
doch sorgt für Kummer und für Harm,
er reagiert voll Unbehagen:
Der dicke und der dünne Darm.
Montag, 30. Mai 2011
Schnappschuss aus´m Prenzlauer Berg
der Fernsehturm hängt am Kranhaken:
(kaum gepostet prompt hier verlinkt ! Liebe Grüße in die Nachbarschaft)
Dienstag, 24. Mai 2011
EHEC-Zombies können mich mal!
Sollten die EHEC-Zombies Berlin einnehmen wollen, dann bin ich dank des amerikanischen Ministeriums für Gesundheitspflege und Soziale Dienste (Centers for Disease Control and Prevention, CDC) bestens vorbereitet....
(Da sich fast niemand traut, auf obigen Badge zu klicken, sei hier kurz erklärt: Man gelangt tatsächlich auf eine Seite des CDC, auf der ausführliche Überlebenstipps für den Fall einer Zombie-Invasion gegeben werden. Inklusive Einkaufsliste für ein Survival-Pack - inkl. batteriebetriebenen Radio, Wäsche zum Wechseln, Handtüchern und Seife. Dazu wichtige Hinweise: Mit der Familie einen Treffpunkt für den Notfall verabreden, eine Liste von Kontakten für den GAU erstellen und vorsichtshalber Fluchtpläne für eine Evakuierungsroute ausbaldowern... Kein Scherz! Aber nichtsdestotrotz absolut obsolet...)
Samstag, 21. Mai 2011
unkommentiert
Die Gattin des lüsternen IWF-Greises Strauss-Kahn hatte sich ja extra Mühe gemacht, für den Hausarrest ihres treulosen Gatten eine adäquate Bleibe zu finden. Denn selbstverständlich mussten gewisse Bedingungen erfüllt sein, damit der Aufenthalt so angenehm wie möglich gestaltet würde und er auf den gewohnten Service nicht verzichten müsste.
Gesucht - gefunden: Das Bristol Plaza, eine Luxus-Appartment-Anlage (Minimum-Mietzeit 30 Tage!)
Weshalb gerade dort?
Na schauen wir mal in den Bereich "Guest Services":
"Daily maid service with fresh towels and quality linens".
Doch leider, oh weh, hat der "willing and gracious staff who always take a personal interest in the well-being of every guest" (Zitat, kein Plagiat) eine deftige Schmerz-Zulage verlangt und aus dem geplanten Zwangs-Urlaub in der Edel-Herberge wurde nix....
Dienstag, 10. Mai 2011
Fundsachen aus´m Prenzlauer Berg
Heute morgen schob ich mein Rad zum Reparierer die Schwedterstrasse hinunter, nur ein paar 100 Meter, und stieß auf folgendes urbanes gärtnerisches Kleinod:
Gefesselt an ein Straßenschild standen 2 Einkaufswagen, gefüllt mit Erde und Pflanzen, versehen mit dem Schild "Geretteter Garten aus Neukölln".
Bei genauerem Hinkucken entdeckte ich auch einen kryptischen Hinweis auf eine facebook-Seite.
Dort fand ich folgende Info:
"Gemüse Korbe is a mobile spatial experiment for urban agriculture. Recycled grocery carts are used to grow traditional German vegetables. The carts move through the city greening public space and creating curiosity.
Currently crops include typical German potato varieties: Bamburger Hörnchen, Heideniere, & Adretta. Also, Telltower Rübchen, the famous turnip from Brandenburg is grown."
Also: Ein Experiment, um in umfunktionierten Einkaufswagen urbane Agrikultur mit traditionellen deutschen Gemüsen zu betreiben. Die Wagen begrünen den öffentlichen Stadtraum und erzeugen so Neugierde.
Bei mir hat es definitiv funktioniert: Ich bin absolut hingerissen von dieser wundervoll charmanten Variation des Guerilla Gardening.
Auf der facebook-Seite gibt es noch mehr schöne Fotos von vergangenen Aktionen, so zum Beispiel zu "Radishes go downtown Berlin- and take the subway"
(Und wer mag, kann hier einen Blick auf unseren urbanen Dschungel werfen.... Aber um nicht allzu angeberisch zu sein hab ich´s auf einer extra Seite versteckt...)
Montag, 9. Mai 2011
Kleines ESC-Rätsel
(sorry, wenn der ESC momentan dieses Blog dominiert, aber hier soll ja auch irgendwie das tatsächlich echte wahre Leben stattfinden, und das wird nun mal gerade von eben diesem beherrscht....)
Also zum Rätsel:
Was haben Freiherr von und zu Strg/C-Strg/V-Guttenberg (rechts) und die komplett durchgeknallten Zwillings-Bubis von Jedward, die für Irland ins diesjährige ESC-Rennen hüpfen (unten), gemeinsam?
Nein, es ist nicht die Menge an chemischen Hilfsmitteln gemeint, die notwendig ist, um ihre jeweilige Frisur kunstvoll so hinzubasteln, dass sie auch einem ausgewachsenen Orkan an der Nordseeküste locker standhalten könnte.
Sondern:
Beide haben jeweils 10 Vornamen.
Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg
John Paul Henry Daniel Richard & Edward Peter Anthony Kevin Patrick Grimes
Weitere Ähnlichkeiten sind meines Wissens nicht vorhanden.
Donnerstag, 5. Mai 2011
Das Ende der nordatlantischen Freundschaft?
Liebe tagesschau-Redakteure, was habt Ihr eigentlich gegen die arme Frau Clinton, dass Ihr sie dermassen unflätig beleidigen müsst?
(Screenshot der 20:00-tagesschau vom 5. Mai 2011)
Mittwoch, 4. Mai 2011
Lena im Umpa-Lumpa-Land
OOOOh mein Gott, der Countdown rast plötzlich: Noch vor gefühlt wenigen Tagen war der ESC in Düdorf gaaanz weit weg, aber auf einmal rennt die Zeit, und schon sind es nur noch 10 Tage bis zur Titelverteidigung.
Eigentlich wollte ich hier einen Artikel über die Teilnahme von Weissrussland am ESC schreiben. Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat am vergangenen Montag die neueste Liste der größten Feinde der Pressefreiheit veröffentlicht, und Weissrusslands Präsident Lukashenko ist nach seiner "Wiederwahl" im letzten Dezember selbstverständlich auch dort vertreten (neben der italienischen Mafia, Drogenkartellen in Mexiko oder Libyen). Das Liedchen der für Weissrussland teilnehmenden Anastasiya Vinnikova ist ekliger Nationalismus, der Titel wurde zwei mal geändert: Von "Born In Belorussia" über "I Am Belarusian" bis zum finalen "I Love Belarus" (wer wirklich mag, kann hier mal den Text nachlesen...)
Über die "fragwürdige Teilnahme" der letzten offensichtlichen Diktatur Europas am fröhlich-harmlosen Sangeswettbewerb wird kontrovers diskutiert, und meine Meinung dazu ist eindeutig, aber das wollte ich ja jetzt eigentlich hier nicht schreiben.
Deshalb also was Spassiges, passend zur Vorfreude:
Die Tänzerinnen bei Lenas "Stranger"-Auftritten sowie deren Tanz-Stil haben uns von Anfang an gefallen, erinnerten an den avantgardistischen und prägenden Stil von Bob Fosse. Und erinnerten uns sofort an die kleinen fleissigen Helferlein in Willi Wonkas Schokoladenfabrik.
Glauben Sie nicht?
Na dann kucken Sie mal meine neueste Video-Bastelei:
Lena feat. Oompa Loompas
Mehr zum ESC? hier
Samstag, 30. April 2011
Stühlerücken für RTL 2..
... oder ein Moderator unter Hypnose:
Ich war bei der 1. Aufzeichnung zur neuen RTL2-Show "Ich weiss was du letzten Freitag getan hast".
Wer keine Scheu vor erschütternden Szenen, holpernden-stolpernden Moderatoren und fassungslosen Kandidaten hat, dem sei mein wahrhaft erschütternder Tatsachenbericht ans Herz gelegt.
Update: Kaum zu fassen, aber es stehen Sendetermine fest, ab 18. Juli jeweils Montags um 20:15, die Folge, bei deren Aufzeichung ich fassungsloser Zuschauer seindurfte musste, wird als 2. am 25. Juli ausgestrahlt.
Update: Kaum zu fassen, aber es stehen Sendetermine fest, ab 18. Juli jeweils Montags um 20:15, die Folge, bei deren Aufzeichung ich fassungsloser Zuschauer sein
Allen anderen empfehle ich den Gute-Laune-Spot der britischen T-Mobile-Tochter anlässlich der royalen Hochzeit:
Freitag, 29. April 2011
Royal Wedding Wahnsinn
für alle, die dem royalen Hochzeits-Irrsinn mal für 2 kurze Minuten entfliehen wollen, hier ein Video: Der Dirk und der Tobi in der Nebel-Licht-Installation "Your Blind Movement" des dänischen Konzeptkünstlers Olafur Eliasson im Gropius-Bau, Berlin, aufgenommen am Tag der Vernissage 28. April 2010.
Sonntag, 24. April 2011
Donnerstag, 21. April 2011
ich bin dann mal auf Titelsuche...
Stellen wir uns folgende Situation vor:
Letzte Sitzung im Verlag, der Lektor und der Autor sitzen vorm Verleger, und es geht um den Titel des neuesten Werkes. Man hat ein Buch geschrieben, ein Diät-Buch mit einfachen schnell nachmachbaren Rezepten. das keiner wirklich braucht, vielleicht auch niemand lesen will, und man muss es nun verkaufen.
Man überlegt.
Man braucht was Kurzes, Knackiges, Einprägsames, am besten mit Wiedererkennungs-Faktor.
Man wirft einen Blick in die jüngste Bestseller-Liste. Da war doch was?
Sarrazin?
OK, warum nicht "Deutschland speckt sich ab"?
Och nöööö...
Kerkeling?
JAAA!
Gesagt, getan....
So oder so ähnlich lief wohl auch die Titel-Suche bei folgenden Büchern ab:
Mittwoch, 20. April 2011
Sinnfreies Spielen?
Ich wohne im Prenzlauer Berg und höre jetzt schon den entrüsteten Aufschrei der Latte-Macchiato-Muttis von den umliegenden Dachterrassen: "Oh nein, doch nicht etwa sinnfreies Spielen? Einfach nur so, ohne Sinn und Verstand? Und was soll mein Sophia-Louise dabei LERNEN?"
Keine Angst, kann ich da schnell beruhigen, es geht auch anders. Denn auch LEGO, der sympathische dänische Plastik-Klötzchen-Hersteller, bietet nun Spielzeug mit aktuellem didaktischem und pädagogischem Hintergrund an. Nicht mehr sinnloses Klötzchen-Stapeln, oder simples Nachspielen von Kino-Blockbustern oder dem stupiden Nachbau von Papis Großbagger, nein, es wird etwas für´s Leben gelernt: In der allerneuesten Kollektion der Minifiguren gibt es neben dem verrückten Wissenschaftler, dem Fußballspieler oder dem politisch korrekten Surfer-Mädchen auch den Gefahrgutbeauftragten.
Zunächst mal kurz ein Faktencheck:
Laut Wikipedia ist ein Gefahrgutbeauftragter ein Angestellter eines Transportunternehmens, dessen Aufgabe es ist, für die "Einhaltung der Vorschriften zur Beförderung gefährlicher Güter für den jeweiligen Verkehrsträger" zu sorgen.
Aber wirft man einen Blick auf unseren tapferen kleinen "Gefahrgutbeauftragten", so erschrickt man doch ein wenig: Gekleidet in einen warn-gelben Strahlenanzug, auf dem auf der Brust das internationale Symbol für Radioaktivität prangt, hält er ängstlich seinen Geigerzähler wie zur Abwehr böser Geister von sich gestreckt. Durch das Visier seines Schutzhelmes kann man weitaufgerissene panische Augen und einen zum stummen Schrei verzerrten Mund erbklicken.
Nun könnte man natürlich sagen:
"Mit dem allerneuesten Gefahrgutbeauftragten kann das Kind die tagtäglich erlebte Bedrohung durch radioaktive Strahlung spielerisch kompensieren und in seine eigene Erfahrungswelt transferieren. Schon früh gemachte positive Erlebnisse bezüglich des Umgangs mit irrationalen Ängsten schaffen ein ausgeglichenes und objektives Verhältnis zur eigenen und erweiterten Umwelt."
Aber nun bitte ich Sie:
Stellen Sie sich vor, Sie hätten ein Transportunternehmen, und der betriebseigene Gefahrgutbeauftragte rennt den ganzen Tag panisch kreischend mit Strahlenanzug und Geigerzähler herum, die Augen schreckgeweitet.
Was wohl die Mutti von Sophia-Louise dazu sagt?
Empfohlen ist das Spielzeug übrigens für Kinder ab 5, es wird gewarnt, dass man den kleinen Geiger-Zähler oder den Schutzhelm verschlucken könnte.
Eine kleine Anfrage bei LEGO - das sich übrigens aus dem dänischen "leg godt" (für "spiel gut") ableitet - ergab, dass die neue Minifiguren-Kollektion eine Vorlaufzeit von ca einem Jahr hatte, was das Design und die Produktion betrifft. Also alles politisch korrekt in einer strahlungsarmen Vor-Fukushima-Zeit in dänischen Bastel-Stuben für die Kinder dieser Welt erdacht (und in China hergestellt). Ganz unglücklich dürfte man in der Firmenzentrale im dänischen Billund über den aktuellen traurigen Bezug zur Realität nicht sein, wird man doch laut eigenen Aussagen mit Nachfragen nach dem kleinen Strahlemann geradezu überrannt.
Doch clevererweise erfolgt der Verkauf nach dem Überraschungsei-Prinzip: Man weiss nie, welche der aktuell 16 neuen Figuren sich in den blickdichten Verpackungen verbirgt. Auf LEGO-Deutsch übrigens "Blind-purchase"-Prinzip. Auf ebay wird der Bursche mittlerweile mit 2-400% Aufschlag verkauft.
Und hier schon mal ein paar kleine Spieltipps für Sophia-Louisa:
Noch schauen die drei Damen im Kimono nur ungläubig....
und das passiert, wenn der Strahlemann dann mal leider seinen Strahlenanzug verliert.....
Da es hier nicht wirklich reingehört, aber dennoch der Nachwelt erhalten bleiben soll, hier ein kleines "Making-Of" zu obigem Artikel.
Und der kleine Gefahrgutbeauftragte hat nun auch endlich ein Zuhause, er steht vor dem Brandenburger Tor
Und der kleine Gefahrgutbeauftragte hat nun auch endlich ein Zuhause, er steht vor dem Brandenburger Tor
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