Mein Maskottchen ist der Gefahrgutbeauftrage von LEGO. Er sitzt auf meinem Schreibtisch und wacht darüber, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Den Beginn unserer wunderbaren Freundschaft sehen Sie hier (und über die Schwierigkeiten, zueinander zu finden erfahren Sie hier mehr)

Sonntag, 21. April 2013

wie hübsch passend:

zwar schon 13 Jahre alt, aber damals warb der Discount-Broker Consors (heute Cortal Consors) - neben Sabrina Setlur und Fürstin Gloria! - ausgerechnet mit Uli Hoeneß, dem raffgierigen Bayern-Chef, für seine Geldvermehrungsmasche. Passender Slogan:

  More Life. Most Money




Mittwoch, 20. März 2013

uiuiui, ich bin jetzt mal "ungewöhnlich provokant":

Seit heute ist die neue Kampagne des Vereins "Gesicht zeigen!" auf dem Markt und buhlt um Aufmerksamkeit, passend zu den morgen beginnenden internationalen Wochen gegen Rassismus. Auf Postkarten, Plakaten und Infoscreens "outen" sich Promis, nur um sofort hinterher zu schieben, dass SIE selbstverständlich NICHT zu der jeweiligen Minderheit Randgruppe Bevölkerungsgruppe gehören. Aber sie WÜRDEN sich angegriffen fühlen, wenn jemand was gegen ihre Paten-Minderheit hätte.
Aha, und das sieht dann so aus:
Vergleichbare Motive gibt es etwa mit Ulrich Wickert ("Ich bin Jude") oder Sebastian Krumbiegel (Die Prinzen, "Ich bin Türke").
Die Botschaft ist klar: Solltest du etwas gegen meine Paten-Minderheit haben, dann hast du auch etwas gegen mich, denn die Freiheit der Menschen ist universell.
Was den Gefahrgutbeauftragten allerdings aufregt: Die Statements werden auf der Webseite als "ungewöhnlich provokant" bezeichnet. Laut Branchendienst Horizont sind es (Zitat) "irritierende Botschaften" und "provozierende Statements".
Und nun stellt sich die Frage: Ist die Aussage "Ich bin schwul" im Jahr 2013 noch eine "ungewöhnliche Provokation"?

Die Machart der Kampagne aus der Hand der Berliner Agentur We Do erinnert zudem stark an die Vergiss-AIDS-nicht-Kampagne des gleichnamigen Vereins aus dem Jahr 2008:
Screenshot "Vergiss-AIDS-nicht"








Und selbstverständlich erinnert der Claim auch an einen historischen Ausspruch eines ehemaligen US-Präsidenten vor einem Rathaus in Berlin (damals West), nämlich JFKs Bekenntnis "Ich bin ein Berliner" vor dem Rathaus Schöneberg im Juni 1963, der damals übrigens exakt die gleiche Intention hatte. Nämlich auszudrücken, dass ALLE freien Menschen auch Berliner seien, und er sei stolz darauf, sich dazu zählen zu können. Jede Beeinträchtigung der Freiheit der Berliner sei ergo auch eine Beeinträchtigung von ihm selber.

Aber die alles entscheidende Frage ist: Wer um Himmels Willen soll die Zielgruppe dieser Kampagne sein, und wird sich eben jene von den Plakatmotiven zum Nachdenken anregen lassen?  Oder ganz simpel: Wird ein Schwulenhasser seine Einstellung überdenken, weil er nun davon ausgehen muss, auch den TV-Moderator Thadeusz zu hassen? Wird ein Rassist zum Türken-Freund, nur damit ihn Gesine Cukrowski noch lieb hat? Ein Antisemit bekehrt, weil er den ehemaligen Tagesthemen-Moderator so sehr schätzt? Oder ist die Kampagne vielmehr "Mittel zum Zweck", eine Wohlfühl-Aktion von Gutmenschen für Gutmenschen, mit der man wohliges Schaudern ("Ui, ist der/die aber mutig!") und breite Zustimmung in den Feuilletons erzeugt, ohne dabei anzuecken?

Die Kampagne erregt mittlerweile auch Aufmerksamkeit in den unterschiedlichsten Blogs und Foren im Netz, beispielsweise hier:


Der kleine tapfere Gefahrgutbeauftragte ließ es sich allerdings nicht nehmen und wollte ebenfalls ein Plakat, nun gut, hier isses:

Liebes RTL, ....

... wie charmant, euren DSDS-Kandidaten schon mal gleich zu zeigen, wo der mediale Hammer hängt. Oder wie erklärt ihr den Kandidaten, dass schon VOR der ersten Motto-Show (und damit NEUN Wochen, bevor der neue "Superstar" feststeht) bereits mit der Suche nach seinem NACHFOLGER begonnen wurde?

Screenshot rtl

Sonntag, 17. März 2013

Nachhilfe? Na aber gerne:

Der Gefahrgutbeauftragte ist allgemein gefürchtet als schrecklicher Besserwisser. Aber wenn sowohl ein Bezirksbürgermeister aus Berlin als auch eine komplette Fernsehredaktion ganz offensichtlich ein bisschen Nachhilfe benötigen, dann erteilt er sie gerne und ungefragt.

Was ist passiert?
In der gestrigen Abendschau ging es um einen Problemkiez in Berlin, Heerstraße Nord, , der zunehmend von Gewalt, Drogenhandel und Verwahrlosung dominiert wird. Der zuständige Bezirksbürgermeister von Spandau, Helmut Kleebank (SPD) kommentiert das im rbb wie folgt:
"Heerstraße Nord ist ja schon eine Zeit eine belastetes Quartier, und wir stellen nun fest, dass die sogenannte Gentrifizierung, also die Zuwanderung von Familien mit vermehrt sozialen Problemen, dort tatsächlich noch mal zu einer Verschlechterung geführt hat (...)."

Das Peinliche: Nicht nur der Bürgermeister, sondern eine komplette Fernsehredaktion (die sich zudem mit der Thematik seit vielen Jahren permanent befasst) bemerkte den Fehler nicht. "Gentrifizierung" bedeutet eben NICHT "die Zuwanderung von Familien mit vermehrt sozialen Problemen", sondern das Gegenteil, die ABWANDERUNG von Familien mit (unfreiwilligen) sozialen Problemen, verursacht durch steigende Mieten oder Umwandlung in Eigentumswohnungen.

Besonders und gerade in einer Stadt wie Berlin, in der die Gentrifizierung in immer mehr Stadtteilen um sich greift und komplette gewachsene Wohnstrukturen innerhalb kürzester Zeit pulverisiert darf, nein: MUSS man von Verantwortlichen und Medienmachern in diesem Zusammenhang ein Minimum an Sorgfalt bei der Wortwahl erwarten.

Hier nochmal der Link zum Ausschnitt: http://www.youtube.com/watch?v=qZWMg0vAeiM

Dienstag, 11. Dezember 2012

huch...

...  oder auch "oh jee", oder "grmpf":
Mir ist bewusst, dass ich den Blog vernachlässige. Das tut mit leid, ist aber "anderen Umständen" geschuldet. (Nein, bin nicht schwanger, aber unser "Kind" leidet unter heftigen Geburtsproblemen, denn die Witterung verzögert unser Bauvorhaben ).

Deshalb veröffentliche ich heute gleich DREI Artikel auf einmal:

der
die
das

Dienstag, 20. November 2012

Würde man gängigen Vorurteilen folgen, ...

ACHTUNG, UNTEN FOLGT EIN UPDATE!

Oh je, es folgen viele Zitate, Screenshots etc, aber da müssen Sie durch.

Was ist geschehen?

Auf dem Online-Portal meedia veröffentlicht Andreas Grieß (Kürzel adg )einen Artikel  über einen CNN-Reporter, der trotz nahem Raketeneinschlag und heftiger Detonation tapfer weiter moderiert. Das entsprechende YouTube-Video wird ebenfalls eingebettet. Reißerischer Titel:
ANDERSON COOPER - DER HARTE MANN VON DER NACHRICHTENFRONT
Der Frontbericht des jungen Journalisten, der erst im August dieses Jahres sein Diplomstudium im Fachbereich "Onlinejournalismus" an der Hochschule Darmstadt beendete gipfelt in einer irritierenden Zusammenfassung:

Screenshot der ursprünglichen Version auf meedia von Andreas Grieß, 20.11.2012

Es dauerte nur Minuten, bis sich die empörten Kommentare unter dem Artikel sammelten. Zitate:

"Die unterschwellig assoziierte Verquickung des Gedankens "Schwul + Oberschicht = Weichling" ist gelinde gesagt eine Zumutung."

""Cooper ist offen schwul. Das (das) nichts zu sagen hat, beweist er..." Was ist denn das für ein blöder Kommentar, liebe Kollegen von meedia.de?"


"Lieber offen schwul als offen(sichtlich)bescheuert."


"Und was seine Homosexualität mit seiner Kaltblütigkeit zu tun hat, wird wohl auch das Geheimnis von "meedia" bleiben."


"Pff der Autor ist wohl ein homophober alter Sack. 


"Würde mich interessieren ob er trotz, oder gerade wegen seiner heterosexualität ein normales Leben führt?"

Da ist der Schreiberling wohl offen schwulen feindlich. Liest man bei MEEDIA eigentlich die Texte nochmal gegen? Eine Zumutung das ihr sowas veröffentlicht.
Dumm und absolut überflüssig. Es macht mich wütend das es überhaupt erwähnt wird. Schande über adg!!!"

Wie soll man da reagieren?
Einlenken, relativieren, sich entschuldigen.

Was macht man bei meedia?
Man ändert klammheimlich still und leise den letzten Absatz, entschärft ihn, lässt aber sämtliche Kommentare auf der Seite, die nun in keinem Zusammenhang mehr zum Artikel stehen. Denn nach ca einstündigem Kommentargewitter liest sich der letzte Absatz auf einmal ganz anders:

Screenshot der nachträglich geänderten Version auf meedia von Andreas Grieß, 20.11.2012

Wohlgemerkt, es gibt keinerlei Hinweis auf die geänderte Version. Alle Kommentare, die sich auf die (homophobe?) Äußerung des Journalisten beziehen stehen nun ohne Bezug zum Text da.

Wir fragen: Lernt man solch einen Umgang mit dem journalistischen Handwerk an der Hochschule Darmstadt?

Und zitieren zu guter Letzt kommentarlos einen Kommentar:

Screenshot Kommentar zu Grieß Artikel auf meedia, 20.11.0212

Update:
Zwei Stunden nachdem dieser Artikel erschien wurde dem Artikel ein Nachsatz angefügt.
Geht doch!


Screenshot Ergänzung zum Artikel auf meedia, 20.11.2012, ca 22:00


:

Freitag, 16. November 2012

Schwindel bei Stuckrad-Barre

Heute sind alle Online-Medien, mal pikiert, mal hämisch, erregt über die gestrige Folge von Stuckrad-Barre auf Tele5 (Hier gehts zur kompletten Folge).
Kleine Auswahl der Schlagzeilen:



Der Aufreger: Der Moderator hatte FDP-Urgestein Gerhart Baum zu Gast, bekanntermaßen eifriger Kritiker der "neuen" FDP. Und als Höhepunkt der Sendung zertrümmerte man gemeinsam "ein" Guidomobil. Stuckrad-Barre betonte, es handele sich um das Original. das man auf ebay erworben habe, und für das sowieso niemand Verwendung habe. Flugs machte man sich ans Werk und schwang die Vorschlaghammer.

Das Original?
Kurzer Vergleich, hier das Auto aus der Stuckrad-Barre-Show:

und hier das originale Original:

Entdecken Sie den Unterschied?

(Vielen Dank an Helmut Metzner für den entscheidenden Hinweis)

Nachtrag: Die Sendung kam auf beachtliche 0,3% Einschaltquote (entspricht ca 40.000 Zusehern), in der Zielgruppe (?) auf 0,4% und 20.000 (Quelle: quotenmeter )
Keine Entschuldigung, aber vielleicht eine Erklärung.....

Update: Stuckrad-Barre hat auf Facebook einen Kommentar hinterlasse:n:



Mumien, Monstren, Mutationen

Screenshot ritter-sport.de
Oh je, das wird in so mancher Kinderstube für helle Aufregung in der Vorweihnachtszeit sorgen und einige Eltern in arge Erklärungsnöte bringen. Was ist geschehen?
Der Schokoladenhersteller Ritter Sport präsentiert seinen neuen Adventskalender, prall gefüllt mit Mini-Tafeln. So wo sieht er aus:




Auf den ersten Blick nicht ungewöhnlich, doch wer genauer hinschaut, der entdeckt gar Gruseliges: Der vordere rechte Elch hat nicht 4, nicht 5, sondern 6 Beine! Zum Mitzählen:


und nun fragt sich der kleine tapfere Gefahrgutbeauftragte:
Handelt es sich um eine Mutation, Spätfolgen von Fukushima?
Wurde der Elch speziell hochgezüchtet, damit er leistungsfähiger ist?
Oder betreiben die Grafiker von Ritter Sport gar ein perfides Spiel?

Sonntag, 11. November 2012

Obama-Sale

Schnäppchen-Alarm: Falls Sie ein gleichgeschlechtliches (männliches) Paar mit Kleinkind sind (oder ein solches kennen) und als bekennender Obama-Fan noch den passenden Baby-Strampler suchen, hier der aktuelle Schnäppchen-Tipp aus dem offiziellen Obama-Store (Zitat: "Sogar die allerkleinsten Obama-Fans können nun ihre Unterstützung zeigen!"). 50% Rabatt sollten doch jedes queere Herz höher schlagen lassen....

Screenshot store.barackobama.com

Lesen Sie dazu auch: http://absolutobsolet.blogspot.de/2012/10/prozente-auf-obama.html

Setzen, 6!

Kleine Deutsch-Stunde aus gegebenem Anlass:

(Noch)Bundesbildungsministerin Schavan meldet sich in Sachen Doktorarbeit und Plagiatsvorwurf zu Wort, zwar nicht offiziell und öffentlich, aber anscheinend hat sie bei der Uni Düsseldorf eine schriftliche Stellungnahme eingereicht. Und in dieser - was hätte man anderes erwarten sollen? - bestreitet sie, für ihre Doktorarbeit abgeschrieben zu haben. 
Die meisten Online-Medien brachten diese Meldung, versehen mit oft ähnlich lautenden Überschriften, etwa die BILD:


oder der Westen:


oder der STERN:


Einigen Online-Medien war das allerdings irgendwie nicht verschwurbelt genug, und so griff man auf folgende Formulierung zurück, etwa bei der ZEIT:


und beim FOCUS:



Da stelle mer uns mal janz dumm: 

Schavan bestreitet Plagiatsvorwürfe ???

Das würde bedeuten, wenn man es wortwörtlich nähme, dass Ministerin Schavan schlichtweg bestreitet, dass es die Plagiatsvorwürfe gibt. Ähm, klar, oder?
Schavan kann die Vorwürfe ZURÜCKWEISEN, aber sie keinesfalls BESTREITEN. Die Vorwürfe sind UNBESTREITBAR nach wie vor existent. Ganz ehrlich: Ein Minimum an Sorgfalt kann man auch bei den Online-Medien verlangen. 
Übrigens, am unmissverständlichsten haben es die Kollegen von n-tv auf den Punkt gebracht:


Geht doch!!

Sonntag, 21. Oktober 2012

Prozente auf Obama

Der US-Wahlkampf geht in die Finalrunde, und im offiziellen Obama-Fanshop purzeln die Preise. Da wird das Tank-Top mit dem Wahlaufruf für 15 statt 30 Dollar verschleudert. Oder eine Kollektion mit 40 Buttons  erhält man schon für 40 statt ehemals 44 $.

Einige Bestseller sind allerdings nicht ermäßigt, etwa das Katzenhalsband (Aufschrift: " I Meow For Michelle") für schlappe 12 $.

Dem Gefahrgutbeauftragten gefällt ganz besonders der "Made-In-The-USA"-Kaffeebecher. Wobei sich die Herstellungsangabe nicht auf den Becher bezieht (der ist wahrscheinlich "Made in China"), sondern auf den US-Präsidenten himself. Und um alle Zweifel an seiner Herkunft ein für alle mal wegzuwischen hat man gleich noch seine Geburtsurkunde auf den Becher gedruckt. Auf so was muss man erst mal kommen!

Screenshot Obama-Store
Daher unser Vorschlag für den kommenden Bundestagswahlkampf:



ähm, der Gefahrgutbeauftragte empfiehlt die neue Wahlkampf-Taktik nicht generell:

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Ach Adam...

... du rotierst wohl gerade. Nein, nicht DER Adam (obwohl: wenn er die göttlichen Göttinnen auf ZDFkultur gesehen hat, die ihn gleich in zweifacher Ausfertigung schufen und dann - aufgrund mangelndem Interesse an der nölenden Eva - dem Original-Adam erst mal eine Extra-Portion Testosteron verabreichen mussten, wer  weiß... Wer es nicht gesehen hat: Kuckbefehl!), sondern der Herr Opel. Nach ihm wurde das neueste Modell des maroden krisengeschütttelten Autoherstellers benannt, und ich dachte zunächst: Wie charmant! Endlich mal ein deutsches Auto mit deutschem Namen, schlicht und mit tatsächlichem Bezug zur Marke. Denn genügend Beispiele für grottenschlechte Autonamen gibt es zu Hauf.
Doch dann das enttäuschte Kopfschütteln (und ich hätte es mir eigentlich auch denken können):
Adam alleine genügt nicht als stylish-hipper, sportiver oder gediegen-seriöser Autoname. Denn selbstverständlich spricht man den Namen englisch aus. Und so kam man auf den grandiosen Einfall, das Auto in drei Versionen anzubieten: cool, elegant oder sportlich. Oder um es mit den Worten der ebenso stylish-hippen Marketing-Experten zu sagen: Adam Jam, Adam Glam und Adam Slam.

Kleiner Englisch-Kurs: Was bedeuten die Namens-Zusätze tatsächlich:

Jam: bedeutet nicht nur Orangenmarmelade, sondern auch Ladehemmung, Stau (!) und Patsche.
Umgangssprachlich wird die Sache unappetitlich, so bedeutet "to jam" auch, ein Mädchen zu entjungfern, Marihuana zu rauchen, sich Opiate einzupfeifen, und ganz nebenbei ist es auch ein derbes Synonym für Sperma.

Glam: bedeutet auch "schick", oder als Verb "sich aufhübschen" etc...
Aber umgangssprachlich wird "glam" auch verwendet als Bezeichnung für die meist knapp bekeideteten Models, die sich auf Automessen auf den Kühlerhauben räkeln. Auch eher unschön: Es steht auch für Mädchen mit langen fettigen Haaren. 

Slam: Soll wohl an den "Grand-Slam", den "großen Schlag" erinnern, der für sportliche Erfolge steht.  Bedeutet aber auch Zuschlagen, Zuknallen, Not-Aus (!). Und nun begeben wir uns in die Untiefen der Umgangssprache.Dort wird es verwendet für:
- sich Drogen intravenös zu verabreichen
- jegliche Form des aggressiven Beischlafs
- heftiger Durchfall
- sich freiwillig eine Alkoholvergiftung zufügen
etc usw pp.....
Oh jee, die wirklich unschönen Verwendungen des Wortes hab ich Ihnen übrigens erspart, aber mit ein bisschen Phantasie kann man es sich vielleicht vorstellen. 

Der Gefahrgutbeauftragte hat allerdings noch ein paar Namensvorschläge in petto:
Für die Schinken-Liebhaber: Adam Ham
Für Fans von Frühstücksfleisch und Werbemails: Adam Spam
Für selbsterklärte Schwachköpfe: Adam Bam
Für Freunde der Straßenbahn: Adam Tram
Für Fans der Förmitztalsperre (und anderer Dämme): Adam Dam
Key Account Manager und Zwerghamsterfans fahren Adam Kam
Fernsehfuzzis natürlich den Adam Cam
Knast-Ausbrecher bevorzugen Adam Lam (= Flucht)
Mutti fährt den Adam Pram (= Kinderwagen)

Zum Schluß kleine Quizfrage: 
Welches Modell fahren Menschen, die an der Primären Amöben-Meningoenzephalitis leiden?
Na?

Bei den umgangssprachlichen Deutungen stand mir das Urban Dictionary hilfreich zur Seite.

Samstag, 29. September 2012

Oh je!


Falls Sie nach dem gestrigen BundesVisionSongContest noch Beweise benötigen, 
dass RADIO-Moderatoren definitiv NICHT ins FERNSEHEN gehören: Bitteschön!




Übrigens, manchmal reicht auch schon ein einziger Screenshot:
Anna und Axel von Energy Bremen, Screenshot Pro7

Freitag, 28. September 2012

Wie ich die Betty Wulff der Bärenorgie wurde


Amüsante Einblicke (!)

... oder wie ich die Betty Wulff der Bärenorgie wurde....

Bloggern wird oft Eines vorgeworfen: Sie seien so schrecklich selbstreferenziell.
Egomanische Überzeugungs-Laptop-Täter, ich-bezogen, mit gar grausigem Mitteilungsdrang und Geltungsbedürfnis

Ähm, ich widerspreche jetzt mal lieber nicht.
Screenshot "V wie Vendetta": ich als Beinah-Leiche
Und will lieber eine kleine Geschichte erzählen, am besten chronologisch.


Vor einigen Jahren hatte ich die Idee, eine Artikelserie über Kleinanzeigen in Szeneblättern und deren Hintergründe zu machen, gewissermaßen als der "Wallraff der Kleinanzeigen". Da Aufwand und Erlös in keinerlei Verhältnis standen verschwand die Idee alsbald in der medialen Schrott-Schublade. Einen Text hab ich dann doch fabriziert, und mangels monetärer Verwertbarkeit auf einestages, dem User-Content-Portal des Online-Spiegel veröffentlicht. Dort war er auch recht erfolgreich (Zitat aus einer Mail des damaligen Ressort-Leiters an mich):


"Es passiert nicht so oft, dass ein Lesertext es bis auf die oberen Aufmacherplätze bei SPIEGEL ONLINE schafft und sich dann auch noch so lange dort hält. Sie können das absolut als Kompliment für Ihren Text betrachten!"


Nun ja, allerdings war ich mit den Mitteln, mit denen dieser „Erfolg“ erzielt wurde, nicht ganz einverstanden: Neben diversen, teils sinnentstellenden Kürzungen wurde dem Text auch ein unschöner dramatischer Beigeschmack gegeben. Zitat aus einer Mail von mir an die zuständige Redakteurin:

"Ich fand meine Erfahrungen lustig und unterhaltsam, nicht mehr, nicht weniger. (...) Was mich ärgert: Der Tenor meines Textes ist meiner Meinung nach eher "humoristisch", und was immer wieder betont wird ist der Zusammenhalt der Protagonisten, und der damit verbundene Galgenhumor

Es war alles andere als ein Alptraum. (...) Zwei Filmkollegen riefen mich an, und fragte ehrlich verwundert, ob die Dreharbeiten für mich im Nachhinein wirklich solch ein Alptraum gewesen sind. Mein Lebensgefährte lacht übrigens immer noch über Ihre nette Formulierung "Er war dünn und sah irgendwie ausgehungert aus". Und ich wollte gewiss keine "Gruselgeschichte" schreiben."


Was war geschehen? Mein eingesandter Vorschlag für eine kurze zusammenfassende Inhaltsangabe lautete:

"Amüsante Einblicke in das harte Komparsenleben beim Dreh eines
Hollywood-Blockbusters in der brandenburgischen Pampa"

Screenshot einestages
Was machte einestages vom SPIEGEL daraus?
"Eigentlich wollte er sich nur als Filmleiche ein paar Euro dazuverdienen - dann fand sich Tobias Mandelartz in einem Alptraum wieder: Der Dreh für den angekündigten Science-Fiction-Streifen entpuppte sich als KZ-Szene, sadistische Aufseher und Massengrab inklusive"

(Übrigens, das Wort "KZ-Szene" stammte selbstverständlich NICHT von mir und wurde auch flugs nach zwei Tagen in "grausige Massengrab-Szene" geändert, laut damaligem  Ressortleiter müsse man mit solchen Begriffen "pingelig" sein, was MIR sehr recht war. Ergänzt wurde die Einleitung nun durch den schönen - oben schon empört erwähnten - Satz "Die Gruselgeschichte eines Komparsen")

Was ich lernen musste. "Amüsante Einblicke" geht gar nicht. Zitat wiederum aus einer Mail des Ressortleiters:
"...denn ein Text, der mit "Amüsante Einblicke" überschrieben ist, wird einfach nicht wahrgenommen - ob es uns gefällt oder nicht".

Screenshot ""V wie Vendetta", im Kreis liege ich
Tja, dann lieber aus den Einblicken einen Alptraum fabrizieren.

Von launigen und weniger launigen Laudatoren

Anekdote am Rande: Dieser Text auf einestages war kurze Zeit später nominiert für den "Deutschen Reporterpreis 2009" in der Kategorie "Beste Webreportage". Laudator bei der feierlichen Preisverleihung war ausgerechnet der Medienblogger Niggemeier, der Jahre später - nicht ganz freiwillig - eine wichtige Rolle in meinem Leben übernehmen sollte, dazu später. Bei der "Laudatio" (laut Duden "im Rahmen eines Festakts gehaltene feierliche Rede, in der jemandes Leistungen und Verdienste gewürdigt werden") hatte er nichts Besseres zu tun als süffisant über die Qualität der eingereichten Beiträge zu nölen, zu meckern, zu klagen. In seinem Blog versuchte er sich einen Tag später etwas fadenscheinig zu rechtfertigen (Zitat Niggemeier):
"Ich habe nicht über das Niveau der nominierten Beiträge lamentiert. Ich habe über das Niveau der eingereichten Beiträge lamentiert".
Nun denn, jeder nominierte Beitrag ist per se auch einer der eingereichten Beiträge. Die anwesenden Nominierten fanden es jedenfalls eher weniger lustig, und ich war nicht traurig, nach dieser Laudatio nicht gewonnen zu haben, Erleichterung überwog.
Online-Preis
Um beim Thema "Selbstreferenz" zu bleiben: Es geht weiter im Text, und über eben den Herrn Niggemeier schlage ich auch fix wie nix wieder einen Bogen zu einestages von SPIEGEL ONLINE.



Niggemeier sei Dank, ehrlich, ohne Häme, denn er war verantwortlich für mein nächstes erfolgreiches Projekt, das Blog zum Bärenvideo. (Ganz kurz für die Unwissenden: Um meine Theorie zu verifizieren, dass man nur einen einzigen anerkannten "Multiplikator" benötigt, um einem Content eine virale Verbreitung zu verschaffen, bat ich Niggemeier, ein komplett erfolgloses, aber sehr niedliches Video einer Bärenfamilie auf seinem Blog als "Flausch am Sonntag" zu präsentieren und habe die nachfolgende weltweite Verbreitung sowie die damit einhergehende "Umdeutung" in einem täglichen Blog dokumentiert. Aus der entzückenden Bärenfamilie wurde - von mir nicht kontrollierbar - eine Bären-Orgie und ein Bären-Gangbang. Dieses Blog gewann dann im vergangenen Jahr den 2. Preis des ergo direkt Medienpreises in der Kategorie "Online", der STERN-Nachrichtenchef Benninghoff hielt eine wundervoll launige Laudatio, und der Gewinn verschaffte mir meinen ersten - und wohl einzigen - Besuch beim Bundespresseball.)

Eine Zusammenfassung der Bärenvideo-Geschichte, die mich nach wie vor in Erstaunen und Verwunderung stürzt, hatte ich - Sie raten es wohl schon - kürzlich einestages von SPIEGEL ONLINE angeboten. 
Sie werden fragen: Nix dazugelernt?
Ich sage: Jeder verdient eine zweite Chance.

Zurück zum Thema:
einestages greift gerne zu, will "zeitnah veröffentlichen" (Zitat), fragt zudem nach Bildern und ich schicke der Redaktion einige private Bilder, einen Screenshot sowie den Link zum Blog mit der Erlaubnis, man könne sich ja bei Bedarf Bilder herunter laden und verwerten. Die "Verwertung" (besser: Verwurstung) endet in einer 22teiligen Klickstrecke, bestehend aus Bildern und Texten, die meinem Blog entnommen wurden.


Wobei ging es nochmal im Bären-Blog?

Ach ja, er handelt von der Gefahr, dass man über Inhalte, die man ins Netz stellt, keinerlei Kontrolle mehr hat. Siehe mein Text über die Dreharbeiten, dem ein unschöner und unerwünschter dramatischer Touch gegeben wurde. Und nun also der Text zum Bärenblog. Schon die - von der Redaktion gewählte - Überschrift ist vollkommen irreführend und verdreht den Inhalt:

Das Experiment mit der Bärenorgie

Der Text erscheint auf der einestages-Seite von SPIEGEL ONLINE am Morgen des 15. Septembers, einem Samstag. Also zu einem Zeitpunkt, an dem SpON-einestages-Redakteure an alles, aber nicht an ihre Arbeit denken. Ich protestiere sofort, Zitat aus einer Mail von mir an die zuständige Redakteurin vom Samstag, 15. September 2012, 7:38 (eine Antwort erhalte ich DREI Tage später):

Leider leider ist die Überschrift komplett sinnentstellend, denn es ging eben NICHT um ein "Experiment mit der Bärenorgie", sondern ein Experiment mit einem vollkommen harmlosen und niedlichen Bärenvideo, dessen Kontext sich im Zuge der viralen Verbreitung verselbständigte und - von mir weder geplant noch gesteuert, weder gewollt noch erwünscht - mit dem Attribut "Bärenorgie" versehen wurde.

Abgesehen davon, dass kein einziger Satz von mir unverändert veröffentlicht wurde, hat sich auch der Stil des Textes geändert. Ich schrieb ihn ursprünglich in der Gegenwarts-Form, ebenso wie beispielsweise diesen Text. Ein Stilmittel, zu dem ich gerne greife, da es dem Leser das Gefühl vermittelt, dem Geschehen beizuwohnen. einestages gefiel dies offensichtlich nicht, der komplette veröffentlichte Text ist nun in der Vergangenheitsform.
Es dauert nicht lange, und der erste Kommentar trudelt auf einestages ein, Zitat:

Vielleicht sollten Sie sich für eine Sammelklage mit Bettina Wulff zusammentun? Nein, nachvollziehen kann ich Ihre Empörung nicht, Herr Mandelartz. (…) Lesen wir demnächst einen Erfahrungsbericht mit dem Thema: "Ich wurde zur Kaffeefahrt eingeladen - und die wollten uns dann Wolldecken verkaufen"?

Seufz. Im Zusammenhang mit der von einestages gewählten Überschrift klingt mein "Experiment" tatsächlich wie das weinerliche Lamentieren eines klickgeilen Schwachsinnigen. Ich antworte:

Mich hier nun auf eine mediale Stufe mit der Gattin des Ex-Bundespräsidenten stellen zu wollen ist derart dämlich, dass ich darauf nicht weiter eingehe.

Es dauert wiederum nicht lang, und mein Kommentar wird von einestages gelöscht, selbstverständlich OHNE mich darüber zu informieren. Zitat aus einer späteren Mail der Redakteurin an mich:

Mitglieder von einestages hatten einen Ihrer Kommentare als Verstoß gegen die Netiquette gemeldet, da sie in der Bezeichnung "dämlich" eine Beleidigung sahen. Die Moderatoren haben darauf reagiert und den Kommentar zunächst entfernt. Da jedoch offenbar mehrere Diskussionsbeiträge Bezug darauf nahmen, haben sich die Moderatoren entschieden, Ihren Kommentar wieder herzustellen, damit die weiteren Äußerungen nicht zusammenhanglos im Raum stehen.

Nochmal: Ich habe niemals jemanden als "dämlich" beleidigt, nur den Vergleich von mir mit Bettina Wulff als "dämlich" bezeichnet. Wenn man sich tapfer in die (Un)Tiefen der einestages-Seiten begibt, dann stößt man auf Erläuterungen und Erklärungen, was man unter eben jener Netiquette zu verstehen haben soll:


Besonders schön der 3. aufgeführte Punkt (Zitat):

Deine Artikel sprechen für Dich. Sei stolz auf sie.“

Nein, dieser Artikel spricht NICHT für mich und ich bin mit Sicherheit nicht STOLZ auf ihn.

Weiter geht es, in den Richtlinien über die einestages-Diskussionen liest man Folgendes:


Zitat: "Offen, freundschaftlich, respektvoll"


 Es folgen diverse weitere Kommentare, eine kleine Auswahl:

- Und nebenbei - schämt man sich nicht, wegen eines solchen Videos sich beim Bundespresseball zu empfehlen?

- Geht es eigentlich noch peinlicher extrovertiert und selbstreferentieller? 

 - Allerdings ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks, wenn Sie in einer öffentlichen Diskussionsrunde Bezeichnungen wie „dämlich“ verwenden. Das sind Dinge, die mich fassungslos machen.

Mir reicht es, ich bitte die Redaktion per Mail, den Text sofort offline zu nehmen. Reaktion:

Was den eigentlichen Artikel betrifft, so behält sich die Redaktion vor - wie in den AGBs ersichtlich und von allen einestages-Mitgliedern bestätigt - -diese Stücke zu bearbeiten. Teaser und Headline sind dabei grundsätzlich in redaktioneller Hoheit. Ihre Befürchtung, die Headline könnte zu einem Missverständnis des Artikels führen, teilen wir so nicht.

In den Nutzungsbedingungen von einestages wird selbstverständlich darauf hingewiesen:
"SPIEGEL ONLINE ist berechtigt, das Werk unter Wahrung der Urheberpersönlichkeit zu bearbeiten, zu kürzen und zu ändern"

Ich persönlich fühle mich in meiner "Urheberpersönlichkeit", nun ja, sagen wir mal: nicht ganz ernst genommen.

Im eingesandten Text hatte ich ein Fazit gezogen, das (kaum verändert) auch so auf einestages erschien:

Fazit? Es ist heutzutage erschreckend einfach, einer viralen Verbreitung einen kleinen, aber entscheidenden „Anschubser“ zu geben. Worüber man sich klar sein muss: Spätestens ab diesem Zeitpunkt hat man die Herrschaft oder „Oberaufsicht“ über seinen zur Verfügung gestellten Inhalt aufgegeben. Man kann nur noch tatenlos zuschauen, was die so oft zitierte Netz-Community aus dem (leichtfertig) zur Verfügung gestellten Content macht.
Und die Moral von der Geschicht? Obacht, Obacht, Obacht.....

Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen.....

Nichtsdestotrotz: Das "offene, freundschaftliche und respektvolle Diskussionsklima" vermisse ich angesichts der Kommentare, Zitat "- Geht es eigentlich noch peinlicher extrovertiert und selbstreferentieller? "


Und eben diesen Kommentar möchte nun ICH löschen lassen, einfach mal um zu schauen, was dann passiert. Ich wende mich über die "Verstoß melden"-Funktion an die einestages-Redaktion , mit Verweisen auf die Netiquette. Diesmal kommt die Reaktion prompt, nach nur wenigen Minuten trudelt eine E-Mail ein (Zitat):

Wenn Sie den gemeldeten Kommentar von XXXXX unangemessen finden, nutzen Sie doch die Möglichkeit unserer Debatte und antworten Sie ihm hier direkt.




Zur Erinnerung: Als ICH mich in einem Kommentar äußere und es wage, den Vergleich von mir und Bettina Wulff als "dämlich" zu bezeichnen wird dieser sofort gelöscht mit dem Verweis auf die Netiquette.

PS: Um den Untertitel dieses Textes noch kurz zu erläutern: Sowohl hier als auch auf dem Bärenvideo-Blog landen vermehrt Besucher, die bei Google oder Bing "Tobias Mandelartz Bärenorgie", "Tobias Mandelartz Bear Orgy", "Tobias Mandelartz Gang-Bang" oder ähnliche Such-Kombinationen eingeben.... 
Seufz, ich bin die Betty-Wulff der Bärenorgie geworden, einestages sei Dank!


Und der Vollständigkeit halber: Hier ist sie, die berühmt-berüchtigte Bären-Orgie:

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