Mein Maskottchen ist der Gefahrgutbeauftrage von LEGO. Er sitzt auf meinem Schreibtisch und wacht darüber, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Den Beginn unserer wunderbaren Freundschaft sehen Sie hier (und über die Schwierigkeiten, zueinander zu finden erfahren Sie hier mehr)

Montag, 24. September 2012

Sackgesicht & Kotztüte



Gestern Abend lief der erste Tatort aus Dortmund, mit gleich vier Kommissaren, die vorgestellt wurden. Herausragende Persönlichkeit: Der Kommissar Faber, genialisch verkörpert vom grandiosen Jörg Hartmann. Und er macht es dem Zuschauer nicht leicht, so etwas wie Sympathie für seine Rolle zu empfinden. Wir haben die schönsten Zitate aus TV-Kritiken gesammelt:

SPIEGEL:

- Angstmacher, Chaosstifter, Kollegenschwein

- Ein Genie an der Grenze zur Soziopathie

- großartigen, kranken Kommissar

- Ermittler-Zombie

- halb als Suizidkandidaten, halb als Kontrollfreak

- Hartmann beherrscht das Rollenfach des Arschlochs in all seinen Facetten.

FAZ

- offenbar zutiefst beziehungsgestört

-unter Depressionen leidet

-beständig an der Grenze zur Schizophrenie

-hat neben allen sonstigen Macken jedenfalls auch ein manifestes Identitätsproblem

Süddeutsche:

- Kotztüte

- kaputte Profiler

Tagesspiegel:

- Wann wird eigentlich mal ein "Tatort" mit einem auf den ersten Blick sympathischen Ermittler an den Start gehen?

taz:

- Sherlock-artiger Autist


Nun kann man sagen, das Tatort-Kommissare mit Psycho-Defekten ja schon fast inflationär daherkommen, man denke nur an Ulrich Tukur als Murot aus Wiesbaden (der mit dem Tumor und den Halluzinationen), Joachim Krôl als Steier aus Frankfurt, der ein Soziopath wie aus dem Lehrbuch ist, nicht zu vergessen Kotzbrocken Keppler (Martin Wuttke) aus Leipzig. Alles grandiose Schauspieler in tollen Rollen, keine Frage, aber die Frage drängt sich auf: 

Könnten solche Typen auch in der tatsächlichen Polizei-Realität bestehen?


Der Gefahrgutbeauftragte macht den Faktencheck und findet Erstaunliches. Im Anforderungsprofil auf der Recruitingseite von aubis steht beispielsweise (Zitat): 

"Ansonsten werden eine ausgeprägte Teamfähigkeit, soziale Kompetenz, gute Kommunikationsfähigkeit, ein sicheres Auftreten und Verhalten, gute Umgangsformen und ein gepflegtes Erscheinungsbild vorausgesetzt"

In einem Text über "Rolle und Selbstverständnis" der Polizei in NRW steht der schöne Satz:

Offener, vertrauensvoller und verlässlicher Umgang untereinander ist Grundlage für eine erfolgreiche Teamarbeit.

Wer in den gehobenen Dienst in NRW gelangen will, muss durch eine Aufnahmeprüfung:

Im Assessment-Center werden Ihre sozialen und kommunikativen Kompetenzen geprüft. 

Fazit: Faber, setzen, sechs!




Donnerstag, 20. September 2012

Zwei Fliegen mit einer Klatsche?

Das Satire-Magazin Titanic, ob der zurückgezogenen Klage des Papstes ein wenig übermütig geworden, plant nun offensichtlich, mit dem Titel der Oktober-Ausgabe gleich zwei mediale Fliegen zu klatschen: Die nach wie vor omnipräsente Betty Wulff und die Muslime. Ein Entwurf (?) wurde in der Financial Times Deutschland schon mal vorabveröffentlicht. Das Problem: Abgesehen davon, dass man den Propheten, wenn es nach den Muslimen geht, überhaupt nicht und niemals bildlich darstellen darf, ist das Motiv auch nicht wirklich witzig, Oder satirisch. Oder böse. 
Der Gefahrgutbeauftragte findet es eher plump. Da Kritik allerdings nur berechtigt ist, wenn sie konstruktiv ist, hier also der Titelentwurf, der ebenfalls beide Themen aufgreift:

Montag, 17. September 2012

Seitenwechsel

Nachdem im letzten Jahr so überraschend der 2. Preis beim ergo direkt Medienpreis eingeheimst wurde steht dieses Jahr ein Seitenwechsel an. Der Gefahrgutbeauftragte möchte gerne in die Jury! Dazu benötigt er ein bisschen Hilfe: Bitte hier klicken und für das Bewerbungsvideo vom Tobias voten.







Update. Hat geklappt!

Donnerstag, 13. September 2012

Der Außenminister trinkt ein Bier

Die Süddeutsche hatte gestern ihren Spaß mit einem Text über einen Artikel in der israelischen Zeitung Haaretz, das Westerwelle biertrinkend zeigt. 

Was war geschehen? Die Haaretz hatte ein Handyfoto gebracht, das Westerwelle in einer Schwulenbar zeigt, dem Shpagat in Tel Aviv. Laut telavivgayvibe ein "lauschiger und kuscheliger Ort" (intimate and cozy place). 
Doch so schnell wie es veröffentlicht wurde verschwand es auch wieder von der Internetseite der Zeitung. Die Süddeutsche ließ nicht locker und fragte nach (Zitat):
Ein Anruf bei der Haaretz-Nachrichtenchefin Noa Landau schafft dann Klarheit. Sie empfand, sagt sie, die Geschichte sei "reiner Klatsch", unf Haaretz sei für Klatsch nicht zu haben.

Kleiner Faktencheck: Sucht man auf der Internetseite der Zeitung nach "Westerwelle", wird einem schon als zweites Ergebnis folgender Text angeboten (schamhaft versteckt in der Rubrik "Neuigkeiten in Kürze"):
Screenshot Haaretz.com vom 13.09.2012


Diese Meldung ist also, glaubt man Frau Landauer, KEIN Klatsch. Inwiefern unterscheidet sie sich aber von der Meldung, die man eilig aus dem Netz genommen hatte? Der Gefahrgutbeauftragte schaut mal genauer hin. Was fehlt, ist das Foto, und zwar dieses hier:

Screenshot Haaretz.com vom 12.09.2012



Der Text wurde ebenfalls nur geringfügig gekürzt, hier der ursprüngliche Original-Artikel, der als "Klatsch" abgetan wurde:





Der Gefahrgutbeauftragte fragt sich nun: 

Weshalb ist eine Meldung, die den Außenminister beim Biertrinken zeigt eine Klatschmeldung, aber ein Artikel, der nur beschreibt, dass Westerwelle ein Bier trank, eine seriöse Nachricht?


PS: Nichtsdestotrotz muss man anerkennend konstatieren, dass ansonsten Klatsch und Tratsch in der Haaretz so gut wie überhaupt nicht vorkommen.











Samstag, 8. September 2012

Lebenshilfe in harten Zeiten

Updates folgt unten!


Der tapfere Gefahrgutbeauftragte ist berüchtigt für seine cholerischen Anfälle, aber ebenso beliebt für sein großes Herz. Gerne gibt er praktische Lebenshilfe, etwa mit dem "Wir-lieben-Dich"-Mantra, zusammengesetzt aus Aussprachehilfen des Online-Dudens
Aber: Was macht noch mehr Spaß als sich selber etwas Gutes zu tun? 
Richtig: Anderen Menschen etwas zu geben.

Es bedarf nur ein paar Minuten Zeit, eines Druckers, einer Schere und ein bisschen Tesa oder einigen  Heftzwecke, und schon gehören Sie zu den wahrhaften Gönnern in diesen harten Zeiten. Und so geht´s:


Laden Sie sich das Bild herunter, drucken es aus, schneiden mit einer Schere die Linien zwischen den Begriffen bis zur langen Querlinie ein und kleben es an den nächsten Baum oder Laternenmast, an eine öffentliche Pinnwand oder eine Bushaltestelle.


Selbstverständlich ist diese Liste nicht komplett, falls gewünscht wird also demnächst eine Version mit User-Vorschlägen erstellt. Gemeinsam können wir diese Welt ein bisschen besser machen!






Wer sich den Abreißzettel im DIN A 4-Format als PDF-Datei zuschicken lassen möchte, der sende bitte eine Mail (kann auch vollkommen ohne Inhalt sein) an Gefahrgutbeauftragter@yahoo.de und er erhält umgehend eine Rückmail mit PDF-Anhang. Der Gefahrtgutbeauftragte versichert, dass sämtliche Mails nach der Beantwortung sofort gelöscht werden und die E-Mail-Adressen selbstverständlich und definitiv zu keinen weiteren Zwecken verwendet werden.

Update vom 20.09.2012

Hurra, der Gefahrgutbeauftragte ist absolut entzückt, heute erreichte mich (leider anonym) der erste Bild-Beweis. Irgendwo in Berlin im Prenzlauer Berg werden die Menschen nun ein bisschen glücklicher....


Update vom 22.09.2012:

Mittlerweile ist schon ein zweites Exemplar aufgetaucht, diesmal schon arg "geplündert", und die ersten Mails mit der Bitte um Zusendung der PDF-Vorlage zum Selberbasteln trudeln ein. Wir sind hingerissen!


Freitag, 7. September 2012

Intensiver Kundenkontakt aufgrund Wartesituation

Diesmal lacht der Gefahrgutbeauftragte nicht, er ist eher am Kopfschütteln ob so viel Dreistigkeit.
Dieser kleine Beitrag ist eine Ergänzung zum vorgestrigen Text, den Sie direkt hier drunter finden können (oder Sie klicken auf den Link, Google liebt interne relevante Verlinkungen....)

Der UFO-Streik ist in vollem Gange, Fluggäste stehen vor den Abflug-Tafeln mit schlichtem "anulliert" und warten... Und warten... Und warten....

Was macht die Telekom? Die hat nix besseres zu tun als über diverse Online-Portale Reklame für ihre Flughafen-Werbung zu machen, hier ein Screenshot von meedia.de:


Das wäre an sich noch nicht geschmacklos so schlimm, aber nach einem Klick auf die Anzeige wird man auf die entsprechende Homepage der Telekom weitergeleitet, und dort sieht man dann Folgendes:


Der Gefahrgutbeauftragte zitiert mal kurz:

Überschrift:

 "So wird Warten zu Informieren"

Werbetext:
"Erreichen Sie mit Ihren Werbebotschaften eine kaufkräftige Zielgruppe im attraktiven Werbeumfeld an den Flughäfen durch intensiven Kundenkontakt aufgrund Wartesituation, der besonderen Atmosphäre der Flughäfen".

Na dann werfen wir mal einen Blick auf die "Wartesituation" im "attraktiven Werbeumfeld"  und die "besondere Atmosphäre der Flughäfen":




Mittwoch, 5. September 2012

Der Gefahrgutbeauftragte lacht!

Jahaaa, wer ihn kennt, der weiß: Er hat einen kruden Sinn für schwarzen Humor. Und er kann sich noch beömmeln, auch wenn schon lange keiner mehr lacht. Trifft wohl ebenso auf diesen Fall zu, und vorbeugend sagt er: Nein, er lacht definitiv NICHT über die gestrandeten und alleingelassenen Flug"gäste" der Lufthansa. Mit diesen hat er aller-vollstes Mitleid! Was aber nicht bedeutet, dass er kein Verständnis für die streikenden Flugbegleiter hat. Also, bitte keine Hass-Mails, denn worum es geht, ist ein wundervoll bescheuerter Zufall, der es verdient hat, in das absolutobsolet-Ranking aufgenommen zu werden.
Was ist passiert?
Die aktuelle Kampagne von Lufthansa hatte ursprünglich zum Ziel, den verbesserten Komfort in der Business-Class zu promoten.



Der brandneue Spot wird so beschrieben: "The new Lufthansa Business Class TV commercial shows people relaxing "full flat" where they probably never have before - just like up in the air" (Übersetzung vom Gefahrgutbeauftragten: "Der neue TV-Spot für die Business Class von Lufthansa zeigt Menschen, die sich vollkommen entspannt flach legen, dort, wo sie es wahrscheinlich noch nie so taten - so, als würde man sich in der Luft befinden") Was sieht man? Menschen beim Planking, also einem der aktuellen Internet-Phänomene der sonderbaren Art, was bedeutet: Menschen lassen sich filmen und fotografieren beim "Rumliegen" in ungewöhnlichen Situationen. Steif und starr, anstrengend und unbequem, aber Hauptsache skurril und irre blöd.

Screenshot "YouTube", aktueller Lufthansa-Business-Class-Spot


Auch hübsch: Ein Screenshot der aktuellen Homepage von Lufthansa, die einen selig schlummernden Fluggast zeigt

Screenshot "Lufthansa"




Was fehlt? Ein Blick auf die realen Tatsachen. 
Ob man ob dieser Umstände wahrlich "feeling more relaxed" ankommt?




(aktuelle Fotos aus den Flughäfen, die zeigen, wie die Fluggäste die Nacht verbringen durften)

PS: Die Kollegen vom Horizont melden, dass man bei Lufthansa angesichts der Zigtausenden von gestrandeten Fluggästen den Einsatz des aktuellen Spots mit aller Gewalt Vehemenz aus dem momentanen Medien-Verteiler herausnehmen will.

0,1 %

Gehörten Sie auch zu den 0,1% der TV-Kucker, die sich die Premiere von Harald Schmidt auf dem Bezahlsender Sky angetan haben? Höchstwahrscheinlich nicht. Und auch beim Sender wird man wohl geahnt haben, dass die Quote (die Prozentzahl entspricht wahrhaftigen 20.000 Zuschauern!) nicht grandios sein würde. (Besonders bitter: Nach der Werbepause wurde diese jämmerliche Zahl sogar noch halbiert!) Was lag also näher, als sich bei den Gags, nun ja, sagen wir ein bisschen inspirieren zu lassen. Werfen wir doch mal einen Blick auf den neuen Side-Kick Klaas Heufer-Umlauf, dieser betätigte sich als Literaturkritiker und nahm das Verlagsprogramm des Riva Verlags auseinander.  In dem erscheint demnächst die Abrechnung Sicht der Dinge der Gattin des Ex-Bundespräsidenten, Bettina Wulff.
Kommt dem geneigten Leser von absolutobsolet bekannt vor ?
Ja, kuckst du nämlich hier: http://absolutobsolet.blogspot.de/2012/08/bettina-wulff-die-rache-der.html

Update zum Artikel O,1%: Tjahaaa, das waren noch Zeiten, als man die Quote von Schmidt auf Sky noch im Promille-Bereich anzeigen konnte. Aktuell hat er nämlich klägliche 0.0%! Der Gefahrgutbeauftragte prophezeit: Demnächst moderieren Gottschalk, Kerner, Schmidt und Oppa Waldi auf dem "Deutschen Wetterfernsehen" das "Tragische Quartett"

Samstag, 1. September 2012

ach echt? .... ach neeee.....

Screenshot BILD-Online 01.09.2012


Ach, echt? Die Islam-Verbände WOLLEN diese Werbung?
Kurzer Klick auf den Artikel: Ach neee!
Was ein Wörtchen mehr oder weniger schon ausmacht....





Screenshot BILD-Online 01.09.2012

Freitag, 31. August 2012

Von Handicap-Helden, Judo-Zwillingen und dem Stelzenmann

Screenshot BILD-Online

oder: 
Die Paralympics und die Grenzen der 
guten Berichterstattung 
oder: 
Humor ist, wenn man trotzdem lacht! 


Was ist passiert? BILD-Online garniert einen Artikel anlässlich der Paralympics in London  über die  Frage "Wie gehe ich richtig mit Behinderten um?" ausgerechnet mit einer Klickstrecke voller Behindertenwitze der plattesten Sorte - und zieht dafür eine Berechtigung an den Haaren herbei.


Uff, der geneigte Leser muss ein bisschen tapfer sein, denn ausnahmsweise schlägt der tapfere Gefahrgutbeauftragte (den man hier besser kennenlernen kann) einen großen Bogen, um zum Thema zu kommen...  Kleiner Vorgeschmack gefällig? Hier einer der Witz aus BILD-Online von heute (31.08.2012):
Screenshot BILD-Online 31.08.2012

Auch herzhaft gelacht, obwohl weder blind noch Rollstuhlfahrer?
Wenn nicht, dann bitte gerne weiterlesen..... 

Nach den Olympischen Spielen (sommers wie winters) folgen mit ein paar Wochen Verzögerung jeweils die Paralympischen Spiele, kurz und knapp Paralympics genannt. Die ehemals "Weltspiele der Gelähmten" titulierten Wettkämpfe haben sich längst zu einem ebenbürtigen und gleichwertigen internationalen Sport-Ereignis entwickelt, mit (annähernd) entsprechender Berichterstattung und Beachtung. "Annähernd" deshalb, weil Sendezeiten im TV und Vorkommen in der Presse nach wie vor eher unter "ferner liefen" versteckt werden.  
Nichtsdestotrotz, wir wollen hier nicht nur meckern, auch loben: Die Presse-Organe behandeln die Paralympics im Großen und Ganzen recht ordentlich und mit vergleichbarem Enthusiasmus.  Auch BILD war bisher - abgesehen von den typischen Doppel-Wortspielchen, etwa Handicap-Helden oder Judo -Zwillingen)-keinesfalls unangenehm aufgefallen. Wenn da nicht das Dilemma mit der, ähm, wie sagen wir es mal komplett wertfrei: Problemstellung der Wortwahl und dem journalistischen Umgang mit der Problematik Thematik wäre. Ständig müssen Schreiber und Redakteure die imaginäre "Behinderten-Politically-Correctness" beachten, denn ein Sportler ist niemals "trotz" seines Handicaps erfolgreich, ist nicht per se bewundernswerter als ein Sportler ohne Beeinträchtigung, und ist niemals (!) nur über seine Behinderung definierbar ("der Rollstuhlfahrer", "die Blinde, "der Gehörlose" etc). Ganz fies wird es, wenn Medien Floskeln verwenden wie "er meistert tapfer sein Schicksal". Eine ganz neue, wundervoll kluge und absolut handfeste, weil unaufgeregt Hilfestellung gebende Seite ist leidmedien.de. Zitat (kein Plagiat): 
„Leidmedien.de“ will Journalistinnen und Journalisten für die Berichterstattung über Behinderung sensibilisieren. Floskeln wie „an den Rollstuhl gefesselt“ oder “trotz der Behinderung” reduzieren behinderte Menschen auf ihre „Defizite“ und verstärken abwertende Bilder von Hilflosigkeit und Leid.„Leidmedien.de“ ist ein Produkt von behinderten und nichtbehinderten Medienschaffenden, die nicht belehren, sondern andere Perspektiven eröffnen wollen.
Das Online-Portal, das eine Vielzahl von guten und schlechten Beispielen aufweist und dabei komplett ohne erhobenen Zeigefinger und mit sanfter Hand Tipps für einen unaufgeregten und versachlichten sprachlichen Umgang mit Menschen mit Behinderung gibt ist - abgesehen von einer grafisch absolut gelungenen Umsetzung - auch für Nicht-Journalisten interessant, denn so manch simpler und verinnerlichter Sprach-Denk-Gebrauch wird hier klug zurecht gerückt.

Zurück zum Thema, denn nicht umsonst regt sich der tapfere kleine Gefahrgutbeauftragte auf:
Bild-Online unternahm den eigentlich lobenswerten Versuch, zu erklären, was geht und was nicht.
Fragestellung, aktuell passend zu den Paralympics: Wie gehe ich richtig mit Behinderten um?
Schon der erste praktische Tipp ist grotesk:

Frage: Soll ich einem Blinden auf der Straße Hilfe anbieten?
Antwort BILD: Wenn ein Mensch mit Behinderung Hilfe braucht, wird er es Ihnen sagen.
Praxischeck: Ich selber habe schon mindestens 3x in meinem Leben Blinde davor bewahrt, aufgrund von grün-piependen Fußgängerampeln in blöd-bescheuerte Auto-Rowdies reinzurennen, die meinten, noch mal schnell über den Zebrastreifen brausen zu können. Fazit: Bullshit. Wer sieht, dass ein Behinderter gerade Hilfe benötigen könnte: Helfen!

Zurück zum Artikel auf BILD-Online:

Nach diversen ähnlich tollen Tipps und Hilfestellungen ("Kann ich eine Prothesenhand schütteln?") kommt die Redaktion endlich zum launigen Teil, den Behindertenwitzen, siehe oben. Ja, so was gibt es. Soll es auch geben, denn wenn man keine Witze über Behinderte machen DARF wäre auch DAS eine Ausgrenzung, die nicht dazu beitragen würde, dass Menschen mit Behinderung ganz normal zu unserer Gesellschaft gehören. Es kommt halt nur darauf an, WER die Witze macht und ich WELCHEM Zusammenhang. BILD macht es sich einfach und verweist auf eine ominöse Witzesammlung von Rául Krauthausen. Krauthausen? Wer ihn bisher nicht kennen sollte: Der 1980 in Lima geborene, in Berlin wohnende Rolli-Aktivist ist eine der herausragenden deutschen  Persönlichkeiten, wenn es um die intellektuelle und praktische Auseinandersetzung mit dem Thema Behinderungen des Menschen und Behinderungen durch den Alltag für Menschen mit Behinderung geht. Sein Projekt wheelmap, das Rollstuhlfahrern quasi eine Weltkarte für barrierefreies Besuchen von Cafés, Museen, Schwimmbädern oder anderen öffentlichen Einrichtungen bietet, ist vielfach preisgekrönt und ein absolut beeindruckendes Beispiel für ein Community-Projekt: Zu der momentan vorhandenen Viertelmillion an hilfreichen Beiträgen kommen täglich 200 frische Tipps hinzu.
Aber ich schweife wieder ab, sorry, wir waren bei den Behinderten.Witzen. Noch einer gefällig? Nach dem Motto "Ein bisschen Spasmus sein":
Screenshot BILD-Online 31.08.2012

Schon wieder nicht lachen können? Keine Sorge, das liegt dann nicht daran, dass Sie komplett humorfrei sind, nein, das liegt daran, dass Sie über ein Mindestmaß an gesundem Menschenverstand verfügen. Und eben diese Behindertenwitze sollen laut BILD-Online einer Witzesammlung von Rául Krauthausen entstammen, denn das sei sein Hobby: "Behindertenwitze sammeln".



Werfen wir mal einen kurzen Blick auf den Ursprung dieser sonderlichen Nachricht: Rául Krauthausen hatte auf seinem Google+-Profil,- neben einer Vielzahl von anderen Postings - am 20.07.2012 die  eher läppische und wahrhaftig nicht weltbewegende Frage, oder besser: Aufforderung gepostet:

Als Antworten kamen ein paar Witze (hahahah), die so oder ähnlich auch in der Klickstrecke von BILD-Online auftauchten, dazu einige Kommentare, aber der "Aufruf" blieb eher unbeachtet. Dass BILD nun daraus unter dem Obertitel "Rául Krauthausen sammelt Behindertenwitze" eine 10teilige Klickstrecke bastelt ist  ... grotesk?

Übrigens, der einzige Witz aus "Rául Krauthausens Witzesammlung", der es NICHT in die BIlLD schaffte, der so oder ähnlich zwar schon länger bekannt ist, über den der Gefahrgutbeauftragte aber immer wieder lachen kann, geht so:
Kommen ein Schwuler, ein Chinese, ein Rollstuhlfahrer und eine Ossi-Mutti in eine Kneipe.
Fragt der Wirt: "Was seid ihr denn für eine lustige Truppe?"
Antwort: "Wir sind keine lustige Truppe, wir sind die Bundesregierung!"

Kurze Nachfrage bei Rául Krauthausen, wie er selber die Berichterstattung sieht. Seine Antwort per Mail (mit seiner Einwilligung, Original-Zitat)) steht nun hier unten, und ich verzichte danach auf jeglichen sich anbietenden Kommentar, denn das hat sich nun eigentlich erübrigt:

"Vor ca. 2 Wochen haben wir vom SOZIALHELDEN e.V. (http://www.sozialhelden.de) das Projekt Leidmedien.de (http://leidmedien.de) in's Leben gerufen. Mit Leidmedien.de wollen wir Journalisten dafür sensibilisieren, wie man unserer Ansicht nach adäquat über Menschen mit Behinderung berichtet, redet, spricht - ohne in die permanent gleiche Helden- oder Mitleidsmetaphorik zu fallen und die ewig gleichen Floskeln zu verwenden.
Es ist schön, dass die Presse das Thema sehr wohlwollend aufgreift und darüber berichtet. Auch die BILD hat sich des Themas angenommen und ein Kurz-Interview (spätnachmittags via Handy) mit mir geführt. Mein Hinweis, dass ich die Behindertenwitze etwas unpassend an der Stelle finde, wurde lediglich mit dem Zitat von mir "Sie (die Behindertenwitze) sind genauso in Ordnung wie Blondinen- und Ostfriesen, sollten aber auch nie verletzend sein." abgemildert. Nun wirkt es so, als ob ich das alles immer "ok" finde. Was ich aber nicht tue. Der Sachverhalt ist wesentlich komplexer und sollte nicht so verkürzt dargestellt werden. Auch habe ich keine "Top 10" der Behindertenwitze erstellt sondern sie lediglich gesammelt. Die Top 10 wurde von der BILD-Redaktion ausgewählt. Fragwürdig"





Sonntag, 26. August 2012

Bettina Wulff: Die Rache der...

... Ex-First-Lady.   ACHTUNG: Am Ende folgt ein Update
Der SPIEGEL meldet heute vorab, dass das schon längere Zeit angekündigte Buch der Ex-First-Lady Bettina Wulff tatsächlich noch im Herbst erscheint. Über den Titel kann man bisher nur spekulieren, aber der Verlag steht fest: Der Münchner Riva-Verlag. Die Bandbreite des Spektrums an Büchern, die der Verlag herausgibt, kann man getrost als "bunt" bezeichnen: Sonderbare Ratgeber, Sammlungen von SMS-Katastrophen, reißerische Enthüllungs-Machwerke und immer wieder Biografien oder Autobiografien. Da der Gefahrgutbeauftragte allerdings wertneutral sein möchte (ausnahmsweise!), dachte er sich, dass man ja mal einen Blick auf die mediale Gesellschaft riskieren kann, in die sich Bettina Wulff nun begeben hat. Also, wer hat den da noch so seine biographischen Ergüsse zu Papier gebracht (oder bringen lassen)?

Beispielsweise Michael Zühlke, besser bekannt als Pornfighter Long John, und in diesem Zusammenhang passt "Erguß" gar vortrefflich: 
Wahrscheinlich kann man das Buch nur mit Handschuhen anfassen, ohne es gelesen zu haben klingt es schmierig, klebrig, übelriechend. Zitat aus der Verlagsbeschreibung: "In seiner Autobiografie gewährt Michael Zühlke tiefe Einblicke in das deutsche Erotikgewerbe und berichtet von seinen verrücktesten, schlimmsten und heißesten Erlebnissen am Filmset"

Auch schön:"Bel Ami Mein Leben als Chef von Deutschlands edelstem Bordell" von Detlef Uhlmann. "Glamour, Sex und Luxus" (Zitat) wird versprochen, für schlappe 19,99.

Passt ebenfalls prima: "Steve O Ein Idiot kennt keinen Schmerz" Falls Sie Stephen Glover alias Steve O nicht kennen: Er war der Star der MTV-Ekel-Prügel-Doku Jackass. Und falls sie Jackass nicht kennen sollten, haben wir hier mal stellvertretend für unzählige Spots auf YouTube stellvertretend einen der harmlosen Sorte ausgewählt: Steve O wird in einem übervollen Dixie-Klo in die Luft katapultiert (Obacht, not for the faint of heart)

Weiter im Verlags-Programm, es wird nicht besser:
"Und in der Hölle mach ich weiter. Bekenntnisse des größten Frauenhelden der Welt" von Tucker Max. Nie gehört, will ich aber auch nix von hören.

Jack White (dem wir u.A. "Looking for Freedom" vom Baywatch-Wrack Hasselhoff zu verdanken haben) berichtet aus seinem "unglaublichen Leben", Michael Wendler, DAS Wendler, fabrizierte "Die Faust des Schlagers", Oli Kahn sinniert in "Ich" über "Erfolg kommt von Innen" (erster Satz (Zitat): "Viele Menschen denken, Erfolg ist, wenn man erfolgreich ist. Ich denke anders"), auch Brigitte Nielsen darf über ihr verpfuschtes Leben greinen,  dazu kommen unzählige reißerische Titel von  Rettungssanitätern, Überlebenden von Flugzeugabstürzen, dem meistgesuchten Hacker der Welt, Polizisten, Navy Seals, Ultimate Fighter usw etc.

Auch das restliche Verlagsprogramm weist so einige Perlen der deutschen Literatur auf, dem Gefahrgutbeauftragte gefiel besonders dieses hier: "Gorch Fick. Lustige Geschichten aus der Bundeswehr" von "Kampfausbilder Ronny" (kein Witz!)

Verehrte Frau Wulff, wir sagen mal, da haben Sie sich den richtigen Verlag und das passende Umfeld für Ihre zu erwartenden tiefen Einblicke in die gepeinigte Seele einer missverstandenen Frau eines Bundespräsidenten a.D. ausgesucht.
Und nun wagen wir abschließend doch noch mal eine Prognose für den Titel des Machwerks:

"Bettina Wulff: Schicksalsjahre einer First Lady"
"Bettina Wulff: Die dunkle Seite von Bellevue"
"Bettina Wulff: Einmal Hölle und zurück in der deutschen Politik"
"Bettina Wulff: Die Rache der Wanderhu...." (nee, das geht nicht, da bekomm ich Ärger)

Was ist Ihr Vorschlag für den Titel? Wir sind gespannt....

ACHTUNG: Update vom 27.08.:
amazon hat das Geheimnis gelüftet, dort kann man schon Vorbestellungen aufgeben, und der Titel ist derart unspektakulär, dass man nur vermuten kann, dass er sich vom restlichen Verlagsprogramm deutlich abheben soll: "Meine Sicht der Dinge". Interessant ist ein Blick auf die "Co-Autorin": Nicole Maibaum hat im mvg-Verlag, der wie riva zur Münchner Verlagsgruppe gehört und aktuell so tolle Titel wie "Fessle mich! Der SM-Ratgeber" herausbringtwürgt, einen ihrer diversen Ratgeber mit dem - in diesem Falle dann leider doch interessanten - Titel

25 Wege, sich an seinem Ex zu rächen.Und andere Kleinigkeiten, die den Abschied leichter machen

veröffentlicht. Auszüge aus einer amazon-Rezension (die, wie immer, wahrscheinlich/vielleicht von ECHTEN Lesern stammt, aber das weiß man da ja nie):
(Zitat amazon): "Wer dieses Buch kauft, der hat Rache im Sinn, keine Frage. (...) "Für alle aber, die nicht oder nicht mehr ohnmächtig sind, tun Rachephantasien gut."

Nun gut, der tapfere Gefahrgutbeauftragte kann nicht anders, er muss aufrichtig anerkennend bekennen: Die Wahl einer Co-Autorin, die mit Büchern über Rachephantasien Kasse gemacht hat, ist erstklassig und Daumen-hoch-würdig! Was dann allerdings die Frage aufwirft, wen der verehrte Herr Gatte als "Co-Autor" für seine Memoiren wählt...  
Unsere Top-3:  Gertrud Höhler, Franz-Josef Wagner, oder gar Baschar Hafiz al-Assad?


Ach ja, und weil der Gefahrgutbeauftragte ja bekanntermaßen ein klein bisschen pingelig ist, hier noch ein Tipp an diverse (!) Redaktionen der Nation:
Es gilt (leider): Einmal Bundespräsident, IMMER Bundespräsident. Auch für Gestalten wie Wulff. Er ist "Bundespräsident außer Dienst", kurz a.D. Man kann das dann mit einem kleinen Augenzudrücken als "Alt-Bundespräsident" bezeichnen, wie man bei den diversen noch lebenden Kanzlern verfährt, aber "Ex-Bundespräsident" ist definitiv nicht korrekt, so weh es auch tut. Noch schlimmer wird es, wenn dann die Vorsilbe "Ex" mit dem zusammengesetzten Hauptwort "Bundespräsidentengattin" verbunden wird. Geht nicht? Klar geht das, siehe Spiegel-Online:




Ex-Bundespräsidentengattin? Da stelle mer uns mal janz dumm..... Und als erstes fällt dazu ein: Das ist, nein das MUSS sein die  Ex-Gattin eines Bundespräsidenten. Und nicht die Gattin eines Ex-Bundespräsidenten.  Das haben andere Online-Medien deutlich eleganter und eindeutiger formuliert, da wurde sie halt als "ehemalige First Lady" oder "Frau des ehemaligen Bundespräsidenten" bezeichnet. Geht doch

Mittwoch, 1. August 2012

Wenn die Tränen die Wimpern durchfeuchten...

Der verbale Ausflug in die historische No-Go-Zone des Sportkommentators Sostmeier machte gestern schnell die Runde, SPIEGEL, ZEIT, Tagesspiegel und viele andere berichteten ausführlich über seine Interpretation des Hitler-Ausspruchs von1939 anlässlich des deutschen Einmarschs in Polen.

Doch der Gefahrgutbeauftragte hat auch zugehört, und ihn überkam das kalte Grausen bei dem, was der Kommentator dann anschießend bei der Siegerehrung verzapfte, aber hören/lesen Sie selbst:


 "Du stehst da oben, du bist Olympiasieger. Der Moment, wenn gleich die Nationalhymne intoniert wird, dir die Tränen in die Augen schießen, die Wimpern durchfeuchten, und dann wie ein wärmender Sonnenstrahl die Tränen an den Wangen herunterperlen...."

 Link zu Vimeo
Link zu Veoh
(Originalkommentar von Sostmeier in der ARD am 31.07.2012 
bei der Medaillenverleihung an die deutschen Reiter)


Montag, 30. Juli 2012

Haben-Wollen!

Ich bin ja berühmt-berüchtigt für meine spontanen Attacken von "Haben-Wollen". Meistens betrifft dies dann vollkommen unnütze, aber in meinen Augen absolut begehrenswerte sonderbare Dinge. Heute war es mal wieder soweit, beim Bummel durch den Prenzlauer Berg sah ich dieses entzückende Hündchen aus Hartplastik, was nun auf meinem Schreibtisch dem kleinen Gefahrgutbeauftragten Gesellschaft leistet:


Balloon-Dog von Jeff Koons
Michael Jackson and Bubbles

Es erinnert natürlich an die "Balloon Dogs" von Jeff Koons, den ich spätestens seit seiner "Michael Jackson und Bubbles"-Porzellanplastik heiß´und innig verehre. Aber die Originale von Koons sind sowohl zu groß (ca 3x4 Meter!) und natürlich auch zu teuer. Mein kleiner Ballon-Hund misst ca 25 cm und kostete schlappe 19,90. Und weil ich den Laden sowieso toll fand, mach ich gerne auch ein bisschen Reklame: Sternzeit in der Sredzkistrasse 19a in 10435 Berlin, auch auf Facebook.



Samstag, 28. Juli 2012

Lustige Facebook-Zufälle

haha, manchmal geschehen lustige Zufälle: Diese beiden Postings landeten nacheinander bei mir:

Screenshot Facebook

"ey, isch kuck Olympiade"

"Ey, isch kuck Olympiade": Was ist an diesem Satz verkehrt?

Der Gefahrgutbeauftragte macht eine kleine Begriffszurechtrückung aus aktuellem Anlass:

Gestern wurde mitnichten Olympia erföffnet, oder gar die Olympiade, sondern die "Olympischen Spiele", oder, um es ganz  exakt zu sagen (Achtung Klugscheissermodus):
Die 30. Olympischen Sommerspiele der Neuzeit.

mit "Olympiade" wird der Zeitraum zwischen zwei Olympischen Spielen bezeichnet, also die vier Jahre ohne Spiele, "Olympia" ist ein Heiligtum auf  der Halbinsel Peloponnes.

Donnerstag, 26. Juli 2012

Olympia-Siebenschlau*...

... oder "Teletubbies auf Speed"
*ok, wir geben gerne zu, wir wollten mal wieder einen auf oberschlau machen. "Siebenschlau" ist der - sehr hübsche - deutsche Begriff für das Bild-Legespiel Tangram

Und was soll das nun hier und in diesem Blog? Ganz einfach: Das Logo der morgen beginnenden Olympischen Spiele in London wird gnadenlos zerrissen, der Gag, dass schon geringfügige Änderungen ausreichen und man sieht Lisa Simpson beim fellationieren ist hinreichend durch die sozialen Medien gereicht worden.
links: Lisa Simpson beim Blow-Job, rechts: Offizielles Olympia-Logo

Was allerdings - neben aller berechtigter Kritik - immer wieder erwähnt wird: Das Logo sähe aus wie ein zerbrochenes Hakenkreuz. Der Gefahrgutbeauftragte witterte sofort eine Verschwörung der besonders perfiden Art und machte sich an die Bastelarbeit. Wenn man also die einzelnen Bruchstücke des Logos trennt, sie ein bisschen dreht und verschiebt kann man tatsächlich mit sehr viel bösem Willen so etwas ähnliches wie ein Hakenkreuz darstellen:
Bastelarbeit aus den Teilen des Olympia-Logos

Aber: Wir geben mal Entwarnung, denn die Olympia-Verantwortlichen haben schon ihre gesamte Blödheits-Kompetenz bei der Wahl der Maskottchen Wenlock und Mandeville aufgebraucht, die machen dem Namen des Blogs wahrlich alle Ehre:

Teletubbies auf Speed? Nein, die offiziellen Olympia-Maskotthen

Dazu der Link des Tages: "Olympia-Logo löst epileptische Anfälle aus"

Sonntag, 22. Juli 2012

hohoho, tralala: Trololo

um Ihnen an einem trüben Sonntagmorgen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern bedarf es wenig mehr als dieses Knaben:
  (Ist eine, nein: die schönste Adapion des YouTube-Welthits von Eduard Khil. Der ursprüngliche Text des Liedes - ein Cowboy hat Sehnsucht und reitet nach Hause - war nicht ganz regime-kompatibel, und so wurde flugs das Trololo erfunden: hahaha, hohoho, trololo)
Facebook-Link

Mittwoch, 18. Juli 2012

männlicher Single mit Hund und Elephantiasis gesucht

Nicht dass man sowieso schon das kalte Grausen bekommt, wenn man sich die Reality-Doku-Machwerke im Privat-TV reinzieht. Nein, man muss ahnen, dass es immer noch schlimmer geht als man denkt, sozusagen das allerschlimmste aller schlimmen Sachen, die da noch jemals kommen könnten (und auch DAS wird noch getoppt, glauben Sie mir)
Aber falls Sie ein männlicher Single mit Hund und Elephantiasis sind, dann können Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe klatschen, indem Sie gleich in zwei Doku-Schrott-Soaps auftreten:

(Auszüge einer Mail mit Gesuchen für Protagonisten neuer Shows, die mich heute erreichte)



PRØST!

Bei IKEA gibts jetzt auch Bier, kein Witz (aber nur in GB):

Montag, 16. Juli 2012

Angkasawan??

oh je, der kleine tapfere Gefahrgutbeauftragte dachte, dass er auch ein Raumfahrer sei. Nun ja, naheliegend bei seinem Outfit, aber wohl nicht für den Bereich weit jenseits unserer Galaxien gedacht. Da kommt nur Mr. Spock hin ( und kommt auch her). Und eben jener hatte schon vor 35 Jahren den absoluten Durchblick und veröffentlichte für uns dumpfbackige Erdenmenschen ein Lied mahnendes Machwerk mit geradezu prophetischer Aussage. Über mangelnde Gesangsfertigkeiten soll, nein: muss hinweg gesehen werden. It´s the MESSAGE!

PS: Angkasawan ist das Pendant zum Vyomanaut, und wer auch das nicht versteht muss bis ganz nach unten scrollen...



From far beyond the galaxies I've journeyed to this place
To study the behavior patterns of the human race
And I find them highly illogical

Girl meets boy they fall in love
She says he's everything she's dreamed of
But when they get married before he's aware
She changes his habits the way he combs his hair
She changes him to someone he's never been
And then complains he's not like other men
Now really I find this most illogical

Take the case of your automobiles
Greatest invention since man discovered wheels
Hydromatic overdrive four-on-the-floor
Pushbutton windows pushbutton doors
Double barreled carborators rush you anyplace
But you never can find a parking space
Highly illogical

Take the case of modern man
He works all his life gives it all he can
Saves all his money works overtime
Pinches every penny banks every dime
All he can think about is money but you know
That he can't take it with him where he's going to go
Now I find that fascinatingly illogical

Now is the time to journey home to tell of what I've learned
My people I believe have every right to be concerned
For in spite of computers and advanced psychology
Behavior patterns are still a mystery
I predict the future of this earthly human race
Is that having made a mess of Earth They'll move to outer space
Well there goes the neighborhood
Totally, completely, absolutely, irrevocably, highly illogical




Angkasawan, Vyomaut und Taikonaut sind übrigens das Gleiche wie Kosmonaut oder Astronaut Raumfahrer in ihrer jeweiligen landestypischen Bezeichnung.

Donnerstag, 12. Juli 2012

Zwillinge bei der Geburt getrennt?

Die aktuellen Titel der Landlust, dem mit großem Abstand erfolgreichsten Print-Titel der letzten Jahrzehnte, und dem neusten Abklatsch, dem Landkind :




Mittwoch, 11. Juli 2012

Hund, Katze, Maus...

.... oder "Datt Glück is mit die Doofen":
Gefunden auf SAT1, "Ab durch die Mitte", 10.07.2012

Dienstag, 10. Juli 2012

an die 95,5%: ANHÖREN!

der kleine DatenschutzGefahrgutbeauftragte ist mal wieder ganz aufgeregt. Aber er lässt lieber andere sprechen, und zwar wieder mal die Aussprache-Hilfe von www.duden.de. Denn korrekt ist korrekt!
Wer übrigens das schlechte und gute Mantra, zusammengebastelt aus den Aussprachehilfen,  verpasst haben sollte hier noch mal der Link (aber das Gewinnspiel wurde mangels Einsendungen leider ganz schlicht und schnöde beendet!)

Zwillinge bei der Geburt getrennt

Ich wollte es schon lange mal posten, hatte aber keine Lust Zeit, die passenden Screenshots zu machen. Doch was gesagt werden muss muss gesagt werden: Das sind keine Zwillinge, das sind KLONS:

Sabine  Rau vom WDR, Screenshot "tagesthemen"
Tobias Kähne, Gerichtsprecher Berlin, Screenshot "abendschau"

Montag, 9. Juli 2012

an einem Freitag im Juni

Es ist Freitag, der 28. Juni. Soeben wurde das EM-Halbfinale Deutschland-Italien angepfiffen, und ganz Deutschland sitzt gebannt vor dem Fernseher.

Ganz Deutschland?
Nein, denn ein kleines Häuflein tapferer Abgeordneter sitzt im Deutschen Bundestag und segnet im Eiltempo Gesetzesvorlagen ab. Falls Sie gerade mal 58 Sekunden Ihrer Zeit erübrigen können, dann werfen Sie einen kurzen Blick auf die Tätigkeit unserer Volksvertreter:


Nur zur Klarstellung: Der aktuelle Bundestag umfasst 620 Mitglieder. Wenn wir richtig gezählt haben, dann sind bei der Abstimmung sage und schreibe 4,5% der Abgeordneten anwesend.

Screenshot "phoenix", der Moment der Zustimmung zum Gesetzentwurf


Und um was geht es?

In obigen 58 Sekunden geht es um die "Fortentwicklung des Meldewesens" (hier der Link zum Gesetzentwurf)

Fortentwicklung klingt gut. Entwicklung nach vorne, nicht nach hinten.
Aber was da so mal eben in Rekordzeit abgenickt wurde, das besagt Folgendes: 
Der Staat - im konkreten Fall die Einwohnermeldeämter - hat das Recht, Daten seiner Bürger zu erheben, was nix Neues ist. Man muss sich anmelden, dabei seine persönlichen Daten preisgeben. Aber eben diese Daten darf der Staat dann weitergeben, und zwar an Unternehmen, die mit genau diesen Daten Geld verdienen wollen. Eine simple Abgleichung von schon vorhandenen Daten reicht als Begründung aus, und schon können fiese Adresshändler mal eben checken lassen, ob Adresse und weitere Daten noch aktuell sind. "Bestandspflege" nennt man das dann.

Was kann man tun?
Widersprechen kann man, aber das hilft nicht, es bewahrt einen nicht vor dem oben erwähnten "Abgleichen". 

Und nun?
Tja, liebe Volksvertreter, nun ist das Geschrei und Geheule groß. Keiner will es gewusst haben, alle sind empört, und dabei wäre es so einfach gewesen: Gesetzesvorlage LESEN, bei der Abstimmung ANWESEND sein, und dann DAGEGEN stimmen. Aber wenn 95,5% der Bundestags-Abgeordneten einer Sitzung fern bleiben, dann fragt sich der Gefahrgutbeauftragte ängstlich:
Warum soll ich eigentlich noch wählen gehen, wenn das dann eh keinerlei Einfluss auf die Gesetzesgebung hat?

Weiterlesen:
 http://www.indiskretionehrensache.de/2012/07/bundesregierung-datenschutz/
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/datenschutzbeauftragter-schaar-kritisiert-neues-meldegesetz-a-843291.html#ref=rss

Freitag, 22. Juni 2012

Medialer Zwischenauswurf: Die Titanen-Troika

Wenn zwei Titanen auf jeweils sinkenden  Quoten/Ego/Aufmerksamkeits-Dampfern vor sich hin havarieren, dann kann ein gemeinsames Rettungsboot auch nicht vor dem medialen Untergang retten (und ich verkneife mit gerade sämtliche ach so schönen Wortspiele über Titanen/Untergang/Titanic etc, es schmerzt mein gehässiges Schreiber-Herz gar sehr...)
Show-Titan Gottschalk ist eigentlich weg vom TV-Fenster, keiner will ihn mehr sehen, aber ein-sehen will das EINER nicht: Gottschalk.
Pop-Titan Bohlen ist nicht mehr der Quoten-Bringer, DSDS schwächelt, DSDS-Kids war ein kompletter Flop, da muss man dann Rudis Resterampe, äh: Supertalent, noch mal irgendwie zu Aufmerksamkeit verhelfen.
"minus mal minus macht plus", das scheint das Motto des Casting-Coups zu sein: Zwei alternde abgehalfterte TV-Fuzzis, die mit dem jeweils zweiten Vornamen "Titan" heißen, sollen für ErrTeeÄll noch mal die Quoten-Kartoffeln aus dem Feuer (oder Quoten-Keller) holen. Gottschalks Motivation? Er kann es den ÖR noch mal so richtig zeigen, bekommt ne schöne Stange Geld, bleibt medial erhalten und gerät nicht sofort in Vergessenheit.

Ähm, die Jury besteht ja bei den RTL-Casting-Desastern immer aus DREI Typen, wir hätten da den ultimativen Vorschlag: Ball-Titan (sic!) Kahn, der würde sich doch hübsch in der Talent-Troika machen. Oder?
Get Fireworks Effect Effect