Mein Maskottchen ist der Gefahrgutbeauftrage von LEGO. Er sitzt auf meinem Schreibtisch und wacht darüber, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Den Beginn unserer wunderbaren Freundschaft sehen Sie hier (und über die Schwierigkeiten, zueinander zu finden erfahren Sie hier mehr)

Montag, 21. Oktober 2013

Isser schon wech?

Mitteilung des Bistum Limburg auf Facebook
"Die Rucksäcke sind gepackt und die Wanderschuhe stehen bereit."

Huch, irgendwas verpasst? Ist der Bischof Prunkprotz van Pomp etwa schon weg? Ach so, nee, handelt sich "nur" um irgendeine Pilgertruppe. Hätte ja andernfalls auch "Die Louis-Vuitton-Koffer sind gepackt und die Oxfords sind geschnürt" heißen müssen....

Screenshot Facebook

Montag, 2. September 2013

Wie um Himmels Willen hat Anne Will das geschafft?


Anne Wills (vermutliche) Fahrtstrecke quer durch Berlin 
Gewonnene oder verlorene Prozente? Kompetenz, Sympathie, Körpersprache? Oder gar der vorlaute Raab? Nein, was den kleinen tapferen Gefahrgutbeauftragten am meisten beschäftigt ist die Frage, wie um Himmels Willen es Anne Will geschafft hat, schon 18 Minuten nach Ende des TV-Duells in Günther Jauchs Gasometer aufzutauchen. Denn die beiden Live-Sendungen wurden von zwei vollkommen verschiedenen Standorten gesendet: Das TV-Duell aus dem Studio G in Berlin-Adlershof, die Jauch´sche Analyse aus dem Gasometer in Berlin-Schöneberg.

Die Abrechnung:
Studioplan Adlershof

Rechnen wir mal ganz großzügig: Studio G befindet sich direkt am Ausgang des großen Studiokomplexes, gönnen wir Frau Will sagen wir mal 2 Minuten, um sich mikrofonmäßig abstöpseln zu lassen und zum Auto zu rennen. Ebenfalls 2 Minuten muss man ihr nach Ankunft in Schöneberg zugestehen, um sich erneut verkabeln und noch mal ganz fix abpudern zu lassen. Bleiben rein rechnerisch für die Fahrt quer durch Berlin maximal 14 Minuten übrig.



14 Minuten?

Laut Google Maps beträgt die kürzeste Strecke zwischen Studio G und Gasometer über die A113 und A100 exakt 16,7 Kilometer. Fahrtzeit je nach Verkehrslage: Zwischen 20 und 30 Minuten. OK, gehen wir mal davon aus, dass Sonntags abends um 22:00 der Verkehr eher ruhiger war, aber wie man unter einer Viertelstunde diese Strecke bewältigt ist uns komplett schleierhaft.


Übrigens, wer nun meint, dass Stefan Raab es ja auch innerhalb von 2 Minuten von Berlin Adlershof nach Köln-Mühlheim ins Studio von "Absolute Mehrheit" geschafft hat (laut Google Maps immerhin mindestens 575 Kilometer!), dem sei gesagt, dass er seinen Politik-Talk ausnahmsweise ebenfalls aus Berlin ausstrahlte. Entfernung vom Studio G (TV-Duell) bis ins Studio B (Absolute Mehrheit): Ca 50 Meter.




Der Gefahrgutbeauftragte mahnt: Keine Live-Sendung der Welt ist es wert, sein eigenes Leben oder das anderer Verkehrsteilnehmer zu gefährden.....




Dank an Felix und Frank


Update: Viele Grüße an die Kollegen der "Augsburger Allgemeinen", die zwar ungeniert kopiert, aber netterweise dennoch verlinkt haben. Den Artikel gibt es auch hier zu lesen...

Samstag, 31. August 2013

Kann ja mal passieren....

... denkt man sich, wenn man so einige Facebook-Posts von Marken oder Unternehmen sieht. Ungelenker Satzbau, offensichtliche Bing-Übersetzung oder vom der studentischen Hilfskraft schnell mal hingeschludertes Dumm-Deutsch: Macht ein Unternehmen doch eigentlich nur menschlich und sympathisch.
Doch der kleine tapfere Gefahrgutbeauftragte stutzte heute ob der massiven Beleidigung der schönen deutschen Sprache, ausgerechnet vom stylishen Notizbüchleinhersteller Moleskine, aber sehen Sie selbst:

Screenshot  Facebook


Wer aber nun denkt, dass die Wochenend-Socialmedia-Aushilfe mit zugedröhntem Kopf diesen Mist fabriziert hat, der irrt gewaltig, denn der Text ist original kopiert vom offiziellen Online-Shop des Herstellers von Edel-Notizheften. Glaubst Du nicht? Kuckst du hier:

Screenshot Moleskine Online-Shop


PS: Herzlichen Dank an Felix http://wirres.net/article/articleview/6874/1/6/

Montag, 24. Juni 2013

Ist doch für´n guten Zweck!

Ja klar, möchte man sagen. Ist es. Auf der Seite http://www.unitedcharity.de wird allerlei mehr oder weniger Unsinniges versteigert, der Erlös geht ohne Abzüge an ein jeweiliges Hilfsprojekt. Dabei finden sich obskure Dinge neben ganz handfesten Werten.


In die Abteilung "obskur" gehört sicherlich "das benutzte Konzerthandtuch von Justin Bieber" mit einem Schätzwert von 1000,- Euro. Nun ja, dem Gefahrgutbeauftragten wäre es keinen Pfifferling wert, aber für einen echten Bieber-Fan ist es wahrscheinlich noch viel viel mehr wert. Kreisch-Alarm und Heulattacke inklusive.

Bleiben wir mal bei den jeweils angegebenen Schätzwerten, denn die sind im Normalfall gar nicht mal übertrieben. So wird eine Ibanez-Gitarre aus der Modellreihe Prestige, gestiftet von Rudi Buttas, Gitarrist der Band PUR, mit 2000,- Euro angegeben. Das genaue Modell wird nicht genannt, aber eine Gitarre dieser Modellreihe kann schnell 1500,- bis 1700,- Euro kosten, der kleine Promi-Zuschlag ist vollkommen ok.
Oder eine Übernachtung in der Pharaonen-Suite im Hotel Pyramide in Fürth. Schätzpreis: 880,- Euro. Der Listenpreis für eine Nacht beträgt laut Homepage 750,- Euro. Allerdings ist im Auktions-Objekt auch noch ein 3-Gang-Candlelightdinner enthalten. Der Schätzpreis dürfte also absolut angemessen sein.

Und nun kommen wir in die Abteilung "absolut obsolet". Denn der Herr Gottschalk (ja, das war der, der mal diese mittlerweile überflüssige und erfolglose ZDF-Show moderierte, danach als ARD-Vorabendonkel kläglich und jämmerlich versagte und sich anschließend bei einer obskuren Talente-Schau im Privatfernsehen vollkommen lächerlich machte). Der werte Herr Gottschalk stiftet sich selbst. Bzw. einen Abend mit ihm, mit lecker Essen und noch nem Schnaps hinterher. Die "lebende Show-Legende" (Zitat aus der Auktionsbeschreibung, kein WITZ!) lädt ein ins Borchard am Gendarmenmarkt, danach geht´s in den China Club. 

Machen wir mal eine kleine Rechnung (jeweils Schätzungen, und jeweils großzügig aufgerundet):
2x Mehrgangs-Menu im Restaurant Borchardt: ca 160,- Euro
Dazu Getränke                                               : ca 100,- Euro
2x Cocktail im "China Club"                           : ca   50,- Euro 
Ergibt einen geschätzten "Warenwert" von             310,- Euro.
Und nun kommt der "geschätzte Wert" laut unitedcharity: 8.000,- Euro.
Bedeutet, der Promi-Aufschlag für die Berlin-Sause beträgt sage und schreibe 7690,- Euro.

Übrigens wird das Privatvermögen von Herrn Gottschalk auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt, das nur so nebenbei. 
Nochmal übrigens: Investmentguru Warren Buffett versteigert schon seit vielen Jahren Dinnertermine, und sackt damit jährlich Millionenbeiträge zugunsten der "Gilde Foundation" in San Francisco ein. Gottschalks Auktionserlös geht an "Ein Herz für Kinder" der BILD-Zeitung. Geboten werden kann noch bis zum 9. August.




Alle bösartigen Texte des kleinen tapferen Gefahrgutbeauftragten zum Thema "Gottschalk" finden Sie hier: http://absolutobsolet.blogspot.de/search/label/Gottschalk










Mittwoch, 22. Mai 2013

Die neue Bescheidenheit

Seit fast jedes Handy über eine eingebaute Kamera verfügt ist nichts und niemand sicher vor Möchtegern-Paparazzi und sensationsgeilen Laien-Reportern. Man kennt die Videos von Unfällen, Ausrutschern und Prügeleien, ganze Webseiten leben einzig und allein von diesem neudeutsch "User Generated Content".  Auch BILD-Online profitiert gerne von dem Zeug, was deren Leser einsenden. Früher waren es die "Leser-Reporter", die einen Schnappschuss einsandten, heute werden vermehrt auch Privat-Videos gepostet. Und mit denen kann man richtig viel Kohle machen, denn bevor man sich das brennende Haus/die süße Katze/den schrecklichen Verkehrsunfall anschauen darf muss man sich durch einen Werbespot quälen. Doch manchmal geht das ganz fürchterlich nach hinten los. Was ist geschehen?

In Berlin wird aus bisher vollkommen ungeklärten Gründen ein Rentner in einem Supermarkt erstochen und stirbt noch am Tatort. BILD hat die passende Schlagzeile:

Screenshot BILD-Online 22.05.2013

Und - oh welch ein Glückstag für die BILD - gab es tatsächlich irgendein krankes perverses Hirn, das so abartig war, die verzweifelten Rettungsversuche zu filmen. Leider etwas verwackelt, hmm, schade, aber immerhin. Und selbstverständlich wird dieses Video auf BILD-Online veröffentlicht. Vorher gibt es natürlich Werbung für Autos oder Joghurt, aber bei jedem zweiten Abspielen auch einen Unternehmens-Spot für die BILD. Der sieht dann so aus:

Nochmal kurz zum Mitschreiben: Der Claim des Spots heißt

Ein einziger Reporter kann in Bescheidenheit Größe erkennen.

Und weiter: Wir haben 500 Reporter. Und ein einziges Versprechen:


Was dann folgt ist an Widerwärtigkeit kaum zu überbieten, man sieht hektisch rennende Menschen im Supermarkt, und dann immer wieder in wackeligen Aufnahmen den sterbenden Rentner. Das sieht dann so aus (die gelben Flecken sind vom Gefahrgutbeauftragten eingefügt, Sie können sicherlich erahnen, was er hier NICHT zeigen möchte):






Der kleine tapfere Gefahrgutbeauftragte fragt:

WESHALB hatte keiner der 500 BILD-Reporter die Größe, in voller Bescheidenheit auf die Veröffentlichung dieses Machwerks, in dem man einem Menschen beim Sterben zusehen kann, zu verzichten?


Sonntag, 21. April 2013

wie hübsch passend:

zwar schon 13 Jahre alt, aber damals warb der Discount-Broker Consors (heute Cortal Consors) - neben Sabrina Setlur und Fürstin Gloria! - ausgerechnet mit Uli Hoeneß, dem raffgierigen Bayern-Chef, für seine Geldvermehrungsmasche. Passender Slogan:

  More Life. Most Money




Mittwoch, 20. März 2013

uiuiui, ich bin jetzt mal "ungewöhnlich provokant":

Seit heute ist die neue Kampagne des Vereins "Gesicht zeigen!" auf dem Markt und buhlt um Aufmerksamkeit, passend zu den morgen beginnenden internationalen Wochen gegen Rassismus. Auf Postkarten, Plakaten und Infoscreens "outen" sich Promis, nur um sofort hinterher zu schieben, dass SIE selbstverständlich NICHT zu der jeweiligen Minderheit Randgruppe Bevölkerungsgruppe gehören. Aber sie WÜRDEN sich angegriffen fühlen, wenn jemand was gegen ihre Paten-Minderheit hätte.
Aha, und das sieht dann so aus:
Vergleichbare Motive gibt es etwa mit Ulrich Wickert ("Ich bin Jude") oder Sebastian Krumbiegel (Die Prinzen, "Ich bin Türke").
Die Botschaft ist klar: Solltest du etwas gegen meine Paten-Minderheit haben, dann hast du auch etwas gegen mich, denn die Freiheit der Menschen ist universell.
Was den Gefahrgutbeauftragten allerdings aufregt: Die Statements werden auf der Webseite als "ungewöhnlich provokant" bezeichnet. Laut Branchendienst Horizont sind es (Zitat) "irritierende Botschaften" und "provozierende Statements".
Und nun stellt sich die Frage: Ist die Aussage "Ich bin schwul" im Jahr 2013 noch eine "ungewöhnliche Provokation"?

Die Machart der Kampagne aus der Hand der Berliner Agentur We Do erinnert zudem stark an die Vergiss-AIDS-nicht-Kampagne des gleichnamigen Vereins aus dem Jahr 2008:
Screenshot "Vergiss-AIDS-nicht"








Und selbstverständlich erinnert der Claim auch an einen historischen Ausspruch eines ehemaligen US-Präsidenten vor einem Rathaus in Berlin (damals West), nämlich JFKs Bekenntnis "Ich bin ein Berliner" vor dem Rathaus Schöneberg im Juni 1963, der damals übrigens exakt die gleiche Intention hatte. Nämlich auszudrücken, dass ALLE freien Menschen auch Berliner seien, und er sei stolz darauf, sich dazu zählen zu können. Jede Beeinträchtigung der Freiheit der Berliner sei ergo auch eine Beeinträchtigung von ihm selber.

Aber die alles entscheidende Frage ist: Wer um Himmels Willen soll die Zielgruppe dieser Kampagne sein, und wird sich eben jene von den Plakatmotiven zum Nachdenken anregen lassen?  Oder ganz simpel: Wird ein Schwulenhasser seine Einstellung überdenken, weil er nun davon ausgehen muss, auch den TV-Moderator Thadeusz zu hassen? Wird ein Rassist zum Türken-Freund, nur damit ihn Gesine Cukrowski noch lieb hat? Ein Antisemit bekehrt, weil er den ehemaligen Tagesthemen-Moderator so sehr schätzt? Oder ist die Kampagne vielmehr "Mittel zum Zweck", eine Wohlfühl-Aktion von Gutmenschen für Gutmenschen, mit der man wohliges Schaudern ("Ui, ist der/die aber mutig!") und breite Zustimmung in den Feuilletons erzeugt, ohne dabei anzuecken?

Die Kampagne erregt mittlerweile auch Aufmerksamkeit in den unterschiedlichsten Blogs und Foren im Netz, beispielsweise hier:


Der kleine tapfere Gefahrgutbeauftragte ließ es sich allerdings nicht nehmen und wollte ebenfalls ein Plakat, nun gut, hier isses:

Liebes RTL, ....

... wie charmant, euren DSDS-Kandidaten schon mal gleich zu zeigen, wo der mediale Hammer hängt. Oder wie erklärt ihr den Kandidaten, dass schon VOR der ersten Motto-Show (und damit NEUN Wochen, bevor der neue "Superstar" feststeht) bereits mit der Suche nach seinem NACHFOLGER begonnen wurde?

Screenshot rtl

Sonntag, 17. März 2013

Nachhilfe? Na aber gerne:

Der Gefahrgutbeauftragte ist allgemein gefürchtet als schrecklicher Besserwisser. Aber wenn sowohl ein Bezirksbürgermeister aus Berlin als auch eine komplette Fernsehredaktion ganz offensichtlich ein bisschen Nachhilfe benötigen, dann erteilt er sie gerne und ungefragt.

Was ist passiert?
In der gestrigen Abendschau ging es um einen Problemkiez in Berlin, Heerstraße Nord, , der zunehmend von Gewalt, Drogenhandel und Verwahrlosung dominiert wird. Der zuständige Bezirksbürgermeister von Spandau, Helmut Kleebank (SPD) kommentiert das im rbb wie folgt:
"Heerstraße Nord ist ja schon eine Zeit eine belastetes Quartier, und wir stellen nun fest, dass die sogenannte Gentrifizierung, also die Zuwanderung von Familien mit vermehrt sozialen Problemen, dort tatsächlich noch mal zu einer Verschlechterung geführt hat (...)."

Das Peinliche: Nicht nur der Bürgermeister, sondern eine komplette Fernsehredaktion (die sich zudem mit der Thematik seit vielen Jahren permanent befasst) bemerkte den Fehler nicht. "Gentrifizierung" bedeutet eben NICHT "die Zuwanderung von Familien mit vermehrt sozialen Problemen", sondern das Gegenteil, die ABWANDERUNG von Familien mit (unfreiwilligen) sozialen Problemen, verursacht durch steigende Mieten oder Umwandlung in Eigentumswohnungen.

Besonders und gerade in einer Stadt wie Berlin, in der die Gentrifizierung in immer mehr Stadtteilen um sich greift und komplette gewachsene Wohnstrukturen innerhalb kürzester Zeit pulverisiert darf, nein: MUSS man von Verantwortlichen und Medienmachern in diesem Zusammenhang ein Minimum an Sorgfalt bei der Wortwahl erwarten.

Hier nochmal der Link zum Ausschnitt: http://www.youtube.com/watch?v=qZWMg0vAeiM

Dienstag, 11. Dezember 2012

huch...

...  oder auch "oh jee", oder "grmpf":
Mir ist bewusst, dass ich den Blog vernachlässige. Das tut mit leid, ist aber "anderen Umständen" geschuldet. (Nein, bin nicht schwanger, aber unser "Kind" leidet unter heftigen Geburtsproblemen, denn die Witterung verzögert unser Bauvorhaben ).

Deshalb veröffentliche ich heute gleich DREI Artikel auf einmal:

der
die
das

Dienstag, 20. November 2012

Würde man gängigen Vorurteilen folgen, ...

ACHTUNG, UNTEN FOLGT EIN UPDATE!

Oh je, es folgen viele Zitate, Screenshots etc, aber da müssen Sie durch.

Was ist geschehen?

Auf dem Online-Portal meedia veröffentlicht Andreas Grieß (Kürzel adg )einen Artikel  über einen CNN-Reporter, der trotz nahem Raketeneinschlag und heftiger Detonation tapfer weiter moderiert. Das entsprechende YouTube-Video wird ebenfalls eingebettet. Reißerischer Titel:
ANDERSON COOPER - DER HARTE MANN VON DER NACHRICHTENFRONT
Der Frontbericht des jungen Journalisten, der erst im August dieses Jahres sein Diplomstudium im Fachbereich "Onlinejournalismus" an der Hochschule Darmstadt beendete gipfelt in einer irritierenden Zusammenfassung:

Screenshot der ursprünglichen Version auf meedia von Andreas Grieß, 20.11.2012

Es dauerte nur Minuten, bis sich die empörten Kommentare unter dem Artikel sammelten. Zitate:

"Die unterschwellig assoziierte Verquickung des Gedankens "Schwul + Oberschicht = Weichling" ist gelinde gesagt eine Zumutung."

""Cooper ist offen schwul. Das (das) nichts zu sagen hat, beweist er..." Was ist denn das für ein blöder Kommentar, liebe Kollegen von meedia.de?"


"Lieber offen schwul als offen(sichtlich)bescheuert."


"Und was seine Homosexualität mit seiner Kaltblütigkeit zu tun hat, wird wohl auch das Geheimnis von "meedia" bleiben."


"Pff der Autor ist wohl ein homophober alter Sack. 


"Würde mich interessieren ob er trotz, oder gerade wegen seiner heterosexualität ein normales Leben führt?"

Da ist der Schreiberling wohl offen schwulen feindlich. Liest man bei MEEDIA eigentlich die Texte nochmal gegen? Eine Zumutung das ihr sowas veröffentlicht.
Dumm und absolut überflüssig. Es macht mich wütend das es überhaupt erwähnt wird. Schande über adg!!!"

Wie soll man da reagieren?
Einlenken, relativieren, sich entschuldigen.

Was macht man bei meedia?
Man ändert klammheimlich still und leise den letzten Absatz, entschärft ihn, lässt aber sämtliche Kommentare auf der Seite, die nun in keinem Zusammenhang mehr zum Artikel stehen. Denn nach ca einstündigem Kommentargewitter liest sich der letzte Absatz auf einmal ganz anders:

Screenshot der nachträglich geänderten Version auf meedia von Andreas Grieß, 20.11.2012

Wohlgemerkt, es gibt keinerlei Hinweis auf die geänderte Version. Alle Kommentare, die sich auf die (homophobe?) Äußerung des Journalisten beziehen stehen nun ohne Bezug zum Text da.

Wir fragen: Lernt man solch einen Umgang mit dem journalistischen Handwerk an der Hochschule Darmstadt?

Und zitieren zu guter Letzt kommentarlos einen Kommentar:

Screenshot Kommentar zu Grieß Artikel auf meedia, 20.11.0212

Update:
Zwei Stunden nachdem dieser Artikel erschien wurde dem Artikel ein Nachsatz angefügt.
Geht doch!


Screenshot Ergänzung zum Artikel auf meedia, 20.11.2012, ca 22:00


:

Freitag, 16. November 2012

Schwindel bei Stuckrad-Barre

Heute sind alle Online-Medien, mal pikiert, mal hämisch, erregt über die gestrige Folge von Stuckrad-Barre auf Tele5 (Hier gehts zur kompletten Folge).
Kleine Auswahl der Schlagzeilen:



Der Aufreger: Der Moderator hatte FDP-Urgestein Gerhart Baum zu Gast, bekanntermaßen eifriger Kritiker der "neuen" FDP. Und als Höhepunkt der Sendung zertrümmerte man gemeinsam "ein" Guidomobil. Stuckrad-Barre betonte, es handele sich um das Original. das man auf ebay erworben habe, und für das sowieso niemand Verwendung habe. Flugs machte man sich ans Werk und schwang die Vorschlaghammer.

Das Original?
Kurzer Vergleich, hier das Auto aus der Stuckrad-Barre-Show:

und hier das originale Original:

Entdecken Sie den Unterschied?

(Vielen Dank an Helmut Metzner für den entscheidenden Hinweis)

Nachtrag: Die Sendung kam auf beachtliche 0,3% Einschaltquote (entspricht ca 40.000 Zusehern), in der Zielgruppe (?) auf 0,4% und 20.000 (Quelle: quotenmeter )
Keine Entschuldigung, aber vielleicht eine Erklärung.....

Update: Stuckrad-Barre hat auf Facebook einen Kommentar hinterlasse:n:



Mumien, Monstren, Mutationen

Screenshot ritter-sport.de
Oh je, das wird in so mancher Kinderstube für helle Aufregung in der Vorweihnachtszeit sorgen und einige Eltern in arge Erklärungsnöte bringen. Was ist geschehen?
Der Schokoladenhersteller Ritter Sport präsentiert seinen neuen Adventskalender, prall gefüllt mit Mini-Tafeln. So wo sieht er aus:




Auf den ersten Blick nicht ungewöhnlich, doch wer genauer hinschaut, der entdeckt gar Gruseliges: Der vordere rechte Elch hat nicht 4, nicht 5, sondern 6 Beine! Zum Mitzählen:


und nun fragt sich der kleine tapfere Gefahrgutbeauftragte:
Handelt es sich um eine Mutation, Spätfolgen von Fukushima?
Wurde der Elch speziell hochgezüchtet, damit er leistungsfähiger ist?
Oder betreiben die Grafiker von Ritter Sport gar ein perfides Spiel?

Sonntag, 11. November 2012

Obama-Sale

Schnäppchen-Alarm: Falls Sie ein gleichgeschlechtliches (männliches) Paar mit Kleinkind sind (oder ein solches kennen) und als bekennender Obama-Fan noch den passenden Baby-Strampler suchen, hier der aktuelle Schnäppchen-Tipp aus dem offiziellen Obama-Store (Zitat: "Sogar die allerkleinsten Obama-Fans können nun ihre Unterstützung zeigen!"). 50% Rabatt sollten doch jedes queere Herz höher schlagen lassen....

Screenshot store.barackobama.com

Lesen Sie dazu auch: http://absolutobsolet.blogspot.de/2012/10/prozente-auf-obama.html

Setzen, 6!

Kleine Deutsch-Stunde aus gegebenem Anlass:

(Noch)Bundesbildungsministerin Schavan meldet sich in Sachen Doktorarbeit und Plagiatsvorwurf zu Wort, zwar nicht offiziell und öffentlich, aber anscheinend hat sie bei der Uni Düsseldorf eine schriftliche Stellungnahme eingereicht. Und in dieser - was hätte man anderes erwarten sollen? - bestreitet sie, für ihre Doktorarbeit abgeschrieben zu haben. 
Die meisten Online-Medien brachten diese Meldung, versehen mit oft ähnlich lautenden Überschriften, etwa die BILD:


oder der Westen:


oder der STERN:


Einigen Online-Medien war das allerdings irgendwie nicht verschwurbelt genug, und so griff man auf folgende Formulierung zurück, etwa bei der ZEIT:


und beim FOCUS:



Da stelle mer uns mal janz dumm: 

Schavan bestreitet Plagiatsvorwürfe ???

Das würde bedeuten, wenn man es wortwörtlich nähme, dass Ministerin Schavan schlichtweg bestreitet, dass es die Plagiatsvorwürfe gibt. Ähm, klar, oder?
Schavan kann die Vorwürfe ZURÜCKWEISEN, aber sie keinesfalls BESTREITEN. Die Vorwürfe sind UNBESTREITBAR nach wie vor existent. Ganz ehrlich: Ein Minimum an Sorgfalt kann man auch bei den Online-Medien verlangen. 
Übrigens, am unmissverständlichsten haben es die Kollegen von n-tv auf den Punkt gebracht:


Geht doch!!

Sonntag, 21. Oktober 2012

Prozente auf Obama

Der US-Wahlkampf geht in die Finalrunde, und im offiziellen Obama-Fanshop purzeln die Preise. Da wird das Tank-Top mit dem Wahlaufruf für 15 statt 30 Dollar verschleudert. Oder eine Kollektion mit 40 Buttons  erhält man schon für 40 statt ehemals 44 $.

Einige Bestseller sind allerdings nicht ermäßigt, etwa das Katzenhalsband (Aufschrift: " I Meow For Michelle") für schlappe 12 $.

Dem Gefahrgutbeauftragten gefällt ganz besonders der "Made-In-The-USA"-Kaffeebecher. Wobei sich die Herstellungsangabe nicht auf den Becher bezieht (der ist wahrscheinlich "Made in China"), sondern auf den US-Präsidenten himself. Und um alle Zweifel an seiner Herkunft ein für alle mal wegzuwischen hat man gleich noch seine Geburtsurkunde auf den Becher gedruckt. Auf so was muss man erst mal kommen!

Screenshot Obama-Store
Daher unser Vorschlag für den kommenden Bundestagswahlkampf:



ähm, der Gefahrgutbeauftragte empfiehlt die neue Wahlkampf-Taktik nicht generell:

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Ach Adam...

... du rotierst wohl gerade. Nein, nicht DER Adam (obwohl: wenn er die göttlichen Göttinnen auf ZDFkultur gesehen hat, die ihn gleich in zweifacher Ausfertigung schufen und dann - aufgrund mangelndem Interesse an der nölenden Eva - dem Original-Adam erst mal eine Extra-Portion Testosteron verabreichen mussten, wer  weiß... Wer es nicht gesehen hat: Kuckbefehl!), sondern der Herr Opel. Nach ihm wurde das neueste Modell des maroden krisengeschütttelten Autoherstellers benannt, und ich dachte zunächst: Wie charmant! Endlich mal ein deutsches Auto mit deutschem Namen, schlicht und mit tatsächlichem Bezug zur Marke. Denn genügend Beispiele für grottenschlechte Autonamen gibt es zu Hauf.
Doch dann das enttäuschte Kopfschütteln (und ich hätte es mir eigentlich auch denken können):
Adam alleine genügt nicht als stylish-hipper, sportiver oder gediegen-seriöser Autoname. Denn selbstverständlich spricht man den Namen englisch aus. Und so kam man auf den grandiosen Einfall, das Auto in drei Versionen anzubieten: cool, elegant oder sportlich. Oder um es mit den Worten der ebenso stylish-hippen Marketing-Experten zu sagen: Adam Jam, Adam Glam und Adam Slam.

Kleiner Englisch-Kurs: Was bedeuten die Namens-Zusätze tatsächlich:

Jam: bedeutet nicht nur Orangenmarmelade, sondern auch Ladehemmung, Stau (!) und Patsche.
Umgangssprachlich wird die Sache unappetitlich, so bedeutet "to jam" auch, ein Mädchen zu entjungfern, Marihuana zu rauchen, sich Opiate einzupfeifen, und ganz nebenbei ist es auch ein derbes Synonym für Sperma.

Glam: bedeutet auch "schick", oder als Verb "sich aufhübschen" etc...
Aber umgangssprachlich wird "glam" auch verwendet als Bezeichnung für die meist knapp bekeideteten Models, die sich auf Automessen auf den Kühlerhauben räkeln. Auch eher unschön: Es steht auch für Mädchen mit langen fettigen Haaren. 

Slam: Soll wohl an den "Grand-Slam", den "großen Schlag" erinnern, der für sportliche Erfolge steht.  Bedeutet aber auch Zuschlagen, Zuknallen, Not-Aus (!). Und nun begeben wir uns in die Untiefen der Umgangssprache.Dort wird es verwendet für:
- sich Drogen intravenös zu verabreichen
- jegliche Form des aggressiven Beischlafs
- heftiger Durchfall
- sich freiwillig eine Alkoholvergiftung zufügen
etc usw pp.....
Oh jee, die wirklich unschönen Verwendungen des Wortes hab ich Ihnen übrigens erspart, aber mit ein bisschen Phantasie kann man es sich vielleicht vorstellen. 

Der Gefahrgutbeauftragte hat allerdings noch ein paar Namensvorschläge in petto:
Für die Schinken-Liebhaber: Adam Ham
Für Fans von Frühstücksfleisch und Werbemails: Adam Spam
Für selbsterklärte Schwachköpfe: Adam Bam
Für Freunde der Straßenbahn: Adam Tram
Für Fans der Förmitztalsperre (und anderer Dämme): Adam Dam
Key Account Manager und Zwerghamsterfans fahren Adam Kam
Fernsehfuzzis natürlich den Adam Cam
Knast-Ausbrecher bevorzugen Adam Lam (= Flucht)
Mutti fährt den Adam Pram (= Kinderwagen)

Zum Schluß kleine Quizfrage: 
Welches Modell fahren Menschen, die an der Primären Amöben-Meningoenzephalitis leiden?
Na?

Bei den umgangssprachlichen Deutungen stand mir das Urban Dictionary hilfreich zur Seite.
Get Fireworks Effect Effect